AudioQuest ThunderBird Cooked

AudioQuest ThunderBird Interconnect-Kabel

Dem gedachten Ideal ganz nah

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AudioQuest ThunderBird Interconnect-Kabel – Dem gedachten Ideal ganz nah

Mythische Kreaturen. Eine klangvolle Bezeichnung für die Top-Linie eines Herstellers. Auch dann, wenn es um so etwas profan Erscheinendes wie Geräteverbindungskabel geht. Seine neueste Entwicklung auf diesem Gebiet nennt der US-amerikanische AudioQuest-Konzern „ThunderBird“. Und die Klangqualität des „Donnervogels“ scheint tatsächlich nicht von dieser Welt zu sein.

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In aller Kürze

Die ThunderBirds sind Klangtuning der problemlosen Sorte: Einstöpseln und Spaß haben. Langwierige Einspielzeiten sind unnötig, weil der Hersteller das vorab übernimmt. Und der Klanggewinn ist riesig.


Als High-End-Tester lernt man, auf Kleinigkeiten zu achten. Der Einfluss, den diese oder jene im Beipackzettel hymnisch gepriesene Komponente tatsächlich auf das Klangerlebnis hat, er ist bisweilen marginal und selbst für Profis nur in ungezählten Hörsitzungen ausfindig zu machen, vergleichbar der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Umso erfreulicher, wenn sich unmittelbar ein hörbarer Unterschied bemerkbar macht. Der sich nach kurzer Zeit auch noch als überaus positiv herausstellt.

Garth Powell, seit langem Chef der AudioQuest-Entwicklungsabteilung, spricht gerne davon, wie hoch man über die Jahre die Messlatte in der Firma gelegt habe – durch den konsequenten Einsatz fortgeschrittener Technologien und Materialforschung. Das reicht laut Powell von hochleitfähigen Metallen für die Kabelherstellung bis zum dreiachsigen Aufbau bei symmetrischen Verbindungen, Luft als Dielektrikum, Laufrichtungsbindung oder elektromagnetischer Aufladung des Kabelschirms und nicht zuletzt Isolierung mit mehrlagigen Carbon- und Aluminiumschirmen. Alles mit dem Ziel, die Einstreuung von Störfrequenzen zu minimieren oder völlig auszuschalten. Nicht versehentlich sind weltweit viele professionelle Tonstudios mit AudioQuest-Produkten verkabelt. Brumm und andere Störungen gehören längst der Vergangenheit an.

AudioQuest ThunderBird Cooked
Das neue ThunderBird profitiert von Erfahrungen und Technologien, die der Hersteller mit seinen Top-Modellen sammeln konnte. Ein Teil der Mystik resultiert aus dem als “Cooking” betitelten Prozess: AudioQuest-Kabel weden vor der Auslieferung mit Spannungen eingespielt, die sie in der Anwendung nie “ertragen” müssen. Diese Extrem-Formatierung sorgt für eine homogenere Kabelstruktur.

Über das bisher erreichte Level deutlich hinauszugehen war bei AudioQuest in den letzten Jahren das erklärte Entwicklungsziel. Allerdings sei der erreichte Standard bereits so hoch gewesen, dass es „einen neuen Ansatz“ brauchte, wie Powell betont. Nicht über exotische Lösungen, wie sie mancher Kabelproduzent mit mehr oder weniger guten Ergebnissen anstrebt, sondern eher durch die Beantwortung der Frage, wo bei der Benutzung eines analogen Geräteverbindungskabels die größten Probleme auftauchen. Das Ergebnis der mehrjährigen Forschung schlägt seit kurzem die Brücke zwischen meinen CD- beziehungsweise SACD-Spielern und dem Vorverstärker. Zweimal das ThunderBird neuester Generation, einmal symmetrisch mit XLR-Steckern, einmal unsymmetrisch mit RCA-(Cinch-)Verbindern plus „Dielectric Bias System“, das den Kabelschirm zur Einstreuungsverhinderung elektrisch auflädt.

