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Steppenwolf

Steppenwolf: Steppenwolf

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Forever Young – 50 Jahre Album-Klassiker – Steppenwolf: Steppenwolf

Die Liste der ehemaligen Steppenwolf-Musiker liest sich wie der erweiterte Kader zweier Fußballmannschaften. Mitte der Siebziger existierten sogar mehrere Steppenwolf-Klone parallel. Erst 1980 holte sich Gründer John Kay seinen Bandnamen gerichtlich zurück und startete als John Kay & Steppenwolf in den dritten, bis heute andauernden Abschnitt der 50-jährigen Bandgeschichte. Natürlich liegt dem Namen „Steppenwolf“ Hermann Hesses gleichnamiger Roman zugrunde, der Mitte der Sechziger Kultstatus in der Beatnik-Szene erlangte. Vor allem deshalb, weil sich leicht angebliche Drogenerfahrungen Hesses hineininterpretieren ließen. Wehren konnte sich der Autor nicht mehr, er war bereits 1962 verstorben.

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Eine erstaunlich lang anhaltende Karriere für ein One-Hit-Wonder. Als Dennis Hopper und Peter Fonda in Easy Rider mit einem Tank voll Dollars und begleitet von „Born To Be Wild“ auf ihren Maschinen über den Highway donnern, wird die Band schlagartig weltberühmt. Geschrieben hatte den Platin-Hit, der allerdings nie Nummer eins der Charts erreichte, Jerry Edmonton alias Mars Bonfire, ein Kollege Kays aus Zeiten von The Sparrow, seiner ersten Band. „Born To Be Wild“ klingt auch nach 50 Jahren noch nach Aufruhr und Randale, wenn der Basslauf im Intro, der an einen startenden Harley-Motor erinnert, den Startschuss zu einem wilden Ritt mit tightem Schlagzeug und fuzzy Gitarre gibt, ist aber musikhistorisch vor allem deshalb denkwürdig, weil ihn ihm erstmals die Worte „heavy metal“ auftauchen („heavy metal thunder“). Eine Wortkombination, die Burroughs einige Jahre zuvor literarisch eingeführt hatte und die in den folgenden Jahrzehnten zu einem eigenen Musikstil wurde.

Steppenwolf haben ein Händchen für psychedelische Sounds („Your Wall’s Too High“) und harten Bluesrock, ohne mit Pink Floyd oder Cream konkurrieren zu können. Ihr gleichnamiges Debüt spielten sie 1967 in nur vier Tagen in einem zum Tonstudio umfunktionierten Diner ein. Neben besagter internationaler Biker-Hymne enthält es mit „The Pusher“ einen zweiten großen Hit und den einzigen echten Geniestreich der Band. Darüber hinaus wird ordentliches Bluesrock-Handwerk geboten. „Sookie Sookie“ groovt so funky, dass es von vielen schwarzen Radiostationen gespielt wurde, natürlich nur bis sie merkten, wer da im tiefen Bariton schlüpfrige Zweideutigkeiten vortrug. Mit fliegenden Fahnen scheitert die Band an Willie Dixons „Hoochie Coochie Man“ – wie man die Zeit innerhalb eines Akkordes staucht und wieder dehnt, hatte ihnen niemand beigebracht, und mit herrlicher Naivität brilliert sie in der Chuck-Berry-Hommage „Berry Rides Again“. Ja, Steppenwolf hat Rost angesetzt, ursprünglich skandalös und respektlos hingerotzt, wirkt es heute nicht mehr gefährlich, sondern nostalgisch. Sei’s drum: Get your motor runnin’!

Highlights: Born To Be Wild, Sookie Sookie, The Pusher

Steppenwolf

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Fakten

Veröffentlichung: Januar 1968

Label: ABC Dunhill

Produktion: Gabriel Meckler

Titelanzahl: 11

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Laufzeit: 46:10 Minuten

 

Besetzung:

John Kay: Gesang, Gitarre, Mundharmonika

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Michael Monarch: Gitarre, Backing Vocals

Goldy McJohn: Orgel, Klavier, Backing Vocals

Rushton Moreve: Bass, Backing Vocals

Jerry Edmonton: Percussion, Backing Vocals

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  • Anarchistische Abendunterhaltung! Magisches Theater! Eintritt nicht für jed…“ (Hermann Hesse, Der Steppenwolf)
  • Bürgerlich heißt John Kay Joachim Fritz Krauledat und stammt aus Tilsit in Ostpreußen.
  • John Kay ist stark kurzsichtig und besitzt keinen Führerschein.
  • Nach 50-jähriger wechselvoller Bandgeschichte bestehen John Kay & Steppenwolf bis heute. Auflösungen: 1972, 1976. Neugründungen: 1974, 1980.
  • „Born To Be Wild“ und „The Pusher“ tauchen im Soundtrack zu Easy Rider auf.
  • John Kay ist seit 2004 auf Canada’s Walk of Fame (Toronto) vertreten.
  • „Born To Be Wild“-Coverversionen, die man kennen sollte:
    Wilson Pickett, The Sonic, Wild Thing, The Ventures, The Challengers, The Cult, Leningrad Cowboys, Kermit (Ozzy Osbourne) and Miss Piggy, Slayer.
  • Der ambivalente Anti-Drogensong „The Pusher“ stammt ursprünglich vom Country-Sänger Hoyt Axton.
  • Ihre treue Anhängerschaft ermöglichte die lange Karriere der Band. Die Fans nennen sich „Wolf Pack“.

www.jpc.de

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