Jan Janson Mammoth

Jan Janson Mammoth im Test

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Jan Janson Mammoth – Zwei winzig kleine Klangriesen

Der Jan Janson Mammoth grüßt und ich bin entzückt. Allzuselten passiert das, was mir vor wenigen Tagen widerfuhr: In der Post war ein verdächtig leichtes Päckchen mit zwei verdächtig kleinen Verstärkerchen, die sich nach der Verkabelung mit der Anlage als Klangriesen entpuppten.

Aber der Reihe nach. Auf die Frage des Chefredakteurs zwischen Tür und Angel, ob ich noch Zeit und Lust für einen Phonoverstärker-Test hätte, murmelte ich eine halbherzige Zusage, die ich am Tag danach schon wieder vergessen hatte. Als dann mit etwas Zeitversatz besagtes Päckchen bei mir eintrudelte, blieb es erst einmal ungeöffnet liegen, weil sich das mit dem ausreichenden Zeitpolster bei Journalisten erfahrungsgemäß schnell in Luft auflöst. Hätte ich geahnt, was sich in den kleinen Kartons verbirgt, ich hätte es kaum erwarten können, sie notfalls mit bloßen Händen aufzureißen, um an den Inhalt zu kommen.

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Klanggewalt aus Minikisten

Für feine Ironie war ich übrigens schon immer empfänglich. Zwei Mini-Blechschachteln mit der Gerätebezeichnung „Mammut“ zu versehen, atmet allerdings nicht nur Sinn für Wortwitz. Denn wenn die beiden winzigen Verstärker erst einmal loslegen – der eigentliche „Mammoth“ ist ein von einem kleinen Steckernetzteil gespeister Phonoverstärker für Moving Magnet (MM-)Systeme, der „Mammoth MC“ ein per Mäuseklavier fein anpassbarer Step-up-Transformator für die im Vergleich zu MM ungleich schwächeren Signale von Moving-Coil-Tonabnehmern – reibt sich auch der abgebrühte High-End-Tester erst einmal verwundert die Augen und kratzt sich hinter den Ohren. So viel Klanggewalt aus solchen Minikisten? Na gut, ein Phonoverstärker hat zunächst einmal nicht mehr zu tun als die fragilen Spannungen, die ein Tonabnehmer liefert, auf das Niveau eines Hochpegeleingangs zu hieven und gleichzeitig den aus produktionstechnischen Gründen verbogenen Frequenzgang der aus den Schallplattenrillen extrahierten Schallinformationen wieder gerade zu biegen.

Der Teufel liegt auch hier im Detail. Ich habe im Lauf der Jahre viele gute, aber auch ein Menge ziemlich grausig klingender Phonovorverstärker erleben müssen. Bei den beiden Urzeit-Elephanten, deren Frontplatte aus gebürstetem Aluminium im Verein mit einem sauber Nextel-beschichteten Gehäuse Solidität, aber keinen übermäßigen Luxus-Anspruch signalisiert, haben die Entwickler jedenfalls alles richtig gemacht. Die im Boden des „Mammoth MC“ verborgenen Mikro-Dipschalter gestatten eine sehr feine Anpassung an die Ausgangsimpedanzen auch leiser MCs, die vergoldeten Cinchbuchsen bieten auch massiven Steckern ausreichend Raum.

Die Jan Janson Mammoth müssen sich nicht verstecken

Hat man die beiden Kästchen mit dem Verstärker – für den Test durfte der Vollverstärker Audio Note iZero warmlaufen, der sich hinsichtlich Auflösung und Klangfarben nicht hinter deutlich teureren Mitbewerbern verstecken muss – verkabelt, wobei man gerne auch hochwertige Strippen verwenden darf, dann zünden die beiden Nextel-grauen Rüsseltiere mit der gebürsteten Alufront ein musikalisches Feuerwerk.

