Creek Audio Voyage CD

Creek Audio Voyage CD

Voyage, Voyage, plus loin que la nuit et le jour

Creek Audio Voyage CD – Voyage, Voyage, plus loin que la nuit et le jour

Vom CD-Player und D/A-Wandler Creek Voyage lässt man sich gern auf eine musikalische Reise entführen.

Creek Audio Voyage CD

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In aller Kürze

Wer auf der Suche nach einem hervorragend klingenden, solide verarbeiteten CD-Player/DAC mit eleganter Optik ist, sollte sich den Creek Voyage CD anhören.

Creek Audio Voyage CD Navigator


Der gleichnamige Hit der französischen Sängerin Claudie Fritsch-Mentrop (alias Desireless) ging mir durch den Kopf, als ich das Paket mit dem Creek-Player in Empfang nahm. Bisher hatte ich zwar noch keinen direkten Kontakt mit der britischen Firma Creek Audio, die zurückhaltende Optik der Geräte fand ich gleichwohl immer ansprechend. 1982 wurde das Unternehmen von Michael Creek gegründet. Von Anfang an war es sein Credo, klanglich hervorragende Audiokomponenten zu entwickeln, die dank cleverem Design, Verzicht auf überflüssige Ausstattungselemente und optisches Bling-Bling zu einem günstigen Preis angeboten werden können. Ein Konzept, das offenbar auch von Bernd Hömke, dem Inhaber und Geschäftsführer des deutschen Input-Audio-Vertriebs, geteilt wird, besteht sein Portfolio doch im Wesentlichen aus äußerst musikalischen No-Nonsense-Produkten. Davon konnte ich mich bei diversen HiFi-Messen überzeugen. In besonders guter Erinnerung blieben mir die Vorführungen im Rahmen des Krefelder Analog Forums. Hömke gelang es, seinen Setups auch in den akustisch nicht einfachen Räumen begeisternden Klang zu entlocken, und seine Musikauswahl unterschied sich erfrischend von den bekannten Vorführ-Hits. Erfahrene (beziehungsweise strapazierte) Messegänger wissen, was ich meine.

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Die Fernbedienung bietet Zugriff auf alle Fähigkeiten des Spielers.

Wie der Vollverstärker Voyage i20 ist der Voyage CD-Player Teil der seit Anfang 2021 erhältlichen neuen Produktlinie von Creek. Die Entwicklung der Geräte erfolgt in England, produziert wird in Europa. Klangqualität und Verarbeitung sollen laut Hersteller die bisherigen Produkte bei weitem übertreffen. Nachdem ich den Player von seiner Verpackung befreit hatte, bestätigten sich die zuvor erwähnten Ansprüche hinsichtlich optischer und haptischer Aspekte. Die schlichte Eleganz wird über die Proportionen, die Materialauswahl und die Reduzierung der Bedienungselemente generiert. Das solide Gehäuse besteht aus zwei Millimeter dickem, schwarz beschichtetem Stahlblech. Die zwölf Millimeter dicke Frontplatte aus anodisiertem Aluminium (wahlweise in Silber oder Schwarz) wird nur durch den Schlitz des CD-Slot-Laufwerks und eine bündig eingelassene Acrylplatte unterbrochen, die ein dimmbares OLED-Display und sechs Bedienelemente beherbergt. Die Schaltknöpfe mit definiertem Druckpunkt dürften für meinen Geschmack etwas größer sein, was aber der dezenten Gestaltung entgegenstünde. Die Bedienbarkeit leidet darunter nicht, außerdem wird in den meisten Fällen ohnehin die Fernbedienung zum Einsatz kommen. Bei dieser handelt es sich um den üblichen Kunststoffriegel, der auch die Funktionen des Verstärkers Voyage i20 bedienen kann.

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Das Design von Creeks Voyager-Familie ist derart schlicht und zeitlos gelungen, dass man unserem Testkandidaten auf den ersten Blick gar nicht ansieht, was er alles kann: Der CD-Spieler besitzt vier digitale Eingänge plus USB. Seine analogen und digitalen Abgriffe können über eine zuschaltbare Pegelsteuerung geregelt werden. Je nach Anspruch ist der Voyager die einzige Quelle, die man benötigt.

Die Gehäusekanten des Players sind sauber abgerundet, die Stahlbleche kaum sichtbar mit versenkten Torx-Schrauben befestigt. Auf der Rückseite sind sämtliche Anschlüsse, zwei Schalter zur Aktivierung der integrierten Lautstärkeregelung und Auto-Standby-Funktion sowie der harte Netzschalter untergebracht. Alle Buchsen machen einen hochwertigen Eindruck und sind mit dem Stahlblech verschraubt. Der Player steht auf vier soliden Füßen mit weich federnden Gummieinlagen, die den Player weitgehend vom Untergrund entkoppeln. Anscheinend hat der Sparfuchs hier an keiner Stelle sein Unwesen getrieben.

