Keces P3 Low Noise Linear Power Supply

Keces P3 Externes Netzteil im Test

Keces P3 Externes Netzteil

„Wir brauchen Strom, Strom, den Saft aus der Dose“, sangen dereinst im Jahre 1980 Morgenrot, und der Audiogeräte-Fuhrpark tut es der Band in beachtenswertem Gleichklang nach, beispielsweise mit Keces.

Fotografie: Ingo Schulz, Harald Wittig

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Keces P3 Low Noise Linear Power Supply

Der HiFi-Enthusiast weiß zudem, dass seine Gerätschaften nur den saubersten Strom verkosten dürfen, soll die audiophile Signalkette wohlgeschmiedet sein. Folgerichtig wird einiges in die Stromverbesserung investiert, wobei, bleiben wir im Bild, die schwächsten Glieder der Kette schon mal übersehen bleiben. Namentlich der Digitalmusik-Fan betreibt seine werte Gerätschaft oftmals mit den mitgelieferten Steckernetzteilen, die den despektierlichen Spitznamen „Wandwarze“ redlich verdienen. Es handelt sich nämlich oft um in billige Steckergehäuse integrierte Schaltnetzteile, die zwar die Stromversorgung leisten, aber dabei eher Fastfood bieten. Eine Möglichkeit zum Mehrklang-Tuning bietet, unter dem Markennamen Keces, der taiwanesische Elektronikspezialist und Überzeugungstäter in Sachen sauberer Strom Huikang Electronic Co. Ltd. Seit immerhin 2002 entwickeln und fertigen die findigen Ingenieure Gerätschaften und konzentrieren sich neben Phonovorverstärkern vor allem auch auf Netzteile, die anstatt der standardmäßig mitgelieferten zum Einsatz kommen und die Wiedergabequalität ohrenfällig verbessern sollen. Die Serie Balanced Isolation Power Conditioner umfasst inzwischen drei Geräte.

Keces P3 Low Noise Linear Power Supply

Mit dem DC-116 gelang dem Hersteller eine kleine Sensation, denn das umschalt- und somit an viele Geräte anpassbare Netzteil bestand auch den Test vor besonders kritischen Ohren. Das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis hat sein Übriges getan, dass das DC-116 inzwischen in vielen Highender-Haushalten computerbasierte Geräte wie beispielsweise Musikserver oder Streamer mit Strom versorgt.

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Doch rastlos ist der Entwicklergeist, und die Mär, das Gute sei nicht verbesserungsfähig, glaubt kein Ingenieur. Folgerichtig gibt es seit kurzem das Netzteil P3, das auf dem Konzept des nach wie vor erhältlichen DC-116 aufbauend erhöhten Bedienkomfort bieten soll. Zu haben ist das schwarz gewandete und – so viel sei schon verraten – hervorragend verarbeitete P3 für moderate 399 Euro. In Anbetracht der Preise, die manche Hersteller für Kabel aufrufen, erscheint das sehr günstig. Sofern, selbstredend, der günstige Preis in optimalem Verhältnis zur Leistung steht.

Keces P3 Low Noise Linear Power Supply
Nicht zu übersehen: Der massive, mit einem geringen magnetischen Streufeld arbeitende Ringkerntransformator im Gehäuseinneren. Für die Siebung des Stroms ist die in direkter Nachbarschaft angesiedelte Kondensatorenbank zuständig.

Das P3 gibt es in zwei Varianten, die der deutsche Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte selbstverständlich bereithält. Bei beiden finden wir zwei Ausgänge vor, Unterschiede gibt es jedoch bei der Ausgangsspannung: Variante 1 kann über den ersten Ausgang Geräte mit 5, 7 oder 9 Volt betreiben, der zweite Ausgang liefert wahlweise 12, 15 oder 16 Volt bei stets drei Ampere. Demgegenüber ist Variante 2 ausschließlich, also auf beiden Ausgängen, für den Betrieb von 12-, 15- und 16-Volt-Geräten ausgelegt. Beide Versionen gestatten den parallelen Betrieb von zwei Geräten. Die Ausgangsspannungen lassen sich zusätzlich nach Gehör über winzige Trimmpotis, die sich im Inneren des soliden P3-Alumimiumgehäuses finden, feinjustieren. Der Einstellbereich beträgt ±3 Volt.

