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Audio Physic Spark

Audio Physic Spark

Ein Funke, der ein akustisches Feuerwerk zündet

Audio Physic Spark – Ein Funke, der ein akustisches Feuerwerk zündet

Mit ihren hochglänzenden schwarzen Glasoberflächen und den zackigen Winkeln erscheinen die Audio Physic Spark wie kristallartige schwarze Monolithen, die aus den Tiefen des Alls in meinem Wohnzimmer gelandet sind.

Audio Physic Spark

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In aller Kürze:
Die Tugenden der Großen im Kleinformat: Die Audio Physic Spark zeichnet sich durch eine Spielfreude und Detailabbildung der Extraklasse aus – allerdings verlangt sie auch ein wenig Mühe beim Aufstellen.

Audio Physic Spark


Die Geschäftsführung der seit 35 Jahren im sauerländischen Brilon beheimateten Firma Audio Physic wurde kürzlich von Thomas Saheicha übernommen. Manfred Diestertich ist bereits seit über zwei Jahrzehnten für die Forschung und Entwicklung der Lautsprecher zuständig. Zu unserem aktuellen Testobjekt befragt, erzählt er, dass die Entwicklung der Spark eigentlich gar nicht vorgesehen war. Vielmehr entstand die Idee für diesen Lautsprecher aus seinem persönlichen Interesse. Er wollte mit den besten Zutaten des Audio-Physic-Baukastens einen kompakten Schallwandler entwickeln, der auch in kleineren Räumen die Performance seiner Spitzenmodelle erreicht. Dass dabei auf die unterste Oktave und den ultimativen Druck im Bassbereich verzichtet werden muss, ist offensichtlich und für das vorgesehene Habitat der Spark nur von Vorteil. Als Bewohner eines durch geräuschempfindliche Nachbarn bedrohten Apartments mit mäßig großem Hörraum interessierte mich die Spark daher besonders – beste Voraussetzungen also für den Test.

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Um ein vibrationsarmes Gehäuse zu konstruieren, setzt Diestertich nicht auf dicke und schwere Gehäusematerialien, die zwar den Schwingungen ihre Masse entgegensetzen, jedoch diese eben aufgrund ihrer Masse auch langsamer abklingen lassen. Die Außenwände der Spark bestehen aus einer Wabenkonstruktion, die über eine elastische Masse mit der äußeren Glasplatte verbunden wird. So entsteht ein steifes und resonanzarmes Sandwich-Element. Hochfester Keramikschaum, der aufgrund seiner hohen Porosität wenig Nettovolumen beansprucht, vereint zwei Funktionen in einem Bauteil: Dämpfung/Diffusion von Luftschallresonanzen und Aussteifung des Gehäuses.

Die Chassis sind allesamt Eigenentwicklungen und, so Diestertich, hauptverantwortlich für die Klangeigenschaften. In dem 39-Millimeter-Konushochtöner HHCT III, dem 150-Millimeter-Mitteltöner HHCM SL und dem 180-Millimeter-Double-Surround-Tieftöner arbeiten mit spezieller Keramik beschichtete Aluminiummembranen. Die Doppelkorb-Konstruktionen kommen ohne Zentrierspinnen aus, die Membranen reagieren deshalb besonders schnell, der Transfer von Vibrationen wird unterbunden. In der immerhin fast 40 000 Euro schweren Cardeas, dem Flaggschiff der Reference Line, werden die (fast) gleichen Treiber verwendet.

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Auch bei dem oben auf der Rückseite austretenden Bassreflexport, der von einem filigranen Schutzgitter abgedeckt wird, kommt Keramikschaum zum Einsatz, um Strömungsgeräusche und Resonanzen zu verhindern. Das Gesamtpaket dieser Maßnahmen benennt Audio Physic etwas markig „PowerTrain“-Technologie. Nach der gleichen Maxime, die Signale möglichst verlustfrei durchzureichen, ist auch die Frequenzweiche aufgebaut. Die Übergangsfrequenzen liegen bei 200 und 2800 Hertz, sodass der Mitteltöner solitär für den akustisch wesentlichen Bereich zuständig ist. Die Bauteile der Weiche sind von hoher Qualität, besonders relevante Kondensatoren werden speziell für Audio Physic hergestellt. Sie beinhalten zum Teil geschäumtes Kupfer, das auch an einigen Kontaktstellen zum Einsatz kommt. Laut Diestertich lassen sich die Unterschiede messtechnisch nicht verifizieren, der positive Einfluss auf den Klang sei aber eindeutig. Hochwertige AudioQuest-Innenverkabelung und das WBT-Terminal der neuesten PlasmaProtect-Generation runden das Bild der exquisiten Zutaten ab.

