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Wilson Audio TuneTot Kompaktlautsprecher

Wilson Audio TuneTot Kompaktlautsprecher

Kompromissloses Familienerbe

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Wilson Audio TuneTot – Kompromissloses Familienerbe

Vor mir steht der letzte Lautsprecher, den Dave Wilson noch persönlich in der Entwicklungsabteilung seiner Firma angehört und für gut befunden hat, die Wilson Audio TuneTot. Sein Sohn Daryl Wilson zeichnet zusammen mit dem Team von Wilson Special Applications Engineering (WSAE) verantwortlich für den Kompaktlautsprecher „TuneTot“. Klanglich liegen meine Erwartungen extrem hoch, denn genau dieses Team gestaltete auch die WAMM Master Chronosonic.

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher

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In Aller Kürze

Die Wilson Audio TuneTot ist ein kompromisslos entwickelter Kompaktlautsprecher, der für seine Baugröße beachtlich groß aufspielt. Die millimetergenaue Anpassbarkeit der Schallwandneigung sorgt im Optimalfall für eine holografische Räumlichkeit, gute Verstärker vorausgesetzt. Paarpreis ab 12 000 €.

Wislon Audio TuneTot Navigator


Die TuneTot kommen bei mir in Begleitung der ISOBase an, einer Entkopplungsbasis zwischen Lautsprecher und Untergrund. Sie gehört zum sogenannten „Ökosystem“ der Wilson Audio TuneTot, aus dem sich der Kunde das aufpreispflichtige, speziell angepasste Zubehör für seine kleine Wilson aussuchen kann. Diese Basis besitzt auf ihrer Oberfläche Einlässe für die Spikes der TuneTot, die neben der einfachen Positionierung zusätzliche Standsicherheit gewährleisten. Die ISOBase selbst besteht aus einem selbst entwickelten Kompositmaterial und einem Polymer, das die Lautsprecher von der jeweiligen Unterfläche trennen soll. Das funktioniert auf Lautsprecherständern ebenso wie im sprichwörtlichen Regal. Ausprobiert habe ich die kleinste Wilson-Box in beiden typischen Anwendungsfällen.

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Die TuneTot hat alles, was einen Wilson Audio Lautsprecher ausmacht.

Zunächst positioniere ich die ISOBase auf mit Sand gefüllten Lautsprecherständern und richte die TuneTot darauf optimal auf meinen Hörplatz aus. Damit ist vor allem die Neigung der Schallwand gemeint, die durch die beiliegenden, unterschiedlich langen Spikes individuell eingestellt werden kann. Hintergrund ist die Laufzeitkorrektur zwischen Hoch- und Tiefmitteltöner in Bezug auf den Hörplatz. Das lässt sich tatsächlich sehr einfach und stufenlos bewerkstelligen und macht sich in der Präzision der räumlichen Abbildung bemerkbar. Dazu lege ich zunächst Mike Oldfield auf. Das „Platinum Finale“ von seinem Album Platinum ist mir seit Jahrzehnten mehr als geläufig. Die Mute-Gitarre bildet eingangs gemeinsam mit der trockenen Basstrommel einen treibenden Groove. Die E-Gitarre spielt vor der Rhythmusgruppe positioniert erstmals das Thema des eingängigen Stücks. Nach und nach wird die Nummer komplexer bis hin zum perkussionsgetriebenen Finale mit Chor.

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Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Die schwere Bodenplatte gibt der kleinsten Wilson Audio in jeder Umgebung einen soliden Stand. Außerdem kann man die Spikes so auch auf kratzempfindlichem Untergrund – Regale, Sideboards, Tischflächen – bedenkenlos einsetzten.

Ich fühle mich in der sehr tiefen Darstellung und klaren Positionierung der Instrumente an sehr gute Studiomonitore erinnert, nur ist das hier noch sehr viel besser! Neben der Akkuratesse der Transientenwiedergabe und der feinen Raumauflösung bekommt hier die musikalische Interpretation einen hohen Stellenwert, eben mehr als das, was ein Studiomonitor kann. Ich höre die zeittypische Schlagzeugabmischung (das Album erschien 1979): trocken, direkt, mit geschmackvoller Kompression. Dass ich das gerade genauso selbst über meine Luxman-Röhre (mit nominell 2 x 10 Watt) nachvollziehen kann, beeindruckt mich. Ich hätte gedacht, die Wilson benötigte mehr Leistung, aber dem ist offenbar nicht so. Über alle Frequenzbereiche zeigt die TuneTot, wie viel Musik in dieser Aufnahme steckt. Auch im Bassbereich. Der ist sauber, aufgeräumt und druckvoll.

