Stromtank S4000 ProPower MK II
Die Idee zum Stromtank stammt von Wolfgang Meletzky, einem Namen, der in der HiFi-Welt seit Jahrzehnten Gewicht hat: Der Berliner Elektroingenieur wurde einst durch seine außergewöhnlichen Lautsprecherkonstruktionen bekannt, die für großes Aufsehen sorgten und den Grundstein für eine der renommiertesten deutschen High-End-Marken legten.
Mit Stromtank wollte Meletzky zu seinen Wurzeln zurückkehren. Erklärtes Ziel war es, ein Produkt zu entwickeln, das die Klangqualität auf jenes Niveau zurückführt, das High-End-Anlagen einmal hatten. Wir erinnern uns: Früher waren die Stromnetze weit weniger durch hochfrequente Störungen verunreinigt. Natürlich hat der Markt längst mit Netzfiltern, Trenntrafos und allerlei Zubehör auf diese Probleme reagiert. Doch das alles sind letztlich nur Kompromisse, und Meletzky ist nicht gerade ein Freund solcher Lösungen. Also musste ein völlig neuer Ansatz her. Das Signal sollte nicht einfach gefiltert oder geglättet, sondern vollständig neu aufgebaut werden, frei von den Einflüssen des öffentlichen Stromnetzes.
Als der S4000 ProPower MK II bei uns angeliefert wurde, zeigte sich schnell, dass man für dieses Gerät mehr als nur Neugier braucht. Das Bruttogewicht von 115 Kilogramm machte bereits das Abladen zu einer Herausforderung. Ohne die Hilfe einiger Nachbarn wäre es wohl unmöglich gewesen, die Kiste zu mir ins Hochparterre zu schaffen. Nach diesem Kraftakt lenkte die Transportverpackung allerdings schnell von den Strapazen ab: eine massive, passgenau gefertigte Holzkiste mit durchdachter Konstruktion. Öffnet man die seitliche Klappe, die gleichzeitig als Rampe dient, lässt sich der Stromtank erstaunlich einfach herausziehen. Mit seinen rund 80 Kilogramm Nettogewicht gleitet er dank der verbauten Gleitfüße fast mühelos über den Boden.

Bei der ersten Begutachtung fiel mir sofort das hochwertig verarbeitete Gehäuse ins Auge: Jede Kante sitzt, jede Fläche ist präzise gefertigt und lackiert. Dank der leicht abgeschrägten Flächen an der Front wird das Gerät trotz stattlicher Abmessungen von 54 Zentimeter Höhe, 48 Zentimeter Breite und 59 Zentimeter Tiefe weniger wuchtig wahrgenommen, als es tatsächlich ist. Zum unverwechselbaren Erscheinungsbild des Stromtanks trägt das zentrale Bullauge mit dem Zeigerinstrument wesentlich bei – das Design dieses Instruments ist, wie man mir bestätigte, von den klassischen Rundinstrumenten deutscher Sportwagen inspiriert. Das Bullauge gibt sich kraftvoll, edel und technisch prägnant, ohne prätentiös zu erscheinen. Der Zeiger illustriert, wie viel Leistung der Stromtank aktuell liefert oder aufnimmt, während zehn LEDs direkt darunter den Ladezustand visualisieren. Links und rechts dieser LED-Leiste befinden sich zwei Taster. Der eine steuert das Be- und Entladen beziehungsweise das Ein- und Ausschalten, der andere die Beleuchtung im Entladezustand. Diese lässt sich dimmen oder vollständig deaktivieren – bei mir bleibt sie dauerhaft aktiv, weil die grüne Beleuchtung dem Gerät eine angenehm technische, gleichzeitig fast geheimnisvolle Anmutung verleiht. Die beiden Taster finden sich auch auf der äußerst kompakten Tischfernbedienung wieder. Sie ist ebenso minimalistisch wie funktional gestaltet, kommt wie eine kleine technische Skulptur daher. Mit ihrem satinierten Aluminiumgehäuse liegt sie perfekt auf dem Tisch – selbst in kleinen Details ist der Eindruck, typisch deutsch, makellos.

Gefertigt wird der Stromtank in einer kleinen Berliner Manufaktur mit nur sechs Mitarbeitern. Jedes Gerät entsteht in Handarbeit, jährlich werden lediglich rund einhundert Exemplare gebaut. Sein Konzept ist ebenso ambitioniert wie logisch: Der Stromtank trennt die angeschlossene HiFi-Anlage vollständig vom Stromnetz und versorgt sie mit Energie aus einem integrierten Bombast-Batteriesystem. Im Inneren arbeiten Lithium-Eisenphosphat-Zellen, die über ein computergesteuertes Managementsystem kontrolliert werden. So entsteht eine vollkommen saubere, stabile und störungsfreie Spannungsversorgung, frei von Netzschwankungen, HF-Störungen oder anderen Einflüssen. Das Ergebnis ist ein Energiespeicher, der nicht nur stabiler liefert als jede Steckdose, sondern der Anlage gewissermaßen ein autarkes, kontrolliertes Umfeld verschafft.

