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Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Keine Angst …

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

In den letzten zwei Jahrzehnten, in denen ich mich intensiv mit HiFi/High-End-Geräten beschäftigt habe, ist mir jegliche Angst vor großen Zahlen verlorengegangen – sei es nun zu Preisen oder Gewichten.

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

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In aller Kürze:
Canor gibt mit dem Röhren-Vorverstärker Hyperion P1 und den Röhren-Monos Virtus M1 sein Statement in Sachen Referenzgerätschaften ab: Verarbeitung und Klang der Schwergewichte sind schlicht beispielhaft.

Canor Hyperion P1 und Virtus M1


Ein Röhren-Vorverstärker mit 35 Kilogramm, die dazugehörigen Röhren-Monoendstufen mit jeweils 40 Kilogramm, das macht zusammen satte 115 Kilogramm. Ganz klar: Wir reden hier über HiFi für „große“ Jungs und Mädels.

Passend zur Betriebsart der Verstärker wollte ich eigentlich als Titel „Schöner die Röhren nie glimmen“ verwenden, doch Canor Audio hat selbige ins Innere der Verstärker verbannt. Da gibt es wenig zu sehen. Schon beim Auspacken zeigen sich regelrechte HiFi-Monumente, bei denen der Begriff „mächtig“ perfekt angemessen erscheint – was für Brocken …!

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Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Canor Audio ist erst seit gut zwei Jahren in Deutschland vertreten, dabei ist die slowakische Manufaktur schon seit dem Jahre 1995 als Hersteller von Audiogeräten aktiv; eine ansehnliche Anzahl anderer Produzenten lässt dort zudem die Gehäuse bauen. Die Fertigungstiefe der Firma ist beachtlich, zu fast neunzig Prozent werden benötigte Teile selbst hergestellt. Die Qualität der Gehäuse ist, mit dem massiven Metalleinsatz aus Aluminium auf hauseigenen CNC-Fräsmaschinen hergestellt, einfach nur beispielhaft. Beim ersten Blick ins Innere zeigen die eingesetzten Platinen ihre wahre Pracht. Ich erlaube mir an dieser Stelle ein Zitat des Herstellers: „Für die Bestückung und Verlötung der Platinen nutzt Canor eine eigene, komplett automatisierte SMT-Linie (Surface Mounted Technology). Sie besteht aus Siebdruckgeräten, Bestückungsautomaten, Reflow-Ofen sowie Fördersystemen. Die Kapazität der SMT-Linie beträgt je nach eingesetzten Komponenten bis zu ca. 13 000 Bauteile pro Stunde. Die Beschaffung der Bauteile für die Platinenbestückung erfolgt durch eine eigene Einkaufsabteilung – mehr als 4000 verschiedene Bauteiltypen sind in einem übersichtlichen elektronisch gesteuerten Lagersystem bevorratet. Derzeit produziert Canor mehr als 500 verschiedene Typen von Leiterplatten …“

Hier verfügt man also über echtes Know-how, das von den aktuell rund 100 Beschäftigten konsequent auf höchstem Niveau umgesetzt wird.

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

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Alsbald sind die drei Verstärker ausgepackt und aufgestellt. Bei dieser massiven Ausführung ist es im Grunde egal, auf welchen Untergrund die Geräte gestellt werden sollten – Holz passt immer! Die entsprechend massiven (und selbstredend selbstgefertigten) Spikes mit Untersetzern sorgen für einen soliden Kontakt. Alternativ lassen sich die Verstärker aber auch simpel auf Filzgleiter stellen. Im Testfall standen sie derart auf einer soliden Holzplatte. Experimente kann man sicherlich machen, allein die Masse der jeweiligen Geräte sorgt allerdings für einen überaus soliden Stand. Rückseitig zeigt sich ein praxisgerechtes Detail: Die Beschriftungen der Anschlüsse sind doppelt, also auch über Kopf aufgeführt. Das ist „aus der Praxis für die Praxis“ gedacht und bekommt von mir ein ausdrückliches Lob! Frontseitig fallen die beiden dicken Bedienknöpfe sofort ins Auge, beim Soft-Start pulsiert die LED-Umrandung in Orange, während die gleichfarbige große Matrix mitläuft – wie cool ist das denn?

