Luxman CL-1000 Vorverstärker

Luxman CL-1000 Röhrenvorverstärker

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Luxman CL-1000 – Zwei Herzen …

… schlagen, ach, in meiner Brust. Und wohl auch in jener der Entwickler von Luxman. Denn sie haben in ihrer Vorstufe CL-1000 Tradition und Moderne auf das Feinste kombiniert.

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Ein mächtiger Brocken Technik für einen Vorverstärker!

Sie kennen das sicher: So ganz, also wirklich zu einhundert Prozent, will kein Gerät zum eigenen Geschmack passen. Denn viel zu viele Aspekte des Musikhörens können Freude bereiten, den Kopf oder die Seele ansprechen, als dass sie von einem Gerät abgedeckt werden könnten. Die Flucht nach vorn bedeutet, dass man sich mehr oder minder verzweifelt in eine Richtung stürzt und alles rechts und links des für richtig erklärten Weges einfach als verkehrt darstellt. Oder aber schlicht mehrere Anlagen in mehreren Zimmern installiert und je nach Laune und Musik den Ort wechselt. Beides ist möglich, leider auch etwas unpraktisch, denn im ersten Fall geht Musik, im zweiten Platz verloren.

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Luxman CL-1000 Vorverstärker

Ein gutes Beispiel für Erstgenanntes ist ein Erlebnis, das ich vor einigen Jahren hatte, als ich einen sehr fein gebauten Breitbänder an kleinen Röhrenverstärkern hörte. Diese Anlage war mir von vielen als Nonplusultra der Musikwiedergabe angepriesen worden – hätte ich das nicht gehört, wisse ich gar nicht, was möglich sei, so hieß es. Also stürzte ich mich in das Vergnügen, machte einen Termin aus und fand mich kurz darauf vor besagter Anlage wieder. Zuerst hörten wir – ich weiß es tatsächlich noch – Suiten von Silvius Leopold Weiss, gespielt von Konrad Junghänel (DHM-LP). Das war und ist nach wie vor das Beste, was ich bis jetzt an Lauten- und Gitarrenmusik von einer Stereoanlage gehört habe. All die hörbaren Feinheiten zu beschreiben würde zu weit gehen, daher nur kurz: Diese Performance hatte schlicht alles! Ich stöberte durch den Plattenschrank, suchte andere Lauten-, Gitarren-, Cembalo- und Streichquartettaufnahmen heraus, die mich allesamt begeisterten. Allein – das ist ja nur ein Teil der Musik.

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Wer nach dem Blick auf die Frontplatte eine schlanke Rückansicht erwartet, ist selber schuld: Vor allem die Phono- Abstimmung mit ihren je drei Kapazitäten für MM und MC ist an einer integrierten Komponente außergewöhnlich.

Daher kamen mitgebrachte LPs zum Einsatz. Schon die erste – eine Brucknersinfonie – machte deutlich, warum der Besitzer der Anlage solche Musik nicht im Regal hatte: Es war eine Katastrophe. Raum, Feinheit, Balance waren verschwunden, die Töne klebten als undifferenzierter Klumpen irgendwo zwischen den Lautsprechern. Ähnlich ging es bei Puccini, Mahler und so fort. Der Besitzer der Geräte erklärte, dass ihn die Anlage gelehrt habe, zwischen guter (also Laute, Cembalo, Gitarre etc.) und schlechter (größere Besetzungen, weiterer Frequenz- und Dynamikbereich) Musik zu unterscheiden und sich auf das Gute zu konzentrieren. Die Vorstellung war für mich beendet. Denn eine Anlage, die mir nur eine Facette der Musikwelt präsentieren kann, dafür aber gute 80 Prozent der Musikgeschichte ausspart, kann es nicht sein. Und dass alle Geräte mit traditionellen Bauteilen in feinster Handarbeit zusammengesetzt waren, half auch nicht, da sich die Welt weiter gedreht hat. Das Wort „Tradition“ hörte ich sehr oft an diesem Nachmittag. Gustav Mahler setzte einst Tradition mit Schlamperei gleich …

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Ein Traum für’s Feintuning: Umkehrbare Ein- und Ausgangsphase, ein Hochpass- oder Rumpelfilter sowie – festhalten! – eine Mono-Schaltung. „Straight Line“ ist Luxmans Entsprechung von „Source Direct“.

Was hat der Luxman CL-1000 damit zu tun? Ganz einfach: Er schlägt eine Brücke. Er bedient traditionelle Werte, nutzt dazu aber eine klug zusammengestellte Mischung aus alter und neuer Technologie, um nicht den traditionellen Prozess, sondern den dahinterstehenden Wert mit unseren Mitteln in unsere Zeit zu transportieren. Klingt abgehoben? Keine Sorge, wir können das mit Fakten untermauern.
Es ist bei vielen Entwicklern erklärtes Ziel, den Signalweg so kurz wie möglich zu halten, überflüssige Bauteile zu entfernen und somit das Signal möglichst „unbeschadet“ von der Quelle zum Chassis zu transportieren. So weit, so gut. Manchmal sind zusätzliche Bauteile nicht der Feind, sondern helfen den relevanten Komponenten, ihre Arbeit mit aller Akkuratesse zu verrichten – ohne diese Steigbügelhalter würden sie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. So ist eine Röhre zunächst einmal wegen des systemimmanent kurzen Signalweges ziemlich ideal. Wenn man sie zudem in ein passendes Umfeld bettet, bietet sie nicht nur klangliche Feinheit und Luft, sondern auch Präzision und Klarheit. Man bekommt das eine, ohne das andere aufzugeben. Und ja, das hat seinen Preis.

