Technics Spezialist 1210berlin

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1210berlin, Berlin – 1210 unlimited

Bei 1210berlin dreht sich alles um den legendären Technics-Dreher

Technics Spezialist 1210 Berlin

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Schnell übersieht man das unscheinbare Ladenfenster im Berliner Reuterkiez, einer Ecke im Norden Neuköllns, in der Luxussanierungen und Häuserverfall oft nur einen Wohnblock voneinander entfernt sind. Lediglich ein roter Leuchtschriftzug und ein schmales Technics-Schild verraten, dass ich hier richtig bin, um Deutschlands profiliertesten Spezialisten in Sachen Technics 1210 einen Besuch abzustatten. Obwohl der Betrieb seit mehr als einem Jahrzehnt existiert, ist er ein Geheimtipp geblieben. Die Kundenliste kann sich trotzdem sehen lassen: Neben Berliner und deutschlandweiten Clubinstitutionen, bekannten DJs sowie jeder Menge Privatkunden findet man dort auch Panasonic-Servicecenter, die selbst keine Versorgung mit alten Teilen mehr haben.

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Dabei versteht man sich gar nicht als reine DJ-Institution. „Eigentlich sind wir in unserem Selbstverständnis ein Bindeglied zwischen Club und HiFi“, erläutert Timur Üzel, nachdem er bemerkt hat, wie mein Blick an einer sauber revidierten McIntosh-Kombi hängen bleibt. Nein, die stehe nicht zum Verkauf, sie diene den eigenen Hörgelüsten. Aber das wunderbar restaurierte Paar Tannoy Westminster, das gerade den vorderen Ladenteil mit japanischem Jazz beschallt, stehe mitsamt komplettem Zubehör zum Verkauf. Auch wenn sich das Neuköllner Team auf sämtliche Generationen des Technics 1200/1210 spezialisiert hat, so findet sich doch auch die ein oder andere Perle audiophilen Equipments oder analoger Studiotechnik im Sortiment wieder.

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Damit enden die Gemeinsamkeiten mit einem Händler aber auch schon. Spätestens beim Tritt hinter die Ladentheke von 1210berlin, hinein in die heiligen Lager- und Werkstatträume, die bis in den weit verzweigten Keller hinabreichen, wird klar, dass ich hier in einer Art Hexenküche stehe, in der jedes nur erdenkliche Utensil dazu bestimmt ist, eine Legende am Leben zu erhalten. Dies ist alles meilenweit vom einem DIY-Betrieb entfernt, der hobbymäßig alte Plattenspieler in Gang setzt. Ein exakt definiertes Organisationsmanagement regelt, welche Arbeitsprozesse innerhalb des Hauses in Neukölln stattfinden und welche über eine erweiterte Werkbank außerhalb der eigenen vier Wände erfolgen. Ziel ist es aber immer, eine japanische Präzisionsfabrik der 1980er Jahre abzubilden. „Für uns ist es mittlerweile eine eigene Welt, eine professionelle Blase, in der wir uns bewegen, sobald wir den Laden betreten“, berichtet Timur Üzel. „Wir kommunizieren mit Technics-Nerds weltweit und greifen auf Wissen aus unserem Netzwerk vor Ort zurück und geben dies auch an neue Leute im Team weiter. Gewissermaßen sind wir eine Art Hogwarts für den Technics 1210.“

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Nun gilt ein MK 2, insofern man ihn als HiFi-Gerät betreibt, eigentlich als unkaputtbar, Unfälle und unsachgemäße Bedienung einmal ausgenommen. Anders sieht dies im professionellen Betrieb aus, auch wenn sich dort der Dreher gerade wegen seiner Robustheit durchgesetzt hat. Bis ein 1210 in Neukölln auf dem Operationstisch landet, muss schon einiges passieren, häufig seien nur minimalinvasive Eingriffe wie etwa das Tauschen des Pitch-Faders oder der Beleuchtung notwendig. Bei ganz alten Modellen komme es auch mal vor, dass das Material der Füße spröde werde, aber Operationen am offenen Herzen seien eher selten. Selbst Tonarme sind nach harten DJ-Jahren kaum Totalausfälle, meist sind sie in der hauseigenen Werkstatt mit Spezialgerät und kundigen Handgriffen wieder in Gang zu bringen. Auf der Drehbank im Keller modifiziert der am Helmholtz-Institut ausgebildete Techniker Fabian Bieder zusammen mit seinem Kollegen Mike Giddens die Tonarme derart, dass sie vollwertige japanische Präzisionskugellager aufnehmen können.

