Innuos Statement

Innuos Statement Musicserver/Ripper

Never let me down again

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Innuos Statement – Never let me down again

Innuos Statement – ein Name, der ein großes Versprechen in sich trägt. Der wuchtige Server stellt aber nicht nur unter Beweis, dass er ihn zu Recht trägt, sondern überraschte uns mit innovativen sowie konsequenten Ansätzen. Ein musikalischer Höhenflug mit ungewohnter Quellenlage.

Innuos Statement
„Bitte nicht trennen!“: Ripping-Server und Netzteil sind optisch aufeinander abgestimmt und funktionieren ohne isolierenden Rack-Boden dazwischen hervorragend.

„Bzssst“ – mit leisem Surren verschwindet die erste CD im Slot des Servers. Vor wenigen Minuten noch musste ich im Keller für Chaos sorgen, mehrere Umzugskisten durchstöbern, um einen repräsentativen Stapel optischer Medien zusammenzustellen. Physische Tonträger sind – abgesehen von einer überschaubaren, aber erlesenen Plattensammlung – vor Jahren aus meinem Sichtfeld verschwunden. Einen Augenblick lang fixiere ich das iPad und wundere mich, warum die Anzeige kein Feedback gibt, mich etwa fragt, was das Laufwerk mit dem glänzenden Datenträger anfangen soll. Ich will gerade in die Strukturen des Geräte-Setups abtauchen, als ich leise, vertraute Geräusche vernehme … der Ripper hat ohne mein Zutun losgelegt. Einige Minuten später – bzssst – spuckt er die handwarme CD wieder aus.

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Diesen Vorgang wiederhole ich etwa zwanzigmal, was zu meinem Erstaunen kaum zwei Stunden erfordert. Trotzdem keine Spur von Oberflächlichkeit. Der Statement nimmt es selbst mit arg geschundenen Medien auf. Für solche Gelegenheiten habe ich eine Handvoll CDs zur Seite gelegt, die über Jahre in den Wechslern verschiedener Autos reifen konnten. Vor diesem zerschrammten Häufchen Elend kapitulierten schon etliche Lesegeräte, was ich ihnen keineswegs verübelte. Der Innuos hingegen nimmt sich die Zeit, liest auch diese Tonträger klaglos ein, wenngleich ich mir keine allzu großen Illusionen über die Ergebnisse mache. Zaubern kann er schließlich auch nicht.

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Man beachte den „Streamer“-Abgriff und die abgesetzte USB-Buchse links vom Anschlussfeld. Beide sind mit eigenen „Re-Clockern“ ausgestattet, die den Takt reinigen und eine besonders integre Datenlage für DACs und Streamer offerieren. Das setzt Innuos‘ binärem Musiklieferanten ein klangliches Sahnehäubchen auf.

„Wir hatten reichlich Gelegenheit, unsere Software zu optimieren“, erklärt mir der Schöpfer des Kolosses, Nuno Vitorino, tags darauf. Ich sitze beim Telefon-Interview in der Ismaninger Redaktion, er in seinem Homeoffice in Portugal. Intelligenz und Routinen des Statement sind tief im maßgeschneiderten Betriebssystem „innuOS“ verankert, an dem der Hersteller seit der Firmengründung 2009 feilt, schleift und verbessert. Nachdem der Server ein Medium erkannt hat, konsultiert er eine ganze Reihe vorgegebener Online-Datenbanken, stöbert bei Free DB, MusicBrainz, Discogs und GD 3 nach identischen, widersprüchlichen oder sich ergänzenden Meta-Tags und trifft anschließend alle Entscheidungen selbst. Mit exzellenter Trefferquote, wie ich später feststelle. Die Tags passen und sind ausführlich. Nur an den Genres schraube ich hier und dort – da hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Nachdem alle Tags gefunden sind – wir sprechen hier von wenigen Sekunden –, startet der Server ohne Umschweife den Ripping-Vorgang, schält die Binärdaten mit abgestimmter Umdrehungszahl aus dem optischen Medium, wandelt das bitperfekte PCM-Signal ins gewünschte Tonformat und parkt das verlustfreie Abbild der CD in seinem SSD-Speicher.

