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Cambridge Audio Evo 150

Cambridge Audio Evo 150

Die Wunderkiste

Cambridge Audio Evo 150 – Die Wunderkiste

Ein Alleskönner will er sein, der Cambridge Audio Evo 150. Und tatsächlich bietet der neue Streaming-Verstärker alles, was man fürs zeitgemäße Musikerlebnis benötigt.

Cambridge Audio Evo 150

In aller Kürze

Cambridge Audio gelingt abermals das Kunststück, eine umfassende Digitalkomponente auf den Tisch zu stellen, die Streaming-Fans und klassische HiFi-Liebhaber gleichermaßen anspricht.

Cambridge Audio Evo 150


Wir schreiben das Jahr 1968 und Britannien ist eine musikalische Weltmacht: Die Beatles sind auf dem Zenit ihrer Kreativität, britische E-Gitarrenvirtuosen haben Standards gesetzt, an denen sich selbst Jimi Hendrix orientiert, Jim Marshall definiert den Rocksound und britische Tonstudios zeigen, wie Tontechnik geht. Zur gleichen Zeit beschließt ein Grüppchen Musikbesessener in der Universitätsstadt Cambridge, Wiedergabegeräte der Extraklasse zu entwickeln. Cambridge Audio wird geboren und beglückt die Musikwelt von da an mit HiFi-Geräten, die im besten Sinne „very British“ sind.

Cambridge Audio Evo 150
Der Evo 150 setzt auf Vollausstattung und Anschlussvielfalt: Zweimal zwei Lautsprecherpaare sind anschließbar, einen Phono-Preamp für MM-Systeme gibt es ebenso wie symmetrische und unsymmetrische Analogeingänge und optische und koaxiale Digitaleingänge. Ins Netzwerk lässt sich der Streaming-Verstärker via Ethernetkabel oder über WLAN – Antennen innenliegend – integrieren.

Seitdem ist viel passiert und in Cambridge wird unermüdlich weiter entwickelt. Alles, was der Musikfan benötigt, haben die Briten im Angebot: Lautsprecher, Plattenspieler, CD-Player, DAB/FM-Receiver, Vor- und Endstufen, Vollverstärker und – womit wir uns dem Testkandidaten nähern – Spezialisten für den digitalen Musikgenuss. Zu nennen wären da der erfolgreiche Netzwerkplayer Azur 851N oder der Audiostreamer CXN, die beide – auch das ein Wesensmerkmal der Produkte von Cambridge Audio – vergleichsweise günstig zu haben sind. Auch der aktuelle Neuzugang im Sortiment, der Evo 150, unser Prüfling, überzeugt in puncto Preis-Leistung: Für rund 2500 Euro erhält der Musikliebhaber einen Streaming-Verstärker, der enorme Anschlussvielfalt, zeitgemäße Netzwerkfähigkeit und höchsten Bedienkomfort bei Top-Klang bietet.

Leistung satt

Cambridge Audio Evo 150
Das optische Erscheinungsbild des Evo 150 lässt sich dank austauschbarer Seitenwände – zwei Paar sind im Lieferumfang – an den eigenen Geschmack und Wohnraum anpassen. Die Paneele werden von kräftigen Magneten festgehalten.

Unser Testkandidat ist sehr gut verarbeitet und zweifelsohne ein elegantes Gerät: Die Front wird vom hochauflösenden, nicht berührungsempfindlichen Farbdisplay dominiert sowie von einem großen Zweifach-Drehregler, der für Quellenwahl und Lautstärkeregelung zuständig ist. Weniger auffällig liegen zwischen beiden Platzhirschen sechs Druckgeber, darunter der Einschalter des Evo 150. Dessen wichtige Funktion erschließt sich – wie heutzutage üblich – nicht aus der gedruckten Mikroanleitung, sondern erst aus dem ausführlichen Handbuch, das, ebenfalls typisch, erstmal von der Hersteller-Website zu ziehen ist, dafür aber jederzeit dem aktuellen Softwarestand entspricht. Außerdem gibt es einen Miniklinken-Kopfhöreranschluss.

Als Streaming-Verstärker ist der Evo 150 mit Hypex-NCore-Endstufen ausgestattet, die eine Leistung von satten 150 Watt an acht Ohm bieten. Das auch von Mitbewerbern verwendete Modul basiert auf einer Class-D-Schaltung und zeichnet sich durch verbesserte Energieeffizienz und klanglichen Mehrwert im Vergleich zu herkömmlichen Class-D-Verstärkern aus. Wandlerseitig vertrauen die CA-Ingenieure auf den ESS Sabre ES9018K2M, ein Zweikanaler der Referenzklasse, der bei einer Dynamik von 127 dB und einem Noisefloor unterhalb −120 dB seiner Übersetzungstätigkeit ziemlich rausch- und verzerrungsfrei nachgeht.

