Lyngdorf TDAI 3400

Lyngdorf TDAI-3400 Vollverstärker

Einer für alles durch Raumkorrektur!

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Lyngdorf TDAI-3400 – Einer für alles durch Raumkorrektur!

Stereoanlagen können gut klingen. Und groß sein. Und viel Geld kosten. Und das Wohnzimmer dominieren. Oder man kauft den TDAI-3400 von Lyngdorf.

Lyngdorf TDAI 3400

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Eigentlich ist mit den vorangestellten Zeilen schon alles vorweggenommen. Das ist aber nur halb so schlimm, denn es gibt neben dieser groben Einschätzung viele Details, die es über den kleinen Lyngdorf zu erzählen gibt – uns wird die Zeit nicht lang.

In den letzten Jahren hatten wir immer wieder mit computerisierten HiFi-Komponenten zu tun, die unter einer eher konventionellen Oberfläche letztlich kleine Computer verbergen. Egal, solange es denn gut klingt, sollte man meinen. Oder aber man ist nach einiger Zeit der Beschäftigung mit solchen Geräten einfach nur genervt, da der Weg zu einer großartigen Performance oft ein dornenreicher ist. Und ab und an dauert es, bis überhaupt der erste Ton kommt. Denn allzu oft marschieren dann die zugekauften Bauteile leider doch nicht so gut im Gleichschritt, und man quält sich durch Softwareupdates, fehlschlagende Netzwerkanmeldungen, unauffindbare Server und ähnliche Glückseligkeiten, verbringt in der Folge Stunden am Telefon und lässt sich vom Entwickler durch die Menüs navigieren. Und schon bald wünscht man sich konventionelle Verstärker oder CD-Player herbei, die einfach angeschlossen und eingeschaltet werden.

Lyngdorf TDAI 3400

Nun ist Lyngdorf keine eben erst gegründete „Ich auch“-Bastelbude. Mit dem TacT MKI wurde 1998 die HiFi-Welt auf den Kopf gestellt, allzu viele Tester waren von der kristallklaren und Artefakt-armen Spielweise regelrecht überfordert. Sie konnten ihn oftmals nicht recht einordnen und berichteten ohne abschließende Wertung. Außer Frage ist allerdings, dass der ringförmige Lautstärkeregler nach wie vor eine der aufregendsten Ideen der High-End-Szene war und ist.

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Diese mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung merkt man dem jungen TDAI-3400 ab dem ersten Moment an. Auspacken, anschließen, einschalten klappt hier problemlos. Wenn man nicht weiter in die Menüs abtaucht, kann man direkt übersehen, dass es sich hier um einen vollständig digitalen Verstärker handelt. Der Lyngdorf geht im Gegensatz zu vielen weniger ausgereiften Konkurrenten einen besonders eleganten und kundenfreundlichen Weg: Die digitale Technik ermöglicht auch bei ihm enorm viel, man muss sich aber nicht damit beschäftigen, wenn man einfach nur einen guten Vollverstärker benutzen möchte, mit Computern aber nicht viel am Hut hat.

Lyngdorf TDAI 3400

Die Rückseite des TDAI-3400 offenbart, dass er weitaus mehr ist als ein einfacher Verstärker. Die Menge an analogen und digitalen Ports verdeutlicht, dass wir es mit einer Schaltzentrale zu tun haben, die in einer Stereoanlage außer den Lautsprechern so ziemlich alles obsolet machen kann. AES/EBU, Toslink, Cinch, XLR, USB, HDMI … wer hier keinen Anschluss findet, muss eine sehr seltsame Anlage besitzen.

Im Innern erinnert wenig an einen normalen Verstärker, alles läuft auf digitaler Ebene und verbleibt weitgehend im Dunkel. Da sich Lyngdorf seiner Vorreiterrolle in dieser Technologie bewusst ist, kann eine Eigenentwicklung der wichtigen Baugruppen nur Ehrensache sein. Nein, die üblichen Module à la ICE, NCore und Anverwandten lassen sich hier nicht ausmachen – noch nicht mal als umgesäbelte OEM-Version. Man kann es, genießt und schweigt.

