Audio Note AN-K/SPx SE

Audio Note AN-K/SPx SE

Nur noch um die Musik kümmern

Audio Note AN-K/SPx SE – Nur noch um die Musik kümmern

Ein kleiner geschlossener Lautsprecher sollte eigentlich alle Probleme lösen. Aber falsch gedacht: Mit der Audio Note AN-K/SPx SE fangen sie erst richtig an. Zum Glück.

Audio Note AN-K/SPx SE

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In aller Kürze

Leicht ist es nicht, diese Lautsprecher auf den Punkt zu bringen. Wenn aber alles stimmt, bleiben kaum noch Fragen offen.

Audio Note AN-K/SPx SE Navigator


Schon wieder Audio Note? Schon wieder diese eigenwilligen Geräte mit ihrem philosophischen Überbau, kräftigen Preisschildern und schier endloser Produktliste? Ja, unbedingt. Und ich kann Ihnen auch ziemlich leicht erzählen, warum das so ist: Viele von uns fangen meistens schon zu Studienzeiten mit einer kleinen, erschwinglichen Anlage an und gönnen sich nach langer Suche in den örtlichen HiFi Läden ein Setup, dem das Konto gerade noch so zustimmt. Man hört daraufhin voller Begeisterung, findet oft Gleichgesinnte, und eigentlich könnte die Geschichte hier ihr glückliches Ende finden – zufrieden mit einer schönen Anlage im Reich der Musik verloren.

Audio Note AN-K/SPx SE
Es muss nicht immer Hightech sein: Dank perfekter Zutaten und wohldosierter Abschmeckung klingt die AN-K mit ihrem klassischen „Kisten-Design“ herausragend gut – wenn man sich die Zeit und Sorgfalt nimmt, ihr den korrekten Platz zuzuweisen. Selten hatten wir einen Lautsprecher im Hörraum, der sensibler auf seine Positionierung reagiert.

Dummerweise sind wir notorisch unzufrieden. Und lassen uns immer wieder auf falsche Fährten locken. Denn irgendwann hören wir irgendwo eine Anlage, die irgendetwas besser kann. Beispielsweise den Hochton feiner auflösen oder tiefer und knackiger im Bass agieren. Und dann geht es – wenn wir nicht besonders stark oder besonders finanzschwach sind – los. Vielleicht zuerst ein Kabel, um noch ein paar Details zu richten, die leichte Droge sozusagen. Danach jedoch nimmt das Unheil seinen Lauf. Verstärker, Quellen und Lautsprecher werden in wilder Reihenfolge, nicht selten von aktuellen Testergebnissen inspiriert, ausgetauscht und neu kombiniert. Denn irgendwann muss es doch einmal gut werden und diese wunderbare Zufriedenheit, die wir ganz zu Beginn, direkt nach dem Kauf der ersten, kleinen Anlage verspürten, wieder zu uns zurückkommen. Denn eigentlich ist es genau dieser Frieden, den wir suchen.

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Audio Note AN-K/SPx SE
Der „Silberrücken“ – andere nennen es Terminal – lässt das Konzept der AN-K erahnen: In ihrer SPx-Variante ist die Box vollständig mit hochreinem Silber verdrahtet. Das gilt auch für die Lötkontakte aller Treiber und für die Schraubklemmen des Anschlussfelds.

Was auf dieser Suche sehr oft übersehen wird, ist, dass es beim Genießen und Empfinden von Musik nicht auf Daten und technische Bestleistungen ankommt – sonst hätten wir alle eine Studioabhöre zu Hause und würden keine weiteren Fragen stellen. Nein, für manche mag das genau der Weg sein, anderen hingegen sagt dieser Art der Musikübertragung nichts. Und das ist – um es noch einmal klarzustellen – nicht zu bewerten. Gut ist, was wirkt. Und daher ist die Anlage, die bei mir Emotionen hervorruft, die richtige.

Audio Note AN-K/SPx SE
Die AN-K werden idealerweise mit Knetkügelchen fixiert – aufsetzen, einmal fest andrücken, alles super!

Auf dieser wilden Suche verlieren wir uns allzu oft im Dickicht der Möglichkeiten und stolpern dabei über den Umstand, dass es in unserer HiFi-Welt keine genormten Standards gibt. Ob zwei Geräte wirklich zueinander passen, bleibt dem Zufall überlassen, und somit hängt unser Glück an einem seidenen Faden. Denn auch nur ein falsches Kabel kann diese koinzidente Passung zerstören, schon gerät die ganze Anlage aus dem Gleichgewicht, obwohl wir doch alles richtig gemacht haben und nur beste Komponenten kombinierten. Firmen, die einen vollständigen Kettengedanken pflegen, bieten einen Ausweg aus diesem Dilemma – wenn man denn klanglich mit der Ausrichtung eines dieser Hersteller konform geht. Auch Naim, Linn, T+A oder MBL betreiben diese Politik schon lange, und ich habe nur wenige Menschen erlebt, die aus diesem jeweiligen Kosmos ausbrachen. In der Regel aber nur, um kurze Zeit später reumütig zurückzukehren.