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Kompakt und trotzdem durch und durch eine Wilson: Hinter der Abdeckplatte am Gehäuserücken der massiven Box liegt die Frequenzweiche. Erkennen Sie die schmale Öffnung oberhalb des Terminals? Das ist die Bassreflexöffnung, für die sich passende Verschlusskappen im Lieferumfang befinden. So funktioniert die Tune Tot auch wandnah.

Ich lege „Deep Deep Feeling“ von Paul McCartneys Soloalbum III auf. Das mächtige Schlagzeug, das vor allem durch die voluminösen Toms ins Hörgeschehen eingreift, haut mich im wahrsten Wortsinn um. Sowohl Kessel als auch Fell der jeweiligen Trommel stehen in realistischer Größe im Raum. Das Ausklingen des Kessels klingt so, wie ich es von einem gut gestimmten Drumset im Studio her kenne. Paul McCartneys Stimme – teils von interessanten Effekten begleitet – macht die Aufnahme noch dreidimensionaler. Die tiefe Bühne, exakte Transienten sowie Kontrolle im Bassbereich bei gleichzeitiger Offenheit in den Höhen sind Eigenschaften, die die TuneTot ganz nach oben auf die Liste der von mir je gehörten Lautsprecher setzt, Standlautsprecher mit eingeschlossen!

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Wie bei den größeren Modellen der Amerikaner ist die Weiche gegen Einstreuungen vollständig gekapselt. Verbindung zum Terminal wird durch hochwertige und im wahrsten Sinn „robuste“ Verdrahtung hergestellt (links). Die beiden Kabel rechts führen zum Hochtöner.

Die TuneTot ist also kein Kompaktlautsprecher von der Stange, so viel dürfte jetzt schon klar sein. Das verantwortliche WSAE-Team sucht ständig nach Lösungen für besondere Aufgaben, wie eben die Positionierung auf einem Sideboard oder Regal. Dazu gehört auch das Detail, dass keine Innenwand parallel zu einer anderen verläuft und dass das hochwertige Gehäuse aus Wilson-eigenem Material (X-Material) problematische Resonanzen weitestgehend erst gar nicht entstehen lässt.

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Die vollständig vergoldeten Terminals von WBT entsprechen dem aktuellen Standard der Wilson-Ausstattung und nehmen Bananenhülsen, Gabelschuhe sowie Litzen auf.

Abgekürzt heißt die kleine Wilson Audio TuneTot übrigens ebenfalls „WATT“, eine Hommage an die Wilson Audio TinyTot, die zusammen mit dem späteren Subwoofer „Puppy“ als „WATT/Puppy“ zum kommerziell erfolgreichsten Modell der amerikanischen Boxenschmiede werden sollte. Die TinyTot – nur um das abzuschließen – war übrigens ursprünglich gar nicht für den kommerziellen Markt gedacht. Dave Wilson hatte sich den Kompaktmonitor für sein Aufnahmestudio gebaut, da er mit den bis dato erhältlichen Monitoren nicht zufrieden war, und diese im Studio benötigte Sauberkeit und Ehrlichkeit bringt auch die vorliegende Inkarnation mit sich.

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Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Spikes, Abstandhalter, Bodenschoner und ein kompletter Satz Werkzeug: Das mitgelieferte Zubehör ermöglicht die perfekte Aufstellung und Justage der Lautsprecher. Bei Bedarf kann man die Tune Tot – wie die Topteile ihrer größeren Geschwister – übrigens auch leicht geneigt auf die Bodenplatte setzen.

