Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine

Keith Monks Prodigy Blue Deluxe

Auf den Punkt

Keith Monks Prodigy Blue Deluxe – Auf den Punkt

Es ist schon ein paar Jährchen her, seit ich regelmäßig samstags bei einem befreundeten HiFi-Händler Platten gewaschen habe. Während Kaffee gereicht und über die neuesten Gerätschaften gefachsimpelt wurde, stand ich hinter dem Tresen, genauer gesagt hinter einer großen RCM-Plattenwaschmaschine aus dem Hause Keith Monks. Selbstverständlich mit Punktabsaugung via Faden. Jetzt steht vor mir wieder eine Monks. Ungleich kompakter, ohne Faden, aber mit dem gleichen Qualitätsanspruch: die Keith Monks Audio Works Prodigy Blue Deluxe.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine

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In aller Kürze

Durchdacht, einfach in der Anwendung und effektiv: Die Keith Monks Prodigy Blue Deluxe ist eine äußerst gründliche Waschmaschine für Vinyl und digitale Scheiben.

Keith Monks Prodigy Navigator


Kompakte Maße, nachhaltige Materialien und eine verbesserte Punktabsaugung sind die grundlegenden Charakterzüge der neuen Modelle von Jonathan Monks Prodigy, Prodigy+ (beide in Bambus natur) sowie Prodigy Blue Deluxe. Letztere steht in ihrem dunkelblauen Bambusgehäuse auf meinem Plattenregal und sorgt mit ihrer dezenten Beleuchtung für ein herrliches Ambiente. Die integrierte LED-Lichterkette ist auf Wunsch via Fernbedienung abschaltbar, aber ich denke, dass das keinen Einfluss auf die Waschqualität oder den Musikgenuss haben dürfte. Und wo wir von Genuss und Plattenwaschen sprechen: Das geht mit der Keith Monks tatsächlich gleichzeitig, denn die eingebaute Pumpe ist wirklich leise. Das liegt daran, dass es sich um ein Bauteil aus der Medizintechnik handelt, das eigens für Keith Monks modifiziert wurde. Die Standardversion dieser Vakuumpumpe ist für den dauerhaften Einsatz ausgelegt und zum Beispiel beim Zahnarzt anzutreffen. Es gibt also viele Parallelen zu den großen Pumpen in den klassischen RCM-Maschinen der Briten, die aber ungleich teurer sind. Zusammengefasst kann man sagen: In der Prodigy hat Jonathan Monks eine moderne, langlebige und gleichzeitig kostengünstigere Lösung gefunden, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Per Fernbedienung lassen sich eine Vielzahl von Farbstimmungen einstellen.

Ich suche mir eine Platte aus meinem Schrank, die ich mal vor Jahren auf einem Flohmarkt erstanden habe und bislang noch nicht waschen konnte. Oberflächlich sehe ich einige Schlieren von Reinigungsversuchen des Vorbesitzers, hier und da ist auch Staub – also genau die richtige Kandidatin für eine gründliche Wäsche. Die Platte wird auf den kleinen Teller vom Durchmesser des Plattenlabels gelegt, anschließend setze ich die Schraubklemme auf das Gewinde der Spindel und ziehe sie fest. Der Weg des Gewindes ist recht lang und die kleine Klemme fühlt sich ein wenig „einfach“ an, ist aber das Ergebnis langer Tests, wie mir Jonathan Monks auf Nachfrage versichert. Er habe auch mit Plattengewichten oder anderen Gewinden experimentiert, allerdings war davon keines in der Lage, die Platte ohne Stocken konstant drehen zu lassen, falls die Menge der Reinigungsflüssigkeit mal zu sparsam bemessen sein sollte. Dann nämlich saugt sich die neu entwickelte Ansauglippe des Arms tatsächlich an der Platte fest, und diese bleibt stehen. Meiner anfänglichen Skepsis zum Trotz werden wir später sehen, dass die Plattenklemme in ihrem Ist-Zustand sehr klug konstruiert wurde.

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Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Die Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine mit abgenommener Schutzhaube.

