Fischer & Fischer Klein Lautsprecher

Fischer & Fischer Klein

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Fischer & Fischer Klein – Kistchen aus der Grube

Nomen est Omen? Aber sicher doch. Nach ihrem Namen bewerten sollte man die Fischer & Fischer Klein aber nicht. Eher im Gegenteil …

Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
Wie klein die Lautsprecher sind, erahnt man erst, wenn man sie auf ihren Ständern verschraubt. Unscheinbar am Fußende: eins der separaten Gehäuse, in denen die Frequenzweichen untergebracht sind. Da die beigelegten Strippen ausreichend lang sind, kann man die Weichen bequem im Rack, im Regal oder anderswo verstecken.

„Fest gemauert in der Erden /Steht die Form, aus Lehm gebrannt / Heute muss die Glocke werden / Frisch, Gesellen, seid zur Hand.“ Okay, nicht ganz korrekt. Ersetzen Sie „Lehm“ durch „Schiefer“ und „Glocke“ mit „Lautsprecherbox“, dann sind Sie ganz nah dran am Tagesgeschäft von Fischer & Fischer aus dem sauerländischen Schmallenberg. Seit fast 40 Jahren entwickelt und fertigt Firmengründer Thomas Fischer mit einem kleinen Team seine exquisiten Schallwandler mit den charakteristischen Gehäusen aus Naturschiefer. Im Grunde ein idealer Werkstoff für den Lautsprecherbau, da er extrem resonanzarm ist. Eine zusätzliche Innenbedämpfung des Korpus ist überflüssig, was sich wiederum positiv auf den Wirkungsgrad auswirkt. Nachteil: Die Dinger sind extrem schwer. Wer seinem Rücken Gutes will, sollte eine Fischer & Fischer niemals ohne helfende Hände aufstellen, geschweige denn eine Treppe hochschleppen wollen. Zumindest nicht die Standlautsprecher.

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Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
10 Extrapunkte kassiert die kleine Klein schon deswegen, weil sie den sympathischen Speakon-Stecker verwendet. Die erforderlichen Strippen sind im Lieferumfang.

Sozusagen direkt unter Thomas Fischers Füßen, genauer: im Fredeburger Zug des Ostsauerländer Schiefersattels, wird das Millionen Jahre alte Gestein aus dem Stollen Magog gesägt und von Schieferspaltern – diesen uralten und hochspeziellen Handwerksberuf gibt es tatsächlich – in zentimeterdicke Platten geschnitten. Daraus entstehen Klangmonumente wie die mehrteilige und mannshohe SN/SL 1000, in die sich unter anderem Ex-Formel-Eins-Weltmeister Mika Häkkinen verliebt haben soll. Am anderen Ende der Fischer’schen Gewichts- und Größenskala steht nun die neue Zweiwege-Kompaktbox „Klein“. Der Name ist Programm: Das handliche Schieferkistchen ist kleiner als ein Schuhkarton und mit knapp acht Kilogramm für die gewohnten Maßstäbe des Sauerländer Herstellers geradezu ein Fliegengewicht.

Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
Die Gegenüberstellung beweist: Auch mit viel gutem Willen hätte die hochkarätig bemannte Weiche nicht in die Box gepasst – oder die Klein wäre einfach nicht mehr klein gewesen.

Die Platzverhältnisse innerhalb des nur 20 Zentimeter hohen, 13 Zentimeter breiten und 20 Zentimeter tiefen Korpus sind so knapp bemessen, dass für die Frequenzweiche kein Raum übrig blieb. Sie wurde ausgelagert und fand in zwei externen Gehäusen – logisch, für jeden Kanal eins – Unterschlupf. Wer die Klein nun mit seinem Verstärker verbindet, schließt die Frequenzweichen, die als impedanzkorrigierte Tiefpassfilter zweiter Ordnung ausgelegt sind, mit einem handelsüblichen Lautsprecherkabel an den Amp an, die Weichen selbst werden über ein aus dem Pro-Bereich bekanntes Speakon-Kabel mit bombenfest arretierbaren Steckverbindern (so genannten „Neutrik“-Stecker“) kontaktiert. Letzteres liefert der Hersteller mit.

Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
Eine piekfein verarbeitete Augenweide.

Konzipiert ist die Ultrakompaktbox nicht nur für die Anwendung im Nahfeld: Sie kann auf dem Schreibtisch, dem Sideboard, in einem Regal oder auf passenden Ständern – selbstverständlich mit Schiefersockel – Platz finden. „Wir haben mit der Klein schon Räume mit einer Grundfläche bis zu 100 Quadratmetern bespielt, und die Leute haben gefragt, wo wir die Standbox versteckt haben“, schmunzelt Thomas Fischer. Dafür ist sie aber eigentlich nicht gedacht, wie er gleich klarstellt. „Rockparties kannst du mit ihr nicht veranstalten, dafür gibt es geeignetere Lautsprecher.“

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Von nichts kommt nichts. Der langhubige Tief- Mitteltöner der Klein mit seiner großen hinterlüfteten Spinne trägt sicher zum vorbildlichen Klangergebnis bei.

Ursprünglich war der Winzling gar nicht für den europäischen Markt gedacht. Der chinesische Importeur richtete sich mit dem Wunsch an die Sauerländer, ob sie nicht einen handlichen Aktivmonitor für den asiatischen Markt entwickeln könnten. Und so durchdachten die Schmallenberger Köpfe diverse Varianten, wobei sich eine Aktivversion sehr schnell als kalkulatorisch nicht realisierbar herausstellte. Die schon sehr frühe Idee, mit externen Frequenzweichen zu arbeiten, erwies sich dann aber auch für einen Passivlautsprecher als überaus vorteilhaft, werden so doch Mikrofonieeffekte vermieden. Und möchte man das System zu einem späteren Zeitpunkt eventuell doch „aktivieren“, ist das unkompliziert machbar. Gesagt, getan – die Chinesen waren vom Ergebnis begeistert und dabei sogar die hauptsächlichen Namensgeber der Klein. Die heißt nämlich nicht nur so, weil sie es ist, sondern weil man in Fernost das Wort auch aussprechen kann. „Ich habe meinen chinesischen Importeur gefragt, wie die Box denn heißen soll. Was ist das Gegenteil von „groß“? Na also …“, lacht Thomas Fischer.

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Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
Der Kopf hinter der Klein, Thomas Fischer, mit seiner aktuellen Kreation.

Er entschloss sich Anfang des Jahres, die kleine Box im Rahmen der Norddeutschen HiFi-Tage auch dem hiesigen Publikum vorzustellen und die Reaktionen zu testen. Die waren durchschlagend, noch während der Messe wurden drei Paare verkauft! Seit dem Frühjahr ist die Klein also auch ganz offiziell in Deutschland erhältlich und erfreut sich großer Beliebtheit. „Zum einen bei Bestandskunden, die bereits ein größeres Modell von uns besitzen und sich die Klein nun auch noch für’s Arbeits-, Ess-, oder Schlafzimmer gönnen“, erläutert Thomas Fischer. „Zum anderen generieren wir aber durchaus neue Zielgruppen, die durch diesen Lautsprecher erst auf uns aufmerksam werden und die eine platzsparende Lösung suchen, mit der sie dennoch ernsthaft Musik hören können.“

