Burmester 217 Plattenspieler

Burmester 217 Plattenspieler

Meisterhaft entspannt

Burmester 217 – Meisterhaft entspannt

„Technische Perfektion für Generationen“, so beschrieb Dieter Burmester seinen Anspruch. „Wenn alles perfekt ist, dann vergessen Sie die Technik und die Musik kommt zu Ihnen.“ Der neue Plattenspieler 217 verkörpert diese Vorgabe wie kaum ein anderes Gerät: Einschalten und in der Musik versinken …

Burmester 217 Plattenspieler
Ein echter Burmester: Selten trifft die Wendung „wirkt wie aus dem Vollen gefräst“ so zu wie beim 217. Das Gerät ist so zierlich und kompakt gebaut, dass wir sein Gewicht von stattlichen 31,5 kg beim Anheben immer wieder unterschätzt haben.

In aller Kürze

Der neue Burmester-Plattenspieler 217 ist stimmige Ingenieurskunst in einem unverwechselbaren Design, das genauso langzeittauglich „aus einem Guss“ ist wie sein Klang.

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Burmester 217 Navigator


45 Jahre nach der Gründung des Berliner Unternehmens im Jahr 1977 erscheinen die chromblitzenden Preziosen wie High-End-Skulpturen, wie zeitloser Ankerpunkt im schnelllebigen HiFi-Business. Statt dem Ruf der Branche nach kürzeren Produktzyklen zu folgen, setzt Burmester konsequent auf Langlebigkeit und Wertstabilität, unterstreicht diesen Anspruch mit Handarbeit und dem Prädikat „Made in Germany“. Zudem ist das Unternehmen im sogenannten „Meisterkreis“ engagiert, der deutsche Hightech-Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft untereinander vernetzt, um gemeinsam Innovationsprojekte zu forcieren.

Burmester 217 Plattenspieler
„Der Burmester 217 ist kein Plattenspieler für das große Spektakel, sondern einer für die innere Balance, der genau das reproduziert, was im Studio eingefangen wurde, und der hilft, nach einem anstrengenden Tag im Büro zur Ruhe zu kommen.“

Dabei muss nicht jedes Bauteil, jede Schaltung selbst entwickelt werden. Wesentlich ist die Bündelung beziehungsweise die Verbindung technologischer Innovationen im unverwechselbaren Burmester-Design. Die vielleicht größte Lücke im Sortiment ist nun mit den beiden Plattenspielern 175 und dem hier vorgestellten kleineren Bruder 217 geschlossen worden. Bei der Konzeption der Plattenspieler wurde das existierende 35-jährige Know-how in der Verarbeitung von Phonosignalen mit dem des Spezialisten Acoustic Signature aus Süddeutschland zusammengeführt – ganz im Sinne der Meisterkreis-Philosophie.

Burmester 217 Plattenspieler
Perfekter Betrieb ab der ersten Sekunde: Burmesters neuer 217 wird mit voreingestelltem Auflagegewicht, VTA und Antiskating ausgeliefert. Normalerweise lassen uns fertig abgestimmte Komplettdreher immer skeptisch werden. In diesem Fall ging die Rechnung jedoch auf – der Burmester war nach wenigen Minuten Einsatzbereit.

Wie aus einem Guss

Der neue Burmester 217 soll aus dem Karton heraus perfekt musizieren, ohne fehleranfälligen Zusammenbau und ohne weitere Justage vor Ort beim Kunden. Für mich als kritischen Analogliebhaber ist das absolutes Neuland und aus eigener Erfahrung schon fast unglaubwürdig: Es gibt einfach zu viele Stellschrauben und Einflussfaktoren auf den Klang eines Plattenspielers, so mein bisheriges Weltbild. Die Inbetriebnahme des 217 ist entsprechend schnell bewerkstelligt: Man muss lediglich (und schön vorsichtig) den sieben Kilogramm schweren Aluminium-Plattenteller auf die Spindel beziehungsweise den Subteller legen und das mitgelieferte hochwertige Netzkabel (keine einfache Beipackstrippe) sowie das symmetrische Van-den-Hul-Phonokabel anschließen. Antriebsriemen, Tonarm und Abtaster sind nach Herstellerangaben bereits fertig montiert und justiert.

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Burmester 217 Plattenspieler
Zwei Motoren, zwei Riemen: Die beiden Motoren liegen sich exakt gegenüber. Das Bild mit „offener Motorhaube“ zeigt, dass die Antriebsspindeln für bis zu vier Riemen vorbereitet sind. Im Fall des Burmester 217 sind es zwei, die jeweils über beide Spindeln laufen. Kleinste Ungereimtheiten im Gleichlauf werden durch diesen Kniff ausgeglichen.