Für den Anfang landete Jörg Halubeks erste Folge einer geplanten Gesamtaufnahme des Orgelwerks von Johann Sebastian Bach auf dem Teller meines Clearaudio Innovation Basic. Was das formidable „Jubilee MC“ der Erlanger Analogspezialisten aus den Rillen der 200-Gramm-Scheiben zutage förderte, ist große Kunst. Zählt Jörg Halubek doch zu den Weißen Elefanten in der Historistenszene: ein dezidierter Barockfan, der gleichermaßen als Organist, Cembalist und Dirigent einen guten Ruf hat und dessen Interpretationen von tiefen Einsichten in das Wesen der Werke geprägt werden. Halubeks bewusst auf LP erstveröffentlichte Orgel-Aufnahme bringt ganz viel Raum mit, lebt aber auch von profunden Tiefen und fein ziselierten Höhen. Ein sehr weit gespanntes Spektrum, mit dem das „Mammoth“-Duo nicht die geringsten Probleme hat. Das stimmt in puncto tonaler Balance ebenso wie in Sachen Detailzeichnung.

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Tanzbeinanreger

Ich bleibe noch ein wenig im Barock und lege meine beim Decca-Unterlabel „L‘Oiseau-Lyre“ erschienene Erstauflage der Händel-Arien mit der britischen Sopranistin Emma Kirkby auf. Die feierte in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag. Ihre Händel-Aufnahme stammt freilich aus ihrer wohl fruchtbarsten Phase Mitte der 1980er Jahre und ist das klingende Dokument für das Können einer Ausnahmesängerin, wie es sie wohl in jedem Jahrhundert nur einmal gibt. Mit den „Mammoths“ kommt diese unverwechselbare Stimme exakt so aus den Lautsprechern, wie ich sie im Konzert mehr als einmal erleben konnte. Und doch sind die „Jan Jansons“ keine Akustiklupen, sondern eher Spaßmaschinen, wie sie bei Zuccheros autobiographischem Album „Chocabeck“ unter Beweis stellen. Im Titelstück darf das Schlagzeug klar definiert pochen, die akustische Gitarre von innen heraus leuchten und die Synthesizer ordentlich Druck machen. Dazu knödelt und knurrt Signore Fornaciari so ausdrucksstark wie eh und je – und die Tanzbeine machen sich selbstständig.

Wir meinen

Kleine Kisten – riesiger Preis? Nicht wirklich. Diese Klangpracht gibt es für 1298 Euro (Mammoth) beziehungsweise 998 Euro (Mammoth MC). Gut angelegtes Geld, denn die beiden Scheinzwerge spielen tatsächlich in der Liga der Klangriesen.

Technische Infos

Jan Janson Mammoth/Mammoth MC
Konzept: Phono-Vorverstärker/Step-up-Transformator

Mammoth

Abweichung von der RIAA: maximal +/- 0,1 dB (20 Hz bis 20 kHz)
Bandbreite: 10 Hz bis 100 kHz
Kanaldifferenz: < 0,05 dB (10 Hz bis 50 kHz)
Klirrfaktor: < 0,002 Prozent (bei 1 kHz)
Eingangswiderstand: 47 kOhm
Eingangskapazität: 50 bis 350 pF (in 50-pF-Stufen einstellbar via Dip-Schalter)
Verstärkung: 37 dB / 40 dB / 42 dB / 45 dB (einstellbar)
Übersprechen: < -103 dB
Besonderheiten: Relais-Schutzschaltung, einstellbare Helligkeit der Status-LED
Länge/Breite/Höhe: 185 x 55 x 110 mm

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Garantie: 2 Jahre
Preis: um 1300 Euro

Mammoth MC

Bandbreite: 10 Hz bis 50 kHz (bei -10 dBu)
Verstärkung: Ratio einstellbar – 1:5 (14 dB) / 1:10 (20 dB) / 1:20 (26 dB)
Lastwiderstand: einstellbar, 2,5 Ohm bis 1700 Ohm (abhängig vom Verstärkungsfaktor)
Länge/Breite/Höhe: 185 x 55 x 110 mm

Garantie: 2 Jahre
Preis: um 1000 Euro

Kontakt

Jan Janson
Talent Avenue GmbH
Albert-Einstein-Straße 1
49076 Osnabrück
Telefon: +49 541 97048839

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www.janjanson.de

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