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NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

Klangvolles Winterrefugium

NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

Über die oft lauschigen Platzverhältnisse auf Hotelmessen kann man sich beschweren oder freuen: Bei windigen -7° Celsius saßen wir jedenfalls gern in überfüllten Zimmerchen und ließen uns von feinen Setups die Ohren wärmen.

Das Frühstückscafé im Hamburger Le Méridien befindet sich ganz oben im neunten Stock. Die große Fensterfront eröffnete uns einen klasse Blick auf die Innenalster, die wir im raren, zugefrorenen Zustand bewundern durften, während wir hin und wieder über die Tische schauten, wer sich sonst noch zur ersten Stärkung des Tages einfindet, bevor der Startschuss zu den NDHT – Norddeutsche HiFi-Tage – 2026 fällt.

NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

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Das Le Mériden ist nun schon zum zweiten Mal der Austragungsort der NDHT, hat es sich doch bereits letztes Jahr dank seiner zentralen Lage in direkter Nähe des Hauptbahnhofs bewährt. Zugreisende müssen die eisigen Temperaturen denn auch nur wenige Hundert Meter lang aushalten, an Parkhäusern ringsum mangelt es ebenfalls nicht. Dazu hat Veranstalterin Ivonne Borchert-Lima einen kostenlosen Shuttle-Service ab Heiligengeistfeld eingerichtet, wo weitere Stellplätze zur Verfügung stehen.

Das etwas ungewöhnliche Layout ist tatsächlich mehr Vor- als Nachteil – man muss sich einfach nur vergegenwärtigen, dass man vom Haupteingang aus rechterhand die auf zwei Stockwerke verteilte Hotelmessesektion findet, linkerhand geht’s dann zu den „Levels“ mit ihren großen Konferenzsälen. Aufzüge sind vorhanden, konnten im Messekontext jedoch getrost als nonexistent behandelt werden: Dass drei Fahrstühle nicht für eine derartige Veranstaltung konzipiert sind und ihr dementsprechend auch nicht gewachsen sind, versteht sich von selbst, und zwischen den beiden Hoteletagen pendelt es sich übers Treppenhaus ohnehin viel problemloser, zumal es über seine zwei Zugänge pro Etage jeweils einen weiteren Durchgang schafft, der die Navigation durch die E-förmig angelegten Flure erleichtert.

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Einen Transrotor muss man noch nicht einmal hören, um ihn bewundern zu können.

Im Foyer gab es neben einer Reihe kalter Ausstellungen – etwa von Transrotor, Elac oder Nessie Vinylcare – zu bewundern, während man an diversen Ständen zu vertretbaren Kursen die leibliche Verpflegung sicherstellen konnte.

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Zum Analoggenuss gehört auch die richtige Plattenpflege.

Auch heuer gut besucht

Die Messe war von Stunde null an gut gefüllt – dass sie mittlerweile Eintritt kostet, scheint die wenigsten abzuschrecken. Unter den gut vierzig Hotelzimmerchen fand sich dementsprechend selten einmal ein leeres; wenn man ein Plätzchen fand, war allein das ein Grund, ein wenig zu verweilen. Die ordentliche Bausubstanz ließ dabei trotz der beengten Platzverhältnisse klanglich sehr ordentliche Vorführungen zu. Die Aussteller waren mit den Räumlichkeiten offenkundig bereits vertraut und hatten die Raumakustik dementsprechend gut im Griff.

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Harzsch spielte drei unterschiedliche Größen seiner wundervollen Lautsprecher. Bei unserem Besuch war gerade die kleinste an der Reihe, die im kompakten Hotelzimmer extrem punkten konnte.
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Draußen Winter, drinnen Musik: In insgesamt rund 60 Räumen tummelte sich eine Vielzahl an Herstellern, die bisweilen exotische Technologien wie Zeilenstrahler verfolgten.

Vielfältiger Hörspaß

Wie erwartet und erhofft bot die Messe einen reichen Querschnitt durch die breite Vielfalt möglicher Ansätze – von wonnigen Oldschool-Setups, über einmessbare Aktivsysteme bis hin zu exotischen Technologien war alles vertreten, wobei sich die Vorführer von der Raumgröße nichts diktieren ließen: Fein abgestimmte Setups mit kleinen Zweiwegemonitoren in der Hauptrolle waren ebenso vertreten wie Anlagen, denen man in lebensnähren Szenarien eher drei- bis viermal so große Räume zumuten würde – die klanglich aber dennoch mit den begrenzten Platzverhältnissen klarkamen.

