Nhow Hotel Berlin

Nhow Hotel Berlin

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Rock ’n’ Roll in Rosarot

Bilder: Stefan SchulwitzNhow Hotel BerlinSchuhe putzen? Weckdienst? – Wie langweilig! Stattdessen bestelle ich mir eine Fender Telecaster und eine Röhrencombo aufs Zimmer. Dann jamme ich die ganze Nacht durch, bis ich die coolen Riffs drauf habe. Und morgen werde ich dann mindestens drei Megahits aufs Band knallen – gleich hier im Haus! „Ja, genau: eine Telecaster. Nur mit fünf Saiten, aber in Open-G-Stimmung. Und einen kleinen Marshall … yep, Zimmer 103, bitte.“
So lässig kann eine Order beim Room Service sein, wenn man mal den inneren Keith Richards nach außen kehren will – und das Hotel auf ganzer Linie „mitspielt“. Früher haben Rockstars ja angeblich jede Menge Groupies vernascht und Hotelzimmer zertrümmert. Heute kuscheln sie zwischen rosa Laken und bestellen sich Gitarren zum Sonnenuntergang. Das rosa Zimmertelefon steht bereit. Zwei Tonstudios übrigens auch – eines davon mit ganz feinen alten Sachen …

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Hommage und Designertraum

FIDELITY ist zu Besuch im NHOW-Hotel Berlin, das im Gebiet des ehemaligen Osthafens, zwischen Universal Music und MTV liegt. Gleich ums Eck verbindet die sehenswerte Oberbaumbrücke die Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain. Zum sensationell gestalteten „Music & Lifestyle“-Hotel gehört eine 400-qm-Terrasse direkt am Spreeufer, eine weitere in der ersten Etage. Der Architekt Sergei Tchoban hat das geometrisch strenge Gebäude mit einer unregelmäßigen Fassade gestaltet, die an die hier einst beheimateten Handelskontore erinnert. Eine ebenerdig durchgehende Fensterfront lässt jede Menge Licht herein und schafft einen fast schwerelosen Übergang zwischen Innen und Außen. Spektakulär ist der Blick gen Himmel: Dort residiert der „Music Sound Floor“ in einer Art Spiegelriegel: ein Block, der in 36 Metern Höhe 21 Meter weit über die Terrasse in der ersten Etage hinausragt – ein echter Hingucker!
Den silbern spiegelnde Riesenblock kann man auch von der Hotellobby aus sehen, durch ein integriertes Oberlicht. Doch dazu müsste man erst einmal seine Augen vom Interieur lösen – alles so schön rund hier! Wobei der erste Eindruck schwer täuschen kann: Was auf manchen Bildern eher aussieht wie eine begehbare Bonbonniere, ist in natura richtig schick und bis ins kleinste Detail durchgestylt. Und kein bisschen peinlich. Nicht einmal dann, wenn man – wie ich zum Beispiel – mit Rosa eigentlich überhaupt nix am Hut hat. Dafür allein gebührt dem Designer höchster Respekt. Und der ist kein Unbekannter: Die Innengestaltung stammt von Karim Rashid, dessen Werke auch im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt werden oder in Paris im Centre George Pompidou. Im NHOW Berlin konnte Karim Rashid seine Vision einer „infosthetischen“ Welt mit vielen „blobjects“ ganz „technorganic“ realisieren. Selbst die Fahrstühle reflektieren das Info-Zeitalter: In den Kabinen sind verschiedene Musikrichtungen (Jazz, Pop, Rock, Electronic, Classical) zu hören, passende Licht- und Farbmuster begleiten die Gäste in die oberen Etagen. Doch warum schon jetzt aufs Zimmer entschweben? Es gibt hier unten noch viel zu entdecken: etwa den Check-in-Counter aus rosa Fiberglas, das Schlagzeug inmitten einer Wolkenskulptur, ein großes Gitarren-Flightcase. Nur harte Rock ’n’ Roller sehe ich keine. „Weil“, so weiß Jessica Emde, die PR-Dame des Hotels, „die örtliche Nähe zur Musikbranche kaum Einfluss auf die Gästestruktur hat.“ Nur etwa fünf Prozent aller Gäste seien tatsächlich Musiker, und längst nicht alle machten von der Offerte Gebrauch, kostenlos eine Gitarre samt Amp aufs Zimmer zu bestellen. Die meisten genössen lieber die belebende Ruhe oder den großzügigen Ausblick – oder einfach die berlintypische Vielfalt rundherum.

