Avantgarde Acoustic Installation

FIDELITY zu Gast bei … einem Avantgarde Acoustic Fan

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FIDELITY zu Gast bei … Christopher P. am Bodensee, Avantgarde Acoustic Liebhaber

Avantgarde Acoustic, Pegel mit Stil – Es gibt gute, superbe und fantastische Anlagen. Manchmal verzahnen sich alle Variablen aber so perfekt, dass etwas ganz Besonderes entsteht. Bei unserem Leserbesuch in der Schweiz konnten wir ein solches System erleben.

Eine Leidenschaft für Hornsysteme habe er schon immer gehabt, erzählt mir Christopher P.* in munterem Plauderton. Sein erster Lautsprecher sei eine Tannoy gewesen, er wisse gar nicht mehr, welches Modell es war. Die hatte zwar kein Horn, zugegeben, aber immerhin sei das konsequente Koaxialkonzept der Briten außergewöhnlich, und die Box habe sein dringendes Bedürfnis nach Dynamik und Pegelfestigkeit erfüllt. Während unserer Unterhaltung sitzen wir in einem überaus geräumigen Wohnzimmer, dem zentralen Raum eines großen, stilsicher eingerichteten Einfamilienhauses. Es liegt in einer kleinen Siedlung an den Gestaden des Bodensees. Auf den letzten Kilometern meiner Anfahrt führte mich die Straße durch die bereits erstaunlich grüne Hügellandschaft – es ist früher März –, vorbei an kleinen Gehöften und durch urige Dörfchen. Einmal halte ich sogar an, um eine Storchenfamilie auf ihrem hoch aufragenden Baumstumpf mit dem Geklicke meiner Kamera zu belästigen, was sich jedoch als völliger Fehltritt entpuppt: Weder lässt sich Familie Federvieh aus der Ruhe bringen, noch lässt der leicht bewölkte Himmel das Ablichten der ersehnten Postkartenmotive zu.

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Eine langgestreckte Fensterfront flutet das Zimmer mit Licht und gibt den Blick frei auf einen gepflegten Garten nebst abgedecktem Swimmingpool. Der Raum geht vom Wohn- und Hörzimmer L-förmig in einen Essbereich über und mündet schließlich im großzügigen Küchenbereich. In jedem Winkel des Raums entdecke ich zeitgenössische Kunst, großformatige Fotografien sowie Fotokollagen. Aus allen Richtungen blinzeln mich Skulpturen und andere Dekorationen an, die ich allerdings erst später auf meinen Fotos wahrnehme – während unseres Gesprächs haften meine Blicke am beeindruckenden HiFi-System der Familie P.

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Den Kern der kapitalen Anlage bildet ein komplexes Hornsystem um Avantgarde Acoustics Spitzenmodell Trio. Zu der habe ihm eine schicksalhafte Mischung aus Zufall und am Schopf ergriffener Gelegenheit verholfen, wie mir der stolze Hausherr erklärt. Er lebte damals, vor über zwanzig Jahren, mit seiner Frau in der Umgebung von Frankfurt am Main. Gerade wollten sie eine Flugreise antreten, als es geschah: Darüber gestolpert sei er, mit seinen Augen daran hängen geblieben – eine ältere Version seiner jetzigen Box stand dort, auf dem Flughafen, in einem der zahllosen Schaukästen. Wer bereits von Deutschlands größtem Airport in die weite Welt abgehoben ist, dürfte die übermannshohen Glasboxen auf dem Weg zu den Gates kennen. Er hatte das Ausstellungsstück einen Moment lang bewundert, über Erscheinung und schiere Größe des Lautsprechers gestaunt, habe sich dann aber gesputet, um seinen Flug zu erwischen. Der Name Avantgarde Acoustic hatte sich allerdings in seinem Kopf eingebrannt und spukte munter dort herum. Einer jener Fälle, in denen man sich vornimmt, bei Gelegenheit im Internet danach zu stöbern – und wenn man dann Zeit hat, denkt man nicht daran. So musste eben das Schicksal nachhelfen.