Die beiliegende Systemfernbedienung könnte durchaus etwas größer ausfallen. Für Eilige lassen sich die drei Amps auch mit einer mitgelieferten Signalleitung gleichzeitig starten. Nun, mir hat der einzelne Schaltvorgang mit den hörbar rastenden Relais besser gefallen. Außerdem passt dies irgendwie besser zur Haptik der Geräte: Ich liebe es einfach, die Aktivierung händisch durchzuführen. Aber sehen wir uns die Technik einmal genauer an. Während der Vorverstärker über keine Gegenkopplung verfügt, kann man eine solche bei den Endstufen an der Bodenplatte aktivieren. Meine persönliche Meinung hierzu: Röhrenverstärker ohne Gegenkopplung klingen musikalischer und ehrlicher, diese Schaltmöglichkeit hätte man bei den Monos durchaus weglassen können. Genau wie die frontseitige Auswahl der Betriebsart zwischen Ultralinearbetrieb und Triode. Denn erstens muss das Signal bei Ersterem durch einen weiteren Schaltkreis, und zweitens sind nicht wenige HiFi-Liebhaber der Meinung, dass der Triodenbetrieb „richtiger“ klingt. Zu diesen gehöre auch ich, denn bei Ultralinearbetrieb ist mir das Klanggeschehen zu „ultra“ … Aber das soll/muss jeder selbst entscheiden.

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Selbstverständlich werden die Ausgangsübertrager des Virtus M1 im eigenen Hause hergestellt. Mu-Metall (ein Material aus der Reihe der sogenannten „weichmagnetischen Werkstoffe“) ist hier die Grundlage für einen sicheren Stromlauf. Der Vorteil von Mu-Metallen liegt in ihrer hohen Durchlässigkeit. Dadurch ist der magnetische Fluss niederfrequenter, statische Magnetfelder werden im Material konzentriert, wodurch letztlich eine hohe Dämpfung bei der Abschirmung entsteht. Die Schaltung ist supersymmetrisch aufgebaut. Das ist kein Marketingspruch, sondern eine besondere Schaltungsvariante, die erstmalig von einem gewissen Nelson Pass angewendet wurde. Der Begriff stammt aus der Physik und lässt sich – zugegeben etwas salopp – so erklären, dass hier jeder Signalweg in sich gespiegelt (also doppelt) betrieben wird. Dieser Aufbau lässt Störsignale erst gar nicht zu. Im Signalweg finden sich höchstwertige Kondensatoren von Mundorf (Supreme Silber-Gold-Oil), und die Leiterbahnen bestehen aus bestem Kupfer, welches final mit reinem Silber beschichtet ist. Für die adäquate Leistungsabgabe sorgen vier KT150 – solide russische Großserientechnik, die hunderttausendfach bewährt ist. Dies gilt gleichermaßen für die verwendeten Röhren im Eingang des Monoverstärkers. Je Signalweg eine wohlbeleumundete Type ECC82 (12AU7) sowie als Splitter eine ECC83 (12AX7). Rückseitig sorgt ein XLR-Anschluss für den sicheren Kontakt, und die Lautsprecheranschlüsse stehen in ihrer überaus soliden Ausführung dem Gehäuse in keiner Weise nach.

Der Canor Hyperion P1 ist mit vier XLR- und fünf RCA/Cinch-Kontakten regelrecht anschlussfreudig. Intern wirken vier 6922 und zwei 6H30PI, allesamt für ihre lange Betriebsdauer und ihr Klangvermögen bekannt. Allerdings benötigen sie eine längliche Einspielzeit von mehreren hundert Stunden. Zwingend anzumerken ist die Tatsache, dass alle Röhren seitens Canor Audio penibel gematcht sind. Ganz klar, hier versteht jemand sein Handwerk! Im Detail erkennt man dies u. a. an der sehr soliden Abtrennung der analogen von der Leistungsstufe im Inneren des Gerätes. Der guten Ordnung halber muss ich noch erwähnen, dass alle drei Verstärker in reiner Class-A-Schaltung arbeiten. Genug der schnöden Technikschreibe, ich will wissen: Wie klingt’s?

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Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Seitens des Vertriebes wurden uns zum Test drei IsoTek-Netzkabel vom Typ Eternal mitgesendet. Eine höchstwillkommene Handlungsweise, denn ein Testbetrieb mit den allenfalls zum Funktionstest geeigneten Seriennetzkabeln wäre den Amps nicht gerecht geworden. Nachdem die Isotek-Produkte im selben Vertrieb angesiedelt sind, ist dies sehr konsequent.

