Capriccio Continuo Admonitor Premiere

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Wer diese Pretiosen von Capriccio Continuo in der passenden Umgebung hört, sehnt sich so schnell kaum nach einem größeren Hörraum. Aber auch für diesen Fall ist vorgesorgt.

Hach, Flächenstrahler – ich liebe sie einfach. Es ist nur so: Derzeit steht meine Anlage in einem relativ kleinen Raum mit Dachschrägen. Wollte ich in dieser Kammer einen großen Dipol vernünftig platzieren, ihm also adäquate Distanz zur Rückwand gönnen, kämen die Schallwandler auf einer Linie mit meinen Schultern zum Stehen. Stereo-Linie statt Stereo-Dreieck? – Diese Lautsprecheraufstellung ist wohl kaum erstrebenswert. Aber wie gesagt: Ich liebe Folien sehr und außerdem bin ich ein ziemlicher Dickkopf. Und was macht so ein echter Dickkopf, wenn er etwas sehr liebt, von dem er genau weiß, dass es nicht funktionieren kann? Genau: Er macht es trotzdem! Ich redete mir ein, dass sich die zwei Meter hohen Elektrostaten, die ich in mein Gemach wuchtete, ja vielleicht auch mit deutlich weniger Abstand nach hinten zufrieden geben würden, und schob sie so weit zurück, bis es nicht mehr weiter ging, weil ihre Oberkante die Dachschräge berührte. Resultat? Natürlich fühlten sich die Riesen in meinem Zimmer beengt und gaben von dem Zauber, den sie in passenden Räumlichkeiten entfalten können, nur einen winzigen Bruchteil preis. Liebe hin oder her – Mann, was war ich in diesem Moment froh, dass ich die Paneele nur ausgeliehen hatte! Kammer-Musik

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Kommt Ihnen das bekannt vor? Nicht meine Dummheiten natürlich, sondern der Wunsch, in einem kleinen Raum ein großes akustisches Erlebnis zu ermöglichen? Nun, dann kann ich Ihnen nur dazu raten, jene goldene Regel der Lautsprecherwahl zu beherzigen, die ich in obigem Beispiel glaubte ignorieren zu können: Die Dimensionen der Box müssen denjenigen des Raumes, den sie beschallt, möglichst perfekt angepasst sein. Soll in unserem konkreten Fall heißen: Kleiner Raum – kleiner Lautsprecher.
In den letzten Jahren besuchten mich Kompaktlautsprecher auffällig häufig. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Minis, die bei mir zu Gast waren, unter Ihresgleichen herumerzählt haben, wie wohl man sich als Schallzwerg in meinem Räumchen fühlt. Denn es ist wahr: Die Kleinen mögen es hier, weil sie zeigen können, was wirklich in ihnen steckt. Unlängst hatte wohl auch die jüngste Schöpfung von Joseph Szall von der Sache Wind bekommen, denn die brandneue Capriccio Continuo Admonitor Premiere stand vor meiner Tür, elegant gekleidet in ihrem tiefschwarz glänzenden und, wie ich inzwischen weiß, einzigen Dress. Die Wunderschöne brachte ihre passenden Podeste gleich mit und eroberte mein audiophiles Herz im Sturm – und das, obwohl sie kein Dipol ist! Anfangs schien sie mir zwar etwas schlank zu tönen, aber bereits nach wenigen Tagen war der Tiefmitteltöner eingespielt und generierte mit Hilfe der rückwärtigen Reflexöffnung genau so viel Substanz, wie man vernünftigerweise von einem 13er-Chassis und diesem Gehäusevolumen erwarten darf.

Modular erweiterbar

Wer mit Blick auf das doch recht stolze Preisschild dieses grazilen Monitors – er kostet pro Paar immerhin 7500 Euro, seine beiden Ständer zusammen weitere 1000 – noch mehr Tiefgang erwartet, dem sei gesagt, dass der Admonitor Premiere einzig und allein entwickelt wurde, um das absolut Bestmögliche aus einem überschaubar großen Hörraum zu holen. Zudem ist die Investition in ihn keinesfalls verloren, wenn zu einem späteren Zeitpunkt der Umzug in ein geräumigeres Domizil ansteht: Derzeit ist ein „Submonitor“ genannter Unterbau in Arbeit, der den Ständer ersetzen kann und die Kompaktbox zusammen mit einem Super-Hochtöner zu einem echten Fullrange-Wandler ergänzt. Das Ende der Fahnenstange ist jedoch erst erreicht, wenn ein weiterer Admonitor und ein weiterer Submonitor hinzukommen, die spiegelverkehrt auf dem unteren Ensemble platziert werden. Jede Ausbaustufe des modularen Systems bringt eine externe Frequenzweiche in wahlweise passiver oder aktiver Ausführung mit. Dadurch ist dann auch die Bi-Wiring- oder Bi- Amping-Konfiguration des Admonitors möglich, dessen doppelt vorhandenen Anschlüsse beim Betrieb ohne Submonitor(e) intern gebrückt sind.