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Vom Motorrad in den Hörraum

Parallel zu seiner HiFi-Leidenschaft, die ihn bereits seit frühester Jugend begleitet, ist Herr P. passionierter Motorradfahrer. Auf einer Tour durch den südlichsten Zipfel Hessens kurvte er etwa ein Jahr später durch den Odenwald und stolperte unvermittelt über den Firmennamen auf der Tafel vorm Stammsitz der Hornspezialisten. Der Zufall hatte ihn nach Lautertal geführt, und da es ohnehin an der Zeit für eine Pause war, fuhr er rechts ran, klopfte an die Tür und berichtete im Foyer von seiner Begegnung am Frankfurter Flughafen. Wenige Minuten später fand er sich in voller Bikermontur im Showroom des Herstellers wieder und ließ sich zum ersten Mal den kraftvollen Tonfall der Trio um die Ohren wehen. Nur wenig später – diesen Teil der Geschichte ahnen wir ja bereits – stand sein erstes Hornsystem im damals noch hessischen Eigenheim.
Werbung wirkt, wollen wir an dieser Stelle festhalten. „Das wissen wir natürlich. Trotzdem mussten wir uns aus den Ausstellungskästen des Flughafens verabschieden“, ergänzt Armin Krauss von Avantgarde Acoustic, der ebenfalls bei dem Termin zugegen ist. Die Flughafen AG räumt Ausstellern kein Mitspracherecht mehr bei der Positionierung ihrer Objekte ein, lässt sich etwaige Wunschvorstellungen kostspielig bezahlen. Das sei letztlich untragbar gewesen, und so muss Frankfurts Tor zu Welt heute ohne den verführerischen Blickfang auskommen. Zwischen Herrn P. und Avantgarde Acoustic entwickelte sich derweil eine innige Beziehung, die im Laufe der Jahre durchaus freundschaftliche Züge annahm.

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Der HiFi-Enthusiast war schnell angefixt vom Klang seiner Trio und wollte unbedingt wissen, was da noch geht. Am Anfang lief das Hörnchen im einsamen Solobetrieb an einem Accuphase-Verstärker. Ein hervorragendes System, wie sich Herr P. erinnert, es hat jedoch nicht viel gemeinsam mit der Anlage, die mich nun aus ihren weit aufgezogenen Horntrichtern anblickt. Seine aktuelle Trio „Luxury Edition“ ist über den Umweg der Trio G2 bereits das dritte Modell in seinem Besitz. Hinzu gesellten sich über die Jahre zunächst vier Basshörner, die mittlerweile zum Sextett aufgestockt wurden – ein 2.6-System also. Vor dieser hoch aufgetürmten Basslandschaft (Gesamthöhe um 2,2 Meter) wirken die beiden 167 Zentimeter großen Lautsprecher fast ein wenig zierlich.

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Auch beim Antrieb vertraut Her P. mittlerweile auf Elektronik aus dem Odenwald. Sage und schreibe sechs von Avantgarde Acoustics Mono-Amps (Model 1) treiben die beiden Hörner in schlagkräftiger Tri-Amping-Kooperation an. Als Vorstufe, D/A-Wandler und Zuspieler dienen die herausragenden Komponenten von EMM Labs, die ich zwar kannte, aber noch nie in Aktion erleben konnte. Abgerundet wird die Anlage von Transrotors Fat Bob und einem Sooloos-System, das über seine Netzwerkverbindung mit Servern im Keller des Gebäudes verbunden ist. Die gesamte Anlage wird über eine separate Stromzuführung gespeist. Kurzum: Hier bleibt nichts dem Zufall überlassen.