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Revox beherrscht die Wiedergabekette nicht nur von der Quelle bis hin zum Lautsprecher: Dank der Liaison mit Horch House hat man hier selbst die Qualität der Aufnahme in der eigenen Hand.

Audes etwa ließ es sich nicht nehmen, ein Pärchen seiner mächtigen M5 in seinen Vorführraum zu stellen. Bespielt von Holborne und Skyanalog, füllten sie den Raum mit natürlich fließender Musik, ohne ihn jemals zu überladen.

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Audes und Holborne mit einem scheinbar überdimensionierten Setup -das im Raum jedoch bestens funktionierte.
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Manger war in gleich zwei Vorführungen vertreten: Einmal in der Eigenen und dann hier bei Thales. Beide Anlagen spielten mitreißend.

Wer in Analoglaune war, wurde auch im Raum von Eternal Arts bestens bedient, wo der übertragerlose Röhrenverstärker OTL MkIII in der Commemorative Edition zum 70. Jubiläum des entsprechenden Patents aufspielte. Ähnliches, aber grobdynamisch wesentlich potenter, war in den Zimmern von Lampizator unter anderem im Verbund mit Qualio zu hören.

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Neben Lampizator und Qualio waren mit Pylon und Fezz noch zwei weitere prominente polnische Hersteller in Hamburg vertreten. Die Zuspieler stammen dagegen aus Frankreich (Atoll).
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Alle würden gern ohne Ausgangstransformator auskommen, aber wenige bekommen’s hin: Das Konzept besteht seit nunmehr 70 Jahren. Grund genug für Eternal Arts, eine Jubiläums-Edition ihres OTL-Röhrenamps aufzulegen.
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Vergesst das Zubehör nicht: Symann experimentiert gerade mit einer vom Instrumentenbau inspirierten Gerätebasis. Die Wirkung auf den Router, so erklärte uns der Hersteller, sei ganz und gar erstaunlich.

Am anderen Ende des Spektrums wurden in einer ganzen Reihe an Räumen aktive Systeme vorgeführt, die nicht nur den Lautsprecher, sondern den Raum an sich mittels ausgefuchster DSP-Filter in den Griff nahmen. GGNTKT etwa bespielte seinen Raum mit der Kompakten M1 und der Standbox M3 und demonstrierte dabei, wie der rückwärtig montierte Tieftöner der kleinen durch gezielte Auslöschung von Bassanteilen eine besonders wandnahe Aufstellung ermöglicht. Ähnliche Konzepte waren ebenso von anderen Herstellern wie Lyravox, Ascendo oder Loudt zu hören. Bei allen Vorführungen fiel auf, wie viele Hörer sich die Systeme interessiert und mit fundierten Fragen en Detail erklären ließen.

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Dank eines rückwärtigen Treibers, der gezielt Raumreflexionen auslöscht, lässt sich die GGNTKT M1 nach Wunsch sehr wandnah aufstellen.
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Laut, lauter, Loudt … der junge Hersteller aus Graz überreichte die Fernbedienung seiner raumentzerrten Aktiven an die Besucher und wurde mit einer Ladung The Prodigy überrascht.

Ungewöhnliche Konzepte

Aktivsysteme inklusive Raumeinmessung haben sich mittlerweile zu einem gewohnten Anblick gemausert – allerdings gab es an einigen Stellen auch wirklich technologisch ungewöhnliche Hardware zu bestaunen. Der mittlerweile bestens bekannte Biegewellentreiber in Mangers S1 etwa gab in der aktiven Variante eine gewohnt transparente Vorstellung, die erfreulicherweise bei aller Durchhörbarkeit absolut nichts an Körperhaftigkeit vermissen ließ. Doch auch andere Hersteller fanden spannende Neuinterpretationen zum Thema Mittelhochton: ATE etwa führte seine Imagine-Serie vor, die ab 250 Hertz aufwärts einen relativ großflächigen und auf den Namen „Ring Mode Drive“ getauften Treiber einsetzt, der ohne Sicke und Zentrierung, vor allem aber ohne jedes Aufbrechen über acht Oktaven hinweg linear spielen soll.

