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Arakas Heimkino Leserbesuch

Zu Gast im “Arakas Heimkino”

Ein Mehrkanal-Erlebnis mit dem gewissen Plus an Abbildung

Bitte extrascharf!

Die Akustischen Spiegel von Arakas optimieren die Abbildung am Hörplatz. Das funktioniert im Stereo-Setup und – wie wir lernen durften – im mehrkanaligen Umfeld: Ein Besuch in einem “Arakas Heimkino”.

Arakas bewirbt seine akustischen Spiegel als ultimativen Kick für die berüchtigte „letzte Meile“. Wir können das uneingeschränkt bestätigen. Die Begründung für diese wohlwollende Meinung können Sie im ausführlichen Test des ausgeklügelten Akustikkonzepts nachlesen.

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Arakas Heimkino Leserbesuch
Nicht nur Arakas: Das Heimkino von Herrn S. war bereits nach allen Regeln der Kunst akustisch aufbereitet, ehe André Grunewald Hand anlegte. Im Bild einer der Deckendiffusoren.

Allerdings waren wir bislang davon ausgegangen, dass die Spiegel vor allem im zweikanaligen Einsatz funktionieren. Ein grundlegendes Fehlurteil, das Firmeninhaber André Grunewald gern aufklären wollte. Für seine Gegendarstellung lud er uns zu einem Kunden in der direkten Umgebung der FIDELITY-Redaktion ein. Wir nennen unseren Gastgeber an dieser Stelle einfach Herrn S.

Weg damit …

Bevor wir uns mit den Feinheiten der umwerfenden Heimkinoanlage befassen, sollten wir einen kurzen Ritt durch Aufbau und Konzept der Arakas-Produkte unternehmen.

Räume sind die reinsten Lumpenhunde. Mit ihren unveränderlichen Dimensionsbezügen verursachen Sie Raummoden. Passt eine Voll- oder Halbwelle exakt in die Maße des Zimmers, kann es zu Überhöhungen oder Auslöschungen spezifischer Frequenzen kommen. Die Oberflächen von Wänden, Möbeln und Fenstern sorgen derweil für unregelmäßige Reflexionsmuster. Während die Mitten knochentrocken tönen, können die Höhen flattern und die Bässe endlos nachschwabbeln – oder in beliebiger anderer Reihenfolge.

Arakas Heimkino Leserbesuch
Zwei der Reflektoren “parken” auf den separierten Frequenzweichen der Quadral-Tintanen.

Klassische Akustikmodule mühen sich, Oberflächen zu dämpfen, problembehaftete Frequenzbereiche durch Absorption auszufiltern oder den Nachhall durch gezielte Reflexion (Diffusoren) gleichmäßiger zu verteilen. Gegen Stehende Wellen und Raummoden helfen zuweilen elektronische Maßnahmen, die Betroffene Frequenzen vollständig tilgen. Auch das umrangieren des gesamten Setups kann helfen – getreu dem Motto: Wenn’s hier nicht klingt, probieren wir halt eine andere Abhörposition.

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Fokussieren statt filtern

Das Konzept von André Grunewald unterscheidet sich grundlegend. Der Ingenieur positioniert seine Spiegel bzw. Reflektoren so auf Lautsprechern und an neuralgischen Punkten im Raum, dass der Hörer deutlich mehr Direktschall abbekommt. Unser Gehör ist ein pfiffiges Instrument: Wir sind fähig, Direktschall vom Nachhall zu differenzieren. Wird der Direktschall dominanter und der Nachhall zeitlich klar abgekoppelt (also verzögert), konzentriert sich unser Denkknochen auf das eigentliche Signal. Die Raumprobleme bleiben, sie verlieren in unserer Wahrnehmung aber deutlich an Relevanz.

Arakas Heimkino Leserbesuch
Zielhilfe: Zur einfacheren Ausrichtung lassen sich Laserpointer an den Arakas-Modulen befestigen.

Ein freudiger Nebeneffekt dieser Fokussierung ist, dass die Spiegel die Abbildung schärfen oder bewusst zerstreuen können. Richtet man die Arakas-Tools direkt auf den Hörplatz aus, erscheinen die akustischen Ereignisse einer Aufnahme extrem plastisch und genau dort, wo Künstler und Toningenieur sie haben wollten. Alternativ lassen sich die Spiegel auch so ausrichten, dass sie eine breitere Fläche beziehungsweise mehr Sitzplätze gleichmäßiger ausleuchten.

Zurück ins Arakas Heimkino

Letzteres  wäre in einem Kino eigentlich angebracht. Im Keller von Herrn S. erlebe ich allerdings die erste Variante: Einige Minuten, nachdem ich in dem Wohnhaus in der Münchener Peripherie eingetroffen bin, spielt mir der stolze Besitzer Alison Krauss‘ „Maybe“ vor (Forget about it). Für einige Momente nimmt eine sanft gezupfte Akustikgitarre die Bühne ein, ehe die Stimme der Sängerin präsent, groß und scharf umrissen in der Mitte zwischen den beiden modifizierten Quadral Titan erscheint. Direkt danach hören wir Jennifer Wares‘ „Lights of Lousianne“ (The Hunter) und auch hier erstaunt mich die Klarheit des Kontrasts: Während Gitarre und Bass die volle Breite der Bühne vereinnahmen, steht die Sängerin mit realistischem Größenbezug gestochen scharf im Zentrum.

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Scharfmacher: Die “Akustischen Spiegel” lenken mehr Direktschall zum Hörplatz und bewirken spürbar mehr Plastizität.

