Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker

Modern Art

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Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker – Modern Art

Dänische Audioprodukte folgen einer ausgefeilten Design-Typologie. Aus kaum einem Land kommen vergleichbar treffsichere Konstrukte, die Funktion, Diktion und Ästhetik in solcher Vollendung vereinen. Der neue Röhren-Hybrid Copland CSA 150 macht da keine Ausnahme.

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker

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In aller Kürze

Coplands CSA 150 präsentiert mit seiner superben Abstimmung das Beste beider Welten: Seine Kombination aus Röhren- und Transistortechnik garantiert einen herrlich ausgewogenen, stimmungsvollen Genuss. Preis um 3950 €.

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker Navigator


Es ist gut dreißig Jahre her, dass ich mir regelmäßig am Schaufenster meines Lieblings-HiFi-Händlers die Nase plattdrückte. Grund dafür war ein kleines Ensemble wunderschön mattsilberner und schwarzer Vollverstärker, in deren Eleganz ich verliebt war. Coplands neuer Röhren-Hybrid CSA 150 bringt mir in Erinnerung, wie zeitlos schön diese Geräte schon damals gestaltet waren. Alles an diesem für Copland untypischen Produkt soll neu sein, und dennoch gelang die Runderneuerung so charmant, dass sie kaum jemand bemerkt. Die massive Front mit ihren dezent versenkten Poti-Knöpfen ist immer noch das wichtigste Erkennungsmerkmal. Röhren-Vollverstärker von Copland sind seit jeher für Anhänger der Technik schon wegen des unauffälligen und rackfreundlichen Designs alternativlos. Die Glaskolben glühen im Verborgenen, Zurückhaltung und Unaufdringlichkeit sind oberstes Gebot, dabei überzeugen diese Verstärker mit perfekten Proportionen, schlichter Eleganz und selbsterklärender Funktionalität. Eine in dieser Hinsicht rundum skandinavische und hier vornehmlich dänische Tradition, der Copland für immer treu zu bleiben scheint. Dieser stillen Schönheit bleibt auch der CSA 150 verpflichtet. Seine mit zweimal 150 Watt mehr als üppige Kraft zieht der Verstärker jedoch aus von MOSFET-Treibern angetriebenen bipolaren Hochleistungs-Transistoren. In dieser Format- und Gewichtsklasse wäre das mit reiner Röhrentechnik unmöglich. In der Vorstufe arbeitet eine einzelne 6922er-Spanngitter-Doppeltriode quasi als „Farbpalette“ für die Musikverarbeitung.

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker
Copland bietet den CSA150 in Schwarz und Silber an. Das Bild zeigt den Vollverstärker in dunkler Gewandung, zum Test hatten wir dessen zweieiigen Zwilling mit Alu-Frontpartie.

Upgrade in die Moderne

Ein Audioprodukt zielt natürlich, von seinem Design einmal abgesehen, auf eine Hörergruppe. Wie transportiert man eine als „veraltet“ betrachtete (Röhren-)Technik schlüssig in die Zukunft, ohne sein Stammpublikum zu verlieren, und kann sogar noch neue Kunden überzeugen? Da könnte ich gleich bei mir selbst anfangen. Auch ich wohne und höre anders als vor dreißig Jahren. Das Mobiliar wurde im Laufe der Jahre entschlackt, der „HiFi-Altar“ musste einem Flachbildfernseher weichen, die Lautsprecher wurden kleiner, und der CD-Player ist nur noch Referenzgerät für die Tests. Die neuen Zuspielgeräte tragen einen angebissenen Apfel als Emblem oder haben einen Plattenteller. Und damit stehe ich nicht allein unter Klangliebhabern: Streaming für den Alltag, Vinyl für den Genuss. Insofern käme ein Verstärker wie der CSA 150 sofort für mich in Frage. Er fügt sich unauffällig ins Lowboard und tut das so gut, dass ein iPad oder iPhone in puncto Design durchaus gleicher Herkunft sein könnten. Mit HiFi muss man schließlich auch wohnen. Und sogar die Oberflächen des Copland kommen mit jedem Staubtuch klar (das man aufgrund der Farbgebung wahrlich nur selten benötigt). Dreh- und Angelpunkt ist zunächst der USB-2-Anschluss, der meinen iMac dank seiner „class compliance“ sofort erkannte und eine Verbindung bereitstellte. Für Windows-Rechner muss man einen Treiber laden. Aber auch das gelingt problemlos.

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Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker
Wir gehen das mal ohne großes Gehabe von links nach rechts durch: MM-Phono, drei RCA-Zugänge, ein symmetrischer Anschluss sowie ein geregelter Pre- und ein fixer Recorder-Abgriff. Schließlich folgen drei S/PDIF-Ins und die USB-Datentankstelle. Die Single-Wire-Terminals liefern 145 Watt an 8 und 230 Watt an 4 Ohm. Fragen?

