HiFi Forum Baiersdorf

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Auf die Idee kommt es an

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HiFi Forum Baiersdorf – Auf die Idee kommt es an

Custom Installation führt in unserer Branche ein merkwürdiges Schattendasein. Das HiFi Forum Baiersdorf betreute bereits zahllose solche Projekte. Wir sprachen mit den engagierten Tüftlern über ein Thema, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Analog oder digital, Röhre oder Transistor, Standbox oder kompakt … In einem Themenbereich, der von persönlichem Geschmack und subjektiven Eindrücken geprägt wird, erscheint es nur logisch, dass unterschiedlichste Ansprüche aufeinanderprallen und sich gelegentlich unüberwindbare Gräben auftun. In einem Aspekt von HiFi und Heimkino herrscht unter Kennern – egal ob Profi oder Hobbyist – jedoch eine seltsame Harmonie bzw. Einigkeit: Multiroom und Custom Installation (CI) haben hierzulande abseits von „murksigen“ WiFi-Konzepten und Hotels keine Chance. Unsere Gebäude seien einfach zu kompakt und stabil, die Technologie zu vertrackt und kurzlebig, um bei Neubauten über Jahrzehnte vorausplanen zu können. Also lässt man es besser bleiben. Außerdem mieten die Menschen doch viel zu gern. All das mache die smarte, dezente oder unsichtbare Integration von (Heimkino-)Anlagen knifflig und kostspielig, wenn nicht sogar unmöglich. Und ehe Sie sich fragend die Stirn kratzen: Das sind keine heruntergebeteten Klischees. Es ist genau das, was wir in Gesprächen mit Herstellern, Händlern und Konsumenten aufschnappen.

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HiFi Forum Baiersdorf

Wie Sie sich vielleicht erinnern, berichteten wir hier über die spannenden Projekte des fränkischen HiFi Studio Baiersdorf. Inhaber Heiko Neundörfer und sein Team haben sich mittlerweile zu Spezialisten auf ihrem Gebiet entwickelt und liefern die muntere Antithese zu obigen Behauptungen: Die unermüdlichen Tüftler können einen ganzen Katalog abgeschlossener Installationen vorweisen, die sie von der Planung über die (partielle) handwerkliche Umsetzung bis zur Endabnahme betreuten. Diese verblüffende Quantität an Projekten weckte unser Interesse. Wie uns Neundörfer und sein Planungsleiter Matthias Bouecke erklärten, realisiert das HiFi Forum mittlerweile im Wochentakt „kleinere Wohnraumgestaltungen“. Komplexe Anfragen – hier sprechen wir über die Planung vollständiger Konzepte und Gebäude – gebe es immerhin ein bis zwei pro Quartal. Von einer brachliegenden CI-Landschaft kann also keine Rede sein. Wir wollten wissen, wie genau solche Projekte ablaufen, wo ihre Tücken und Eigenheiten liegen, und vor allem, warum sie in der Außenwahrnehmung kaum stattfinden.

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Wie uns der „Anlagenberater“ Matthias Bouecke im Gespräch erklärte, gibt es drei Ebenen von Projekten. Der einfachste Fall gehört wahrscheinlich für jeden HiFi-Händler zum Alltag: Kunden, die eine neue Kette erwerben, können eine Vor-Ort-Installation buchen. Dazu gehört nicht nur, dass die Baiersdorfer vorbeikommen und die neuen Geräte ins Rack stellen. Falls erwünscht, werden Verkabelungskonzepte ausgearbeitet und gegebenenfalls auch maßgeschneidert konfektioniert und so verlegt, dass sie nicht mehr (oder nur noch auf den zweiten Blick) sichtbar sind.

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Level zwei findet in der Regel bei Kunden statt, wie uns Bouecke erläutert, die Schritt Nummer eins bereits hinter sich haben. Der Händler aus Baiersdorf führt durchaus auch „normale“ HiFi-Racks in seinem Sortiment, für eine dezentere Unterbringung schneidert das Team allerdings auch Möbellösungen nach Maß. Das kann ein „einfaches“ Rack-System sein, das Schubladen und Türen integriert, um wuselige Komponenten wie den Streamer, eine Spielekonsole oder den Strippensalat hinter einem AV-Receiver verschwinden zu lassen. In Kooperation mit Schreinereien und Schlossern kann aber praktisch jeder Wunsch umgesetzt werden. Zu den typischen Maßanfertigungen zählen etwa HiFi-Regale, die gleichzeitig als Vitrinen genutzt werden können, integrierte Beleuchtung oder ganze Schrankwände, die Leinwände nach dem Filmabend verschwinden lassen.

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Nummer drei sind die selteneren, in ihrem Aufwand auch deutlich komplexeren Komplett-Planungen. Gemeint sind vollständige Haus- und Wohnungsprojekte, die in aller Regel durch eine Kernsanierung oder einen Neubau angestoßen werden. Bezeichnenderweise, so Bouecke, seien die Kunden normalerweise keine Highender. Das HiFi Forum arbeite seit Jahren mit einem festen Bestand hochwertiger Schreiner, Tischler, Elektriker sowie weiteren Handwerkszweigen zusammen. Und wenn bei einer Hausplanung oder einer Sanierung Themen wie Entertainment, Smart Home oder Netzwerk auftauchen, suchten die den Kontakt zu den erfahrenen Planern aus Baiersdorf. Diese Projekte seien die spannendsten, so Bouecke, weil man „von Anfang an dabei ist und die Baustelle am Ende als Letzter verlässt“. Zugleich seien sie ziemlich knifflig und bisweilen auch schon mal nervenaufreibend, da es meist großer Anstrengung bedarf, die gesteckten Ziele und Ideen in die Praxis zu übertragen. Nicht selten steht so ein Smart-Home-Konzept, noch ehe der erste Tropfen Beton fürs Fundament des Gebäudes gegossen wurde.

