Velodyne SPL 1000 Ultra

Test: Velodyne SPL 1000 Ultra

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Velodyne SPL 1000 Ultra – Vergiss mich!

Dicke Subwoofer werden gerne zum Angeben benutzt. Dabei sollen sie eigentlich verschwinden. Wie der neue Velodyne SPL 1000 Ultra

Zugegeben, das „Ultra“ im Namen wirkt schon ein wenig marktschreierisch. Und dennoch ist der neue 1000er aus der SPL-Serie von Velodyne (Nachfolger der DD-Serie) ein eher dezenter Vertreter seines Faches. Übersichtlich in den Abmessungen, elegant gerundet und – im konkreten Fall – charmant lackiert, wollten ihm seine Entwickler wohl doch nicht das Image des machohaften Basstreters angedeihen lassen.

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Gut so. Denn ein Subwoofer ist nur in Kinosälen dafür gedacht, die Sitze und Eingeweide wackeln zu lassen. Setzt man ihn bei „normalem“ Musikgenuss richtig ein, soll man ihn eigentlich gar nicht hören. Er soll den Klang der Hauptlautsprecher unterstützen. Er soll nichts Hörbares „unten“ dazutun, sondern allenfalls unbemerkt die eine oder andere Grenze verschieben. Den berechtigten Einwurf, was bei uns HiFi-Verrückten denn noch „normal“ sei, überhöre ich jetzt einfach mal.

Ist ein Subwoofer gut in die Anlage integriert, wirkt er verblüffenderweise genau dort am besten, wo man ihn am wenigsten vermutet: in den höheren Frequenzlagen. Selbst die Darbietung einer Solosängerin profitiert ungemein von einem sauber angepassten Subwoofer. In meinen Ohren sogar besonders, interessiert mich das übliche Tieftongeschiebe doch herzlich wenig. Wenn Sie jetzt müde abwinken, weil Ihnen all das ohnehin schon bekannt ist, freut’s mich für Sie. In der Praxis habe ich allerdings bislang viel mehr falsch als richtig eingestellte Tieftongesellen erlebt.

Damit die Quote der optimalen Anpassungen steigt, haben sich die Spezialisten bei Velodyne ein nachgerade idiotensicheres Konzept zur Justage ausgedacht. Man stellt dazu den Subwoofer in die Nähe einer Raumecke, vorzugsweise mit einem Wandabstand von ungefähr 20 Zentimetern. Dann schließt man ihn an, pegelt ganz grob die Lautstärke ein und spielt danach die vier Phasenpositionen durch. Die Stellung, in der es am kräftigsten und gleichzeitig definiertesten klingt, ist das Mittel der Wahl. Dann schließt man das mitgelieferte Mikrofon an, positioniert es am besten mittels eines Mikrofonständers genau dort, wo sich beim Hören der Kopf befindet. Anschließend ist auf der Fernbedienung das Knöpfchen „EQ“ zu drücken.

Der Subwoofer gibt nun ein paar Sweeps im Bereich von 15 bis 200 Hertz durch und erstellt anhand der über das Mikrofon gewonnenen Daten eine Korrekturkurve. Danach kann man eine schöne, gerne basskräftige Musik auflegen und die Lautstärke exakt einstellen. Erfahrungsgemäß kann man, nachdem man den scheinbar idealen Punkt gefunden hat, einfach noch zwei bis drei Dezibel reduzieren, dann passt’s auch wirklich. Denn in solchen Hörsitzungen stellt man den Subwoofer fast immer zu laut ein. Die obere Grenzfrequenz kann nun noch gemäß der Eigenheiten der eignen Lautsprecher gewählt werden. Kleinere Boxen haben in ihrer Abstimmung gerne einen Grundtonbuckel, um Bass vorzutäuschen. Idealerweise bleibt man mit dem Hochpass darunter, ansonsten verliert das Klangbild deutlich an Klarheit. Fertig. So simpel kann es sein.