Bislang haben wir nur zweikanalig gehört. Es arbeiten ausschließlich die beiden Titan. Um uns vorzuführen, wie beeindruckend die Raumklangabstimmung auch beim 360-Grad-Sound funktioniert, spielt uns der Eigentümer Yellos „Rush for Joe“ vor (Point). Soundeffekte, Percussions, Bläser und ein E-Piano schwirren durch den Raum. Dann und wann ertönt ein Synthie-Effekt direkt über mir oder wandert vom einen Ende des Raums zum anderen.

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Man kann von Surround-Abmischungen dieser Art halten, was man mag. Tatsache bleibt, dass all das Flirren, Zwitschern und Wandern hervorragend zum quirligen-verschmitzten Charakter des Songs passt. Vor allem die Percussions und die gelegentlichen scharfen Effektsounds bohren sich ins Gehör und erhalten dadurch eine fast schon erschreckende Prägnanz. Kurzum: Ich hatte selten so viel Spaß mit Yello.

Nichts von der Stange

Nach diesen Höreindrücken ergibt sich die Gelegenheit, über die Anlage zu sprechen. Im Zentrum des Systems steht eine AV-Prozessorvorstufe aus Marantz smarter 8000er-Familie, die modifizierte Endverstärker von Advance Paris ansteuert. Hinzu kommen Power Supplies, Scaler sowie ein BD-Spieler von Oppo, der gleichzeitig als Streamer fungiert. Die Komponenten wurden vom AV-Profi Cinemike  zusammengestellt und überarbeitet. Zu den zahllosen Optimierungen zählt unter anderem, dass die Aachener Tüftler die Frequenzweichen der beiden Titan in separate Gehäuse schnürten, was sie von Vibrationen und Resonanzen der Gehäuse entkoppelt.

Die Verkabelung des gesamten Systems tauschte der Eigentümer kurz vor unserem Termin durch “gehobene” Strippen der Marke AudioQuest. Einen Vergleich zur alten Verkabelung können wir natürlich nicht anstellen, der Effekt sei jedoch “einschneidend” gewesen, wie mir S. erklärte.

Arakas Heimkino Leserbesuch
Leicht versetzt: Der vordere linke Platz befindet sich im Zentrum des Geschehens. Um Raum für die Kette zu schaffen, musste die Sitzreihe nach Rechts ausweichen.

Die Anlage wird übrigens nicht nur privat genutzt. Unser Gastgeber ist in der Filmproduktion tätig, das Kino dient zur Überprüfung der Produktionen und kommt bei der Abnahme durch die Auftraggeber zum Einsatz. Kein Wunder also, dass es im sich im reinsten Sinn des Wortes um ein “Referenz-Kino” handelt.

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Arakas auf den Boxen, an den Wänden und im Versteck …

André Grunewald kam erst relativ spät hinzu. Nach kurzer Klärung der Zielsetzungen und Erwartungen des Eigentümers integrierte er insgesamt acht Akustische Spiegel in den Raum: Je zwei runde Reflektoren auf den Lautsprechern sowie vier eckige auf den extrahierten Weichen und den rückwärtigen Kanälen. Ein weiteres Paar befindet sich unsichtbar hinter den Stoffbespannungen der Seitenwände. Alle Elemente zielen auf den zentralen Hörplatz, der sich links in der vorderen Sitzreihe befindet.

Arakas Heimkino Leserbesuch
André Grunewald erläuterte uns die Finessen seiner Arakas Heimkino Abstimmung.

Zuletzt erweiterte Grunewald das System um seinen neuen Bass Transformer. Die beiden Trommeln sind in den Zimmerecken verschraubt und nehmen mit ihren seitlichen Öffnungen tieffrequente Energie auf. Die Schallwellen laufen spiralförmig durch die “Trommeln” und werden durch zwei Horntrichter nach oben und unten wieder ausgestrahlt. Wichtig für das Verständnis des Transformers ist, dass er nichts absorbiert, abschwächt oder verstärkt. Die verstellbaren Hörner sorgen lediglich für eine “Neuausrichtung” der Bassenergie im Raum. Sie sorgen dafür, dass der gesamte Raum gleichmäßiger ausgeleuchtet wird. Bei deutlich geringerem Aufwand erzielt das Arakas-Konzept so einen Effekt, der sich sonst nur mit mehreren Subwoofern erreichen lässt.

Arakas Heimkino Leserbesuch
Die Horntrichter der Bass Transformer lassen sich nach Bedarf ausrichten.

Schneller Wechsel

Das Arakas-Setup hat einen entscheidenden Vorteil: Die extreme Fokussierung auf den zentralen Hörplatz lässt sich mit wenigen Handgriffen “abstellen”. S. muss dafür nichts weiter tun, als die Reflektoren wegzuräumen oder aufs Gesicht zu legen. Schon erlebt er wieder den Original-Klang, wie er seinerzeit von den Cinemike-Planern vorgesehen wurde. Da Grunewald zu allen Reflektoren abnehmbare Skalen mitliefert, auf denen sich die perfekte Position und Ausrichtung notieren lässt, lässt sich das Arakas-Setup später ohne Abstriche rekonstruieren.

Die Frage lautet natürlich: Warum sollte er das tun? Wer die würzige Schärfe im Arakas Heimkino einmal erlebt hat, kommt vermutlich nicht auf die Idee, die Reflektoren wieder zu entfernen …

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www.arakas.de

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