Ein Terabyte fasst die Grundversion des Musikcomputers, was für rund 2000 unkomprimierte (WAV- oder AIFF-)Alben reicht. Im FLAC-Format, das bei unserem Testgerät voreingestellt war, spart man zusätzlich 30 bis 40 Prozent Speicherplatz, es dürften so an die 2800 Tonträger lagerbar sein. Damit begnügen muss man sich nicht. Der Hersteller liefert sein Flaggschiff mit bis zu 4 Terabyte aus – und auch die lassen sich noch auf unterschiedliche Weise expandieren. Das bestens beleumundete Teac-Laufwerk kenne ich von früheren Gelegenheiten, besitze selbst einige externe USB-Versionen davon. Man kann es als solide, langlebig und äußerst präzise einstufen. Es handelt sich im Statement jedoch nicht um die gewöhnliche Ausführung, sondern um den „Industry Grade“-Ableger, der an OEM-Partner herausgegeben wird. Der sei noch etwas resoluter, erklärt mir Vitorino, und vor allem so gut verfügbar, dass er sich im Falle eines Falles auch nach Jahren noch problemlos ersetzen lasse. Ein Aspekt, den man am Ende des optischen Zeitalters wertschätzen sollte. Und ein Beispiel für die vielen durchdachten Details des Servers.

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Da beide Komponenten bevorzugt direkt aufeinander stehen sollten, kann die Verbindung zwischen beiden kurz ausfallen.

Doch ehe wir auf andere Feinheiten eingehen, sollte ich gestehen, dass ich ein wenig Respekt vorm Klang meiner Ripping-Experimente hatte. Rund 6500 CDs lagern in meinem Keller, die ich in mehreren Durchgängen mit unterschiedlichen Laufwerken und Programmen auf Festplatten gebannt habe, die heute meine Haupt-Musikquelle bilden. Mehrere Jahre Arbeit und Mühe, die ich ungern wiederholen möchte, sollte sich der Statement als überlegen herausstellen. Und natürlich werden meine Befürchtungen bestätigt: Beim späteren Abhören und Vergleichen muss ich mir eingestehen, dass der Statement exzellente Arbeit leistet, seinem Namen beim Auslesen und Archivieren der Tonträger alle Ehre macht. Die Medien klingen hier einen Hauch plastischer und transparenter als von meiner Festplatte, scheinen mehr Ruhe zu haben. In die Verlegenheit, über einen neuerlichen Ripping-Rundumschlag nachzudenken, komme ich aber gar nicht erst, da die zentrale Stärke des Servers an einer ganz anderen Stelle liegt.

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Noch während der Statement mit dem Auslesen meiner CDs beschäftigt ist, entdecke ich nämlich in der Remote-Oberfläche einen Eintrag für die unterstützten Webdienste: Die Streaming Bridge des Servers kann Internetradio, Tidal, Qobuz und Spotify wiedergeben. Kurzerhand tippe ich die Daten meines Tidal-Accounts ein und startete über eine zweite App – dazu gleich mehr – eine x-beliebige Zufallsliste. Und es gefällt dem Schicksal, mir nicht nur eine perfekte Beschreibung für meine ersten Höreindrücke zu liefern, sondern gleich noch eine wunderbare Headline: Der erste Song, mit dem mich der Innuos-Server regelrecht abheben lässt, ist Depeche Modes „Never Let Me Down Again“ von Music For The Masses. Schon die resonante, bis zur Unkenntlichkeit komprimierte Gitarre im Intro des Titels vermittelt einen derart phänomenalen Tiefeneindruck, wirkt so raumfüllend und einnehmend, dass es mir sprichwörtlich die Sprache verschlägt. Ich drücke erneut auf „Play“, um die geschilderten zwei, drei Sekunden wiederholt anzuhören. Wer den Titel kennt, wird sich ausmalen können, wie direkt, plastisch und umwerfend da erst die hämmernde Kickdrum, die peitschende Snare und der fanfarenartige Sampler-Sound wirkt, der unmittelbar danach einsetzt. Die Musik steht so selbstverständlich und gelöst im Raum, als gäbe es weder eine Anlage noch Lautsprecher.