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Luxman CL-1000 Vorverstärker
WG mit Einzelzimmern: Die vielen Möglichkeiten erfordern komplexe Schaltungen und dicke Kabelstränge. Mit Trennwänden, Kapselungen und vielen zusätzlichen Schirmungen an den Strippen bekommen die Japaner das hervorragend in den Griff. Wenn Sie ganz genau hinsehen, können Sie in der Bildmitte die vier Vorverstärker-Röhren erspähen. Ganz unten links liegt das ultimativ aufwendige Pegel-Netzwerk.

Besonders ist man bei Luxman auf die neue Lautstärkeregelung stolz, und in der Tat wird hier ein Aufwand betrieben, der außergewöhnlich ist. Der satt rastende Drehknopf, ein Stufenschalter mit 34 Schritten, steuert ein Relais-Netzwerk. Was für andere Hersteller die perfekte Lösung der Gleichlaufproblematik herkömmlicher Potentiometer darstellt, ist für Luxman nur ein Zwischenschritt: Diese Relais sind nicht im Signalpfad. Sie steuern die 34 Abgriffe der beiden Transformatoren. Erst hier entsteht der gewünschte Ausgangspegel. Jeder, der sich mit Transformatoren auch nur einigermaßen auskennt, weiß, dass jetzt der Spaß erst richtig losgeht, denn die den Klang beeinflussenden Parameter eines solchen Bauteils sind vielfältig, und der Griff ins Regal ist nur unter Zufällen der Weg zum Glück. Genaue Anpassungen von den Wicklungen bis zum Kern sind nötig, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Schon die Messwerte zeigen, dass man sich bei Luxman alle Mühe gegeben hat, und die Erfahrungen bei intensivem Hören werden das unterstreichen.

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Wer nach dem Blick auf die Frontplatte eine schlanke Rückansicht erwartet, ist selber schuld: Vor allem die Phono- Abstimmung mit ihren je drei Kapazitäten für MM und MC ist an einer integrierten Komponente außergewöhnlich.

Anschlusseitig bietet der CL-1000 alles, was man in einer Stereoanlage brauchen könnte. Ein symmetrischer und drei unsymmetrische Eingänge sowie ein sehr fein justierbarer Phonoeingang sollten in so ziemlich allen Fällen genügen. Ausgangsseitig kann man zwischen zwei Cinch- und zwei XLR-Buchsen wählen. Wobei der eigentliche Genuss auf der Front wartet: Wenn man auch nur ansatzweise haptisch orientiert ist, wird man seine Finger nicht von diesen satt rastenden und massiv griffigen Schaltern lassen können. Die Zeiten, in denen solche Mechanik noch selbstverständlich war, grüßen bei jeder Berührung. Natürlich ist das klanglich nicht relevant, Spaß macht es trotzdem. Und wenn man schon so viel Geld ausgibt …

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Ein echter Hingucker ist das makellose Holzkleidchen des gewaltigen CL-1000.

Im Hörtest macht um der guten alten Zeiten willen Lautenmusik den Anfang: Pablo und Daniel Zapico spielen auf ihrer neuen CD The Filipo Dalla Casa Collection (Winter & Winter) vorzugsweise Werke, deren Urheber sich nicht mehr ermitteln lassen, und machen spielerisch keine Gefangenen. Im Vergleich zu meiner normalen Vorstufe punktet die Luxman mit den klassischen Röhrenvorzügen wie Transparenz, Feinheit und Spielfluss. Nichts wirkt gemacht, konstruiert, geplant. Die Tiefe des Reitstadels in Neumarkt ist in dieser Aufnahme etwas zurückgenommen, dafür blicken wir den Musikern geradezu mit einer Lupe auf die Finger. Und wenn auch bei manch anderen Geräten diese Einstellung kippt – der Luxman vermeidet jedes technische Kolorit, das solchen direkt mikrofonierten Aufnahmen so oft zu eigen ist. Trotz der Nähe vermittelt er klangliche Großzügigkeit, seinen leichten Flirt mit dem Grundton kann er ebenso gut einbinden. Die Lauten haben im Vergleich zu sehr neutral spielenden Vorverstärkern etwas mehr Fleisch auf den Knochen, ohne dass allerdings andere Aspekte wie Klarheit oder Durchhörbarkeit darunter leiden. Insgesamt eine faszinierende Vorstellung, die scheinbar unterschiedliche Wege zu einem gelungenen Ergebnis verschmilzt, das nicht auch nur eine Spur nach Kompromiss riecht.