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Kettengedanke: Wirklich optimal funktioniert die AN-K im Verbund mit Audio Note-Komponenten bis hin zu den passenden (Reinsilber-)Lautsprecherkabeln. Unsere Ausführung des AN-SPx-Kabels war passend zu den Terminals auch gleich als Y-Adapter ausgelegt.

Der Vorteil vieler dieser Firmen ist es, und damit kommen wir zu Audio Note zurück, dass auch schon die Einstiegsofferten sehr vollständig und beglückend klingen können. Dazu bringen sie natürlich die Idee, die hinter der klanglichen Abstimmung der jeweiligen Referenzanlagen steht, für vergleichsweise kleines Geld ins Wohnzimmer. Die kleine Zero-Kette (Einen Test finden Sie hier) hat es bei uns vor wenigen Monaten unter Beweis gestellt. Und soll es dann doch einmal mehr sein, so muss man nicht lange suchen, orientiert sich im Portfolio einfach etwas weiter oben und wird glücklich – denn passen wird es auf alle Fälle.

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Bei der AN-K/SPx SE handelt es sich um eine kleine und geschlossene Kiste, die in Österreich wirklich traumschön aus Birkensperrholz gebaut und mit Komponenten aus England bestückt wird. Der Kunde, zu dem ein solcher Lautsprecher passt, hört in einem eher kleinen Raum Musik, möchte aber keine Abstriche in der Qualität machen, weshalb man uns auch das Topmodell schickte, in dem auch das sündteure SPx (hochreines Silber) als Innenverkabelung Verwendung findet. Der Hochtöner ist altbekannt, auch der Tiefmitteltöner ist ein AN-Standard, wird in der AN-K wegen des geschlossenen Gehäuses allerdings nur mit Papiermembran angeboten.

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Audio Note AN-K/SPx SE
Wirkt einfach, funktioniert aber herausragend gut: Die passenden Ständer (um 900 €/Paar) sind mit einfach justierbaren Füßen ausgestattet und wiegen ein Vielfaches der Lautsprecher selbst.

Die Bedienungsanleitung von Audio Note macht sehr deutlich klar, wo die Lautsprecher zu stehen haben: in den Zimmerecken. Vielleicht noch etwas von den Seiten weggerückt, aber auf jeden Fall dicht an der Rückwand. Und dicht bedeutet in diesem Fall, dass die Boxen die Rückwand gerade nicht berühren sollen. Wir setzen uns darüber hinweg und stellen die Boxen an der markierten Stelle auf, die bei den meisten Lautsprechern ziemlich gut funktioniert. Hier allerdings nicht. Das Klangbild kommt fühlbar matt und lustlos daher. Alles ist zwar irgendwie da, allerdings gerät man nicht zu sehr in Versuchung, länger zuzuhören. Nach einigem Herumprobieren landen wir schließlich doch da, wo die AN-K stehen sollen, und plötzlich reden wir von einem komplett anderen Lautsprecher. Und das ist jetzt keine rhetorische Figur, um etwas mehr Spannung im Text zu erzeugen. Wir haben selten einen Lautsprecher erlebt, bei dem die Aufstellung dermaßen stark ins Gewicht fällt, wo wenige Zentimeter über Wohl und Wehe entscheiden. Letztlich stehen sie an der Rückwand, nicht ganz in den Ecken, die Achsen kreuzen sich einen guten halben Meter vor dem Hörplatz. Was man den Lautsprechern als Zickigkeit auslegen könnte, ist gleichzeitig auch eine Hilfe. Denn die Audio Notes machen die Suche nach der richtigen Position aufgrund ihres überaus klaren Feedbacks zum Kinderspiel.

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Um die wahre Klasse der „kleinen“ AN-K SPx SE einordnen zu können, bot uns der deutsche Vertrieb den Vollverstärker Ongaku als Spielpartner an. Wir wären verrückt, wenn wir das nicht angenommen hätten: Das Großkaliber (Preisklasse etwa 130k) zählt zu den spielfreudigsten, seidigsten und transparentesten Vollverstärkern, die man sich in die Kette holen kann.