Cambridge Audio Evo 150
Die Bedienung erfolgt äußerst komfortabel über die sehr gute StreamMagic-App oder am Gerät selbst: Im Verbund mit dem großen, hochauflösenden Display dienen hierzu sechs Taster und der enorme Zweifach-Drehregler auf der Gehäusefront.

Wer jetzt annimmt, dass der Evo 150 in erster Linie digitale Daten wandelt und an die angeschlossenen Lautsprecher reicht, darf sich positiv überraschen lassen. Symmetrische sowie unsymmetrische XLR- beziehungsweise Cinch-Analogeingänge, beispielsweise für einen externen Phono-Preamp oder ein Tapedeck, sind vorhanden. Damit nicht genug, ist auch ein Phonoentzerrer für MM-Systeme an Bord, sodass der Plattenspieler nicht mehr vor sich hin stauben muss. Wer eine Tieftonergänzung braucht, findet einen Subwoofer-Ausgang, und überzeugte Aktivlautsprecher-Nutzer müssen ebenfalls nicht verzagen: Ein Preamp-Ausgang mit RCA-Buchsen sorgt für Verbindung mit den Lautsprecher-Endstufen.

Klar, dass der Evo 150 vor allem auch Digitalist ist: Es gibt zwei optische Digitaleingänge, einen Koaxialeingang sowie eine USB-Schnittstelle, um den Briten auch mal als hochwertigen DAC am Computer einzusetzen. Eine zusätzlich USB-Schnittstelle zum Anschluss von Musik-Datenträgern ist ebenso vorhanden wie ein HDMI-Anschluss (ARC). Für die Netzwerkintegration verfügt das Gerät selbstverständlich über LAN, hat aber auch WLAN drauf, und Drahtlos-Fans dürfen das Vorhandensein von Bluetooth in aptX- und aptX-HD-Qualität (sogar bidirektional) begrüßen.

Cambridge Audio Evo 150
Diskreter Auftritt: Der Ausgang des integrierten Kopfhörerverstärkers neben dem mechanisch und haptisch überzeugenden Haupt-Drehregler.

Als Streaming-Profi hat Cambridge Audio den Evo 150 mit dem hauseigenen StreamMagic-Modul ausgestattet, weswegen die Ausstattungswunderkiste schon ab Werk Roon ready ist und Tidal, Qobuz, Spotify Connect, Chromecast sowie AirPlay 2 draufhat. HiRes-Tauglichkeit versteht sich von selbst, und wer’s braucht und gut findet, freut sich über den MQA-Decoder. Ganz von selbst richtet sich der Brite natürlich nicht ein, gleichwohl verdient sich Cambridge Audio für das initiale Setup Bestnoten. Die Verkabelung ist schnell erledigt, der Evo 150 per Tastendruck – auch mittels Fernbedienung – eingeschaltet. Danach empfiehlt es sich, alles Weitere über die StreamMagic-App zu erledigen. Die bietet genau das, was der Musikliebhaber heute erwarten darf: Übersichtlichkeit und intuitive Bedienung. Allein die Tatsache, dass mein Audiodata MusikServer MS II direkt erkannt wird und das Abspielen von Titeln sowohl drahtlos als auch kabelgebunden funktioniert, ist Sonderlob-würdig. Generell ist der Evo 150 ein ausgesprochen freundlicher Gentleman, der diskret und kompetent die Führung des Musikhaushalts übernimmt.

Cambridge Audio Evo 150
Die relevanten Informationen über den aktuellen Titel, seine Auflösung und Herkunft liefert das kontrastreiche und scharfe, aber nicht berührungsempfindliche Display.

Dank auswechselbarer Seitenteile lässt er sich auch optisch an seine Umgebung anpassen: Im Lieferumfang finden sich rötliche Paneele aus Echtholz für die Puristen sowie solche aus schwarzem „Richlite“, das mit seiner stromlinierten Profilierung die Modernisten anspricht. Befestigt werden die Seitenteile mittels kräftiger Magnete. Wir sind gespannt, ob es künftig noch weitere Seitenteile für die Individualgewandung geben wird.