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Das Design des Statement ist ein echter Hingucker.

Wenig später hatte ich auch Qobuz aktiviert und lasse mich von der hochauflösenden Version des ersten Black-Sabbath-Albums durchkneten. Obwohl es musikalisch sicher Geschmackssache ist, zählt das Debüt der Briten für mich zu den bestproduzierten Rock-Alben überhaupt. Die Gitarren des epischen Schlusstitels „Warning“ fegen mir von links und rechts um die Ohren, scheinen von außerhalb des Raumes zu kommen, während Mr. Osbourne hochkonzentriert und kristallklar in der Mitte des Zimmers steht. Sollte ich jemals in irgendeinem meiner Tests darüber fabuliert haben, dass Webstreaming klanglich eine Art „zweite Reihe“ hinter den physischen Medien bilde, dann widerrufe ich diese Aussage mit drei Ausrufezeichen: !!! So faszinierend, natürlich und mitreißend habe ich Qobuz und Tidal noch nie gehört.

Harte Ware

„Volltreffer“, beglückwünscht mich Vitorino, als ich ihm das Erlebnis schildere. Mit einem Webstreaming-Dienst anzufangen sei goldrichtig, erklärt er seine Reaktion, da man nur hier sämtliche Kompetenzen der Hardware kennenlernt. Dazu sollten wir etwas ausholen …

Der Statement ist auf zwei Gehäuse verteilt, was mich direkt am Anfang unseres Gesprächs zu einer Frage führt: Die mitgelieferten Verbindungskabel sind sehr kurz, und ich möchte wissen, ob es längere Varianten gibt, damit ich die Komponenten in separate Ebenen meines Racks stellen kann. „Ja, die haben wir, man kann sie auch bestellen. Aber bitte nicht!“, lautet sein überraschend eindringlicher Appell. Die Gehäuse seien extra aufeinander abgestimmt worden, ihre dicken Frontplatten besitzen eine ergänzende Linie und sollten schon der Optik halber direkt übereinanderstehen. Außerdem habe die Auftrennung absolut nichts mit Vibrationen zu tun, man könne audiophile Bedenken daher getrost zur Seite schieben. Die Aluminiumwände beider Gerätewannen sind 10 Millimeter stark, dämpfende sowie asymmetrisch angeordnete Absorber-Füße tun ihr Übriges. Insgesamt wiegt der Statement damit fundamentale 22 Kilogramm. Da rappelt, vibriert oder resoniert garantiert nichts.

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Getrennt aber nicht isoliert: Das schwere Speiseteil (rechts) beinhaltet den Trafo und die vorbereitende Siebung. Die eigentlichen acht Netzteile sitzen im Server (links), wo sie gut erkennbar in zwei Phalanxen am Gehäuserand verstaut wurden – das bedeutet kurze Wege für die niedrigen Nutzströme bei gleichzeitig angemessenem Abstand zu den Server-Komponenten.

Das untere und entschieden gewichtigere Gerät enthält acht separate Trafos, die bewusst ungefiltert bleiben. Der Strom wird über besagte Strippen in die Haupteinheit des Servers übertragen. Erst hier sitzen acht gefilterte Netzaufbereitungen genau an – oder besser noch „in“ – den Baugruppen, die sie speisen. Auf die Weise müssen die verhältnismäßig geringen Nutzströme keine Strecken mehr zurücklegen, was ihre Störanfälligkeit verringert. Allein das Mainboard nimmt vier Zuleitungen ein. Die übrigen Begünstigten sind der USB-Ausgang, die SSD-Festplatte sowie jeweils die Taktgeber des USB- und des Ethernet-Controllers.