Ich verbinde den integrierten Phonoentzerrer mit meinem alten, getunten Thorens mit MM-System, und fertig ist der Aufbau. High End kann auch schnell und praktisch sein. Unter uns: In meinem Bekanntenkreis, und das sind sämtlich Musiker, Musikliebhaber oder Musik-Hobbyisten, besitzt niemand andere Zuspielgeräte als ich selbst. Der CD-Player scheint ausgedient zu haben. Vinyl erzeugt bei mir immer noch Begehrlichkeiten, die aber meist nur noch vorübergehend aufflammen. Manchmal geht es nur darum, ein Plattenregal aufzubauen und die schönen Cover anzuschauen. Allzu oft bleibt auch der Plattendreher stumm und führt ein Dasein, das vielleicht nur noch eine bestimmte Haltung zum Musikhören ausstrahlen soll. Dennoch möchte ich nicht versäumen, die überaus perfekt aufspielende MM-Cartridge ins Spiel zu bringen. Für meine Bedürfnisse, und das sind vornehmlich Blues- und Rockscheiben aus den Sechzigern und Siebzigern, erfüllt der Eingang seinen Zweck mehr als genug. Besonders erfreulich empfinde ich die Tatsache, dass die Entzerrung so abgestimmt wurde, dass man auch mit MM-System nie Tiefbass-Probleme bekommt. Sie tönt etwas schlanker, dafür aber präziser, als ich es von vielen anderen integrierten MM-Vorverstärkern gewohnt bin. Sehr schön!

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker
150 Watt leisten die Schaltkreise des CSA. Das Innenleben des exzellenten Vollverstärkers wirkt nur auf den ersten Blick wuselig. Jede Baugruppe ist auf einer separaten Platine untergebracht, Vor- und Endverstärkung teilen sich ein großes Board. Ganz rechts kann man den „Farbgestalter“ des Amps entdecken: eine einsame 6922er-Doppeltriode.

Mein Augenmerk gehört jedoch vor allem dem ESS-Sabre-Chip ES9018 32 Reference, der pro Kanal vier zusammengeschaltete DACs mit bis zu 32 Bit und 384 Kilohertz zur Verfügung stellt. Diese Wandlereinheit verfügt sogar über eine eigene, vom großen Ringkern-Trafo gespeiste Versorgungsspannung. Das ermöglicht Streaming auf hohem Klangniveau und funktioniert auf Anhieb reibungslos. Eine kleine Öffnung auf der Rückseite des CSA 150 mit der Beschriftung „Antenna“ weist auf eine Bluetooth-Option hin, die im Testgerät jedoch nicht verbaut war. Bei allen klanglichen Kompromissen ist damit noch ein Fortschritt in Sachen Komfort machbar. Neben dem MM-Phonoeingang stehen drei weitere Cinch-Buchsenpaare, Tape-In und -Out sowie erfreulicherweise ein symmetrischer Eingang zur Verfügung. Das sollte für alle Fälle genügen. Auch die Digitalsektion ist (neben USB) mit einem Koaxial- und zwei optischen Eingängen solide ausgestattet.

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker
Wer sagt denn, dass ein vielseitiger Verstärker kompliziert sein muss? Ein griffiger Eingangswahlschalter, ein zusätzlicher Switch für die Digitalzugänge und der wundervoll skalierte Pegelsteller genügen vollkommen.

Kunst und Kraft

Welche Vorteile bringen eigentlich leistungsstarke Boliden? Oder anders gefragt: Wozu benötigt man 150 Watt pro Kanal? Der Genießer hört doch eher leise und bestenfalls mal mittellaut. Trotzdem lohnt sich ein kraftvoller Antrieb: Einen guten Teil seines Charmes gewinnt der Copland aus seinem üppigen Headroom. Den benötigt man für große Orchester, und das nicht nur, wenn man größere Standlautsprecher verwendet. An meinen durchaus anspruchsvollen Zweiwege-Systemen regiert der Amp dynamisch und ohne jedes Mienenspiel. Impulse jedweder Art schüttelt er mühelos und unangestrengt aus dem Ärmel. Er arbeitet überraschend schnell und mit scheinbar ansatzlosem Antritt. Und dennoch muss er dazu nicht brüllen, sondern zeichnet Klangereignisse mit feinem Pinsel in den Raum. Wer sich näher mit solchen technischen Finessen auseinandersetzt, weiß, wie schwer das auf die Bühne zu bringen ist. Ich habe auch schon Verstärker verkauft, weil ihre üppige Muskelmasse der Musik die Geschmeidigkeit nahm. Anstatt federleichter, spontaner Transienten bringen viele Boliden einen behäbigen Druck und meinen es bisweilen einfach zu gut mit der „dicken“ Klaviersaite. Die wahre Kunst in der Wiedergabe liegt im unangestrengten Transport selbst mächtigster Musikereignisse. Mit der Staffelung von vorgeschalteter Röhre, MOSFET-Treibern und bipolaren Leistungstransistoren gelang ein kleiner Geniestreich. Allerdings bewirkt sie auch eine Besonderheit: Die Phasenlage beider Kanäle ist um 180 Grad gedreht. Etwas ungewöhnlich, aber der Hersteller weist ausdrücklich in der Bedienungsanleitung darauf hin, dass man die Pole der Lautsprecherkabel entsprechend vertauschen sollte (Rot in Schwarz und umgekehrt). Hören kann man davon nichts. Der CSA 150 spielt kraftvoll und dennoch farbenfroh und voller Leichtigkeit. Er verfügt nicht ganz über die räumliche Tiefenstaffelung der Vollröhrenkollegen, gleicht das aber wieder durch seine Schnelligkeit und überzeugende Präzision aus.

