Norddeutsches Museum für HiFi und Studiotechnik

Norddeutsches Museum für HiFi- und Studiotechnik

Neue HiFi-Pilgerstätte in Sehnde

Norddeutsches Museum für HiFi und Studiotechnik

Eigentlich sollte hier Andreas Seeband stehen, Initiator sowie Vereins- und Museumsgründer des Norddeutschen Museums für HiFi- und Studiotechnik. Dank seiner Liebe zur Musik, seiner Sammelleidenschaft und seines Enthusiasmus stehen wir heute hier.

Norddeutsches Museum für HiFi und Studiotechnik
Andreas Seeband in einem der zusätzlich angemieteten Kellerräume. Fast alle Geräte im Hintergrund haben inzwischen schon den Weg ins Museum gefunden.

Das waren die Worte von Schriftführer Rainer Haase bei der Begrüßung der Gäste im Rahmen der kleinen Eröffnungsfeier am Sonntag, 14.08.2022. Der Ideengeber des Museums war Ende 2020 verstorben und konnte die Eröffnung leider nicht mehr miterleben.

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Angefangen hatte alles damit, dass Andreas Seeband einerseits sowohl in seinem Privathaus als auch in eigens angemieteten zusätzlichen Kellerräumen keinen Platz mehr für weitere Geräte der HiFi- und Studiotechnik zur Verfügung hatte und andererseits seine Schätze auch anderen Interessierten und HiFi-Enthusiasten zugänglich machen wollte – so zum Beispiel die Serie der Revox-Tonbandgeräte von der A36 bis zur G36.

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Revox-Raum mit der Serie der Revox-Tonbandgeräte von der A36 bis zur G36 sowie weiteren Geräten.

Beim HiFi-Stammtisch in Hannover traf er Gleichgesinnte und Mitstreiter, die teilweise vor ähnlichen Platzproblemen standen. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten fand er beim Hannoverschen Straßenbahnmuseum schnell Unterstützung – auf dessen Gelände haben sich neben dem zum Straßenbahnmuseum gehörenden Busmuseum und dem HiFi-Museum auch noch der Hannoversche Fernmeldeclub und die Mobilen Welten angesiedelt, ein Bergbaumuseum ist im Entstehen.

Als Träger des Norddeutschen Museums für HiFi- und Studiotechnik wurde am 20.06.2015 der gleichnamige Verein gegründet, der inzwischen über 30 Mitglieder zählt. Ursprünglich war eine deutlich frühere Eröffnung geplant, als am 21.12.2017 der Bauantrag genehmigt wurde, die ehemalige Munitionslagerhalle aus dem Jahr 1938 in ein Museum umzubauen. Das Gebäude umfasst drei Etagen mit jeweils ca. 1.600 m² und beherbergt neben dem HiFi-Museum auch noch das Busmuseum sowie die Fernmelder. „Die unterschiedlichen Parteien zu koordinieren und die Baumaßnahmen so weit voranzutreiben, dass das Gebäude am Ende auch noch den heutigen Anforderungen an Brandschutz genügt, ist nicht gerade im Handumdrehen erledigt. Die Corona-Pandemie sorgte für zusätzliche Verzögerungen“, so Rainer Haase, der von Andreas Seeband die Bauleitung übernommen hatte. Trotzdem konnte die Mammutaufgabe dank des unermüdlichen Einsatzes von ca. 15 Vereinsmitgliedern und der Förderung durch das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser sowie die Stadt Sehnde gemeistert werden.

Heute verfügt das Norddeutsche Museum für HiFi- und Studiotechnik über etwa 640 m² Ausstellungsfläche sowie ein Lager (70 m²) und eine Werkstatt (45 m²). Auf einem Teil der Ausstellungsfläche haben die HiFi-Enthusiasten “Omas Wohnzimmer” eingerichtet, in dem man sich in die Zeit zurückversetzt fühlt, als das Fernsehen noch farblos war und Musik aus dem Grammophon vom leisen Knacken der Schellackplatten begleitet wurde. Weitere Themenräume sind der Revox-Raum, der ausschließlich Geräten des Herstellers Revox gewidmet ist, der Hörraum sowie der Raum HiFi- und Studiotechnik.

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Wolfgang Weirich führt in “Omas Wohnzimmer” ein Grammophon vor und zeigt den Besuchern unterschiedliche Nadeln für unterschiedliche Lautstärkestufen, innerhalb der Stufe wird die Lautstärke dann durch Öffnen oder Schließen der Türchen am Grammophon geregelt.

