Nordost Red Dawn Kabelfamilie

Nordost Red Dawn Kabelfamilie im Test

Nordost hat die Kabelfamilie für Fein-Hörer

Nordost Red Dawn

Nordost hat die Kabelfamilie für Fein-Hörer

Fotografie: Ingo Schulz

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Die Kette neu durchverkabeln? Bei der Hitze? Muss das sein? Ich gebe zu, dass ich nicht sonderlich begeistert war, als das FIDELITY-Team im Hochsommer mit der Idee an mich herantrat, ich könnte doch einmal die Red-Dawn-Verbinder des US-amerikanischen Kabelherstellers Nordost testen, am liebsten gleich die ganze Familie.

Nordost Red Dawn Kabelfamilie

Andererseits habe ich durchaus eine Affinität zu „Ami-HiFi“ und verdanke ein paar meiner beglückendsten Hörerfahrungen der letzten Jahre feinem Equipment aus den Vereinigten Staaten. So tut beispielsweise seit Jahr und Tag das preisgünstige Morpheus der kleinen US-Manufaktur Silnote Audio seinen Dienst zwischen CD-Player und Vorverstärker von Mark Levinson – und ich war mit der Leistung des symmetrischen NF-Kabels bis dato auch immer zufrieden.

In dem vergleichsweise kleinen Karton, den mir der deutsche Nordost-Vertrieb Connect Audio zukommen lässt, sind Kabel für alle Anschluss-Situationen: mit XLR- und Cinch-Steckern, dazu Lautsprecher-Flachkabel mit Bananensteckern sowie dicke Netzkabel mit Kaltgeräte-Steckern.

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Ein Set, das für die Basisversorgung locker ausreicht. Im sehr weit gespannten und bewusst fein gestuften Nordost-Portfolio markieren die Red-Dawn-Kabel die Oberkante der bezahlbaren Einsteigerlinie Leif und sind damit schon dicht an der Mittelklassen-Familie Norse 2, in der man mit dem bekannten Kabel Heimdall 2 beginnt.

Nordost Red Dawn Kabelfamilie

Die Beipackstrippen vieler Hersteller sind das Material nicht wert, das zu ihrer Herstellung verschwendet wurde. In aller Regel bringen selbst preiswerte Nachrüstkabel schon einen deutlichen Klangsprung nach vorne. Bei einem Kabelexperten wie der Firma Nordost wird zudem die Expertise aus der Produktion kostspieliger High-End-Kabellösungen – immerhin entsteht am Bartzak Drive in Holliston, Massachusetts, auch die unfassbar aufwendige und klanglich die Grenze des Machbaren markierende Odin-Kabelserie – sukzessive in die preiswerteren Kabelklassen durchgereicht. Kostengünstigere Produktion also schlicht als Nebeneffekt, denn auch die Einsteiger-Kabel entstehen auf denselben Hightech-Maschinen wie ihre größeren Geschwister, alles andere wäre unökonomisch.

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Sind sie nach einer Weile „eingebrannt“, dann gefallen die Red Dawns mit zeitgemäß hoher Auflösung und einer Homogenität, für die man anderswo deutlich mehr Geld auf den Tisch des Hauses legen müsste. Deswegen erscheint mir auch die Bezeichnung „Einsteigerkabel“ relativ. Zwar gibt es die verlegefreundlichen Lautsprecher-Flachbandstrippen schon zu Preisen zwischen 1040 (zwei Meter) bis 1560 (vier Meter) Euro, auch die für einen Meter NF-Verbindungskabel (XLR oder Cinch wahlweise ohne Aufpreis) aufgerufenen 550 Euro bleiben im zivilen Rahmen – aber in der Billig-Range befindet man sich mit diesen sauber verarbeiteten, dem Namen der Linie gemäß mit dunkelrotem Isolationsmaterial ummantelten Kabeln ganz gewiss nicht.

Nordost Red Dawn Kabelfamilie

Das schlägt sich auch in der Klangbeschreibung nieder. Die fühlbaren, großen Unterschiede wie beim Vergleich von CD-Playern, Verstärkern oder gar Lautsprechern erfährt man in Kabeltests eher selten; ganz oft geht es um feine Nuancen, subtile Details, die sich verändern, wenn ein neues Kabel in der Kette wirkt.