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Kommen wir zu den Ständern: Die Kopfplatte der Sherpa M wird von zwei mit Sand befüllbaren Alu-Rohren getragen. Die Bodenplatte besteht aus schwarzem gehärtetem Glas, der Kontakt zum Fußboden wird mit speziell angepassten Entkopplungsfüßen hergestellt. Die Montage wirft keinerlei Fragen auf, über innen liegende Gewindestangen werden die Elemente miteinander verschraubt. Auf die Befüllung der Rohre mit Sand habe ich aufgrund der weiteren Transportwege verzichtet, was sich aber im Verlauf des Tests als unvorteilhaft herausstellen sollte.

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Obwohl alle Audio-Physic-Lautsprecher vor der Endkontrolle etwas eingespielt werden, würden sie noch einige Stunden Einspielzeit benötigen, um ihr volles Potenzial zu zeigen, so Thomas Saheicha. Und er sollte recht behalten.

Auf der Website werden „einzigartig dynamische Klänge und eine beeindruckende, fast schon greifbare räumliche Tiefe und Breite“ versprochen. Eine markante Aussage, deren Wahrheitsgehalt sich aber schon nach den ersten Tönen andeutete. Die Musik wurde mit einer Plastizität in den Raum gestellt, die ich so in meinem Hörraum noch nicht erlebt habe. Allein dem Hochtonbereich fehlte anfangs etwas Geschmeidigkeit, der Tiefbassbereich spielte je nach Musikmaterial leicht unausgewogen. Nach einigen Tagen Warmspielen und Feinabstimmung der Position spielte alles auf den Punkt. Nur mit der Tieftonperformance war ich noch nicht zufrieden. Ich machte die auftretenden Moden, die trotz der installierten Absorber in meinem Hörraum bisweilen für Ungemach im Bassbereich sorgten, hierfür verantwortlich und begann einen tagelangen Verschiebemarathon, der aber nur in Teilbereichen Erfolge zeigte. Eine erstaunliche Erkenntnis war Nebenprodukt dieser Schiebereien: Auch bei wandnaher Aufstellung brach die räumliche Darstellung nicht zusammen. Das ist wirklich außergewöhnlich und bei beschränkter Raumgröße ein immenser Vorteil. (Natürlich verbessert sich trotzdem auch bei der Spark die Abbildungsfähigkeit bei größerem Wandabstand.)

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Audio Physic Spark

Während eines Gesprächs mit Manfred Diestertich kam der Verdacht, dass die nicht befüllten Ständer, deren Absorberfüße auf dem recht dicken Teppich zudem in ihrer Funktion gehemmt werden, die Ursache sein könnten. Also stellte ich die Spark auf meine eigenen Ständer mit ähnlichen Dimensionen. Diese, mit einem Gemisch aus feuergetrocknetem Sand und Blähton gefüllt, bohrten ihre Spikes gnadenlos durch den dicken Teppich, sodass die Lautsprecher nun festen Stand fanden. Die im Sprachgebrauch mittlerweile übertrieben gewordene Nutzung von Superlativen ist mir zuwider, doch ich kann nicht umhin, die Klangperformance, die sich jetzt in meinem Hörraum einstellte, als sensationell zu bezeichnen!

Schon während der Einspiel-/Experimentierphase fielen mir allerlei faszinierende Eigenschaften der Spark auf, die sich nun zu einem perfekten Ganzen zusammenfügen. Einzelne Schallereignisse sind gestochen scharf zu lokalisieren, auch in der Höhe! Während die Stimme bzw. das Soloinstrument freigeschält an definierter Stelle auf der Bühne platziert wird, werden die musikalischen Ebenen im Hintergrund in differenzierten Layern dargestellt. Dank der beeindruckenden Auflösung und der feindynamischen Fähigkeiten der Spark lassen sich auch leise Klangstrukturen ohne Anstrengung verfolgen. Die natürlichen, überaus klaren Klangfarben begeistern mich bei jeder Aufnahme. Sogar an den Frequenzbandenden behalten die Instrumente ihre Obertonstruktur. Kontrabässe schnurren und grunzen herrlich, die Kickdrum spielt federnd mit Druck und Punch, harte Beckenschläge behalten ihre Schärfe ohne artifizielle Rauheit. Die charakteristischen Merkmale von Stimmen werden deutlich herausgearbeitet, was zu einer superben Sprachverständlichkeit führt und ermöglicht, einzelne Stimmen im Chorgefüge zu verfolgen.