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In der Regel hätten die Kunden bei Beginn der Planung nur eine vage Vorstellung von dem, was machbar ist. Das sei grundsätzlich ein Vorteil, da man sich so nicht auf die Elektronik selbst versteife, sondern in Gesprächen einen soliden Kompromiss aus Optik, Machbarkeit und – natürlich – Bezahlbarkeit ausarbeite. Als Beispiel dafür kamen wir in unserem Gespräch immer wieder auf ein Projekt, das die Planer aus Baiersdorf „Firewall“ tauften. Die Eigentümerin des Hauses hatte eine klare Vorstellung von einem Kamin, der direkt neben der Glaswand zum Garten stehen sollte. Außerdem sollte die Technik unsichtbar sein und die (eigentlich für den Fernseher vorgesehene) Wand ein Gemälde aufnehmen. Da der Architekt einen Teil des Wohnraums für einen Arbeitsbereich mit einer halboffenen Wand abtrennte, standen die Rahmenbedingungen für die Anlage schnell fest: Bouecke entschied sich für eine Leinwand, die bei Nichtnutzung eingefahren wird. Besonders vertrackt sei gewesen, dass man bei jedem Schritt die Temperatur des benachbarten Kamins berücksichtigen musste. So wurden der linke In-Wall-Lautsprecher und Subwoofer, in dem Fall Modelle von B&W, in temperaturbeständigen Dämmstoff eingebettet. Die Leinwand fiel kleiner aus als möglich, da die Planer vermeiden wollten, dass das empfindliche lichtverstärkende Material Wellen schlägt oder andere Reaktionen auf die ungewohnte Hitze zeigt. Das habe hier und dort sogar zu Unverständnis geführt, wie Bouecke als Anekdote anmerkt. Wenn eine Leinwand im Spiel sei, so erklärt er uns, gehen praktisch alle Beteiligten davon aus, dass die Bildgröße bis zum Maximum ausgereizt werden müsse. Genau wie der Architekt oder Schreiner sei er aber immer wieder zu Kompromissen gezwungen.

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An anderer Stelle konnte er sich allerdings mit einer Idee durchsetzen, die maßgeblichen Einfluss auf die Raumgestaltung hatte: Da der Kamin ohnehin von einem kleinen Sims umgeben war, schlug der Planer vor, eine durchgehende Sitzbank einzufügen, die über die Länge der gesamten Wand verläuft. Dieser Kniff brachte viel Platz, um die Komponenten der Anlage unterzubringen. Man sollte sich so ein integriertes AV- oder HiFi-AV-System übrigens nicht als geschlossenes Biotop vorstellen. Natürlich kommen die Eigentümer später einfach an ihre Geräte heran. Die Besitzerin der „Firewall“ hat ihre Anlage, die zunächst nur aus einem AV-Receiver von Marantz und aus einem Blu-ray-Spieler von Oppo bestand, mittlerweile um ein Apple TV und eine Spielekonsole erweitert, wie Bouecke zu berichten weiß.

Interessanterweise führten die räumlichen Einschränkungen schließlich sogar zu einer Verbesserung der Anlage. Durch die erwähnte Trennwand zum Arbeitsbereich ließen sich die Surround-Lautsprecher nicht hinter dem Sofa unterbringen; Bouecke und sein Team platzierten sie also kurzerhand in der Decke. Da diese für die zusätzlichen Lautsprecher nun ohnehin abgehängt werden musste, fügten sie gleich noch Dolby-Atmos-Kanäle hinzu. „Und wo wir einmal dabei waren, haben wir auch noch Raumakustik-Module hinzugefügt, die das Zimmer so dämmen, dass es nicht unnatürlich wirkt.“

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Perfekt inszenierte Hörner von Avantgarde Acoustic.

Wie uns der erfahrene Planer des HiFi Forums abschließend erzählte, sind die Eigentümer der größeren Projekte übrigens nicht immer so HiFi-fern. Er hätte schon einzelne Fälle erlebt, in denen vor allem die Lautsprecher als einzig sichtbarer Teil der Systeme inszeniert werden sollten. Konkret erinnerte er sich dabei an eine Anlage mit riesigen Hörnern von Avantgarde Acoustic, die als einziger Teil der Kette vor einer durchgehenden Glasfront sichtbar sein sollten. Auch hier war natürlich eine motorisierte Leinwand im Spiel. Ein anderer Kunde wollte seine Piega-Standlautsprecher in Szene setzen und gestaltete mit den Baiersdorfern eine Möbellösung, die auch farblich mit den Aluminium-Skulpturen harmonierte. Sie sehen schon – ist der Spieltrieb bei den Kunden erst einmal geweckt …

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Kontakt

HiFi Forum
Breslauer Straße 29
91083 Baiersdorf bei Nürnberg
Telefon +49 9133 606290

www.hififorum.de

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