Aber nicht nur sauberer, diskreter Strom, sondern vor allem „supressing EMI“, die „Unterdrückung elektromagnetischer Interferenzen“, sei Ziel dieser Konstruktion, dank der die wuchtigen Transformatoren die sensibleren Teile der Signalverarbeitung nicht stören. Und noch viel entscheidender: Der Hochfrequenz-Schmutz (HF) des verbauten Computers beeinträchtigt die Transformatoren nicht, da die Filter ja auch in umgekehrter Richtung wirken. Von der Kapselung einzelner Baugruppen hält Vitorino indes nichts. Das sperre den HF-Schmutz gewissermaßen in den Komponenten ein. Lieber vermeidet er Streuungen von vornherein. Um HF zu minimieren, lässt sich Innuos eine eigene Kleinserie von Hauptplatinen fertigen, was sicher ein Vermögen kostet. Die wurden wo immer möglich abgespeckt und ausgemistet – übrig blieb eine leistungsfähige Vierkern-CPU von Intel (N 4200) mit angemessenem Arbeitsspeicher (8 Gigabyte) und je einem Netzwerk- sowie USB-Controller.

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Es sieht aus wie ein normales Mainboard, ist aber eine Maßanfertigung: Innuos lässt sich die Hauptplatine in einer „entrümpelten“ Kleinserie anfertigen. Alles, was mit überflüssigen Prozessen zu tun hat (Grafik, Sound, etc.) wird vom Zulieferer sogar Hardwaremäßig entfernt.

Und genau dort, in den Controllern, sitzt der nächste Trick der Hardware. Beide wurden um ultrapräzise OCXO-Clocks (durch Kapselung temperaturstabilisierte Quarze) ergänzt, die den LAN-Eingang sowie den USB-Abgriff des Statement „re-clocken“, seine Signale neu takten und dabei von Jitter und Störungen reinigen. Und beim Webstreaming wirken beide Re-Clocker auf das Signal, erst am LAN-Ein- und schließlich am USB-Ausgang, der während des Tests meistens mit Auralics Aries G2 verbunden war.

Neben seinem Ethernet-Zugang besitzt der Statement zwei Hauptabgriffe für Audiokomponenten: Einer (LAN) ist für einen Streamer reserviert, der über einen eigens verbauten Mini-Switch adressiert wird, damit der heimische WLAN-Router nicht in den Signalweg gerät. Der andere (USB) kann direkt mit D/A-Wandlern kommunizieren. Der Statement akzeptiert „class compliant“-Geräte, sollte also problemlos mit den meisten DACs zusammenarbeiten. Über seinen LAN-Eingang kann er freilich noch weitere im Netzwerk verstreute Streamer mit Daten beliefern – auch das in vorzüglicher Qualität. Neben UPnP und DLNA unterstützt er dafür das beliebte Multiroom-Protokoll von Sonos. Weitere USB-Anschlüsse sind für Speichererweiterungen vorgesehen. Sie akzeptieren jeden Festplattentyp mit beliebiger Kapazität. Ein besonders schneller USB-3-Anschluss ist zudem für Backups vorgesehen. Auch bei der logischen Trennung und Aufteilung seiner Anschlüsse ist der Server also State of the Art.

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Das sieht man nicht alle Tage: Eine sogenannte CLC-Siebung im Netzteil für eine besonders reine Ausgangsspannung.