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Wie aufwendig die Konstruktion ist, äußert sich in einer auffälligen Steifheit der Kabel, die auf der „Gegenseite“ nach stabilen Buchsen verlangen. Das symmetrische Kabel besteht aus drei miteinander verdrillten Strängen, einer Erbgut-Helix nicht unähnlich. Die vergleichsweise geringe Mühe beim Verkabeln machen die „Donnervögel“ in Windeseile durch eine überaus deutliche Klangverbesserung wett. Und die ist nicht auf dem digitalen Reißbrett entstanden: „Spiegelt ein Labortest angemessen wider, wie sich ein Kabel, ein Schaltkreis oder eine Komponente im richtigen Leben klanglich verhalten?“, fragt Garth Powell rein rhetorisch und liefert die Antwort gleich mit: „Meistens nicht.“

AudioQuest ThunderBird Cooked
Ein wenig missmutig gestand uns Garth Powell, das AudioQuest trotz jahrzehntelanger Forschung noch kein messtechnisch belastbares Indiz für Kabelklang finden konnte. Das stört Fans der Marke freilich wenig. Klanglich sind die Unterschiede zwischen den Kabelgenerationen eindeutig verifizierbar.

Die Ursache dafür seien die zahlreichen Unwägbarkeiten, die im realen Einsatz aufträten. Kein Kabelentwickler könne im Vorhinein sagen, unter welchen Bedingungen sein Produkt verwendet würde, wie es in der Anlage etwa um Impedanzen, Dämpfungsfaktoren und Ähnliches stünde. Zudem hätten selbst bestens beleumundete Messgeräte ihre Grenzen.

Man müsse, so Powell, akzeptieren, dass es viel zu viel elektrische Störstrahlung gäbe, als dass sie allein mit einem ausgefeilten Kabeldesign zum Verschwinden gebracht werden könne. Gangbar sei gleichwohl, den Kabelwiderstand so gut wie eben möglich zu eliminieren, indem man eine zu einhundert Prozent wirksame elektrostatische Schirmung einsetzt. Die entsprechende Technologie entwickelte Powell für die Netzkabel von AudioQuest und setzte sie später auch in den Niagara-Netzfiltern erfolgreich ein. Zum Gesamtpaket gehört auch eine sorgsam angelegte Einbrennprozedur – die sich der Endkunde folgerichtig sparen kann.

Bildergalerie
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Das Ergebnis, es spricht für die jahrelangen Anstrengungen des Entwicklers und den immensen Produktionsaufwand: Die neuen ThunderBirds blasen nicht nur ihre Vorgängermodelle an die Wand – sie zählen zu den besten Geräteverbindern, die mir in meinem Leben je begegnet sind. Der Hörtest startet mit der XLR-Version, weil Mark Levinsons CD-Player 390S und der Vorverstärker 38S aus derselben Schmiede über symmetrische Aus- beziehungsweise Eingänge verfügen und damit nachvollziehbar am besten klingen. Der Austausch meiner üblicherweise verwendeten Geheimtipp-Strippen von Silnote Audio (ebenfalls ein US-Unternehmen) gegen die Donnervögel offenbart direkt mehr Raumbreite und -tiefe und einen homogeneren Frequenzgang, dessen obere und untere Extreme stimmiger ins Gesamtgeschehen eingebunden werden.

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Da steht Italo-Blueser Zucchero Fornaciari in seinem fein aufgenommenen neuen Unplugged-Album Inacustico (Polydor) leibhaftig vor dem Zuhörer, schnarren und schnalzen die Gitarrensaiten in den Akustikversionen bekannter Zucchero-Songs quasi dreidimensional. Die ähnlich geartete, aber viel kruder aufgenommene Scheibe Longjohns, Boots And A Belt von The Devil Makes Three, einer Skiffle-Blues-Combo, zieht mich sogartig in einen kleinen Club. Und die arabische Sopranistin Fatma Said wird auf El Nour (Warner Classics) zum ätherischen Metawesen mit dem Versprechen wohliger Gänsehaut. Das funktioniert auch und gerade mit hochaufgelöstem Stoff von der SACD mindestens ebenso gut. Mit den ThunderBirds kann man zu beglückenden Höhenflügen starten

Info

NF-Kabel Audio Quest ThunderBird
Konzept: NF-Kabel symmetrisch und asymmetrisch
Leitermaterial/Aufbau: massives PSC („Perfect Surface Copper“), Luft als Dielektrikum, kupferbeschichtete HF-Ableitung
Konfektionierung: mit XLR- und RCA-Verbindern, Länge 0,5 bis 6 m, Sonderlängen/Konfektionierungen auf Anfrage
Preis: ab 2300 € (0,5 m, RCA-Verbinder)

Kontakt

AudioQuest
Hoge Bergen 10
4704 RH Roosendaal
Niederlande
Telefon +31 165 541404

www.audioquest.com

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