Wilde Mischung

An die Lobby, in der auch schon mal „Open Mike Nights“ mit bis zu 600 Gästen stattfinden, schließt ein Barbereich an, über dem die Kopfsilhouette des Designers schwebt, eine golden lackierte 360°-Fiberglasplastik. Passenderweise tragen auch die Sessel einen Goldbezug. Kleine Electro-Voice-Laut- sprecher verströmen mit Subwoofer-Unterstützung hochsommerliche Chill-out-Töne. Zwischen der Lounge und dem hoteleigenen Restaurant „Fabrics“, wo der junge, gerühmte Küchenchef Patrick Rexhausen regiert, lockt ein halbdunkler Treppenaufgang zum heimlichen Erkunden eines offenbar noch gar nicht ganz fertiggestellten Gebäudeteils. Oh, hier stehen ja noch Mauerelemente voller Grafitti vor nackten Waschbetonwänden herum, halbfertige Riesengemälde, ein alter Flügel, der wohl versehentlich unter den Betonmischer geraten ist und … Moment mal: Das ist doch volle Absicht! Jessica Emde nickt und berichtet, dass dieses halbfertig wirkende, auf Chaos gebürstete Outfit als „typisch Berlin“ wahrgenommen und gern für trendy Events gebucht wird.

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Voll vernetztes Vintage-Vergnügen

Nächster Halt: der „Music Sound Floor“ im Spiegelriegel, dessen riesige Glasfront eine fantastische Aussicht über die Hauptstadt bietet. Hier oben befindet sich die große, voll ausgestatte Music- Lounge für Events und Parties, aber auch der Studiotrakt mit zwei erstklassig ausgestatteten Tonstudios. Das größere davon gruppiert sich – selbstverständlich voll vernetzt – als „Analog Mixing Suite“ um ein edles SSL-Mischpult und eine delikate Auswahl teils historischer Soundmaschinen: von Neumann-Großmembran-mikros über Manley-Equalizer bis zu Siemens-Kompressoren. Die Studios gehören dem Hotel, werden aber extern betreut: von den gleichen Leuten, die auch die berühmten Hansa Tonstudios (David Bowie, U2, REM) managen. Und wenn Tonmann Martin Skibba nicht gerade Gesangsstalente – von Tim Bentzko bis Scooter – aufnimmt oder Produktionen abmischt, dann regelt er extra für uns das Ambientlight auf Rosarot …
Dank hausinterner MADI-Vernetzung lassen sich hier auch Songideen aufs digitale „Band“ bannen und bearbeiten, die von weiter weg heranströmen. Und Rock ’n’ Roll muss das natürlich auch nicht unbedingt sein. So tremolierte etwa der späte Johannes Heesters in der „Präsidenten-Suite“ zum dortigen Flügel und ließ professionell mitschneiden. Doch auf der langen, weißen Flurwand, auf der viele blutjunge Musikerkollegen ihren Aufenthalt mit frechen Zeichnungen dokumentieren, habe ich Heesters Autogramm nicht entdeckt.

Drehen, wenden, Tasten drücken

Weiter geht’s in den East Tower, wir besuchen eine Juniorsuite. Der konsequente Farb- und Materialmix aus warmem Gold und belebendem Pink verbreitet gute Laune und ist wirklich überall zu entdecken, vom Telefon am Bett über die Bad-Utensilien bis hin zur Minibar. Ein Keyboard oder eine Gitarre gehört hier zur Standardausstattung, ebenso ein im Raum um 180° schwenkbarer Flachbildschirm mit Rückengemälde, der wahlweise Bett- oder Sofa-Lümmler erfreut. Farblich eine Spur kühler geht’s im West Tower zu, wo sich Grau- und Blautöne ins Ambiente einfügen. Ins-gesamt jedoch bleibt festzuhalten, dass Rosarot und Rock ’n’ Roll in meiner Vorstellung nunmehr sehr versöhnlich miteinander auskommen. Pink rocks! Das wird den Bauarbeitern, die zum Zeitpunkt unseres Besuches die 600 Quadratmeter große Terrasse auf der 1. Etage mit einem neuen Holzboden ausstatten, herzlich egal sein. Sie geben sich ihren täglichen Rock ’n’ Roll mit einer deftigen Boombox und ein paar Kisten – nein, nicht Bier, sondern Wasser und Limona-de! Offenbar hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur der offizielle Auftritt von Rockstars gewandelt.

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Hintergrund

NHOW (sprich: „Nau“) ist eine Premiummarke von NH-Hotels, der drittgrößten Business-Hotelgruppe in Europa. Gleich das erste, 2006 in Mailand eröffnete NHOW-Erlebnishotel entpuppte sich, ganz im orange- farbenen „flashy style“ gehalten und dem Thema Mode gewidmet, als voller Erfolg, und so realisierte man 2010 am Standort Berlin ein weiteres NHOW-Projekt unter dem Motto „Music & Lifestyle“ in der Basisfarbe Pink. Noch in diesem Jahr wird in Rotterdam ein drittes NHOW-Hotel eröffnet, ein Statement in Sachen Architektur mit der Hauptfarbe Rot.

www.nhow-hotels.com

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