Looking for the English FIDELITY Magazine? Just click here!
Organ Explosion
Organ Explosion – Organ Explosion enja, 2014

Jazzidelity: Organ Explosion – Organ Explosion

Jazzidelity: Organ Explosion – Organ Explosion

Wenn Stilmittel verbraucht und ausgelutscht sind, werden sie zu witzlosen Klischees. Es sei denn, man setzt sie auf neue Weise zusammen, kombiniert sie anders, schaltet sie überraschend kurz oder verfremdet sie humoristisch. Da ist dann die Fantasie des Bastlers gefragt – eines Bastlers wie Hansi Enzensperger, der Automechaniker gelernt hat und schrauben und löten kann. Diese Fertigkeiten helfen ihm auch dabei, seine historischen Keyboards am Laufen zu halten, allen voran die Hammondorgel, aber ebenso das Fender Rhodes, das Wurlitzer-Piano, den Moog-Synthesizer oder das Clavinet.

Organ Explosion
Organ Explosion – Organ Explosion
enja, 2014

„Die alte Technik hat so ihre Marotten“, sagt der Musiker-Mechaniker Enzensperger, „der Großteil unseres Equipments ist älter als wir selbst.“ Und ganz so, wie Enzensperger an seinen Antiquitäten schraubt, setzt das Trio auch die Musik zusammen: Fünfzigerjahre-Swing, Sechzigerjahre-Funk, Siebzigerjahre-Rock. Die Bestandteile werden nackt kombiniert, das Altbekannte neu verkabelt. Fauchende Orgel und tanzendes Wurlitzer. Jimmy Smith und Joe Zawinul. Eine Schraube Easy Listening, ein Bolzen Space-Jazz. Und es groovt und groovt und groovt. Das liegt natürlich auch an Ludwig Klöckners brodelndem, blubberndem E-Bass und Manfred Mildenbergers treibenden Schlagzeug-Beats zwischen Blues und Punk. Wen interessiert denn da noch musikalischer Tiefgang? Alle neun Vintage-Groove-Stücke machen einfach einen Heidenspaß. Das ist Musikkulturgeschichte aus dem Fleischwolf, Science Fiction von vorgestern, die pure Psychedelik-Party. Und ob nun die Orgel oder sonst etwas explodiert: Diese drei schrauben es ganz bestimmt wieder zusammen. Nur eben ein bisschen anders.

 

 

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.