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Nun wissen Sie schon, wie man den Velodyne SPL 1000 Ultra bedient, haben ihn aber noch nicht kennengelernt. Das lässt sich nachholen. Es handelt sich um einen geschlossenen Subwoofer mit einer zehn Zoll (ca. 25 Zentimeter) durchmessenden Membran. Das Gehäuse selbst ist überraschend klein, und doch gibt Velodyne eine untere Grenzfrequenz von beeindruckenden 13 Hertz an. Da mein Raum in diesem Infraschallbereich nicht mehr sauber mitspielt, muss ich das einfach glauben und Ihnen eine Überprüfung schuldig bleiben. Bei mir sah es eher nach knapp über 20 Hertz aus, sicher kann ich aber nicht sein. Derart tiefe Frequenzen kann man aus einem so kleinen Gehäuse und mit einem nicht zu großen Chassis nur mit einiger Gewalt zwingen, daher ist die integrierte Class-D-Endstufe mit einer angegebenen Impulsleistung von bis zu 2400 Watt sicherlich nicht grob überdimensioniert, sondern darf durchaus noch als angemessen gelten. Die extrem dicke und mehrlagig versteifte Membran wird von einer geradezu riesigen, aus einer sehr festen Gummimischung hergestellten Sicke geführt. Anschlussseitig wiederum stehen alle üblichen Möglichkeiten – außer XLR – zur Verfügung.

Klanglich schlägt sich Velodynes Jüngster erstklassig. Ich habe es beispielsweise nicht geschafft, ihn bei welchem Programm auch immer zum Dröhnen zu verleiten. Selbst in wilden, zudem zu laut eingepegelten Momenten pflügt der kleine Würfel auch schon ohne Korrekturkurve ungerührt durch den Frequenzkeller. Nutzt man die automatische Anpassung, gewinnt jeder Ton noch etwas an Definition, es klingt nun etwas schlanker und deutlich klarer. Schade nur, dass es keine Möglichkeit gibt, einen Computer anzuschließen, um die Messungen einsehen und die resultierenden Korrekturen nachvollziehen zu können. Natürlich ist das nicht wichtig, um gut Musik hören zu können. Interessieren würde es mich allerdings schon.

Mich beeindruckt seine Wirkung – ich schrieb es schon – vor allem mit, na ja: „normalem“, nicht besonders basslastigem Musikmaterial. Allein der Gewinn an Weite und Selbstverständlichkeit, die um Vielfaches größere Abbildung des Aufnahmeraumes ist faszinierend. Großartig zum Beispiel schon die Sekunden vor dem ersten Ton der achten Sinfonie von Anton Bruckner, gespielt vom NDR Sinfonieorchester mit Günter Wand im Lübecker Dom. Erst mit einem so klar definierten Tiefton, den letztlich kein passiver Lautsprecher in dieser Qualität bieten kann, wird die schiere Menge bewegter Luft in einem so großen Kirchenschiff auch zu Hause erfahrbar. Gewinnt die Musik selbst auch ein wenig an Stabilität, ist es vor allem das scheinbar längere, weil besser gestützte Verklingen von Tönen im Raum. Man hört also nicht direkt die Töne des Subwoofers, sondern profitiert unmerklich von seiner Wirkung.

Da man vier verschiedene Presets programmieren kann, lässt sich der Velodyne wunderbar flexibel an alle Hörsituationen anpassen. Ich könnte mir gut vorstellen, eine wie oben beschriebene, feine und dezente Einstellung für Klassik- und Jazz-Programm abzuspeichern, eine weitere, etwas lautere und mit höherer Grenzfrequenz versehene Variante für Musik härterer Gangart sowie ein besonders „seismisch“ arbeitendes Preset für das involvierende Kinoerlebnis zu Hause. So wird aus nur einer Anlage dank des Velodyne ein klangliches Chamäleon.

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Velodyne SPL 1000 Ultra

Aktiver Subwoofer

Bestückung: 25-cm-Langhub-Chassis Tiefsttöner

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Verstärkerleistung (Class D): 1200 W

Impulsleistung laut Hersteller: 2400 W

Eingänge: Line in (Cinch), Speaker in (Schraubklemmen)

Ausstattung/Besonderheiten: DSP-Steuerung, vier wählbare Voreinstellungen für unterschiedliche Hörsituationen, automatischer 7-Band-Equalizer zur Raumeinmessung inklusive Mikrofon, „Nachtmodus“, Stummschaltung; einstellbare Tiefpass-Weiche (40–120 Hz) oder „Subwoofer Direct“, Auto On/Off oder Bypass-Option, regelbare Lautstärke, umschaltbare Phase (0°/90°/180°/270°), magnetisch ageschirmt, mehrfach gestaffelte Tiefpass-Weiche mit 12-24dB/Oktave, überwachte Treiberauslenkung, Überlastungsschutz

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Gehäuseausführungen: Hochglanzlack Schwarz oder Weiß

Maße (B/H/T): 33/35/41 cm

Gewicht: 20 kg

Garantiezeit: 2 Jahre

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www.audio-reference.de

 

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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