Hightech von ATD

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Wer ist nun eigentlich dieser Joseph Szall, der hinter Capriccio Continuo steckt? Vielleicht ist Ihnen seine zweite Firma, der italienische Chassis-Hersteller „Audio Transducer Design“ geläufig, der besser unter dem Kürzel ATD bekannt ist und seit 1981 diverse renommierte Lautsprechermarken mit seinen hochwertigen Treibern beliefert. In der allerersten Box von Magico, der kompakten Magico Mini, war beispielsweise die 18er-Version des AGTi- Tiefmitteltöners verbaut, dessen 13er-Inkarnation wir im Admonitor vor uns haben.
1991 gründete Joseph Szall Capriccio Continuo und präsentiert seitdem unter diesem Namen komplette Lautsprecher, in denen nur die allerfeinsten ATDChassis zum Einsatz kommen. Der Hochtöner im Admonitor Premiere ist ein Air-Motion- Transformer (AMT), dessen auf Silikonbasis gefertigte Membran weicher als üblich ist. Der 13-cm-Treiber darunter steht in einer sehr langen Tradition: Man könnte ihn als weiterentwickelte Version des berühmten Podszus/Görlich-Chassis bezeichnen. Die AGTi-Membran (Ariacell Graphite Titanium) ist eine Sandwichmembran aus einem beidseitig von Graphitfasern umgebenen Luft-blasen- Schaum. Auf die Membranoberfläche wird schließlich noch eine Titanschicht aufgedampft. Durch das extrem geringe Gewicht bei hoher Verwindungssteifigkeit und innerer Dämpfung liefert dieses Hightech- Chassis eine frappierende Impulspräzision.
Der Übergang zwischen beiden Treibern wird bei 1800 Hz durch eine Frequenzweiche mit elliptischen Filterverläufen – elektrisch 4. Ordnung, akustisch 6. Ordnung – bewerkstelligt. Das Gehäuse der im Städtchen Revello im Piemont gefertigten Box besteht aus MDF von variierender Stärke, die Front aus HDF und seine edel glänzende Oberfläche aus drei Millimeter starkem Polyesterlack. Unerwünschte Diffraktionseffekte werden durch die schwungvoll abgerundeten Gehäusekanten minimiert, während im Innern langfaserige Alpaka-Wolle und sehr dünne Polyethylen-Luftpolsterfolie für optimale Bedämpfung sorgt.
Von ihrem solide auf vier verstellbaren Spikes ruhenden Podest hätte ich mir noch eine Verschraubungsmöglichkeit mit der Box gewünscht, denn da diese ohne Befestigung auf der samtenen Oberfläche der Top-platte ruht, kann eine kleine Unachtsamkeit sehr teure Folgen haben.
Doch genug der nüchternen Technik. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, näher auf den atemberaubend delikaten Klang dieser formgewordenen Träume kleiner Räume einzugehen. Zunächst musste ich mich von folgendem lange gehegten Vorurteil verabschieden: An die wahnwitzige Schnelligkeit, mit der ein Air- Motion-Transformer Schall abgibt, reicht kein gewöhnlicher Konus heran, und darum ist bei Kombinationen der beiden immer eine „Stufe“ in der Impulsverarbeitung hörbar. Dass bei der Capriccio Continuo kein solcher Bruch auftritt, ist ein erstes Indiz für die außerordentlichen Fähigkeiten des AGTi-Chassis.

Sensationell plastisch

Als ich dann die ersten Gesangsaufnahmen über den Admonitor Premiere höre, kann ich kaum glauben, was sich da vor mir abspielt: Diese Zweiwege-Box fabriziert einmalig luzide, transparente Mitten von einer emotionalen Eindringlichkeit, wie ich sie selbst von den feinsten Papier-Breitbändern kaum je vernommen habe.
Gleichzeitig negiert dieser Mini die realen Dimensionen meines kleinen Zimmers beinahe vollständig. Er spannt darin bis ins hinterste virtuelle Eck ausdifferenzierte Panoramen auf, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Für Menschen, die es mögen, sozusagen „mit den Ohren zu sehen“, oder anders ausgedrückt, so zu hören, wie das Auge sieht, hält die Capriccio Continuo durchweg Phänomenales parat. Erneut ist Umdenken angesagt: Normalerweise schließt die präziseste räumliche Lokalisationsschärfe einzelner Klänge automatisch eine maximal luftdurchflutete, gleichsam atmende Bühne aus. Bei Joseph Szalls Kreation geht dennoch beides Hand in Hand. Darüber hinaus ist sie als Ort der Schallentstehung weniger wahrnehmbar als jeder andere mir bekannte Kompaktlautsprecher.

Audiophiler Feingeist

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Insgesamt distanziert sie deutlich sämtliche Minis, die bislang bei mir waren – nur die beinahe ebenso teure Lindemann BL-10 ist ihr in vielen Bereichen dicht auf den Fersen. In Sachen Rhythmusgespür ist die Deutsche ihr sogar einen klitzekleinen, in Sachen Basstiefe einen großen Schritt voraus, erreicht dafür aber nicht ganz den unfassbar reinen Mittelton der Italienerin. Wer es im Hochton gerne etwas expliziter mag, wird die offensivere Abstimmung der Lindemann vorziehen – ich empfinde die Capriccio Continuo in diesem Punkt als natürlicher. Letztere ist eher der audiophile Feingeist der beiden mit dem gewissen zusätzlichen Schmelz, wie er Röhrenverstärkern häufig zu eigen ist, während die Lindemann eine etwas nüchternere Gangart pflegt.
Tiefton-Orgien und allzu lautes Spiel sind ihm naturgemäß zuwider – es sei denn, er darf seinen Submonitor-Kollegen mitbringen. Doch jede andere Aufgabe erledigt der Capriccio Continuo Admonitor Premiere zu meiner vollsten Zufriedenheit. Er ist alles andere als billig, aber wer wenig Platz und höchste Ansprüche hat, wird schwerlich einen besseren Minimonitor als diesen finden. Es gelingt kaum, sich von der immensen Faszination loszureißen, die vom ersten Ton an von ihm ausgeht. Capriccio Continuo – diese Worte bedeuten übrigens, frei von Joseph Szall ins Deutsche übersetzt, „kontinuierliches Vergnügen“. Ja, das passt!

 

www.transparent-acoustic.de

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