Power on: Klick, klick – etwa 20 Sekunden warten und dann schalten die Verstärker sich in Betrieb. Angeschlossen an meinen (mit 96 dB) hochwirkungsgradstarken Zweiwege-Hornlautsprecher Blumenhofer Acoustics Genuin FS1 Mk III höre ich zuerst nichts und erhöhe die Lautstärke – wieder nichts, kein Rauschen (was für Röhrenverstärker eigentlich typisch wäre). Sehr gut! Die Musikauswahl startet bei mir grundsätzlich mit weiblicher Stimme. In diesem Fall von Katie Melua. Ihr überaus ausdrucksstarker Gesang gefällt mir in Verbindung mit der hochakkuraten Aufnahme ihrer Doppel-CD Ultimate Collection besonders. Ich versinke in den Klangräumen, den die drei Testprobanden schaffen, und lasse die CD durchlaufen. Selbstverständlich, weiträumig, sehr sauber in der Darstellung der einzelnen Instrumente werden mir die Töne präsentiert. Nachdem mein Hörraum akustisch behandelt ist, lässt er mit seiner Nachhallzeit von 0,4 Millisekunden eine korrekte Beurteilung der Klänge zu. Besonderen Spaß bereitet Joe Bonamassa mit „The Ballad Of Jon Henry“ live aus der Royal Albert Hall. Völlig unbeeindruckt von der geforderten Leistung präsentiert mir dieses slowakische Verstärkertrio satte 100 Dezibel Schalldruck in meinem Raum. Rhythmustreibende Schlagzeugtöne, wild wabernde Synthie- und Orgeltöne, untermalt von einer stupend und knorrig spielenden Bassgitarre – das nenne ich großes Klangkino. Nachdem nun meine Ohren gründlich für weiteres Hören für diesen Tag „versaut“ sind, gibt es erstmal eine Ruhepause. Der nächste Hörtag beginnt mit Klassik – Michel Godard spielt das mittelalterliche Instrument namens Serpent meisterhaft. Klanglich erinnert dieses schlangenförmige und lederummantelte Holzhorn an ein Alphorn. Ich höre seine CD Monteverdi – A Trace of Grace, höchst präzise aufgenommen in einer mittelalterlichen Abtei in Mittelfrankreich. Der enorm große Klangraum der Kirche wird tadellos in meinen Raum transferiert, und spätestens wenn die Mezzosopranistin Guillemette Laurens mit ihrer unglaublich nuancenreichen Stimme einsetzt, ist für ein gänsehäutiges Erlebnis im Hörraum gesorgt – erstklassig! Besonders die rauschlose Wiedergabefähigkeit in den musikalischen Zwischenräumen ist einer der Besonderheiten dieses Verstärkertrios von Canor Audio – was für ein Statement …

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

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Technische Daten

Röhren-Endverstärker Canor Virtus M1

Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Konzept: Röhren-Monoendstufe mit „supersymmetrischem“ Aufbau
Ausgangsleistung: 1 x 110 W an 8 Ω (Ultralinearschaltung), 1 x 55 W an 4,8 Ω (Triodenschaltung)
Frequenzgang (±0,5 dB/5 W): 10 bis 50 000 Hz
Eingangsimpedanz: 200 kΩ
Eingang: 1 x XLR
Röhrenbestückung: 4 x KT150, 2 x ECC82, 1 x 12AX7
Maße (B/H/T): 45/19/47 cm
Gewicht: 40 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Stückpreis: um 14 200 €

Röhren-Vorverstärker Canor Hyperion P1

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Canor Hyperion P1 und Virtus M1

Konzept: Röhren-Vorstufe ohne Gegenkopplung
Frequenzgang (±0,1 dB): 10 bis 80 000 Hz
Eingangsimpedanz: 30 kΩ
Eingänge: 4 x XLR, 5 x Cinch
Ausgänge: 2 x XLR, 1 x Cinch
Röhrenbestückung: 4 x 6922, 2 x 6H30PI
Maße (B/H/T): 45/19/47 cm
Gewicht: 35 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 12 000 €

Kontakt

IDC Klaassen International
Am Brambusch 22
44536 Lünen
+49 231 9860285
Idc(@)idc-klaassen.com
www.idc-klaassen.com

Mitspieler

CD-Player: Restek Epos
Plattenspieler: Clearaudio Innovation mit Tonarm Universal/Dynavector Te Kaitora Rua
Phonovorverstärker: RCM Audio Sensor 2
Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS1 Mk III
Kabel/Strom: HMS Suprema XLR, HMS Suprema (LS), Netzfilter MFE-DF1 vor in-akustik AC3500, Netzkabel IsoTek Editorial
Sonstiges: akustisch behandelter Raum (40 qm) mit einer Nachhallzeit von 0,4 ms

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