Ähnliches erleben wir, als wir den passenden Verstärker suchen. Einige Referenzen geben sich die Kabel in die Hand, ohne wirklich punkten zu können. Alles ist irgendwie okay, aber auch nur irgendwie. Zuletzt schließen wir den mitgelieferten Audio-Note-Vollverstärker – in unserem Fall ein „dezent übermotorisierter“ Ongaku – an (Einen Test finden Sie hier), und schon wieder ist die Sache so klar, dass sich jede Diskussion erübrigt. Der Kettengedanke geht so unfassbar klar auf, dass sich eigentlich jede Kombination mit einem anderen Produkt verbietet.

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Nachdem also die Voraussetzungen für glückliches Hören geschaffen sind, kann es losgehen, und alle anwesenden Mitglieder der Redaktion, die immer mal wieder auf ein Ohr hereinkommen, schwelgen sofort in diesem eigentümlichen Audio-Note-Klang, der zwar technisch irgendwie stimmt, bei dem es aber um etwas völlig anderes geht. Keiner der Hörer diskutierte über Sitzordnungen im Orchester, die Breite und Tiefe der Abbildung (alles vorhanden) oder die Qualität der Darstellung feinst ziselierender Streicher (kann sie auch). Stattdessen kommen nach ruhigem Lauschen Kommentare wie: „Wow, konnte die singen!“ (Ella Fitzgerald), „Diese Streicher sind schon der Hammer …“ (Wiener Philharmoniker, DGG Tulip) oder „Dieser Klang fasst einen sofort an, Gänsehaut!“ (Mendelssohn auf Decca SXL). Dennoch erwarten Sie jetzt sicher, dass ich Ihnen irgendwie beschreibe, wie genau sich das alles anhört: Die Bässe sind durchaus kräftig, die Rückwand hilft hier sicherlich. Das geschlossene Gehäuse sorgt für Kontur und auch für ziemlich klare Mitten, die nicht so warm und sonor erscheinen wie bei anderen britischen Traditionslautsprechern. Stattdessen agiert die AN-K hier eher auf der trockenen Seite und hält sich auch in den Höhen nicht britisch vornehm zurück, sondern sagt klar, was Sache ist.

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Audio Note AN-K/SPx SE

Die Breite der Abbildung geht durchaus über die Aufstellungsbreite hinaus. Verblüffend ist aber die Tiefe, die angesichts der vorhandenen Wand gar nicht sein kann. Hierbei ist es immer wieder faszinierend, wie mühelos die Audio-Note-Kombi ein Ensemble im Raum verteilen und dann Ella Fitzgerald sauber davorstellen kann. Mitten in den Raum. Präsent, körperhaft, fast greifbar.

Audio Note AN-K/SPx SE
Je unaufgeregter die Aufnahmetechnik war, umso stärker tritt dieser Effekt zutage. Moderne Aufnahmen mit sehr vielen Mikrofonen und komplexer Mixarbeit klingen etwas sachlicher, eventuell flacher. Kaum kommt dann aber eine Stimme in den Vordergrund (Tristan und Isolde, Thielemann, DGG) stürzen sich die AN-Komponenten auf diese Information, um sie, ausgestattet mit Schmelz und Kraft, weit vorne im Raum zu platzieren und uns eine Gänsehaut zu verschaffen.

Es könnte sich durchaus lohnen, in eine solche Anlage einmal reinzuhören. Denn vielleicht trifft es genau Ihren Geschmack. Dann haben Sie das große Glück, sich in Zukunft nur noch um die Musik kümmern zu müssen.

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Info

Lautsprecher Audio Note AN-K SPx SE
Konzept: 2-Wege-Lautsprecher
Gehäuse: Birkenmultiplex, geschlossen
Bestückung: 19-mm-Seidenhochtöner, 8″-Tieftöner mit Papiermembran
Weiche: 6-dB-Frequenzweiche mit Reinsilber-Luftspulen
Impedanz: 6 Ω
Belastbarkeit: min. 7 W, max. 150 W
Besonderheiten: SPx-Silber-Innenverkabelung
Ausführungen: 20 Echtholzfurniere in Satinfinish, 16 Echtholzfurniere in Hochglanz
Zubehör: passende AN-Ständer (Paarpreis um 900 €)
Maße (B/H/T): 47/28/19 cm
Gewicht 11 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Paarpreis: um 13 978 €

Kontakt

Audio Note Deutschland
Max-Planck-Straße 6
85609 Aschheim
Telefon +49 5194 5050599

www.audionote-deutschland.de

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