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Rocky Mountain Audio Fest (RMAF) 2019

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Rocky Mountain Audio Fest (RMAF) 2019 – Alles anders!

Es ist 2019. Das Rocky Mountain Audio Fest findet zum 16. Mal statt und doch ist in diesem Jahr alles anders.

Teil 1 von 2 – hier geht’s zum Teil 2

Das weltbekannte Audiofest gastiert zum ersten Mal nicht mehr im Marriott Denver Tech Center, sondern im nagelneuen Gaylord Rockies Resort & Convention Center in Aurora, in unmittelbarer Nähe des Flughafens Denver.

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Die neue Umgebung erinnert ein wenig an das Hotel aus Stanley Kubrik’s Grusel-Klassiker „The Shining“: Groß, ein bisschen unheimlich, mit  Korridoren bis zum Horizont. An jedem Abzweig erwartet man zwei Mädchen mit blauen Kleidern und rosa Schleifchen, oder einen kleinen Jungen auf einem Dreirad. Ganz zu schweigen von den Aufzugtüren und was passiert, wenn sie sich öffnen …

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Das Gaylord Rockies Resort & Convention Center ist ein gigantischer Hotel-Komplex mit einem direkt angeschlossenem ebenso großem Kongresszentrum. Das Hotel bietet 1501 Zimmer. Hinzu kommen unzählige Konferenzräume unterschiedlichster Größen. Das angeschlossene Konferenzzentrum bietet nochmals rund 50000 Quadratmeter in nahezu beliebig konfigurierbare Hallen und Räumen. Ein idealer Platz also für das Rocky Mountain Audio Fest in den man über die kommenden Jahre immer weiter hineinwachsen kann. Ein schönes Serviceangebot an die Besucher war ein kostenloser Shuttle-Service, um die teils großen Entfernungen zwische Parkplatz und Hotel zu überbrücken. Damit nicht genug, für Besucher mit Handicap gab es kostenlose Elektro-Scooter, für  bessere Mobilität. Das kann man nur vorbildlich nennen!

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Und doch war der Veranstalter nervös bei seiner Premiere. Es war schwer abzuschätzen, ob die neuen Örtlichkeiten auch von den Besuchern angenommen würden. Die Nervosität entpuppte sich als unbegründet. Exakte Besucherzahlen habe wir nicht, aber sie liegen in jedem Fall deutlich oberhalb des letztjährigen Audio Festes und viele Besucher reisten von weither an. Somit kann der Wechsel in das neue Hotel als voller Erfolg gesehen werden. Natürlich gab es auch Kritik, oder sagen wir besser: Anmerkungen. Das Hotel nebst Konferenzzentrum ist sehr groß und somit sind auch die zu bewältigenden Strecken lang.

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Nur um ein Beispiel zu geben: Laut Schrittzähler habe ich über die 4 Ausstellungstage hinweg im Schnitt pro Tag nicht ganz 11 km zurückgelegt – wohlgemerkt innerhalb des Hotels! Das sind Dimensionen, die bei uns völlig unbekannt sind. Ein Vergleich mit der Münchner Messe wäre interessant. Wahrscheinlich kommt man zu ähnlichen Ergebnissen. Auch hörte man dann und wann Klagen über die nicht immer eindeutige Beschilderung innerhalb des Hotels. Alles in Allem sind die Kritikpunkte aber leicht lösbar und wurden vom Veranstalter dankbar aufgenommen.

Nun aber zur Messe selbst und da wollen wir gleich mit der Tür in Haus fallen: „Best Sound of Show“ war für uns eindeutig Wilson Audio mit einem auf den ersten Blick gar nicht so spektakulärem Setup. Präsentiert wurde der Lautsprecher Sasha DAW in Verbindung mit einem Paar Watchdog Subwoofern, angetrieben von gewaltigen VTL S-400 II Reference Stereo Röhrenamps. Der Clou an diesem Setup war die neue aktive und rein analog aufgebaute Frequenzweiche „Active XO“, die Wilson Audio „Dual Subwoofer Active Crossover“ nennt. Das hierdurch aktivierte System war ein absoluter Blueprint für eine perfekte Integration und die Sinnhaftigkeit von Subwoofern, wobei die Kellergeister nicht etwa mehr Bass, sondern vor allem fühlbar mehr Raum und Authentizität ins Geschehen brachten. Diejenigen Besucher, die leichtsinnigerweise mit dem Wilson Audio Raum im 11. Stockwerk des Hotels anfingen, waren für den Rest der Messe verdorben. Das Wilson Audio Setup war in seiner Gesamtheit nicht zu schlagen.