Die Stromversorgung übernimmt ein Schaltnetzteil. Der mögliche Anschlussbereich von 85 bis 265 Volt und 50 bis 60 Hertz macht den Player weitgehend unabhängig von der regionalen Netzspannung. Dank des integrierten Netzfilters und des mitgelieferten abgestimmten Netzkabels braucht man sich um die Stromversorgung vorerst keine Gedanken zu machen.

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Die Stromversorgung des Creek übernimmt ein Schaltnetzteil.

Die Wandlung erfolgt über einen AKM-Chip, der maximal 32 Bit/768 Kilohertz verarbeitet und laut Hersteller mit „Velvet Sound“-Technologie arbeitet. Die Entscheidung für diesen Wandler fiel aufgrund seiner geringen Latenz und hoher Serienkonstanz. Signale werden von dem Slot-Laufwerk, einem StreamUnlimited CD-80, sowie über die digitalen Eingänge entgegengenommen. Es stehen je zwei koaxiale und optische S/PDIF zur Verfügung, die 24/192 verarbeiten, sowie ein USB-Class-2-Eingang, der PCM bis 384 Kilohertz und DSD verarbeitet. Zur feinen Veränderung der Klangcharakteristik bietet der AKM-Chip fünf verschiedene Filter an. Ausgangsseitig gibt’s einen koaxialen S/PDIF und einen optischen Toslink-Ausgang. Die analogen Signale können über unsymmetrische Cinch- oder symmetrische XLR-Buchsen abgegriffen werden. Mithilfe des rückseitig angebrachten Schalters lässt sich die Lautstärkeregelung aktivieren, sodass Endstufen oder Aktivboxen direkt, d. h. ohne zusätzlichen Vorverstärker, angesteuert werden können. Während der Testphase war der CD-Spieler jedoch zumeist analog (unsymmetrisch) mit meinem Vorverstärker verbandelt.

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Die Wandlung erfolgt über einen AKM-Chip, der maximal 32 Bit/768 Kilohertz verarbeitet und laut Hersteller mit „Velvet Sound“-Technologie arbeitet.

Obwohl mir Bernd Hömke versicherte, dass der Player gut eingespielt sei, nutzte ich ihn zuerst einen Nachmittag als Lieferant von Hintergrundmusik, ehe ihm meine ganze Aufmerksamkeit zuteilwurde. Die war dann schnell geweckt, da mir ein Charakter offenbart wurde, den ich hinsichtlich Tonalität und räumlicher Darstellung mit Eigenschaften wie „Klarheit“ und „Definition“ umreißen möchte. Doch ehe ich mich hier weiter in abstrakten Wortkonstrukten verschwurbele, will ich mit Musikbeispielen konkreter werden.

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Das toskanische Duo Musica Nuda mit Sängerin Petra Magoni und Bassist Ferruccio Spinetti interpretiert meist bekannte Popsongs, die durch ihre Reduktion auf Gesang und Bass einen völlig neuen Charme erhalten. Das von seiner Reggae-Rhythmik weitgehend befreite „Is This Love“ von Bob Marley auf der CD Little Wonder lebt von dem virtuosen Spiel Spinettis und Magonis wandlungsfähiger Stimme. Die Klangfülle wird durch Overdubs angereichert, die dem gezupften Kontrabass auch gestrichene und perkussive Elemente beifügen. Die Sängerin begleitet sich selbst auf mehreren Layern, die durch ihre Positionierung auf der virtuellen Bühne sowie diverse Hall- und Echoeffekte ein breites und tiefes Panorama erzeugen. Dabei groovt und swingt es fabulös! Der Voyage CD stellt die Klangquellen detailliert und in allen Dimensionen gestaffelt dar. Das gelingt nicht etwa durch Betonung der oberen Frequenzbereiche, sondern durch die exakte Differenzierung der Klangfarben und Dynamik. Petra Magoni steht mittig, vor die Lautsprecherebene gezogen, auf der virtuellen Bühne. Die begleitenden Stimmen sind in verschiedenen Winkeln und Abständen zu lokalisieren. Echo/Halleffekte verlieren sich tief hinter der Wohnzimmerwand. Die Griffbrettgeräusche sind neben dem knorrig-hölzernen Ton des Kontrabasses sauber zu hören, drängen sich aber nicht ungebührlich in den Vordergrund. Diese Fähigkeit, Details wiederzugeben, ohne den Gesamtzusammenhang der Musik zu stören, hilft besonders bei komplexeren Soundstrukturen.

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In der Mitte des hochkarätigen Anschlussfelds erkennen Sie die beiden Schalter für die Vorstufenfunktion und Auto-Standby.