Betrieb mit System

Die Steuerung seines innuOS splittet der Hersteller in zwei Ebenen. Die erste Hälfte steckt direkt im Statement. Tippt man „my.innuos.com“ in einen beliebigen Webbrowser ein, gelangt man ohne Umschweife ins tabellarisch übersichtliche Backend. Das ist extrem praktisch, da man seine teils komplexen Settings so auch über den großen Monitor eines Computers regeln kann. Grundsätzlich ist das Web-Interface für die Grundeinstellungen zuständig: In welches Tonformat wird gerippt? Welche Streamingdienste sollen aktiviert und angezeigt werden? Freilich kann man auch Informationen über den Speicherfüllstand abrufen oder externe NAS- und USB-Festplatten als Backup-Medien definieren oder als Kapazitätserweiterung anmelden. Umgekehrt kann man bestehende Musiksammlungen von USB- oder LAN-Speichermedien importieren. Schließlich gibt es auch noch eine Bibliotheksansicht ohne Abspielfunktion. Dort kann man Meta-Tags überprüfen und gegebenenfalls direkt bearbeiten.

Besonderes Augenmerk verdient die USB-Latenzeinstellung, die subtile, bisweilen aber hörbare Veränderungen im Zusammenspiel von Server und DAC bewirkt. Meist ist die voreingestellte kurze Latenz optimal, doch kann längere Pufferung je nach Wandler weicher und samtiger tönen. Hier ist Ausprobieren angesagt, was einfach gelingt, da der Statement alle Änderungen unmittelbar übernimmt.

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Die Wiedergabe wird über Drittanbieter-Apps gesteuert. Innuos empfiehlt Orange Squeeze (Android), Squeeze Control (Windows) oder iPeng 9 (iOS), das wir verwendeten. Insider erkennen sofort, dass sich der Hersteller an Logitechs Squeezebox-Konzept anlehnt. Eine exzellente Wahl, da diese Schnittstelle deutlich schneller und flüssiger lief als der extrem offen gestaltete UPnP-Standard. Die App erwies sich erwartungsgemäß als zuverlässig sowie absturzsicher und reagierte im Zusammenspiel mit dem Statement unglaublich fix. Freilich erfordert die Steuerung eines so komplexen Servers Einarbeitungszeit – er kann immerhin Rippen, Webstreamen, Internetradio spielen, Medien von SSD wiedergeben und liefert obendrein auch noch Multiroom. Uns half in diesem Zusammenhang, dass sich die Oberfläche von iPeng 9 frei konfigurieren lässt. Die Einträge und Funktionen können nach Belieben angeordnet werden.

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Innuos plant derweil, in den kommenden Monaten eine eigene Remote-App für sämtliche Plattformen nachzureichen, die alles (Setup und Wiedergabe) unter einen Hut bringt. Alternativ ist der Statement übrigens schon jetzt „Roon ready“. Er kann als Core eingesetzt werden (die denkende Zentrale eines Roon-Netzwerks) oder anderen Kernen als klangvolle Datenquelle dienen.

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Ultrapräzise OCXO-Clock zum präzisen Reclocken des Musiksignals.

Welche Tonformate er bedienen kann? Grundsätzlich versteht er die gängigen Codes, allen voran natürlich FLAC, Apple Lossless, MP3, AAC, WAV und AIFF. Seine Auflösungsfähigkeit reicht von 16 bis 32 Bit, die Taktung kann 44,1 bis 384 Kilohertz betragen. Besondere Schmankerln sind das Hochbit-Format MQA sowie DSD. Das Format der SACD reicht er wahlweise nativ an fähige Wandler durch oder verschnürt es in DoP-Pakete (DSD over PCM). Dabei geschieht keine Wandlung, wie oft fälschlich angenommen wird. Die USB-Eingänge mancher DACs sind schlichtweg unfähig, die kontinuierlichen 1-Bit-Streams zu verarbeiten. Für die verpackt er den DSD-Stream in mundgerechte 16-Bit-Bündel. Der USB-Port denkt, es handle sich um WAV oder FLAC und reicht sie an den Wandler weiter, der die Pakete auspackt und verlustfrei abspielt.