Trotz kompaktem, fast schon schlichtem Erscheinungsbild sollte man die fast 32 Kilo Gewicht beim Anheben aus dem Karton bedenken, um das edle Finish und den eigenen Rücken nicht zu gefährden. Das stattliche Gewicht geht in erster Linie auf das Konto des aus dem Vollen gefrästen Aluminiumchassis, das mit der Burmester-typischen verchromten Frontplatte veredelt wird. Auf der Front rechts liegt ein markanter Kipphebel für den Betriebszustand, links finden sich zwei Druckknöpfe für die Wahl der Geschwindigkeiten – deren Beschriftung („33 1/3“ bzw. „45 U/min“) spricht Klartext und unterstreicht damit das geradlinig-schlichte Design. Im Unterschied zum größeren Bruder 175 wurde auf eine externe Motorsteuerung und die integrierte Phonovorstufe verzichtet, was sich im deutlich niedrigeren Preis niederschlägt.

Burmester 217 Plattenspieler
Wie von Burmester gewohnt, stimmt hier nicht nur die Verarbeitung, sondern auch die Anfassqualität.

Beim Burmester 217 übernehmen zwei gegenüberliegende AC-Synchronmotoren den Antrieb, ein einzelner Gummiriemen, der über beide Motorspindeln läuft, überträgt die Kraft gleichmäßig auf den massiven Teller. Der ist ein Stück weit in das Chassis eingelassen, was zu der kompakten Gestalt und dem gefälligen Design des Drehers beiträgt. Die Konstruktion dient allerdings auch als „Tarnung“ der Tellerdämpfung: In dessen Inneres sind zwölf Kupferzylinder eingelassen, an der Unterseite ist außerdem eine Bitumenschicht angebracht, die die Ausbreitung von Resonanzen wirkungsvoll verhindert. Das nicht-invertierte Tellerlager ist selbstschmierend, wartungsfrei und auf minimale Geräuschentwicklung optimiert, zudem ist es sehr robust und möglichst weit weg von der Tellerauflage positioniert, um beste Voraussetzungen für den angestrebten High-End-Klang zu bieten. Eine „Slipmat“ genannte Tellermatte aus einem Leder-Carbon-Verbundwerkstoff sorgt für die rutschsichere und harmonische Anbindung des Vinyls an den Teller.

Burmester 217 Plattenspieler
Alle Funktionsteile sind aus massivem Metall gefertigt und bewegen sich vollkommen spielfrei. Der gesamte Dreher ruht auf effektiven Dämpfungsfüßen und sogar die XLR-Verbindungskabel erfüllen höchste Ansprüche.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Gesamtsystem aus Antrieb, Lager, Teller und Auflage im Zusammenspiel mit dem Tonabnehmer die richtige Balance haben muss, um optimale Abtastbedingungen zu ermöglichen. Mit seiner massiven Bauweise reduziert der 217 die Störanfälligkeit auf den Abtastvorgang deutlich. Ein beherzter Klopftest am Chassis während des Spielbetriebs blieb ohne Einfluss auf die Musikwiedergabe, was schon ziemlich beeindruckend war. Kann der Burmester 217 den Transport vielleicht tatsächlich ohne Notwendigkeit einer Nachjustage von Tonarm und Tonabnehmer überstanden haben? Um es vorwegzunehmen: Der Tonabnehmer war tatsächlich perfekt eingestellt und auch das Auflagegewicht passte. Meinem Verbesserungstrieb war gewissermaßen der Wind aus den Segeln genommen und ich konnte direkt nach dem Aufstellen und Austarieren der Füße – der 217 lässt sich ohne Werkzeug in die Waage bringen – in den Musikbetrieb wechseln.

Bildergalerie
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Der kardanisch gelagerte Tonarm „entspricht“, wie der Hersteller sich ausdrückt, mit seinen 23,9 Zentimetern einem 9-Zoll-Modell und besteht aus einem mehrlagigen Carbon-Faserverbundwerkstoff in Verbindung mit Aluminium-Bauteilen. Der Tonabnehmer Burmester MC weist einen Shibata-Nadelschliff auf und stammt von dem renommierten Partner Ortofon. Beim Burmester 217 ist er in einem eigenständig, aber perfekt zum Plattenspieler passenden Aluminiumkorpus eingehaust. Tonarm und Tonabnehmer sind theoretisch hinsichtlich aller relevanter Einstellparameter – Azimut, VTA, Auflagekraft, Anti-Skating – justierbar; wie gesagt, falls man mal Zeit, Lust und vor allem die Notwendigkeit dazu hätte. Das Konzept und die handwerkliche Ausführung des 217 wird dem eingangs zitierten Anspruch Dieter Burmesters gerecht, dass die im Hintergrund perfekt arbeitende Technik die Musik in den Vordergrund stellt.