Die Speicherkapazität beträgt 2700 Wattstunden, gespeist von einer 48-Volt-DC-Batteriearchitektur. Im Inneren arbeiten zwei Wechselrichter im Parallelbetrieb, die eine Ausgangsspannung von 100 bis 130 Volt oder 200 bis 245 Volt in reiner Sinuswelle liefern. Die Umschaltzeit zwischen Netz- und Batteriebetrieb liegt unter 15 Millisekunden – also unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Die kontinuierliche Ausgangsleistung beträgt 950 Voltampere bei 25 Grad Celsius, kurzfristig sind 1500 Voltampere über drei Minuten und sogar 3700 Voltampere über drei Sekunden abrufbar. An der Rückseite finden sich vier hochwertige Furutech-Schuko-Ausgänge (wahlweise auch als reine Kupfer- oder rhodiumbeschichtete Duplex-Buchsen erhältlich). Mit dieser Leistungsreserve lassen sich selbst sehr stromhungrige Class-A-Verstärker stundenlang betreiben, ohne dass der Stromtank an seine Grenzen gerät oder die Spannung auch nur minimal einbricht.

Beim Anschließen zeigt sich, wie durchdacht das System funktioniert. Mithilfe der übersichtlichen Kurzanleitung finden sich auch Technikmuffel sofort zurecht. Sollte etwa der Stromstecker phasenverkehrt eingesteckt sein, weist eine grüne LED dezent darauf hin. Ist alles korrekt verbunden, dreht man zunächst den rückseitigen Schlüsselschalter um. Danach schaltet man den Hauptschalter an, woraufhin die Anzeige im Bullauge blau aufleuchtet. In diesem Moment beginnt der Ladevorgang. Anschließend aktiviere ich den separaten Sicherungsschalter für die Ausgangssteckdosen, die zusätzlich abgesichert sind. Dieses mehrstufige Einschaltkonzept sorgt für Sicherheit und Klarheit und vermittelt das Gefühl, ein präzise kontrolliertes Energiesystem zu bedienen.

Übergibt man dem vollständig geladenen Stromtank S4000 die Kontrolle über die Anlage, macht sich die Wirkung unmittelbar bemerkbar. Man muss nicht erst überlegen oder nach Unterschieden suchen – hier ist alles sofort eindeutig: Der gesamte Frequenzgang wirkt straffer, kontrollierter und zugleich ruhiger. Die Bühne öffnet sich in Breite und Tiefe, Instrumente und Stimmen gewinnen an Präzision und Ortbarkeit. Die Musik klingt befreit, als wäre eine unsichtbare Schicht zwischen Anlage und Hörer entfernt worden. Besonders faszinierend ist das, was man nicht hört. Der Raum zwischen den Tönen wird zu einer Art schwarzem Vakuum, in dem jedes Detail klar umrissen steht. Diese völlige Ruhe ist kaum in Worte zu fassen – man muss sie erleben. Es ist, als säße man im Theater und die Schauspieler stünden vor einem tiefschwarzen Vorhang statt vor einer unruhigen, bunten Kulisse. Plötzlich konzentriert sich das Ohr ausschließlich auf das Wesentliche, nichts lenkt mehr ab. Zunächst dachte ich, der Effekt würde sich vor allem tagsüber bemerkbar machen, wenn das öffentliche Stromnetz durch viele Verbraucher stärker belastet ist. Schließlich klingen viele Anlagen abends ohnehin besser, sobald die Netzspannung ruhiger und gleichmäßiger ist. Doch selbst spät in der Nacht, wenn kaum Störungen auftreten, erweist sich der Stromtank in seiner Funktion noch immer als eine deutliche Verbesserung.