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Lyngdorf TDAI 3400

„RoomPerfect“ nennt sich die Raumanpassung des Verstärkers. Mit ihrer Hilfe kann man Schwächen, die leider jeder Raum hat, zumindest reduzieren. Das geht natürlich nicht bei allen Problemen. Nachhallzeiten kann ein DSP ebenso wenig beeinflussen wie falsch aufgestellte Möbel, die jede Symmetrie bei den Erstreflexionen versauen. Raummoden aber, jene Überhöhungen, mit denen wahrscheinlich jeder von uns zu kämpfen hat, kann man mit dem Lyngdorf recht effizient in Schach halten. Das Prozedere hierfür ist denkbar einfach: Man platziert das mitgelieferte Messmikrofon auf dem ebenfalls im Lieferumfang befindlichen Stativ. Die Position sollte dem Kopf am Hörplatz entsprechen. Dann aktiviert man RoomPerfect und wird über den Bildschirm Schritt für Schritt durch die Messungen geführt. Erst einige Testtöne am Hörplatz, dann noch mehrere Messungen im Umfeld auf rein zufällig gewählten Plätzen. Kleine Geschichte am Rande: Bei Lyngdorf in Dänemark amüsiert man sich immer wieder über uns ordentliche Deutsche. Denn nur von hier kommen regelmäßig Anfragen, wo genau diese „random places“ im Zimmer seien. Irgendwann informiert einen der Verstärker, dass er nun zu einem ausreichenden Prozentsatz die Daten erfasst habe und man Musik hören könne. Dieser Wert liegt meist um die 90 Prozent; wenn einem das nicht genügt, kann man mit der Funktion „add measurement“ weitere Messpunkte hinzufügen und die Präzision der Korrekturkurve steigern. Bei Lyngdorf betont man, dass man nicht das Heil der Musik in den DSPs suche. Man verwende Korrekturen eher konservativ, mische sich nur ein, wo es wirklich nötig sei. Und so fällt der erste Test in meinem Studio auch eher ernüchternd aus: Es gibt für den TDAI schlicht nichts zu tun.

Lyngdorf TDAI 3400

Das ändert sich, als ich ihn im akustisch völlig unbehandelten Wohnzimmer einsetze.

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Dort benötigt der Verstärker auch deutlich mehr als die drei Messungen im Studio, das Prozedere zieht sich über gute dreißig Minuten hin. Dafür ist hier der Effekt absolut verblüffend, nach einer halben Stunde korrigierten Hörens will ich eigentlich nicht mehr zurück. Und meine Gattin freut sich, dass klanglicher Zugewinn ausnahmsweise ohne innenarchitektonische Sünden erreicht wird. Gerade der Grundton und die oberen Mitten werden so klar und verlieren gleichzeitig jeglichen nasalen Touch, dass es mich wundert, wie ich vorher ruhig hören konnte.

Lyngdorf TDAI 3400

Mit dem jüngst erschienenen Softwareupdate (das Update war nach nur zwei Klicks erledigt, der TDAI startete danach wieder und hatte sich all meine Einstellungen gemerkt) erweitert sich die Funktionsvielfalt des Verstärkers. Musik kann nun auch per Bluetooth geschickt werden und die Streamingdienste Tidal und Qobuz lassen sich jetzt ohne unselige Umleitungen über Roon ansteuern. Das Handy oder Tablet dient dabei nur als Bedienoberfläche, Daten zieht sich der Lyngdorf direkt aus dem Netz. Es spricht – wieder einmal – für die erstklassige Entwicklerarbeit, dass sämtliche Funktionen einfach nur funktionieren. App installieren, Zugangsdaten eingeben, Playlist aufrufen, „Play“ drücken. Es kann so einfach sein …