Ich habe die Wilson Audio TuneTot – wie von den Entwicklern als Anwendung gedacht – mit der ISOBase nun auf ein Sideboard gestellt. Dazwischen steht eine Audiolab-Transistorendstufe mit 2 x 100 Watt Leistung an 8 Ohm. Als Zuspieler wird direkt der Digital Audio Player Cayin N3 Pro verkabelt. Die Dire Straits spielen auf: „Your Latest Trick“ von Brothers In Arms. Gänsehaut! Wie tief ich hier in die Aufnahme hineinblicken kann, ist ungewöhnlich. Es gibt halt gute Lautsprecher, die vieles richtig machen, und es gibt die Wilson Audio TuneTot. Der Moment, in dem die Fußmaschine auf das Fell der Basstrommel trifft, ist für sich genommen schon ein Erlebnis. Die Basslinie von John Illsley singt ihre eigene Melodie, die sich mit Knopflers Stimme symbiotisch verbindet. Dabei erlaubt es die WATT, sowohl die Tieftonenergie zu spüren als auch die exakte Tonhöhe des Viersaiters hören zu können. Versuchen Sie das mal mit anderen Regallautsprechern. Der Blueser und Songwriter Pete Alderton intoniert jetzt seine Version von „Ain’t No Sunshine“. Die perfekte Aufnahme schafft über die WATT wieder für alle Instrumente und die Stimme genügend Luft, schiebt den Bassbereich an, ohne aufzudicken, und lässt – und genau darum geht es schließlich – die Intensität dieser Platte direkt ins Herz des Hörers wandern. Herausragend!

Bildergalerie
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Technisch haben wir es bei der WATT mit einem Zweiwege-Bassreflexgehäuse zu tun. Bei wandnaher Aufstellung empfiehlt sich aus meiner Sicht, die rückseitige Bassreflexöffnung mit den beiliegenden Stopfen zu schließen. Bestückt ist die TuneTot mit einer 2,54-Zentimeter(1-Zoll-)-Seidenkalotte und einem knapp 15 Zentimeter messenden Tiefmitteltöner mit einer beschichteten Papiermembran. Die Treiber sind mit derselben Membran wie die Sabrina X und die Alexx V ausgestattet, haben aber einen anderen, an die TuneTot angepassten Antrieb. Das schon erwähnte Gehäusematerial ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung, bei der Messgeräte zum Einsatz kommen, die Vibrationen im Nanometerbereich feststellen können. Da ergibt es sich von selbst, dass in einer Wilson Audio nichts auch nur im Entferntesten an den Gehäuseklassiker MDF erinnert. Vielmehr ist das verwendete X-Material ein Komposit, das sowohl eine hohe Festigkeit als auch gleichzeitig eine gewisse Elastizität und gute Dämpfungseigenschaften mitbringt. Die knapp 38 Zentimeter hohen TuneTot wiegen gut 13 Kilogramm, stattlich! Mit einer Empfindlichkeit von 86 Dezibel, einer Impedanz von 8 Ohm und einer empfohlenen Eingangsleistung von 25 Watt pro Kanal sind sie für viele Verstärker ein angenehmer Spielpartner. Wie schon erwähnt zeigen die Wilson Audio aber auch sehr genau, wer da die Wellenform in Ausgangsspannung verpackt.

Wislon Audio TuneTot Kompaktlautsprecher
Wilson typisch – Alles ist perfekt bis in das kleinste Detail.

Röhre oder Transistor? Geht beides! Sie werden auf jeden Fall alle Eigenschaften Ihres Verstärkers wie durch ein Vergrößerungsglas komplett neu erleben. Ganz billig ist der Spaß nicht, vor allem wenn ich bedenke, dass Sie für jedes Zubehör – und dazu gehört auch die Frontabdeckung – extra zahlen dürfen. Aber die TuneTot ist eben auch eine echte Wilson, ohne Kompromisse. Dave Wilson kann auch posthum sehr stolz auf seinen Sohn sein.

Info

Lautsprecher Wilson Audio TuneTot (WATT) inkl. ISOBase
Konzept: 2-Wege-Kompaktbox, Bassreflex mit individuellem Zubehör „Ökosystem“
Bestückung: 2,54-cm-Hochtöner (beschichtete Seidenkalotte), 15-cm-Tiefmitteltöner (beschichtete Papiermembran)
Nennimpedanz: 8 Ω
Empfindlichkeit (1 W/1 m): 86 dB
Empfohlene Verstärkerleistung: ab 25 W
Ausführungen Gehäuse: Quartz, Ivory, Crimson, Carbon, Teak
Ausführungen Hardware: Schwarz, klar
Gewicht: 13 kg
Maße (B/H/T): 22/38/26 cm
Garantiezeit: 2 Jahre
Paarpreis: ab 12 000 €, ISOBase um 2000 €, Lautsprecherabdeckung um 400 €

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Kontakt

Audio Reference GmbH
Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
Telefon +49 40 53320359

www.audio-reference.de

www.wilsonaudio.com

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