Bildergalerie
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Mehr als Britpop

Um dem Evo 150 klanglich auf die Schliche zu kommen, wird er zuerst mit der Wiedergabe der HiRes-/Remix-Edition von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band betraut, denn es soll doch bitte sehr britisch sein. Was über Geithains passive ME 25 zu meinen Ohren gelangt, hat Oberklassenqualität: Der Brite enthält sich effekthascherischer Andickung im Bassbereich, der Höhenbereich ist klar und unaufdringlich, im Tiefmitten-Bereich ist eine ganz leichte Betonung hörbar, die für ein Quäntchen wohlige Wärme sorgt. Sehr gut gefallen Impulsverhalten und Dynamik, was der Musik der Beatles ausgezeichnet steht.

Cambridge Audio Evo 150
Schick und noch nutzbar: Die elegante Fernbedienung mit ihrem Metallgehäuse und etwas fummeligen Tastern.

Sobald „A Day In The Life“ verklungen ist, muss das Keith Jarrett Trio ran – und der Ersteindruck bestätigt sich: Der Evo 150 ist ein Könner. Des Meisters wunderbar sangliches Klavierspiel, Gary Peacocks delikater Bass und Jack DeJohnettes melodisches Schlagzeug serviert der Cambridge-Absolvent unaufgeregt-elegant, bar jeden Snobismus. Ein Gentleman eben. Auch der Kopfhörerverstärker besitzt Klasse, sollte aber nicht unbedingt hochohmige Hörer antreiben. Dass er sich meinem Spitzen-HPA von Violectric in Hörweite nähern kann, spricht jedenfalls für seine Qualitäten. Doch den bestmöglichen Genuss gibt es am Ende über gute Lautsprecher, dabei ist der Ausstattungswunderkiste von der Insel jede Quelle lieb und teuer.

Cambridge Audio Evo 150
Mit den kompakten Evo S bietet Cambridge für den Streamingverstärker “maßgeschneiderte” Lautsprecher an.

Technische Daten

Streamer/Vollverstärker Cambridge Audio Evo 150

Konzept: Streaming-Vollverstärker
Eingänge analog: 2 x symmetrisch XLR, 2 x unsymmetrisch RCA
Kopfhörerausgang: 1 x 3,5-mm-Stereoklinke
Eingänge digital: 2 x optisch Toslink, 1 x koaxial S/PDIF, 1 x TV RC, 1 x USB-Audio, 1 x RJ45 Ethernet LAN
Ausgänge analog: 2 x RCA/Cinch Preamp Out, 1 x Subwoofer Out, 4 Paar Lautsprecherklemmen
Dienste: Tidal, Spotify, Qobuz (alle integriert), Roon ready, Chromecast built-in, UPnP/DLNA, AirPlay 2, Bluetooth 4.2 A2DP/AV RCP aptX HD, lokale Wiedergabe von USB-Speichermedien
Wandler: 32 bit/384 kHZ DAC
Maximalauflösung nativ: 24 bit/192 kHz
Formate: alle gängigen Formate einschließlich DSD256, MQA-Decoder vorhanden
Netzwerk: Ethernet RJ45, Wi-Fi (802.11 n, 2,4/5 GHz, Antennen innenliegend)
Verstärker: Hypex-NCore-Verstärkermodul mit 2 x 150 W Leistung an 8 Ω
Bedienung: über Taster und Drehgeber am Gerät, via Fernbedienung und/oder StreamMagic-App für iOS und Android
Besonderheiten: dritte Generation der Streamer mit verbesserter Bedienung und leistungsfähigerer Hardware
Ausführung: Weiß oder Schwarz
Lieferumfang: Netzkabel, Fernbedienung, Batterien, Mini-Anleitung und zwei auswechselbare Seitenwände
Maße(H/B/T): 89/317/322 mm
Gewicht: 5,3 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 2500 €

 

Cambridge Audio Evo 150

Kontakt

Cambridge Audio Deutschland
Mönckebergstraße 27
20095 Hamburg
Telefon +49 410 18099810
info@cambridgeaudio.com
www.cambridgeaudio.com

Mitspieler

USB-Interface und D/A-Wandler: AudioQuest DragonFly, Mutec MC-3+USB, Mytek Digital Stereo192-DSD DAC, Violectric V800
Rechner: Apple MacBook Pro 16
Musikserver: Audiodata MusikServer II
Softwareplayer: Audirvana/jRiver
Aktivlautsprecher: Geithain RL 906, Nubert nuPro A-200
Passivlautsprecher: Geithain ME 25
Kabel: Vovox, AudioQuest, Klotz

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.