Bildergalerie
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Auf der CD Misty, einem Reissue des Labels Three Blind Mice, swingt das Tsuyoshi Yamamoto Trio, was das Zeug hält. Das dynamisch gespielte Piano wird mit seiner ganzen Wucht wiedergegeben, ohne das feine Ausschwingen der Saiten zu überdecken. Der Walking Bass treibt locker den Rhythmus an, die Griffbrettgeräusche ergänzen dezent den Groove. Die Besenarbeit des Schlagzeugers klingt fein und trotzdem durchsetzungsfähig, die Bassdrum macht physisch erfahrbar auf sich aufmerksam. Ein Piano-Trio live im Wohnzimmer.

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Hin und wieder möchten meine Gehörgänge mit ungewöhnlicheren Tönen erfrischt werden. Hierzu eignet sich bestens das 2001 live in der Carnegie Hall aufgenommene Konzert von Anoushka Shankar. Ihre virtuos gespielte Sitar hat eine unglaubliche Klangfarbenvielfalt und Dynamik, die für jegliche HiFi-Komponenten eine Herausforderung ist. Und falls sie dieser nicht gewachsen sind, wird dem Zuhörer der Zugang zu dieser Musik erschwert. Die Spark lässt das Instrument in aller Pracht erstrahlen, die Klangfarben werden nuanciert wiedergegeben und die sich in den Stücken steigernde Intensität wird überzeugend transportiert. Die Tablas, glucksend lang ausschwingend oder hart und schnell geschlagen, bleiben im Gewirbel der Saitenklänge immer deutlich. Selbst die gleichmäßig im Hintergrund spielende bundlose Tanpura ist klar zu hören.

Audio Physic Spark

Auch weniger gute Produktionen offenbarten nicht vermutete Qualitäten. Nachdem mir passend zum Wetter Stevie Wonders „Master Blaster“ (von Hotter Than July auf Vinyl) den Schweiß von der Stirn geblasen hatte, lauschte ich noch dem Anfang von „Do Like You“ mit einem räumlich aufgenommenen Kinderdialog. Mein Eindruck: Das erste Kind befand sich offensichtlich zwei Meter links und einen halben Meter hinter mir, das zweite Kind einen Meter rechts neben und hinter dem rechten Lautsprecher. Ich spitzte meine Ohren, zog die rechte Augenbraue hoch und dachte: „Faszinierend“!

Beiläufig zu hören gelang mir nicht, die Audio Physic Spark lenkt die Aufmerksamkeit zwingend auf die Musik.

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Annähernd vergleichbare Kompaktlautsprecher, auch in Preiskassen weit darüber, sind mir nicht bekannt. Die Spark ist ein Beispiel, wie ohne preistreibende und marketingrelevante Materialien wie Beryllium, Diamant etc. ein State-of-the-Art-Lautsprecher entstehen kann. Die mit Rosenholz furnierte Spark gefällt mir außerordentlich. Drop Dead Gorgeous!

Audio Physic Spark

Technische Daten

Audio Physic Spark

Konzept: 3-Wege-Kompaktlautsprecher im Bassreflexgehäuse
Bestückung: Hochtöner HHCT III (39 mm), Mitteltöner HHCM SL (150 mm), Tieftöner Double Surround (180 mm)
Empfohlene Verstärkerleistung: 30 bis 180 W
Impedanz: 4 Ω
Frequenzgang: 40 Hz bis 40 kHz
Wirkungsgrad: 88 dB
Zubehör: schwarze Glasblende im Lieferumfang, Ständer optional (Paarpreis um 500 €)
Ausführungen: Schwarz, Weiß, jeweils mit Glasoberfläche, diverse Furniere (ab 7000 €)
Gewicht: 18 kg
Maße (B/H/T): 20/48/37 cm
Garantiezeit: 5 Jahre
Paarpreis: um 6400 € (Schwarz/Weiß)

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Kontakt

Audio Physic GmbH
Almerfeldweg 38
59929 Brilon
Telefon +49 2961 96170
info@audiophysic.com
www.audiophysic.com

Mitspieler

Plattenspieler: TW Acustic Raven GT2 mit Tonarm Raven 10.5″, Excalibur Platinum, Clearaudio Talisman V2 Gold, Clearaudio Jubilee MC
Verstärker: Electrocompaniet ECP2 MK II, Electrocompaniet EC 4.8, Electrocompaniet EC AW250R
Lautsprecher: KEF Reference 1
Stromversorgung, Kabel: IsoTek Aquarius, Syncro und Optimum; AudioQuest NRG-Z3 und Yukon; Cardas Phono Cygnus und Clear Beyond; Kimber 8TC 2x Bi-Wire; WBT
Zubehör: Sonic Voice Classic Plattentellerauflage, TW Turntable Mat, bFly Octopus Nessie Vinylmaster

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