Luxman CL-1000 Vorverstärker
Luxmans Vorverstärker ist ein wahrer Ausstattungs- Traum. Wann haben Sie an einer High-End-Komponente dieser Klasse zuletzt EQs gesehen – noch dazu mit wählbarem Arbeitsbereich?

Als Nächstes dreht sich Wagners Tristan auf dem Plattenteller. Die ersten aufsteigenden Sexten, die bekannten Akkorde, das Fragen der Holzbläser und Streicher – all dies präsentiert sich in wunderbaren Farben und exemplarischer Feinheit. So habe ich es allerdings auch schon mit anderen Geräten gehört. Die Nagelprobe ist der Pizzicato-Einsatz der Kontrabässe. Die meisten Verstärker, die hier brillierten, lieferten einen matteren Anfang, die mit einer wirklich guten Einleitung agierten hier plötzlich hörbar enger. Der Luxman meistert die Klippe, lässt zu Beginn Honig fließen und behält – wenn es nötig ist – die volle Kontrolle. Chapeau.

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Dazu kommt ein Aspekt, den ich, je länger ich mich mit der Materie befasse, immer seltener erlebe: Diese mir so bekannte Aufnahme (Sir Georg Solti, Wiener Philharmoniker, London-LP) fesselt mich wie am ersten Tag, ich höre an einem Nachmittag die komplette Oper durch, was meinen Terminplan und den meiner Familie (Homeschooling in Corona-Zeiten) ziemlich durcheinanderwirft. Der Luxman schafft es, die dieser Aufnahme innewohnende Spannung unangetastet zu lassen und so zu transportieren, dass sie nach langer Zeit bei mir wieder einmal so richtig wirkt. Großartig. Allein diese Raumtiefe beim ersten Gesangseinsatz des jungen Seemannes, das griffige „Wo sind wir“ Isoldes. Nicht, dass Birgit Nilssons Sopran auch nur ansatzweise der klanglichen Unterfütterung bedürfe – aber auch sie klingt mit der Abstimmung des Luxman eindringlich wie selten zuvor.

Luxman CL-1000 Vorverstärker

Eine Lösung über mehrere Zimmer drängt sich mit diesem Verstärker also nicht auf, auch kann keine Rede davon sein, dass man mit ihm nur einen Teil der Musik genießen könne – Luxman vereint alle Klangfacetten in nur einem Gerät, das mit aller Kompetenz und ohne Rücksicht auf Mühen und Kosten durchgezogen wurde. Eine der besten Vorstufen, die uns je untergekommen ist. Die hat natürlich einen exklusiven Preis, ist dafür aber sensationell einfach in der Handhabung, erhaben in der Haptik und – oh, das hatten wir ja noch gar nicht erwähnt – bietet noch viele weitere Features wie zum Beispiel eine hervorragende Klangregelung. Aber um ehrlich zu sein, die benötigt man bei einem ausgewogenen Gerät wie der CL-1000 eigentlich gar nicht …

Wir meinen

Wärme ohne Präzisionsverlust, Nähe ohne Enge – Luxmans CL-1000 bringt alles zusammen und bietet traumhafte Bedienung und Verarbeitung.

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Luxman CL-1000 Vorverstärker Navigator

 

Info

Röhren-Vorverstärker Luxman CL-1000
Konzept: Röhrenvorstufe mit LECUTA-Lautstärkeregelung
Eingänge: 4 x Cinch, davon 1 x symmetrisch (XLR), 1 x Phono
Ausgänge: 2 x symmetrisch (XLR), 2 x unsymmetrisch (Cinch)
Röhrenbestückung: 6 x JJ Electronic E88CC
Phonoeingang: sechsstufig schaltbarer Entzerrer mit 100, 50 und 33 kΩ für MM sowie 1 kΩ, 40 kΩ und 10 Ω für MC; MM-Eingang zwischen 0, 47, 100, 147, 220 und 320 pF abstimmbar
Klangregelung: Bass (150/300/600 Hz) und Höhen (1,5/3/6 kHz) jeweils ±8 dB
Sonstiges: Balance, Attenuator, Mono-Schaltung, individuell schaltbare Phaseninvertierung des Ausgangs und des sym. Eingangs, Rumpelfilter schaltbar, Direct-Schaltung
Maße (B/H/T): 46/17/45 cm
Gewicht: 24 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 22 000 €

Kontakt

IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Straße 11
41352 Korschenbroich
Telefon +49 2161 617830

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www.audiolust.de

www.luxman.co.jp

Mitspieler

Plattenspieler: Transrotor Apollon TMD mit SME V, SME 3012 u. a.
CD-Player: Mark Levinson No. 390s
DAC: Merging Technologies
Vollverstärker: Lavardin IT
Vorverstärker: Crane Song Avocet
Endverstärker: Digitalendstufe auf ICE Power basierend, Accuphase P-4200
Lautsprecher: Spendor Classic 3/5, Vimberg Tonda, Wilson Audio Sasha DAW, Sky-Audio 2.2 System
Kabel/Zubehör: Vovox, AudioQuest, Audio Note, Creaktiv

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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