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Chord Company PowerHAUS M6

Chord Company PowerHAUS M6

Schwer, schwarz, stark

Chord Company PowerHAUS M6 – Schwer, schwarz, stark

Die Netzleiste der Chord Company sieht betont unspektakulär aus, zeigt sich aber im täglichen Umgang als extrem wirkungsvolle Waffe gegen hochfrequente Störungen, gegen den Elektro-„Schmutz“, der aus dem Netz und anderswoher kommt. Clevere Technik macht es möglich.

Chord Company PowerHAUS M6

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In aller Kürze

Die PowerHAUS M6 der Chord Company ist die Apotheose einer Netzleiste: Die Klangsteigerung der lupenreinen Leiste ist die reinste Freude.

Chord Company PowerHAUS M6 Navigator


Nein, ich jammere an dieser Stelle gewiss nicht wieder über meine industrielle Nachbarschaft. Regelmäßige FIDELITY-Leserinnen und -Leser kennen die Stromversorgungsprobleme, die ich in meinem Altbau habe, seit ich hier lebe, inzwischen wohl auswendig. Deshalb nur so viel: Mit einer aufwendigen Filternetzleiste hatte ich das Problem schon vor Jahren so in den Griff bekommen, dass Klangbeeinträchtigungen wie verzischelte Vokale zu etwa 95 Prozent verschwunden waren. Die restlichen fünf Prozent schob ich stets dem Rest meiner Anlage in die Schuhe, die zwar Bauteil-revidiert ist, aber im Grundsatz nach wie vor als „Vintage“ zu bezeichnen wäre.

Doch weit gefehlt: Seitdem besagte Filterleiste dem „PowerHAUS M6“ der in England beheimateten Chord Company weichen musste, sind etwa 4,8 Prozent an Klang hinzugekommen. Die letzten Prozentbruchteile ließen sich wahrscheinlich nur erreichen, wenn ich aus dem (Ur-)Alt- in einen Neubau mit entsprechend moderner Netzversorgung umziehen würde. Da dies aber aktuell nicht zur Debatte steht, genieße ich den in Zahlen kleinen, aber sehr merklichen Sprung, den die Anlage dank dem extrem solide gemachten PowerHAUS M6 gemacht hat – und frage mich zugleich, wie die in Sachen Stromversorgung schon immer sehr innovativen Chord-Ingenieure das geschafft haben.

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Ein erster Hinweis sind die sogenannten GroundARAYs, die der deutsche Vertrieb dankenswerterweise beigelegt hat: kleine Metallzylinder mit diversen Anschlüssen vom Cinchstecker bis zum USB-Pendant. Die soll man in einen freien Geräteeingang stecken, integrierte Resonatoren wandeln hochfrequente Störungen in Wärme um und halten sie so aus der Signalübertragung fern.

Chord Company GroundARAY
Unterschiedliche GroundARAYs der Chord Company.

Tatsächlich funktioniert das in der Praxis, und zwar bestens. An manche Schwächen des Wiedergabe-Equipments gewöhnt sich das Ohr ja ziemlich schnell und nimmt sie als gegeben hin. Erst wenn sie behoben werden, wird bewusst, wie viel besser manches klingen kann. Und genau diesen Übergang vollzieht der Highender mit dem PowerHAUS M6. An meinen ehrenvoll ergrauten Mark-Levinson-Komponenten fühlt sich der Unterschied in etwa so an, als habe man ein PS-starkes Mobil aus bevorzugt schwäbischer Produktion bis dato stets mit angezogener Handbremse gefahren. Kurze, harte Impulse wie der allumfassend wuchtige Bassdrum-Schlag im Intro von „Crazy Love“ auf Paul Simons unkaputtbarem Graceland kommen mit so nie zuvor gekannter Macht und Definition: Jetzt scheint es wirklich die Faust Gottes zu sein, die auf den Tisch gehauen wird, ehe Simon von „Fat Charlie the Archangel“ singt.