Bildergalerie Copland CSA 150
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Die „Untreue“ zur Vollröhrentechnik begründen die Copland-Entwickler mit einem fortschrittlichen Design, das vor allem moderne Ansprüche bedienen soll. In der Summe ist das Konzept aus Röhrenvorstufe und Transistortechnik absolut überzeugend, weil die speziellen Vorzüge dieser Elemente so integriert wurden, dass stets nur ihre Stärken genutzt werden. Zudem trumpft der CSA 150 mit einer makellosen DAC-Einheit, die vor allem für Mac-User erfreulich einfach funktioniert. Angesichts der Zutaten ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis erstaunlich attraktiv.

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Interview Ole Møller

Ole Möller, Entwickler Copland

FIDELITY: Herr Møller, Dänemark ist bekannt für weltweit hoch geachtete Produktdesigns. Folgen die Copland-Produkte dieser Tradition?

Ole Møller: Man kann festhalten, dass die dänischen und deutschen Industriedesigns Produkte und Gestaltungen auf der ganzen Welt beeinflusst haben. Es ist daher gar nicht so einfach, unsere Produkte als typisch dänisch anzusehen. Die Einflüsse sind vielfältig. Trotzdem glaube ich, dass es da eine ganz spezielle puristische Note gibt, die natürlich auch unseren Produkten anhaftet.

Das Hybrid-Design mit Vorstufenröhre, MOSFET-Treiberstufe und Transistoren in der Endstufe scheint neu für Copland, da man von diesem Unternehmen meist ausschließlich Röhrentechnik gewohnt ist. Geht es dabei hauptsächlich um die mögliche Leistungsausbeute, oder gibt es andere Gründe?

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Das Hybrid-Konzept ist nicht neu für Copland. Während der Neunziger haben wir die „Copland Synectic Amplifiers“, kurz CSA, eingeführt. Wir haben das Konzept schon in den Achtzigern entwickelt und namentlich 1993 zum ersten Mal mit dem Copland CSA 14 auf den Markt gebracht. Mit der Kombination aus Röhre und Transistor kann man die Verstärker deutlich effizienter machen. Und wenn man es richtig angeht, nutzt man beide Techniken für das, was sie jeweils am besten können. Röhren verstärken die Spannung, während die Transistoren die Impedanzen abstimmen und kräftig Strom liefern können.

Der CSA klingt außergewöhnlich präzise und scheinbar ansatzlos dynamisch. Liegt das hauptsächlich an der Transistor-Endstufe?

Nein, das denke ich nicht. Man kann solche Qualitäten sowohl mit Röhren als auch mit Transistoren erreichen. Wichtig ist, dass der Zuhörer am Ende gar nicht merkt, um welche Technik es sich handelt.

Besonders überzeugend klingt auch der integrierte MM-Phonoeingang. Daneben liegt der USB-2-Eingang für den DAC. Ich selbst höre nur noch via Streaming oder Vinyl. Ist der Verstärker vielleicht gezielt auf Hörgewohnheiten des „modernen“ Musikkonsumenten abgestimmt?

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Absolut! Ich habe zwei Teenager zu Hause, die das genauso handhaben: Sie streamen, hören aber auch gerne Vinyl. Gegen Letzteres scheint kein Kraut gewachsen. Es ist anscheinend immer noch ein ästhetisch überlegenes Medium, das es genau aus diesem Grund noch lange geben wird.

Was hören Sie selbst am liebsten?

Da bin ich sicher ein etwas altmodischer Hörer-Typ. Ich liebe Vinyl und CDs, einfach weil ich es schön finde, ein Medium auch in den Händen halten zu können. Ich sammle Tonträger und schaue mir auch gern die Cover an.

Info

Vollverstärker Copland CSA 150
Konzept: integrierter Hybrid-Vollverstärker mit DAC-Einheit, Doppeltriode 6922 in der Eingangsstufe und Transistor-Endstufe
Eingänge analog: 1 x Phono-MM, 3 x Aux (RCA, unsymmetrisch), 1 XLR (symmetrisch), Tape-In
Eingänge digital: USB 2, 2 x optisch, 1 x koaxial
Ausgänge analog: Tape-Out, Kopfhörer, Lautsprecher (Banana, Single-Wire)
Eingangsimpedanz: 50 kΩ
Eingangsempfindlichkeit: 250 mV
Eingangsimpedanz Phono: 47 kΩ
Eingangsempfindlichkeit Phono: 2,6 mV
Ausgangleistung (4/8 Ω): 2 x 230 W/2 x 150 W
Maße (B/H/T): 44/17/37 cm
Gewicht: 15 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 4950 €

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Kontakt

ATR – Audio Trade
Schenkendorfstraße 29
45472 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 882660

www.audiotra.de

www.copland.dk

Copland CSA 150 Hybrid-Vollverstärker

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