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Der Burmester gibt ein gutes Gefühl

Den Burmester 217 habe ich in einer Reihe mit zwei weiteren Plattenspielern im ähnlichen Preissegment gehört, nicht gleichzeitig, jedoch in zeitlich unmittelbarem Anschluss und mit einer gewissen Erwartungshaltung. Das ist insofern eine interessante Erfahrung gewesen, weil wir uns allzu gerne an einen bestimmten Klang gewöhnen, das heißt, unser Unterbewusstsein speichert entsprechende Klangsignaturen ab und verkauft sie uns im Folgenden als „natürlicher“ oder „richtiger“. Der Burmester 217 war in dieser Reihe klanglich der am wenigsten Auffällige, hatte wenig Eigenklang beizutragen, sodass anfänglich der Wow-Effekt ausblieb. Aber schon beim neuen Album Human der amerikanischen Pop-Rock-Band One Republic um den Singer-Songwriter Ryan Tedder, der unter anderem für U2 und Adele komponierte, wurde klar, dass er der Ausgewogenheit der Frequenzen oberste Priorität einräumt. Der Bass ist druckvoll, besitzt Punch, geht aber nicht so großvolumig zu Werke wie manch anderes Masselaufwerk. Die Band trägt ihre Hits „Run“ und „Rescue Me“ vor allem an meiner Cyrus-Signature-Phonovorstufe und bei 150 Ohm Abschlusswiderstand sehr dynamisch und hervorragend ausbalanciert vor. Bei der vorzüglichen audiophilen Pressung Uncompressed World Vol. II – Audiophile Female Voices wiederum zeigt sich das andere Ende des Frequenzspektrums von seiner schillernden Seite.

Burmester 217 Plattenspieler
Das Detail offenbart, dass Burmesters MC-Abtaster bündig an der Headshell montiert wird. Seine Nadel kann sich auf die unbeirrbare Laufruhe von zwei Motoren verlassen: Die sind über zwei Riemen an den Teller gekoppelt und gleichen geringste Gleichlaufschwankungen aus.

Stimmen und Instrumente agieren klar und harmonisch mit den richtigen Proportionen zueinander. Das Ganze findet vor einen sehr schwarzen, will sagen störungsarmen Hintergrund statt. Während mein Unterbewusstsein nach grobkörniger Attacke im Klangbild Ausschau hält, empfängt mein Hörsinn feingliedrige und gut strukturierte Klangmuster, die niemals aufdringlich oder nervös wirken. Kein Plattenspieler für das große Spektakel, sondern einer für die innere Balance, der genau das reproduziert, was (im guten oder schlechten Sinn) im Studio eingefangen wurde, und der mir hilft, nach einem anstrengenden Tag im Büro zur Ruhe zu kommen. Zum Abschluss lege ich das neue Album Satellites des niederländischen Musikers Dotan auf, den ich zufällig in einem Radiokonzert entdeckt habe und dessen neue Schallplatte aktuell nur direkt, dann aber auch gerne handsigniert über seine Webseite zu beziehen ist. Dotan Harpenau, so sein vollständiger Name, spielt einen markanten, vom Folk inspirierten Pop mit sehr eingängigen Melodien. Seine Stimme ist angenehm sonor und besitzt natürliche Ausstrahlung, was ich ihm in diesen Zeiten der Überproduktion besonders hoch anrechne. Der Klang der Pressung ist exzellent und die Songs kommen sehr energiegeladen rüber, mal ruhiger, aber eindringlich bei „No Words“, mal vielstimmig hymnisch im Titel „With You“. Ich kann das mit gutem Gewissen so beschreiben, weil der Burmester 217 genau diese positive Stimmung überträgt und das authentische Klangerlebnis unterstützt, das sich beim Hören dieser exklusiven Schallplatte einstellt. Die Technik der Schallplattenwiedergabe tritt mit dem 217er in den Hintergrund und wir können uns auf den Musiker und seine Musik voll und ganz konzentrieren. Am Schluss bleibt das gute Gefühl, vieles richtig gemacht zu haben, und dazu gehört auch, für schöne Klangmomente zu Hause und für sich selbst die wenigsten Kompromisse eingegangen zu sein.

Info

Plattenspieler Burmester 217
Konzept: Plug’n’-Play-Masselaufwerk mit Dual-Antrieb
Konstruktion: Aluminiumwanne (Chassis), Teller aus Aluminium mit eingelassenen Kupferzylindern und Bitumen-Dämpfung
Antrieb: zwei gegenüberliegende AC-Motoren, ein gemeinsamer Riemen
Drehzahl: 33 und 45 U/min
Leistungsaufnahme (Betrieb/Standby): 11,8/0,12 W
Tonarm: 9″-Tonarm aus Carbon/Faserverbundstoff
Tonabnehmer: Burmester MC (gefertigt von Ortofon, Shibata-Schliff)
Besonderheiten: Azimut, VTA, Antiskating etc. vorjustiert; Tellerauflage aus Leder/Carbon sowie hochwertige Strom- und Verbindungskabel im Lieferumfang
Maße (B/H/T): 48/17/28 cm
Gewicht: 31,5 kg
Garantiezeit: 2 Jahre (5 nach Registrierung)
Preis: um 19 900 €

Kontakt

Burmester Audiosysteme
Wilhelm-Kabus-Straße 47
10829 Berlin
Telefon +49 30 7879680

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www.burmester.de

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