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Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

Das Prinzip des Sowohl-als-auch

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0 – Das Prinzip des Sowohl-als-auch

Klangliche Performance oder stilsichere Wohnraumfreundlichkeit? Bassocontinuo gibt mit dem Zen Line Itabashi 3.0 eine kühne Antwort auf diese uralte Highender-Frage: Beides!

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

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In aller Kürze

Bassocontinuo beweist mit der Zen Line eindrucksvoll, dass man sein HiFi-Setup stilsicher ins Wohnzimmer integrieren kann, ohne dabei Kompromisse bei der Performance eingehen zu müssen.

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0


„Technical Furniture“ – dem Prinzip nach ließe sich der Begriff, mit dem Bassocontinuo seine Zen Line umschreibt, ohne Weiteres auf alle HiFi-Racks anwenden. Ein kurzer Blick auf das gute Stück genügt allerdings, um völlig zweifelsfrei festzustellen, dass der Fokus hier ganz klar auf dem zweiten Wortbestandteil liegt. Selbstverständlich sind fast alle Rackhersteller bemüht, ihre ausgeklügelten Konstrukte mindestens optisch vertretbar, idealerweise sogar schön zu gestalten – letztlich können oder wollen sie in der Regel aber nicht verheimlichen, dass die Form der Funktion folgt. Entsprechend werden hochglanzpolierte Spikes stolz zur Schau getragen, technokratisch wirkende, Schwingungen absorbierende oder dämmende Gerüste als optischer Blickfang in edle Lacke und Furniere gekleidet. Der Designansatz ist klar: Ein HiFi-Rack muss zwangsläufig auffallen, also soll es das im positiven Sinne tun und die auf ihm platzierten HiFi-Kleinodien angemessen zur Geltung bringen.

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Dieser Ansatz ist auch vollkommen in Ordnung, schließlich hört das Auge mit. Allerdings denken bei Weitem nicht alle so – und ich rede hier keinesfalls nur von den Gemahlinnen. Zu den klassischen, equipmentverliebten HiFi-Enthusiasten gesellen sich die Lifestyle-Audiophilen, die nur hervorragend reproduzierte Musik in ihren vier Wänden wünschen, ohne von der Technik hinter der Wiedergabe abgelenkt zu werden.

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

Enter the Zen

Genau diese Art von Hörer bedient Bassocontinuo mit seiner Zen Line. Das Itabashi 3.0, das derzeit in unserem Hörraum wohnt, wirkt denn auch so gar nicht wie ein Rack, sondern wäre dem Aussehen nach mit dem Wort „Sideboard“ wesentlich besser beschrieben. Quellen, DACs und Verstärker werden in diesem Rack eben nicht zur Geltung gebracht – vielmehr fügen sie sich dezent in den Stil der Wohnlandschaft ein und werden zu einem organischen Teil des großen Ganzen, zu dem sie beitragen, ganz ohne sich dabei ins Rampenlicht zu drängeln.

Wenn Sie nun den Eindruck gewinnen, wir hätten es hier mit nichts weiter als einem edlen Möbelstück zu tun, das klangliche Performance auf dem Altar einer zeitgemäß stylischen Optik opfert, kann ich an dieser Stelle Entwarnung geben: Bassocontinuo wäre nicht Bassocontinuo, wenn sie ihrem Tonmöbel nicht das ein oder andere klangoptimierende Geheimnis mit auf den Weg gegeben hätten. So sind beispielsweise die zweiteiligen Standfüße mit Teflon-Dämpfungsscheiben versehen, und wer die Deckplatte abhebt, entdeckt darunter die in Metallmulden sitzenden Torlon-Kügelchen, die die obere Ebene vom Rest des Racks entkoppeln, um CD-Playern und Plattenspielern ideale Arbeitsbedingungen zu bieten. All die technischen Kniffe, die hochwertigen Komponenten zu klanglichen Bestleistungen verhelfen, glänzen hier also keineswegs mit Abwesenheit, sondern verstecken sich ganz bescheiden in einem Design, das durch und durch auf geradlinige, schnörkellose Eleganz getrimmt ist.

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Beim Durchblättern des Bassocontinuo-Kataloges fällt mir zudem noch etwas durchaus Unerwartetes auf: Auch wenn unser Testmodell Itabashi 3.0 wie aus einem Guss wirkt und dementsprechend nicht einmal einen Anflug von Modularität suggeriert, ist die Zen Line doch zu einem bemerkenswerten Grad konfigurierbar. Breite, Anzahl und Art der Fächer lassen sich im Wesentlichen frei wählen und zusammenstellen, wobei eine Auswahl an Konfigurationen als nach japanischen Städten benannte Standardmodelle zur Verfügung steht. Auf Wunsch lässt sich jede beliebige Kombination aus Fachtypen und Dimensionen realisieren. Sobald dies geschehen ist und das fertige Rack im Wohnzimmer steht, ist mit der Flexibilität freilich Schluss und die Konfiguration ist in Stein gemeißelt – immerhin lässt sich aber die Höhe der Zwischenebenen in drei Stufen verstellen.