Bildergalerie

Stimmt alles und sind alle Parameter zur Zufriedenheit justiert, merkt man von den Computern im Innern nicht mehr viel, der TDAI-3400 gibt den schlichten Vollverstärker. Zuerst darf er sich wie so viele Probanden, die hier zu Gast sind, an Wagners Tristan und Isolde versuchen, über Tidal läuft die EMI-Einspielung mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern. Zuerst offenbart sich eine exzellente Durchhörbarkeit, was allerdings noch gut in die Vorurteilsschublade „Digitalverstärker“ passt. Die Geschmeidigkeit, mit der dann aber Geigen und Bratschen die ersten kleinen Gipfel erklimmen, hätte ich jetzt nicht erwartet und wäre zudem auch ein Ruhmesblatt für jeden besseren Class-A Verstärker. Für diejenigen, denen es zu straight klingen mag, gibt es bei Lyngdorf Abhilfe mit der sogenannten Voicing-Funktion. Neben einigen Presets kann man seinen Wunschklang mittels eines kleinen Equalizers einstellen und unter einem beliebigen Namen abspeichern. Oder vielleicht auch unterschiedliche Kurven für unterschiedliche Musikrichtungen? Der Möglichkeiten gibt es viele, ich bleibe allerdings mit der neutralen Nullkurve glücklich. Nicht zuletzt, weil der TDAI-3400 in einem bestimmten Punkt fast allen mir bekannten Verstärkern mehr als nur die berühmte Nasenlänge voraus ist: Die Präzision seiner räumlichen Darstellung ist nichts weniger als erstklassig. Bei mittelmäßigen Aufnahmen fällt nicht viel auf, bei guten Produktionen allerdings könnte ich mit seiner Hilfe einen fast zentimetergenauen Mikrofonierungsplan zeichnen. Grandios!

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Lyngdorf TDAI 3400

Und noch eine spannende Information für alle unter Ihnen, die auf diesen Klang neugierig geworden sind, sich aber beispielsweise nicht von ihrer liebgewonnenen Röhrenvorstufe verabschieden wollen: Die komplette Endstufensektion des TDAI-3400 gibt es auch separat in einem unverschämt flachen Gehäuse namens SDA-2400. Gleiche Leistung, gleiche Qualität. Und das für unter 2000 Euro.

Wir meinen

Lyngdorf zeigt, wie man mit Computern umgeht, und stellt einen grandiosen Vollverstärker auf die Beine, der einfach funktioniert.

Lyngdorf TDAI 3400 Navigator

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Info

Vollverstärker Lyngdorf TDAI-3400
Konzept: Stereo-Vollverstärker mit integriertem DAC und RoomPerfect-Raumkalibrierung
Eingänge digital: 1 x XLR (AES/EBU, 24/192), 2 x koaxial (24/192), 3 x optisch (24/96), 1 x USB-B (32/384, DSD128, DXD)
Optionale Eingänge digital: HDMI-Modul: 1 x HDMI-Ausgang, 3 x HDMI-Eingang (24/192)
Eingänge analog: 2 x Cinch, 1 x Mikrofon-Input für RoomPerfect-Kalibrierung
Optionale Eingänge analog: 3 x Cinch, 1 x XLR
Ausgänge: 1 x Cinch, 1 x XLR, 1 x Stereo Digital koax, 1 x Kopfhörer Klinke (3,5 mm)
Mediaplayer: Roon-ready, Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect, DLNA Support (UPnP) AirPlay, Local file playback (USB), Internetradio (vTuner)
Lieferumfang: RoomPerfect-Mikrofon, Mikrofonstativ und -kabel, Fernbedienung
Maße (B/H/T): 45/11/36 cm
Gewicht: 8,2 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 5000 € (um 5400 € inkl. HDMI), optionale Analogeingänge: 400 €

Kontakt

DREI H Vertriebs GmbH
Kedenburgstraße 44
Haus D/1. OG
22041 Hamburg
Telefon +49 40 37507515

www.3-h.de

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www.lyngdorf.com

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