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Die original verbauten Kugelkränze waren nicht für eine derartig langlebige Nutzung ausgelegt. „Refurbished“ heißt hier also nicht, dass Geräteteile irgendwie instand gesetzt werden, sondern mögliche Schwachstellen des Originals entdeckt und verbessert werden. Und sollte gar nichts mehr gehen, ist da noch die große Sammlung an originalverpackten NOS-Tonarmen, auf die sich zurückgreifen lässt. Wenn es mal Totalausfälle gibt, dann betrifft dies vor allem das Optische des 1210: Harter Club-Einsatz oder schludriger Umgang in den eigenen vier Wänden können selbst die massive Oberfläche eines Drehers made in Japan in arge Mitleidenschaft ziehen. In den Werkstatträumen betrachte ich einen ganzen Stapel solcher geradezu mumifizierten Chassis-Oberteile und schaue dann erstaunt auf einen runderneuerten 1210, dessen Chassis nicht von einem Neugerät zu unterscheiden ist.

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Aber 1210berlin ist mehr als nur ein Reparaturbetrieb. Spezialisiert hat man sich auch auf Sonderwünsche und Optimierungsstrategien. Hoch im Kurs stehen derzeit Umbauten auf ergänzende 78 rpm, die ab Werk nur beim MK IV vorgesehen waren. Es ist die große Zahl an DJs, die sich auf Swing und Tiny-Hop spezialisiert haben. Längst sind Swing-Partys ein nerdiges Großstadtvergnügen geworden, die nicht mit mittelmäßigen Reissues, sondern mit Original-Vinyl beschallt werden wollen. Für alle Umbauten und Wartungen in Sachen Elektronik steht 1210berlin mit Andreas Giesecke ein Elektrotechniker mit jahrzehntelanger Erfahrung zur Verfügung, der, wie Üzel es ausdrückt, mit ICs sprechen könne. Überhaupt lebt man von einem weitgespannten Netzwerk, das für den hohen Standard der Überarbeitungen garantiert. Fest in Laden und Werkstatt sind meist drei bis fünf Mitarbeitende zu finden, innerhalb des Netzwerks engagieren sich aber mehr als ein Dutzend Leute für unterschiedliche Spezialgebiete.

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Nun mögen Sie sich vielleicht an dieser Stelle fragen, was der Ausflug in die professionelle Welt des 1210 Ihnen als Freund des audiophilen Musikhörens bringt. Längst ist der 1200/1210 ja als Modell G oder auch als GR wieder in den Regalen der HiFi-Läden zu finden; und mit dem MK 7 steht sogar ein Remake des legendären MK 2 zur Verfügung. Aber lediglich das teure Modell G ist noch made in Japan, die Produktion der beiden anderen wurde in asiatische Billiglohnländer „outgesourct“. Stellt man einen gut erhaltenen MK 2, einen MK 7 und einen GR nebeneinander und widmet sich dann mal ausgiebig der mechanischen Qualität, wird schnell ersichtlich, was einen MK 2 made in Japan auszeichnet. Liebäugelt man tatsächlich mit der Anschaffung eines 1200 oder 1210, der sich übrigens bei so einigen HiFi-Redakteuren im Gerätepark wiederfindet, sollte man tatsächlich auf einen kompletten Refurbished MK 2 setzen.

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Nicht nur, dass man ein Gerät bekommt, das sich weder optisch und schon gar nicht technisch von einem ehemaligen Neugerät unterscheidet, man hat auch die Gelegenheit, gleich einige individuelle Spezialwünsche zu äußern, seien es Umbauten auf alternative Tonarme oder sonstige Specials – mit Timur Üzel und seiner Crew lässt sich vieles absprechen. Da einige Umbauten aber natürlich Zeit kosten und mitunter einige Bauteile erst organisiert oder speziell angefertigt werden müssen, ist ein Refurbished-Modell freilich nicht „to go“ zu haben; da aber dies mit Sicherheit ein Technics fürs Leben sein dürfte – was beim MK 7 oder GR nicht zwingend der Fall sein muss –, kommt es hier auf einige Tage Lieferzeit nun wahrlich nicht an; und mit um die 1200 Euro liegt man preislich gar noch unter dem Modell GR. Es gibt also gleich mehrere Gründe, sich bei Interesse mit dem Team von 1210berlin in Verbindung zu setzen.

Kontakt

1210berlin
Liberdastraße 10
10247 Berlin

www.1210berlin.de

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Eine ausführliche Dokumentation zum Technics 1210 von 1210berlin-Mitarbeiter Felix Hildebrand: www.1210berlin.de/legacy

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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