Bildergalerie

Conclusio

Die wichtigste Frage ist am Ende, wen Innuos mit seinem Server ansprechen möchte. Nach Sichtung der reinen Daten, Fakten und Zahlen hätte ich vor einigen Wochen noch gesagt, dass es sich mutmaßlich um einen exzellenten Ripping-Server mit solider Verarbeitung und einem anschmiegsamen Design handelt. Genau das richtige Gerät, um eine hochkarätige Kette auf angemessenem Niveau mit Daten zu speisen und alle, aber auch wirklich alle Aspekte der Medienverwaltung abzudecken. Das wäre grundsätzlich korrekt gewesen. Und doch empfände ich diese Definition mittlerweile als anachronistisch und fast schon beleidigend.

Nicht missverstehen: Der Statement kann die oben genannten Ansprüche perfekt erfüllen. Er ist sogar ein herausragender, penibel bitgenauer CD-Ripper. Seine Gewichtung zielt allerdings nicht nur auf den Umgang mit „Medien von gestern“, sondern weist viel stärker noch in die Zukunft: Seine zwei Re-Clocker, der Wiedergabe-Pufferspeicher von sagenhaften vier Gigabyte und die extrem reinen Signalströme, die sich gegenseitig nie in die Quere kommen, sind vor allem darauf ausgerichtet, Web-Datenquellen in höchstmöglicher Qualität wiederzugeben. Die Adressaten sind da natürlich vor allem Qobuz und Tidal, die wir noch nie so vollendet und ausgefeilt hören konnten.

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Innuos Statement

Und auch in anderen Aspekten wird der wuchtige Brocken seinem Namen gerecht: Innuos gestaltete das vorzügliche Betriebssystem als offene Schnittstelle. Der Hersteller kann dadurch schnell und flexibel auf kommende Anforderungen reagieren und das Konzept ausbauen sowie alten Ballast abschütteln. Das gibt mir die Zuversicht (und die ist bei solchen Systemen extrem selten), dass der Computer auch in vielen Jahren noch ein überragender und zuverlässiger Spielpartner für alle Facetten digitaler Wiedergabe sein wird. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte … ich muss wieder Hören gehen!

Wir meinen

Der Innuos Statement ist ein herausragender CD-Ripper, der auch als Streaming Bridge alle Facetten der digitalen Musikwiedergabe auf höchstem Niveau bewältigt. Vor allem aber wurde er perfekt auf kommende Bedürfnisse abgestimmt. Die einzige Digitalquelle, die man für sehr lange Zeit benötigen wird …

Innuos Statement Navigator

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Info

Musikserver Innuos Statement
Konzept: Ripping-fähiger UPnP-Musikserver mit integrierter Streaming Bridge
Anschlüsse: 2 x LAN (einer für Streamer reserviert), 2 x USB 2 (einer für DACs reserviert), 1 x USB 3 für Backup-Medien
CD-Ripper: Teac-Laufwerk, liest CD, CD-R und CD-RW, encodiert Daten als WAV oder FLAC
Metadaten: FreeDB, MusicBrainz, Discogs und GD3
Webstreaming: Qobuz, Spotify Connect, Tidal und Internetradio
Abspielbare Formate: WAV, AIFF, FLAC, ALAC, AAC, MP3, MQA und DSD; 16 bis 32 bit; 44,1 bis 384 kHz
Hardware: Intel CPU (N4200 Quad-Core), 8 GB Ram (4 GB reserviert für Wiedergabepuffer), maßgeschneidertes Mainboard, externe Stromspeisung, interner SSD-Speicher mit 1 bis 4 TB
Steuerung: Web-Interface (nur Grundeinstellungen und Tag-Editor), App für Android, iOS und Windows, „Roon ready“, „Sonos Multiroom“-kompatibel
Stromaufnahme: zwischen 20 und 35 W
Maße (B/H/T): 42/11/35 cm (Netzteil), 42/9/35 cm (Server)
Gewicht: 22 kg (insgesamt)
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 11 000 € (1 TB), um 11 500 € (2 TB), um 12 100 € (4 TB)

Kontakt

Innuos, The Venture Centre
University of Warwick Science Park, Sir Williams Lyons Road
Coventry, CV4 7EZ
Telefon +49 800 724 4538

www.innuos.com

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