Fragt man Alan Gibb, Boss und Chefentwickler von The Chord Company, dann ist eines der wichtigsten Designdetails, dass es keine Filterelemente im Sinne des Wortes gibt, dass im PowerHAUS M6 keine Bauelemente direkt im Stromfluss liegen, sondern gleich drei ARAYs parallel zu den Stromschienen liegen. Die Chord-eigene Technologie eliminiere Gleich- und Gegentaktstörungen. „Wir achten darauf, die Impedanz so niedrig wie eben möglich zu halten“, erklärt Gibb. Annähernd ebenso wichtig sei es, die Interaktion der Stromleiter untereinander so gering wie nur machbar zu halten. Denn ein Leiter, der sich in einem Magnetfeld bewegt, erzeugt Strom – „und das sorgt für ungewollte Interferenzen“, weiß Gibb, der früher unter anderem für den (damals noch vornehmlichen) Plattenspielerhersteller Linn arbeitete. Und sich bei seiner eigenen Firmengründung von Naim inspirieren ließ, wo man hochwertige Kabel herstellte, lange bevor man ins Verstärkergeschäft einstieg. Bei Naim verwendete man damals laut Gibb hochwertige Stecker und Buchsen made in Germany, was die Chord Company später dazu inspirierte, ihrer Netzleiste den „denglischen“ Namen „PowerHAUS“ zu geben, in dem sich der selbst gesetzte Qualitätsanspruch spiegelt – das verbuchen wir einfach mal als Lob. Ausreichend Power beziehungsweise schiere Belastbarkeit auch mit höheren Ampere-Werten (bis zu 16 A) gibt es hier übrigens sogar für stromfressende Monster-Endstufen. „Wir lieben Musik“, meint Alan Gibb trocken. Deshalb ist auch die Phase markiert, damit nichts schiefgehen kann beim Anschließen.

Chord Company PowerHAUS M6
Das Geheimnis der Netzleiste sitzt im vorderen Teil des Aluminiumbalkens: Im Abgedeckten Gehäuseteil stecken drei GroundARAYs – die kleinen Zylinder saugen HF-Störungen auf und wandeln sie in mechanische Energie, der Experte würde auch sagen: in Wärme um.

Dem PowerHAUS M6 beigelegt hatte der deutsche Vertrieb DREI H zu Demonstrationszwecken einen ganzen Satz Chord-Netzkabel. Den sukzessiven Austausch meiner vorhandenen Strippen gegen die Chord-Produkte quittierte meine Anlage mit graduellen Steigerungen in Durchzeichnung und Detailschärfe. Das Klangbild wirkte im „Endausbau“, als die Verkabelung von Quelle, Vorverstärker und Endstufe komplett auf Chord-Kabel umgestellt war, noch einmal eine Nuance „runder“ trotz spürbarer Erhöhung der Auflösung. Gerade so, wie wenn man von einer Digitalkamera mit 20-Megapixel-Sensor auf eine der heute beliebten „Pixelschleudern“ mit 40+ Megapixeln umsteigt. Ein starkes Indiz dafür, dass niedrige Impedanz, möglichst geringes Übersprechen und niedrige Kapazität in allen Chord-Produkten Priorität genießen. Deshalb ist es auch nicht von Schaden, besagte GroundARAYs testhalber in freie Geräte-Slots zu stöpseln und sorgsam auf die Ergebnisse zu lauschen – positive Überraschungen fast garantiert.

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Eine Einschränkung gilt es dennoch (wie bei allem Stromzubehör) zu machen: Je nach Wohnumfeld, Alter der eigenen vier Wände und daraus resultierender Güte der Hausstromversorgung wird sich der wohltuende Einfluss der PowerHAUS-Netzleiste mehr oder weniger stark bemerkbar machen. Ein seriöser Händler erlaubt guten Kunden, im Zweifel auch einmal ein Testgerät mit nach Hause zu nehmen, ehe rund 2600 Euro über den Tresen gehen. Bei mir behält das PowerHAUS jedenfalls seinen Platz in der Anlage. Der König ist tot, lang lebe der König!

Info

Netzleiste Chord Company PowerHAUS M6
Konzept: Sechsfach-Netzleiste mit drei hybriden GroundARAYs, parallel an den Sammelschienen angebracht
Gehäuse: antimagnetisches Metall
Besonderheiten: niedrigimpedante Verkabelung, spezielle Abschirmung der Leiter untereinander
Ausführung: Aluminium, schwarz
Maße (B/H/T): 11/8/60 cm
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 2600 €

Kontakt

DREI H Vertriebs GmbH
Kedenburgstraße 44/Haus D
22041 Hamburg
Telefon +49 40 37507515

info@3-h.de

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www.3-h.de

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