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Man könnte das System extrem nennen, zumal die Basshörner aktiv sind und ihre Wattleistung von je einem Kilowatt noch hinzuaddieren. Allerdings bevorzugt Herr P. den Begriff Leidenschaft, denn: „HiFi bestimmt unseren Alltag“, erklärt er, während wir uns am Esstisch niederlassen, um eine Käseplatte nebst Wurstsalat in Augenschein zu nehmen, die seine Frau für uns zubereitet hat. Bei der Suche nach ihrem neuen Domizil in der Schweiz war es eine zwingende Voraussetzung, dass die Immobilie klanglich mit der Anlage harmoniert. Das ist den P.s gelungen, wie ich zu diesem Zeitpunkt bereits weiß.

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Freilich fördern derart große Musiksysteme eine gewisse Skepsis in der Umgebung – dass es sich um ein freistehendes Gebäude handelt, ist dabei egal. Es habe sich nie jemand beschwert, berichten mir die P.s, während wir essen. Dann hätten sie die Nachbarn eingeladen, um Kontakte in der neuen Umgebung zu knüpfen. „Kaum wussten die von der großen Anlage, hörten sie abends plötzlich tiefe Bässe“, berichtet Herr P. schmunzelnd, „selbst wenn die Anlage am Vorabend gar nicht an war.“ Allerdings drohe deshalb kein Nachbarschaftsstreit. Zwischen den Eheleuten führt die Extremkette ohnehin nicht zu Konflikten. Beide sind leidenschaftliche Klassikhörer. Sie gehen regelmäßig zu Konzerten, jagen nach neuen Klassik-Veröffentlichungen und verbringen schließlich ganze Abende damit, die neuen Tonträger über ihr unglaubliches HiFi-System anzuhören.

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Orchester in Lebensgröße

Als ich Herrn P. bitte, mir etwas vorzuspielen, greift er allerdings prompt zu Abbey Road von den Beatles. Wir beginnen unseren musikalischen Ausflug mit „Come Together“. Souverän und körperlich greifbar drücken mich die ersten Töne von McCartneys Höfner-Bass in den bequemen Sessel. Die dunkle Textur der ersten Songminute erzeugt über Avantgardes Trio-System eine unglaubliche Spannung, und ich kann geradezu spüren, wie sich die kurzen Delays am Anfang des Titels in der Tiefe des Raums verlieren. Ganz großes Kino. Nach den Beatles legt er Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 2 in der legendären, beinahe überzogen emotionalen Version von Living Voice (1961) auf, die von Leopold Stokowski dirigiert wurde. Ironischerweise gehört dieser Titel auch fest zum Ensemble meines eigenen Hörparcours. Ich entdeckte ihn vor vielen Jahren auf einem Sampler von … genau: Avantgarde Acoustic. Die gefühlvoll langgezogenen Streicher und orchestralen Klänge ziehen mich augenblicklich hinein in einen riesigen Konzertsaal. Ohne jede Spur von Kompression oder Dynamikverlust treibt Herr P. sein System in Pegelsphären, die dem Original in nichts nachstehen.

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Durch einen plötzlichen Impuls komme ich auf die Idee, dass man die sechs Subwoofer ja mal abschalten könnte. Nur um einen Eindruck zu bekommen, wie die Trio im Alleingang tönt. Natürlich klingt das großkalibrige Horn auch ohne die Bass-Booster bereits voll und transparent. Der Kontrast könnte trotzdem kaum größer sein: Nicht nur, dass plötzlich der emotionsgeladene, ja, geradezu markerschütternde untere Frequenzbereich verschwindet, die Darbietung verliert auch merklich an Tiefe und Homogenität. Dieser Eindruck hängt natürlich in hohem Maß von der Umgebung ab. Immerhin müssen die Lautsprecher im Haus der P.s einige Hundert Kubikmeter Luft bedienen. Die Trio ist für sich betrachtet natürlich ein superber Lautsprecher, die sechs Bässe sind hier aber weit mehr als ein reines „Add-on“. Sie entpuppten sich im Verlauf unseres illustren Hörnachmittags als Salz in der Suppe und machten das System für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Alle Details und technische Infos zu den Avantgarde-Hörnern finden Sie auf der Homepage des Herstellers unter www.avantgarde-acoustic.de.

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* Name von der Redaktion geändert

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