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Damit aber nicht genug: Die Amerikaner präsentierten in Denver auch die neue Chronosonic XVX, ein „Über-Lautsprecher“, angesiedelt direkt unterhalb der WAMM Master Chronosonic. Die Chronosonic XVX übernimmt viele Konzepte und Bauteile von der WAMM Master Chronosonic, ist aber etwas kompakter und hat einen neuen, eigens entwickelten AlNiCo Mitteltöner.

Einen Schallwandler gab es auch bei PS Audio zu sehen. Der Name AN3 (AN steht für Arnie Nudel, der verstorbenen Audio Legende und engem Freund von PS Audio Chef Paul McGowan). Die Bezeichnung ist trotzdem verwirrend, denn die AN3 ist ein teilaktiver 4-Wege Lautsprecher, der somit eigentlich AN4 heißen könnte. Die 3 steht aber für den dritten Typ der Serie. Auf die Nummer 1, die AN1, dürfen wir sehr gespannt sein, denn wie wir aus erster Hand erfahren haben, arbeitet PS Audio an einem großen mehrteiligen Array, ähnlich der legendären IRS von Infinity. Die Mittel- und Hochtoneinheit der AN3 ist im übrigen eine Weiterentwicklung der bestens beleumundeten Magnetostaten von Bohlender & Graebener. Der Lautsprecher klang auffallend differenziert, ohne aber anämische Tendenzen zu zeigen. Im  Gegenteil: Wenn es zur Sache ging, machten eher die Zuhörer schlapp, als der Lautsprecher. Sehr angenehmer Klang und unbedingt empfehlenswert.

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Little Fwend – kein Schreibfehler! –, Spezialisten für nachträglich einbaubare Tonarmlifte, dachte sich: „Nicht alle Technics Plattenspieler stehen in Diskotheken“ und adaptierte prompt seinen Tonarmlift für sämtlich Technics Plattenspieler, ob alt oder neu. Ein sehr smarter Move, denn die kleinen Helferlein waren bisher zu hoch, um sie für einen Technics Plattenspieler zu nutzen.

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Ein Raum, oder besser eine ganze Suite für’s Herz war „The Music Room“. Zwei Zimmer voller bestens restaurierter Vintage-Preziosen. Das, was da zu Ohren kam, brauchte sich nicht hinter aktuellem Equipment zu verstecken. Zwei Räume zum Schwelgen!

Ein außerordentlich spannendes Setup gab es bei Aavik, Ansuz und Borresen zu hören. Ein für den riesigen Raum, der sicher Platz für mehr als 300 Personen bot, augenscheinlich viel zu kleines Setup mit einem 2-Wege Lautsprecher frei im Raum auf einem Stativ. Jedoch, das was augenscheinlich nicht funktionieren konnte (zu kleiner Lautsprecher in einem viel zu großen Raum), klang ganz hervorragend. Dieses Phänomen hat uns während der Messe tatsächlich immer wieder beschäftigt und wir habe keinen Reim darauf gefunden. Desshalb wollen wir versuchen, den Dingen auf den Grund gehen.

Einen ganz besonderen Leckerbissen fanden wir bei Dieckmann. Dieckmann hat einen Tangentialen Drehtonarm mit Servosteuerung der Headshell entwickelt, der, laut Aussage des Herstellers, präziser arbeiten soll, als alles vorher Dagewesene. Das Projekt befindet sich derzeit in einem reifen Prototypenstadium und es gibt schon Gespräche mit Interessenten um die Rechte für eine Serienfertigung. Rein mechanisch können wir sagen: Ja, es funktioniert. Wie es klingt, vermögen wir an dieser Stelle leider noch nicht zu sagen.

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Einen außerordentlich ungewöhnlichen Verstärker fanden wir bei AGD. Dabei handelt es sich um einen Gallium Nitrit Schaltverstärker, der in eine (so wie es aussieht KT) Röhre eingebaut ist. Zunächst konnte man das als Spielerei abtun, aber der Klang war betörend schön und die Optik für einen Schaltverstärker einzigartig.

Endow Audio war mit einem, so wie sie es nennen, „Point-Array“ angereist. Dieses Point-Array bestand aus 10 Treibern, davon neun sichtbar und einer unsichtbar plus einem Basslautsprecher. Angesteuert wurde das alles von einem „Analog-Audio Processor“. Dabei handelte es ich aber lediglich um eine ausgelagerte Frequenzweiche. Die Überraschung: Es funktionierte. Ein großer, beinahe Cinemascopeartiger Klang flutete den Raum. Interessant war auch, dass es innerhalb eines sehr großzügigen Sweet-Spots eine echt definierte Soundstage gab.

Klipsch zeigte in Denver seine überarbeitete Heritage-Serie mit neuer Horngeometrie. Direkt wie eh und je, aber tatsächlich einen Tick raffinierter und ausgewogener.