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Der ungewöhnliche RMD-Treiber hat eine saubere Bandbreite von 250 hertz bis hoch zu 35 kHz.

Klanglich gefiel er jedenfalls mit einer ausnehmend luftigen und feinsinnigen Wiedergabe. Ebenfalls ungewöhnlich der Linear Motion Transformer des Schweizer Herstellers Rowen, dessen Papiermembran samt Schwingspule mechanisch frei schwebend mittels extrem starker Neodym-Magneten in ihrem Gehäuse fixiert ist. Klanglich auffällig war für mich aber vor allem der enorm trockene Bass des geschlossenen Systems.

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Auch Rowen denkt das Prinzip Hochtöner neu und hängt die Hochtonmembran ohne physischen Kontakt zum Gehäuse magnetisch auf.

Große Säle – großes Kino

Wer der Kuschelstimmung in den Hotelzimmern entfliehen wollte, fand auf der anderen Seite im Levels-Turm deutlich großzügigere Platzverhältnisse vor. Zuoberst im großen Ballsaal gab Audio Reference auch dieses Jahr spektakuläre Vorführungen der Wilson Audio Chronosonic XVX, die standesgemäß von den Dan D’Agostinos Relentless-Verstärkern angetrieben wurden. Weiter unten auf der dritten Ebene hatte sich die IAD eingerichtet und demonstrierte die neueste Iteration der legendären ESL von Quad. Die Elektronik von Soul Note und der Zavfino-Dreher sorgten für ein Signal, an dem der Flächenstrahler seine enorme Bühnenabbildung und Feinauflösung aufs Beste zur Schau stellen konnte.

Level eins tanzte insofern aus der Reihe, als es sich ebenerdig am anderen Ende des Foyers befand. Hier gastierte unter anderem Auer Acoustics. Wie gewohnt in einem extrem aufwendigen Raum-im-Raum-Konzept präsentierte der junge Hersteller seine Versura V4, die trotz ihrer moderaten Abmessungen und des geschlossenen Aufbaus den üppig dimensionierten Raum kontrolliert und mühelos unter Druck setzte.

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“Der Raum ist die wichtigste Komponente” – dieses altbekannte Motto hat niemand konsequenter beherzigt als Auer Acoustics. Klanglich war die Vorführung exzellent, vielleicht auch, weil der Strom in den Händen eines riesigen Stromtank ruhte.

Die mächtige Elektronik wurde optisch vom noch mächtigeren Stromtank dominiert. Die anderen beiden Räume wurden von Dänen vereinnahmt: Raidho führte seine Lautsprecher an Leema-Elektronik vor, ebenso wie Modelle seiner deutlich preisgünstigeren Marke Scansonic, die bei mir auf Messen bislang jedes Mal bestens gefallen haben.

Bildergalerie
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An der Rezeption vorbei ging es schließlich zur Audio Group Denmark, die die mannshohe Børresen T5 untenrum mit einem Pärchen ihres Bassmoduls (vulgo: Subwoofers) BM3 Verstärkten und mit der üblichen, fließend-lockeren und dynamischen Klangsignatur für beste Laune sorgte.

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Das Bassmodul BM3 von Børresen ist ein heimlicher Star auf den Vorführungen der Audio Group Denmark.

Das Programm nach dem Programm

Wer nach acht Stunden Messerummel immer noch nicht genug hatte, konnte sich mit etwas Glück noch auf kuratiertes Abendprogramm einladen lassen. Lyravox etwa nutzte seinen Status als Lokalmatador, um einige Messebesucher zu einer kleinen Führung durch das Hauptquartier der Lautsprecherschmiede einzuladen – samt Shuttleservice vom Hotel und wieder zurück. Alle anderen nutzten die Abende, um die Gegend nach den reichlich vorhandenen Hamburger Fischspezialitäten abzusuchen oder wählten den deutlich kürzeren Weg zum Hotelrestaurant.

www.hifitage.de

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