Bildergalerie

„Ernsthaft“ ist das Stichwort: Ein Spielzeug ist die elegante Kleinbox trotz ihrer geringen Abmessungen ganz und gar nicht! Die externen Frequenzweichen sind überaus hochwertig bestückt und sorgsam abgestimmt. So erreicht die „Klein“ nach Angaben des Firmenchefs eine untere Grenzfrequenz von immerhin 60 Hertz. Man darf also von veritabler Basswiedergabe sprechen, die der zehn Zentimeter durchmessende Langhub-Tiefmitteltöner aus seiner Papiermembran drückt. Und in der Tat kann man ihm bei höheren Pegeln bei der Arbeit zusehen. Daft Punks „Lose yourself to dance“ von Random Access Memories bringt den kleinen Treiber optisch ganz schön in Wallung. Akustisch lässt sich keine übermäßige Anstrengung konstatieren. Die elektronisch generierten Tief- und Subbasspassagen trauen sich freilich nicht in den tiefsten Oktavenkeller hinunter, besitzen aber ein glaubwürdiges Fundament und Struktur. Wie von den großen Fischer-&-Fischer-Modellen gewohnt, zieht die Klein eine straffe und trockene Basswiedergabe einer saftigen Wuchtigkeit vor. Und das funktioniert auch in meinem knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum, freistehend auf Ständern. Wer die kleine Schieferschönheit stressen will, muss es schon übertreiben: Manowar´s Metalhymne „Warriors of the World“ auf Rechtsanschlag mag sie nicht, Alin Coens wunderbar gefühlvoll vorgetragenes „Entflammbar“ dafür umso mehr. Der berührend-zerbrechliche Gesang der Hamburger Songwriterin kriecht über die Klein regelrecht unter die Haut, kommt authentisch und unverfälscht zu Gehör. Ihre eher neutrale, aber nie unterkühlt wirkende Tonalität hat sie von ihren großen Geschwistern geerbt, ihre lebendige, ja geradezu mitreißende Spielfreude auch. Es macht einfach Spaß, der „Klein“ zuzuhören, zumal sie auch im Hochton treffsicher die Balance zwischen reichhaltiger Information, einem gewissen Maß an Frische und großer Detailverliebtheit zu wahren weiß. Selbst wenn das Musikmaterial mal nicht so ganz meisterlich produziert wurde, „beißt“ die 22-Millimeter-Kalotte nicht direkt ins Ohr, goutiert gleichwohl hochwertige Aufnahmen mit seidiger Geschmeidigkeit und Subinformationen über die Beschaffenheit des Raumes.

Fischer & Fischer Klein Lautsprecher
Die Klein: kleiner als eine FIDELITY hoch ist.

Was zunächst wie eine verspielte Fingerübung des Schmallenberger Traditionsherstellers – nach dem Motto „Lass uns doch mal was ganz anderes machen!“ – anmutet, entpuppt sich als ernsthaft durchentwickelter Kleinlautsprecher, der ein echter Problemlöser ist. Die Klein spielt überall da richtig groß auf, wo Platz eine knappe Ressource ist. Allerdings ist sie keinesfalls aufs Nahfeld beschränkt, auch frei aufgestellt kann sie überzeugen. Logisch, dass sich Fischer-&-Fischer-Fans in dieses „Kleinod“ verlieben. Sie dürften aber nicht sehr lange unter sich bleiben.

Wir meinen

Ultrakompakter Lautsprecher mit musikalischem – und erstaunlich vollständigem – Charakter. Auch das Gehäusematerial macht die Klein in ihrer Klasse einzigartig.

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Fischer & Fischer Klein Navigator

 

Info

Lautsprecher Fischer & Fischer Klein
Konzept: Bassreflex-Kompaktmonitor mit ausgelagerter Frequenzweiche
Frequenzgang: 60 bis 30 000 Hz
Impedanz: 4 Ω
Empfindlichkeit: 85 dB
Maximaler Schalldruck: 105 dB
Frequenzweiche: extern, impedanzkorrigierte Filter 2. Ordnung
Bestückung: 100-mm-Langhub-Tiefmitteltöner mit Papiermembran, 22-mm-Kalottenhochtöner mit Gewebemembran und Neodym-Magnetsytem
Anschlussterminal: Single-Wire
Gehäuse: 12/20 mm starke resonanzarme Naturschieferplatten
Maße (B/H/T): 20/13/20 cm (Lautsprecher), 17/9/20 cm (Weiche)
Gewicht: 7 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Paarpreis: um 2800 €, Ständer 780 €

Kontakt

Fischer & Fischer HiFi Lautsprecherboxen
Bahnhofstraße 2
57392 Schmallenberg
Telefon +49 2974 83484

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www.fischer-fischer.de

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