Das Gehäuse, das dank seiner Wandstärke von drei Millimetern Einstreuungen verhindern soll, macht einen vertrauenerweckenden und soliden Eindruck. Dasselbe gilt für die rückwärtigen Schiebeschalter, über die für jeden Ausgang die benötigte Spannung bequem und werkzeugfrei anwählbar ist. Die beiden Buchsen zum Anschluss der mitgelieferten beiden Hohlstecker finden sich ebenfalls in den dank weißer Umrandung auch optisch abgesetzten Anschluss-/Ausgangssektionen.

Keces P3 Low Noise Linear Power Supply
Die unterschiedlichen Ausgangsspannungen lassen sich bequem per Schiebeschalter wählen.

Das Gehäuse selbst ist nur zu einem Teil verantwortlich für das Kampfgewicht von dreieinhalb Kilogramm. Ein Ringkerntrafo nimmt einen großen Teil des Innenvolumens ein und hat neben der Beschwerung des P3 vor allem die wichtige Aufgabe, dank seines geringen magnetischen Streufeldes die Stromqualität zu optimieren. Der Tiefenreinigung dienen die zwei Reihen von Elektrolytkondensatoren, die, weniger salopp formuliert, die Siebung des Stromes übernehmen. Anders als beim großen Bruder P8, der außerdem über zwei Kondensatorenbänke verfügt, wurde beim günstigeren P3 auch auf den Kühlkörper zwischen Trafo und Kondensatorenbank verzichtet. Die Wärmeableitung findet über das Gehäuse statt, weswegen – ein mitunter zu hörender Kritikpunkt – das P3 recht warm wird. Als alter Digitalist und, wenn’s ums Analoge geht, auch noch Class-A-Fan, bin ich weitaus Hitzigeres gewohnt und vermelde: Passt schon … Zumal das P3 in zwei Wochen Dauerbetrieb stets ausgesprochen zuverlässig sein Werk verrichtet hat.

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Keces P3 Low Noise Linear Power Supply
Der Limetree profitierte deutlich hörbar von der erstklassigen Spannungsversorgung.

Womit wir bei der zentralen Frage angelangt sind: Bringt das Keces P3 eine hörbare Klangverbesserung? Glücklicherweise weilt zur Zeit der ultimativen Ohrenscheinnahme gerade ein Limetree Network, jenes putzige Streaming-Zauberkästchen von Lindemann Audio, das mir schon viele vergnügliche Stunden bereitet hat, im Hörraum. Das Limetree benötigt zum Betrieb sein mitgeliefertes 5-Volt-Netzteil, das nun Pause hat und gegen das P3 ersetzt wird. Ich wähle für den Stream vom Audiodata MusikServer MS II Chris Isaaks im dorischen Modus komponierten Evergreen „Wicked Game“, das Lindemann-Kästchen arbeitet im exklusiven DSD-Modus. Gleich beim markanten Eröffnungsmotiv rufe ich begeistert aus: „Das ist es, so muss das klingen!“ Gleichzeitig mag ich meinen Ohren noch nicht trauen und schalte aus und um. Noch einmal Chris Isaaks Meistergitarristen James Calvin Wilsey den Vibrato-Arm seiner Fender Strat gefühlvoll im Intro bedienen lassen (fürwahr ein Jahrhundert-Motiv …), und es klingt einfach flacher, weniger offen, die Farben erscheinen blasser. Da ich meine Liebe zu Peter Gabriels Prog-Pop gerade wiedergefunden habe, halte ich des Meisters erstes Soloalbum nach dem Genesis-Ausstieg für angemessen, führe ich mir kurz die produktionstechnische Opulenz von „Moribund The Burgermeister“ zu Gemüte und frage mich ernsthaft: Kann ein Audiophiler, der ein Wunderkistchen wie das Limetree Network aus gutem Grund seinem Fuhrpark einverleibt, auf dieses Netzteil ernsthaft verzichten? Nein, solange das Budget es zulässt!

 

 

Info

Externes Netzteil Keces P3
Preis: 399 €

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Kontakt

Robert Ross Audiophile Produkte
Alemannenstraße 23
85095 Denkendorf
Telefon +49 8466 905030

www.robertross.de

www.kecesaudio.com

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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