So weit, so gut. Die Platte ist fixiert, ich betätige den Startknopf. Die Prodigy Blue Deluxe läuft direkt an, und auch die leise arbeitende Pumpe ist bereits in Betrieb. Ich benetze die Oberfläche der Platte mit der Monks-Reinigungsflüssigkeit aus der Flasche, die in der Ablage auf der rechten Seite des Gehäuses bereitgestellt wird, und verteile sie mit der speziellen, nur in der Blue-Deluxe-Version beiliegenden „Keith Monks discOvery Precision Record Cleaning Brush“. Für all das benötige ich rund 20 Sekunden. Eine Art „Malerrolle“ aus Mikrofaser kann ich an den Plattenrand bewegen, um überschüssige Reinigungsflüssigkeit aufzunehmen, die sonst durch die Fliehkraft von der Platte spritzen könnte.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Praktisch: Die Reinigungsflüssigkeit hat ihren eigenen Platz und ist somit immer griffbereit.

Eine einfache, aber clevere Lösung, die ich mir oft auch schon bei anderen Plattenwaschmaschinen gewünscht hätte. Komplett benetzt setze ich den Saugarm am Ende der Auslaufrille auf, und der Reinigungsvorgang beginnt. In aller sprichwörtlichen Ruhe dreht der Arm seine Runden und bewegt sich in gut zwei Minuten nach außen bis zum Rand des Vinyls. Hier nehme ich den Arm am Ende kurz mit dem Finger hoch und fahre ihn sanft zwei bis drei Mal über den Rand der Platte. Das habe ich mir damals bei der RCM angewöhnt. So bekomme ich sehr schonend auch den letzten Rest der Reinigungsflüssigkeit weg. Das müssen Sie mir nicht zwangsläufig nachmachen, denn die blaue Monks schaltet sich nach drei Minuten Waschvorgang automatisch ab. Bei den beiden kleineren Modellen mit naturfarbenem Gehäuse beenden Sie die Wäsche einfach über den Ein- und Ausschaltknopf am Gehäuse, was Sie auch machen können, wenn Sie bei der Blue Deluxe etwas schneller waren mit dem Reinigungsdurchgang.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Gut zu erkennen, die Punktabsaugung der Maschine, die sich deutlich von den sog. Flächenabsaugern unterscheidet.

Effektiv benötige ich mit Seitenwechsel gut fünf Minuten für eine Platte. Das ist langsamer als bei einer Maschine mit Flächenabsaugung, aber auch gründlicher. Bei einer optimalen, flachen Pressung sind die Unterschiede in der Absaugung auf den ersten Blick kaum zu bemerken. Was aber, wenn Sie eine Platte mit leichtem Höhenschlag haben? Oder eine vergleichsweise dünne und leicht wellige 80er-Jahre-Originalpressung? Beides wird mit einer ganzflächig aufliegenden Sauglippe durchaus etwas heikel. Der Punktabsaugung der Monks ist das herzlich egal. Argument Nummer zwei pro Punktabsaugung: Tatsächlich wird jeder Bereich der Platte langsam und pro Fläche mit höherer Saugleistung bearbeitet. Ich habe bei keinem Durchgang auch nur einen Hauch von Rückständen entdecken können. Und drittens: Bei einigen Platten gibt es vor der Einlaufrille eine leichte Wulst, die bei Flächenabsaugern dafür sorgt, dass am Rand der Scheibe oft etwas Reiniger übrig bleibt, den man gegebenenfalls mit einem Tuch abwischen muss. Nicht bei einer Keith Monks.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Das Kardangelenk zur Führung des Absaugarms.

Der Reinigungsvorgang bei meinem Flohmarktfund (The Modern Jazz Quartet mit Laurindo Almeida, Concierto de Aranjuez, Philips, franz. Pressung) ist beendet. Die eingangs erwähnten Schlieren sind nicht mehr zu sehen. Im Gegenteil, die recht lange Auslaufrille auf der zweiten Seite ist so sauber geworden, dass ich mich drin spiegeln kann. Was ein wenig nach plattem Werbespruch klingt, tatsächlich aber der Wahrheit entspricht. Respekt! Und der Klang? Klar verbessert!

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Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Die Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine mit aufgesetzter Schutzhaube.

Die Prodigy Blue Deluxe ist die teuerste Vertreterin der neuen Prodigy-Serie, die Jonathan Monks anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums vor nicht allzu langer Zeit ersonnen hat. Sie hat einen leiseren Motor und eine leisere Pumpe als die Einsteigerversion. Sie hat den erwähnten (künftig für alle Modelle nachrüstbaren) Tropfschutz, und ihr liegt die hochwertige Discovery-Bürste bei, deren Borsten an der Spitze speziell abgerundet wurden. Dadurch wird die Oberfläche der Platte nicht beschädigt, und trotzdem kann der Schmutz problemlos aus der Rille entfernt beziehungsweise gelöst werden. Zusätzlich wird die Saugkraft bei der Blue Deluxe durch ein spezielles Ventil im Absaugbehälter automatisch eingestellt, die kleine Prodigy muss hier von Zeit zu Zeit manuell justiert werden.