Der Preis der Schönheit

Bei unserem Itabashi 3.0 handelt es sich um eine Konfiguration im breiten AV-Format, die ordentlich Stellfläche mitbringt: Die untere und mittlere Ebene bietet Platz für je zwei Geräte, auf der obersten können sich sogar problemlos deren drei breit machen. Allerdings kann ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass das Bestücken des Racks eine Prozedur ist, die man nicht zu oft wiederholen möchte. Ganz im Geiste der geradlinigen Schlichtheit, die sich hier bis ins letzte Detail durchzieht, lehrt die Zen Line nicht nur die Komponenten selbst, sondern auch all die bisweilen prunkvoll durchdesignten Strippen japanische Bescheidenheit: Sie verstecken sich hinter einer in Walnussholz furnierten Zierblende, die Teil des in die starre Rückwand integrierten Kabelmanagementsystems ist. Und das geht so: Man hebe mit zwei Händen die Zierleiste an, die daraufhin eine Aussparung in der Rückwand freigibt, und führe anschließend mit der dritten Hand die Strippen hindurch. Diese sollten dann am besten bereits in ihren vorgesehenen Buchsen stecken, bevor die Komponente ins Fach geschoben wird – sobald sie platziert ist, sieht man schließlich nicht mehr, was man tut. Der Mühe Lohn ist freilich das optisch gediegene, erfrischend clutterfreie Endergebnis. Steht das Equipment erst einmal im Rack, bleibt es dort, man lehnt sich einfach nur zurück, genießt den Anblick und vor allem die Musik. Der passionierte HiFi-Bastler, der alle drei Monate einen neuen Strippensatz ausprobieren möchte, will hier gar nicht bedient werden und wird es auch nicht – diese Klientel kann Bassocontinuo ohnehin gelassen auf all seine übrigen Rackserien verweisen.

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0
Ninja-Rack: Statt wie branchenüblich die auf ihm platzierten Komponenten opulent in Szene zu setzen, ist die Zen Line von Bassocontinuo konsequent auf Diskretion bedacht. Die Kabel schlängeln sich durch die schlitzförmigen Führungen der Rückwand, und die Zierblenden tun ihr Übriges für eine dezente und “cleane” Erscheinung.

Gute Optik ist das eine …

… aber kann das Zen auch was? Um es kurz zu machen: Ja, absolut! Tom Waits’ „Hang on St. Christopher“ (Beautiful Maladies) wird von einer mächtig wummernden Bassline getragen; das Itabashi bewahrt die knorrige Textur, die der Aavik I-580 hier akkurat nachzeichnet. Völlig unbehelligt von all der Tieftonenergie suchen sich die kreuz und quer durch den Raum pingenden und schnarrenden Elemente des markanten Tom-Waits-Sounddesigns ihre jeweiligen Plätze auf der akustischen Bühne. Das Percussioninstrument in der linken oberen Ecke, das klingt wie ein als Hi-Hat missbrauchter Mülltonnendeckel, kann im Ausklingen seinen trashig-blechernen Ton richtig entfalten und verkommt nicht zu einem trockenen, undefinierten Scheppern, wie ich es bei dem Stück schon öfter gehört habe.

Was bei meinen Hörversuchen schnell deutlich wurde: Mechanische Quellgeräte wie CD-Player und Plattenspieler gehören definitiv auf die oberste, über Torlonkugeln entkoppelte Ebene. Bei „Excuse me for livin’“ von Oscar Brown jr. (Heaven and Hell) gewinnt gegenüber den tieferen Ebenen nicht nur die exakte Platzierung seiner Stimme in der Bühnenmitte nochmals deutlich, auch das Begleitorchester gerät wesentlich differenzierter in der Aufstellung. Die Instrumente stehen mehr für sich im Raum, und davon ausgehend verbindet sich ihr Klang mit dem Gesang zu einem kohärenten musikalischen Geschehen.

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Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

Fazit

Sobald die Play-Taste gedrückt ist, wird sofort klar, dass die Zen Line von Bassocontinuo weit mehr ist als ein audiophiles Modestatement. Im Vordergrund steht klar der ästhetische Anspruch, über den die klanglichen Meriten jedoch keineswegs vergessen wurden. Bassocontinuo stößt mit der Zen Line in eine Nische vor, die in meinen Augen eine klaffende Lücke im Markt ist, und bietet etwas, das sich viele Audiophile schon seit langem gewünscht haben: das perfekte Tarnkappenrack.

Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0

Info

HiFi-Rack Bassocontinuo Zen Line Itabashi 3.0
Konzept: flexibel konfigurierbares, wohnraumfreundliches HiFi-Rack
Konstruktion: Schichtholzaufbau, verstellbare Stahlfüße mit entkoppelnden Teflon-Auflagescheiben, oberste Ebene mittels Torlon-Kugeln vom Rest des Aufbaus entkoppelt
Maße (B/T): 160/50 cm
Nutzbare Fläche: Oberste Ebene 160 x 50 cm, mittlere und untere Ebene 110 x 50 cm
Höhe zwischen den Ebenen: 45 cm
Belastbarkeit: untere Ebene 150 kg, obere Ebenen 100 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: um 7900 €

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Kontakt

Audio Reference GmbH
Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
Telefon +49 40 53320359
www.audio-reference.de

Mitspieler

CD-Player: Ayon CD-3x, Audio Note CD 1.1x
Netzwerkplayer/DAC: Cambridge Audio CXN V2, Lumin X1, Soulnote D-3/X-3
Vor-/Endstufen-Kombi: AVM Streaming DAC SD6/8, MA8.3 Monoblöcke
Vollverstärker: Aavik I-580
Lautsprecher: Børresen Z5 Cryo, AudiaZ Cadenza, Wilson Audio Sasha DAW
Rack: Solidsteel, Creaktiv
Kabel: AudioQuest, Viablue, in-akustik, Audioplan

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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