Gerade in den Wochen vor der Eröffnung ist noch einmal einiges passiert. So wurde beispielweise der Revox-Raum umstrukturiert und halbseitig neu möbliert und dadurch erst einen Tag vor der Eröffnung fertig. Die bevorstehende Eröffnung hatte auch die Presse auf den Plan gerufen. Daher mussten sich die Verantwortlichen fast zweiteilen, um einerseits dem Reporter Rede und Antwort zu stehen und andererseits auch die gespendeten Geräteneuzugänge in Empfang zu nehmen. Darunter waren neben zwei Quadral Titan IV Lautsprechern auch zwei entsprechende Schnittmodelle, anhand derer den Museumsbesuchern der Aufbau erklärt werden kann.

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Leider waren die Titan IV Lautsprecher zur Eröffnung noch nicht spielfähig. Aber Quadrals ehemaliger Chef-Entwickler und Schöpfer der Titan I bis V Lautsprecher Helmut Schaper war während der Eröffnung als kompetenter Gesprächspartner trotzdem sehr gefragt und hat die Lautsprecher inzwischen reparieren und in Betrieb nehmen können.

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Quadrals ehemaliger Chef-Entwickler und Schöpfer der Titan I bis V Lautsprecher Helmut Schaper im Gespräch mit interessierten Besuchern, hier allerdings zum Thema Röhrenradios.

Die Eröffnung fand schließlich bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen weit jenseits der 30°C-Marke im Rahmen des vom Straßenbahnmuseum jährlich veranstalteten Oldtimertags statt. „Das war ein super Tag für uns. Mit so einer positiven Resonanz hatten wir wirklich nicht gerechnet“, so der erste Vorsitzende Uwe Manthey erschöpft, aber glücklich am Ende des Tages. Zuvor hatten acht Vereinsmittglieder über 300 Zuschauer durch die Ausstellung begleitet und in mehreren Räumen unterschiedliche Geräte vom Grammophon und Volksempfänger (Bj. 1934) über Tonbandgeräte, Schallplatten- und CD-Spieler bis zum Radio vorgeführt. Der Hörraum mit 20 Sitzplätzen reichte zwischenzeitlich nicht aus, so dass einige Besucher der Vorführung stehend folgten. Die präsentierten Stücke reichen von Klassik bis zu aktuellen Hits. Auch eine Aufnahme der Sehnder Bergmannskapelle aus dem Jahr 1974 anlässlich des 80. Geburtstags des Großvaters des Spenders eines der Geräte ist dabei.

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Andreas Gruschka führt im Hörraum unterschiedliche Geräte vor. Im Hintergrund direkt neben ihm in der Ecke des Raumes ist einer der Quadral Titan IV Lautsprecher zu sehen.

Bereits kurz vor der Eröffnung wie auch in den Tagen danach erreichten über 50 Anfragen das Museum. Viele wollen ihre alten HiFi-Schätze spenden, einige den Verein als Mitglied aktiv unterstützen, aber auch Anfragen von Fernsehsendern sind darunter, die einen Filmbeitrag für ihr regionales Programm drehen möchten. Und viele sind auch einfach nur begeistert von der Ausstellung: „Zunächst einmal herzliche Glückwünsche zu Eurer phantastischen Ausstellung am Sonntag (…). Ihr zeigt eine irre Sammlung, die niemand in dieser Größe erwartet hätte“, so eine der begeisterten Zuschriften aus der Nachbarstadt Burgdorf. Dabei soll der Umfang der Ausstellung noch erweitert werden, denn der Raum HiFi- und Studiotechnik ist noch nicht fertig und war für die Besucher am ersten Öffnungstag daher auch noch gar nicht zugänglich.

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Der Raum HiFi- und Studiotechnik war zur Eröffnung noch nicht zugänglich, trotzdem war ein Vorgeschmack durch die Glastüren und Fenster zu erhaschen.

Hier soll mittelfristig u. A. ein kleines Moderationsstudio entstehen, in dem Besucher ihre eigene Radiosendung moderieren und hinterher als mp3 mit nach Hause nehmen können. Auch warten noch einige Geräte im Lager darauf, ihren Weg in die Ausstellung zu finden und dort die noch freien Regalplätze zu füllen.

Norddeutsches Museum für HiFi- und Studiotechnik website:

www.hifimuseumnord.de

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