Zeit also, ein paar vertraute Musikstücke zu hören. Ich begann mit Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond“. Schon die ersten Takte kamen völlig losgelöst von den Lautsprechern. Die Atmosphäre baute sich wie selbstverständlich im Raum auf, transparent und dreidimensional. Als dann das Saxofon einsetzte, war die Illusion perfekt. Es schwebte plastisch im Raum, hatte Körper, Atem und Schmelz – so glaubhaft, dass man mit geschlossenen Augen schwören würde, ein echter Musiker stünde dort. Diese Art von Authentizität erreicht man sonst nur selten – hier war sie mühelos. Danach legte ich Gianna Nanninis Album Perle auf, genauer gesagt den Titel „Profumo“. Ihre markante Stimme erklang mit einer Nähe und Intimität, die beinahe greifbar war, das Cello daneben körperhaft, voll und absolut realistisch. Keine Härte, keine Überzeichnung – nur Musik in ihrer puren Form. Gerade bei solchen ruhigen, emotionalen Aufnahmen zeigt sich, wie sehr dieser „schwarze Hintergrund“ das Klangbild prägt. Jede kleine Nuance, jeder Atemzug tritt klarer hervor, ohne dass es analytisch wirkt.

Dann interessierte mich, wie sich der Stromtank bei dynamischeren Aufnahmen schlägt. Das markante Mundharmonika-Intro von Supertramps „School“ spannte sich weit in den Raum, jedes Instrument hatte seinen festen Platz. Als der Bass einsetzte, ertönte er nicht nur tief und druckvoll, sondern zugleich präzise und federnd – so, wie es live klingen sollte. Die klangliche Ordnung blieb selbst in den lautesten Passagen erhalten. Kein Zusammenfallen, keine Verdichtung – die Bühne blieb offen, stabil und nachvollziehbar. Das Schlagzeug knallte mit Autorität, aber ohne Härte, während Klavier und Gesang ihre Präsenz mühelos behaupteten. Hier wurde deutlich: Der Stromtank sorgt nicht nur für mehr Ruhe, sondern auch für deutlich bessere Dynamik.
Zum Abschluss legte ich Igor Strawinskys Le sacre du printemps auf. Kaum ein Werk bietet so viele Kontraste, so viele extreme Dynamikwechsel und eine so faszinierend vielschichtige Rhythmik. Der Stromtank ließ das Orchester mit ungeheurer Selbstverständlichkeit aufblühen. Die gewaltigen Tutti-Passagen explodierten regelrecht im Raum, ohne jedoch aggressiv zu wirken. Gleichzeitig behielt selbst das leiseste Holzbläserdetail seine Klarheit. Die Dramatik dieses Stücks – seine ungezähmte Energie und die orchestrale Wucht – wurde in all ihrer Tiefe erlebbar. Die Anlage schien in keiner Sekunde an ihre Grenzen zu kommen. Stattdessen vermittelte sie ein Gefühl souveräner Kontrolle, als wäre jede musikalische Geste vor einem tiefschwarzen, lautlosen Hintergrund ausgeleuchtet.
Nach Stunden des Hörens war klar: Der Stromtank S4000 ProPower ist kein Zubehör im herkömmlichen Sinn, sondern eine fundamentale Veränderung der gesamten Stromversorgung – und damit der Grundlage, auf der jede Anlage arbeitet. Natürlich ist der Preis von rund 33 000 Euro kein Pappenstiel, und man könnte versucht sein, ihn für überzogen zu halten. Doch wer den S4000 einmal erlebt hat, wird verstehen, warum er existiert. Hier wird spätestens dem letzten Zweifler deutlich, welch entscheidende Rolle saubere Energie im High-End-Bereich spielt. Kurzum, wer wirklich wissen möchte, wozu seine HiFi-Komponenten imstande sind, sollte den Stromtank unbedingt einmal ausprobieren. Viele gute Händler bieten Teststellungen an – und ich bin mir sicher: In den meisten Fällen bleibt das Gerät anschließend beim Kunden stehen.
Info
Stromfilter/Akku Stromtank S4000 ProPower MK II
Konzept: netzunabhängiges Energiesystem mit leistungsfähigem Akkubetrieb
Batterien: computergesteuerte Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit Dual-Wechselrichter im Parallelbetrieb
Speicherkapazität: 2700 Wh bei 48 V DC-Systemspannung
Ausgangsspannung: 100 bis 130 V AC oder 200 bis 245 V AC, reine Sinuswelle
Leistung: 950 VA Dauer, 1500 VA (3 min), 3700 VA (3 s)
Transferzeit (Netz/Batteriebetrieb): < 15 MS
Anschlüsse: 4 × Schuko (Furutech NFC) oder 4 × Duplex (pure copper, rhodium plated)
Besonderheiten: handgefertigt in Berlin, limitierte Jahresproduktion von ca. 100 Stück, versorgt selbst leistungsstarke Class-A-Verstärker stundenlang mit absolut sauberem Strom, fernbedienbar
Maße (B/H/T): 48/54/59 cm
Gewicht: 80 kg (Transportgewicht 115 kg)
Garantiezeit: 3 Jahre
Preis: um 33 000 €
Kontakt
Stromtank
Rathenower Straße 45
10559 Berlin
Telefon +49 30 52688330
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