Auf Klaus Doldingers Passport To Morocco verschmilzt die multikulturell zusammengesetzte Band nordafrikanisch inspirierte Rhythmen und Melodien mit Jazzrock zu einer lebhaften Fusion. Der Creek-Player ist in der Lage, die üppig instrumentierten, vielschichtigen Arrangements wiederzugeben, ohne mich mit einem undifferenzierten Geräuschsumpf zu überlasten. Der Gesang behält seinen rauen Charme, die Saiten der Oud und Guembri ihren typischen Sound. Der Bass, mal langgezogen schiebend, dann wieder hart geslappt, bleibt bis in die tiefsten Lagen straff und durchhörbar.

Tonal ist der Voyage auf der schlankeren, aber keinesfalls kühlen oder gar asketischen Seite unterwegs. Besonders gefällt mir die schlackenlose Wiedergabe des Mitteltonbereichs, sehr schön nachzuvollziehen auf The Women Who Raised Me, dem dritten Album von Kandace Springs. Im Song „Devil May Care“ betört sie mit ihrer sanften Stimme, die aber nicht zu „kuschelig“ wiedergegeben wird. Um meinen Gehörgängen Abwechslung zu verschaffen, schien eine romantische Reise auf die Hebriden das rechte Mittel. Auch hier, mit der Konzertouvertüre Die Hebriden von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Einspielung mit dem Freiburger Barockorchester unter Pablo Heras-Casado, offenbarte der Player seine Qualitäten.

Bildergalerie
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Beim Einsatz des Voyage als DAC meines EC-Laufwerks zeigten sich durchaus Unterschiede, die belegten, dass auch Laufwerke Einfluss auf den Klang haben. Die interessantere Option scheint mir, den Player als digitale Vorstufe zu nutzen. Auf diese Weise ist es möglich, mit Endstufe und Lautsprechern oder sogar Aktivlautsprechern eine Wiedergabekette mit wenig Platzbedarf und Kabelsalat zusammenzustellen. Ich war neugierig, ob man ohne wesentliche Einbußen auf einen Vorverstärker verzichten kann. Angeschlossen an die symmetrischen Eingänge meiner Endstufe tönte es nun ebenfalls sehr sortiert, allein fehlte ein Hauch Lebendigkeit und Charme. Stimmen klangen ein wenig trockener, der triaxiale Ellipsoid der imaginären Bühne zog sich etwas zusammen. Das kann sich in anderen Setups unterschiedlich darstellen, zumal im Vergleich zur EC4.8 ein gewisses Mismatch gegeben ist.

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Die Einflussnahme der fünf Filter ist von subtiler Art. Hier kann man nach Geschmack und entsprechend der Peripherie auswählen. Ich bin bei der Einstellung „natural“ geblieben, weil so – wie sollte es anders sein –am natürlichsten musiziert wurde. Dennoch sind die feinen Klangdesigner eine perfekte Abrundung für diesen durch und durch stimmungsvollen und überzeugenden CD-Player.

Info

CD-Player Creek Audio Voyage CD
Konzept: CD-Spieler mit integriertem Hochbit-DAC und zuschaltbarer Pegelsteuerung
Eingänge digital: USB Class 2 (PCM- und DSD-Betrieb, max. 32/384 asynchron), 2 x S/PDIF koaxial (max. 24/192, galvanische Trennung durch Transformator), 2 x optisch (max. 24/192)
Ausgänge analog: 2 x Cinch unsymmetrisch, 2 x XLR symmetrisch
Ausgänge digital: 1 x koaxial S/PDIF, 1 x optisch
CD-Laufwerk: StreamUnlimited CD-80 Slot-Loader
DAC: AKM AK4493EQ, interne Verarbeitung mit 32/768
Signal-Rausch-Abstand: > 115 dBA
Frequenzgang (±0,1 dB): 20 Hz bis 80 kHz
Kanaltrennung (20 Hz bis 20 kHz): > 9 dB
Betriebsspannungen: automatisch 85 bis 265 V, 50 bis 60 Hz
Stromverbrauch: Standby < 0,5 W, Leerlauf 6 W, bei CD-Wiedergabe max. 10 W
Besonderheiten: 5 Digitalfilter, hochwertige Audiopufferung und Filterung aller Ausgänge, RC-Bus für IR-Extender und serielle Verbindung zum Verstärker Voyage i20
Ausführungen: Gehäuse schwarz; silber oder schwarz gravierte Frontplatte
Maße (B/H/T): 43/6/28 cm
Gewicht: 6,8 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 2670 €

Kontakt

input audio HiFi-Vertrieb
Ofeld 15
24214 Gettorf
Telefon +49 4346 600601

www.inputaudio.de

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