Der „Nordost-Effekt“, ich will ihn einmal so nennen, ist ein anderer: Stufenweises Austauschen meiner eher heterogenen Kabelsammlung gegen die Red Dawns hat ein wenig von „Malen nach Zahlen“, von einem Bild, das Schritt für Schritt mehr Farbe, mehr Kontur, mehr Leben bekommt, bis sich dem Betrachter zum Schluss eine beinahe fotorealistische akustische Abbildung präsentiert, in die man förmlich hineingreifen möchte. Dass Flachband-Lautsprecherkabel, die auf den ersten Blick Computerkabeln ähneln, dank betont niedriger Kapazität Räumlichkeit und Transparenz verbessern können, weiß ich seit eigenen Experimenten mit Computerkabeln vor bald 30 Jahren. Mit meinen „Bastler-Schnürsenkeln“ von damals haben die Red-Dawn-Lautsprecherkabel freilich wenig mehr als das äußerlich ähnliche Erscheinungsbild gemeinsam; die Klangqualität hat sich um Lichtjahre von jener der damaligen Kabel-Experimente entfernt.

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All jene, die beim Anlagentuning den WAF (Wife Acceptance Factor) im Auge behalten müssen, wird freuen, dass solche Flachbänder gut versteckt werden können. Ich muss auf keine „bessere Hälfte“ Rücksicht nehmen und belasse die flunderflachen dunkelroten Kabel getrost im Sichtbereich, wo sie dank ihrer satten Einfärbung recht dekorativ wirken.

Für den Kettenklang bedeuten die „kleinen“ Nordosts jedenfalls einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung. Vor allem dann, wenn die Anlage aus hochwertigen Geräten besteht, die bis dato irgendwie „zusammengestöpselt“ waren. Der Umstieg auf Red Dawn von der Quelle bis zum Lautsprecher bedeutet die Entscheidung für den „Familienklang“ – und der ist angenehm neutral und transparent. Kein „Sounding“, mit dem an Teilbereichen des Frequenzspektrums herumgebogen werden soll. Was meines Erachtens sowieso ein Irrweg ist: Muss man den Klang einer Kette per Kabeleinsatz korrigieren, dann doktert man an einem Phänomen herum, das die Amerikaner trocken „Mismatch“ nennen: Einzelne Glieder der Kette passen nicht zusammen und sollten ausgetauscht werden.

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Muss ich eigens erwähnen, dass auch solche Fehlersuchaktionen mit dem Red Dawn leichter fallen? Weil es praktisch keinen Eigenklang mitbringt und die Eigenheiten der angeschlossenen Geräte in – auch Preisklassen-bereinigt betrachtet – sehr souveräner Manier an den Hörer durchreicht, müssen es die schwarzen oder champagnerfarbenen oder silbernen Quader sein, die etwas falsch machen, denn das Kabel kann man ja getrost ausschließen.

Passt dann alles, darf man sich an einem ungemein stimmigen, balancierten Klangbild freuen, in dem nichts quietscht, kein Bass wummert und auch sonst nirgendwo „Anschub“ geleistet wird. Der fulminante britische A-cappella-Achter Voces 8 zeigt auf seiner CD In the Beginning ganz viel Fingerspitzengefühl und eine Dynamik, die wirklich von schleierzart gehaucht bis zu brachialer Stimmmacht reicht. Mit den Nordost-Kabeln bekommt der Raum, in dem aufgenommen wurde, definiertere Dimensionen, die Sängerinnen und Sänger dürfen sich über mehr Umgebungsluft freuen. Man hat mehr Spaß an der Musik. Und genauso soll es auch sein.

Info

Kabelfamilie Nordost Red Dawn
Strom-, Lautsprecher-, NF- und USB-Kabel
Preis: LS-Kabel ab 1040 € (2 x 2 m), NF-Kabel ab 550 €, Netzkabel ab 439 € (1 m), USB-Kabel ab 325 € (1 m)

Kontakt

Connect Audio Vertrieb GmbH
Zum Hasenberg 4
35415 Pohlheim
Telefon +49 6004 9168520

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www.connectaudio.de

www.nordost.com

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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