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Ein hochgradig interessantes Setup war im Raum von MC Audiotech zu bestaunen. Obgleich das Frontend von Pass sicherlich nicht von schlechten Eltern war, waren es doch die Lautsprecher, die ins Auge stachen. Der Entwickler Paul W. Paddock (Entwickler des einzigartigen Lineum-Treibers und Inhaber von einer Vielzahl von Patenten rund um das Thema Lautsprecher) zeigte dort einen großen Lautsprecher, bestehend aus einem 10-Teiligen Biegewellenwandler-Element in Verbindung mit einem massiven Ripol-Bass. Das System verströmte ein unerwartetes Maß an Leichtigkeit, leistete sich aber kleine Schwächen bei der Abbildung.

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Ganz nah dran an „Live“ war man bei Thrax (Frontend) und Troy (Lautsprecher). Ein großer Raum und ebenso große Lautsprecher. Das Konzept kreist um einen Altec Koaxial-Treiber plus Horn Superhochtöner und einer Bassergänzung. Die Musik kam lässig, wie aus dem Arm geschüttelt. Selbst bei Live-Pegeln klang nichts angestrengt, oder unangenehm. Großes Lob an diese Vorführung.

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Ausdrücklich erwähnen möchten wir auch Göbel Audio aus Deutschland, die ein wenig mit ihrem Raum zu kämpfen hatten. Abstrahiert man diese kleine Unwucht aber aus dem gehörten raus, gehörte Göbel sicherlich zu den besten Vorführungen der Show.

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Das ungewöhnlichste Setup, weil eigentlich gar kein Setup, gab es bei Andover Audio zu sehen. Draußen, vor deren Zimmer auf dem Flur ein richtig fetter Sound, ging man rein war nichts zu sehen, außer einem Plattenspieler auf einer Art Rack, sonst nichts. Die Lösung: Das Rack war der eigentliche Lautsprecher. Oben ein Rundum-Array und unten ein Subwoofer. Ob es eine gute Idee ist einen Plattenspieler auf einen Lautsprecher zu stellen bleibt dahingestellt. Funktioniert hat es aber tatsächlich großartig. Der Raum glich einer akustischen Täuschung.

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Immer irgendwie nach DIY sieht es bei Wavelength aus. Ein Ionenhochtöner mit Laboranmutung in Verbindung mit einem Lautsprecher, bei dem man den Eindruck bekommt, der Hersteller hat Restposten von Lautsprecherchassis aufgekauft. An eigener Röhrenelektronik klang es aber verblüffend lebendig und ausgewogen.

Innuos zeigte den neuen Re-Clocker „Phoenix USB“, der dem hauseigenen Music Server „Statement“ entstammt. An einem „Zenith“ Musikserver konnte man am Vorher/Nachher-Effekt sehr eindeutig hören, wie wichtig ein sauberer Takt für die Widergabe ist.

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Sonus Faber präsentierte die nagelneue Olympica Nova Serie an einem kompletten Audio Research Frontend. Laut Aussage der Italiener soll die neue Serie sich klanglich eng an die Homage Serie anlehnen. Die Präsentation war jedenfalls beeindruckend … und die Verarbeitung gab bei Sonus Faber ja noch nie einen Anlass zu Kritik.

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Im Vorfeld des Rocky Mountain Audio Festes gab es die Meldung, dass die Kopfhörermesse CanJam, die seit Jahr und Tag Bestandteil des Audio Festes war, nicht mehr mit an Bord ist. Gründe hierzu konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Der Veranstalter stellt ab sofort eine eigene Kopfhörermesse mit Namen „HeadSpace“ auf die Beine. Und siehe da, die Kopfhörerhalle hat schon im ersten Anlauf funktioniert.

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Last but not least gab es einen wirklich interessanten Lautsprecher bei Tekton Design zu sehen (und zu hören). An einem Frontend von Parasound spielte dort etwas, was so aussah, als wäre jemand beim Einbau des Hochtöners durcheinandergekommen. Neben zwei Basslautsprechern waren auf der Front 15 Hochtöner zu sehen?! Des Rätsels Lösung: Jeweils sieben Hochtöner arbeiten in einem kreisförmigen Array oberhalb und unterhalb des eigentlichen Hochtöners als Mitteltöner zusammen. Klingt schräg in der Theorie, hat aber ganz ausgezeichnet funktioniert.

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Das Rocky Mountain Audio Fest ist immer wieder ein Quell, teils abstruser Lösungen, weit abseits des Mainstreams. Das macht es aber so liebenswert. Nicht nur uns hat die Show im neuen Outfit jedenfalls so gut gefallen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werden!

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Wer weiß, vielleicht fliegt nächstes Jahr ja der eine oder andere Leser ja mit über den großen Teich.

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www.audiofest.net

 

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