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Selbst Superpreziosen wie die Bowie Sonderedition von Paul Smith, kann man bedenkenlos der Prodigy anvertrauen.

Ich rede die ganze Zeit von Platten, also Vinyl. Aber die Keith Monks kann auch CDs reinigen! Und da kommt die anfangs von mir ein wenig kritisierte Plattenklemme wieder ins Spiel. Der schlankere Durchmesser auf der Oberseite der Klemme ist nämlich exakt passend für die Aufnahme einer CD. Ich nehme einen Silberling, setze ihn auf die Klemme, fixiere sie auf dem Teller der Monks und arbeite dann genauso wie mit Vinyl, also auch mit der Discovery-Bürste. Der Unterschied ist hier die Zeit, denn nach rund 15 bis 20 Sekunden ist eine CD sauber! Die neu entwickelte Absauglippe geht auch mit dem Polycarbonat äußerst pfleglich um. Das können selbst die großen RCM aus dem Hause Monks nicht. Tatsächlich wird die Prodigy im fernen Osten vorwiegend für die Reinigung von CDs oder Blu-rays genutzt, schreibt mir Jonathan Monks.

Bildergalerie
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Nach etlichen Platten ist es Zeit, die biologisch abbaubare Reinigungsflüssigkeit mal zu entsorgen. Der Auffangbehälter in der Mitte des Gehäuses kann dazu einfach angehoben werden, ohne dass ein Schlauch oder das Ventil gelöst werden müsste. Ich drehe dann den Becher unterhalb des Deckels heraus, entleere ihn, fertig!

Keith Monks Prodigy Plattenwaschmaschine
Damit hat der Schmutz in der Rille keine Chance mehr!

Die Keith Monks Prodigy Blue Deluxe ist eine gründlich arbeitende Waschmaschine für Vinyl und digitale Scheiben. Ihr leiser Betrieb, die durchdachten Details und die nachhaltigen Materialien stehen ganz klar auf der Habenseite der einfach zu bedienenden Maschine. Und: Punktabsaugung bleibt für mich persönlich die erste Wahl bei der Plattenwäsche.

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Familientradition von der Isle of Wight

Das Familienunternehmen Keith Monks residiert auch mehr als 50 Jahre nach seiner Gründung nach wie vor auf der Isle of Wight. Dort wurde 1969 die erste kommerzielle Plattenwaschmaschine der Welt vorgestellt, die „Record Cleaning Machine“ oder kurz RCM. Sie wurde zusammen mit Ingenieuren der BBC nach einer Idee von Percy Wilson entwickelt, der seit den 1920er Jahren über Grammophone schrieb und arbeitete. The Grammophone Handbook (1957) stammt unter anderem aus seiner Feder. Viele RCM-Maschinen verrichten noch heute ihren Dienst – dank hochwertiger Komponenten und pfiffiger Detaillösungen wie dem Faden zur Punktabsaugung.
Jonathan Monks, der seit dem Tod seines Vaters Keith die Firma führt, spricht bei all seinen Produkten von „precision cleaning“ und setzt sich nach eigenen Worten durch die Präzision seiner Maschinen von den Mitbewerbern ab. Der Schritt zu nachhaltigen Materialien wie dem Bambusgehäuse der Prodigy-Serie und biologisch abbaubarer Reinigungsflüssigkeit ist zeitgemäß konsequent und zukunftsweisend.

Info

Plattenwaschmaschine Keith Monks Audio Works Prodigy Blue Deluxe
Konzept: Plattenwaschmaschine mit Einpunktabsaugung, vollständig aus umweltverträglichen Materialien gefertigt
Maße (B/H/T): 55/14/23 cm
Gewicht: 4,170 kg (inkl. Reinigungsmittel)
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 1799 €
Zubehör: Keith Monks discOvery™ Precision Record Cleaning Brush (um 70 €), Keith Monks discOvery Natural Precision Record Cleaning Fluids (270 €/l (als Verkaufseinheit mit 6 Flaschen à 45 €)

Kontakt

IAD GmbH
Johannes-Georg-Halske-Straße 11
41352 Korschenbroich
Telefon +49 2161 617830

www.audiolust.de

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www.keithmonks-rcm.co.uk

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