MastersounD Evolution 300B

MastersounD Evolution 300B

Der neue MastersounD 300B aus „Bella Italia“ ist etwas ganz Besonderes

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MastersounD Evolution 300B – Eine Röhre fürs Leben

Der neue MastersounD 300B aus „Bella Italia“ ist etwas Besonderes – allein schon dadurch, dass sein Schaltungsdesign auf einer immer noch neu erhältlichen Kult-Röhre beruht.

MastersounD Evolution 300B

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Jetzt muss ich doch einmal einen historischen Bogen schlagen. Denn am Anfang war die Röhre. Und das nicht nur in der HiFi-Welt, die in ihren Kindertagen eine Radiowelt war – das rein akustisch ohne jegliche elektrische Verstärkung beziehungsweise Umwandlung von Schallereignissen arbeitende Grammophon lasse ich mal außen vor –, sondern auch bei mir, ganz persönlich. „So alt ist er doch gar nicht“, werden Sie sagen. Stimmt. Aber in meiner Jugend war das Geld in unserer Familie knapp. Während manche meiner Schulkameraden schon Stereotürme hatten, hörte ich mit dem Nachkriegs-Radioempfänger meiner Eltern – Stichwort „Magisches Auge“ – Bayern 3, später auch gerne den damals neuen Klassiksender Bayern 4. Irgendwann entdeckte ich, dass besagtes Röhrenradio, ein Telefunken-Modell, sogar einen DIN-Ein- und Ausgang hatte. Die Kombination aus Konfirmationsgeld und Geburtstagsgeschenk gestattete mir 1981 den Kauf eines Grundig-Minikassettendecks, das an den betagten Röhrenempfänger angeschlossen wurde und mir den Mitschnitt meiner Lieblings-Radiosendungen ermöglichte – sogar mit Dolby B auf die damals ganz neuen Ferrochrom-Bänder.

Dass ich damals nicht nur zwei Gerätegenerationen miteinander kombinierte, die viele Jahrzehnte auseinanderlagen, sondern auch eine gewisse Klangpräferenz mit auf den Weg bekam, konnte ich damals nicht ahnen. Von Stereopanorama konnte bei den beiden Einbau-Breitbandlautsprechern des Radioempfängers kaum die Rede sein. Aber was er an Natürlichkeit der Stimmen und Leuchtkraft der Farben zu bieten hatte, war in der Rückschau aller Ehren wert – bei einer Kiste, die schon gut 30 Jahre auf dem Buckel hatte, als ich sie dem Staub des Speichers entriss.

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Die Faszination für Röhrengeräte ist mir geblieben, deshalb muss sich das FIDELITY-Team auch kaum anstrengen, wenn es mir ein Röhrengerät zum Test andienen möchte. Natürlich bin ich heute klüger, habe mir im Lauf der Zeit einiges an Röhrenwissen angelesen und sukzessive auch einige im Kopf gespeicherte Klischees über Bord geworfen. Als Journalist muss man manches sowieso aus der Distanz betrachten und sollte sich übermäßige Euphorie hinsichtlich zu testender Geräte verkneifen – man kann sie sowieso nicht alle behalten.

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An dieser Stelle sei das Online-Lexikon Wikipedia bemüht: „Eine Elektronenröhre ist ein aktives elektrisches Bauelement mit Elektroden, die sich in einem luftleeren oder gasgefüllten Kolben aus Glas, Stahl oder Keramik befinden. Die Anschlüsse der Elektroden sind aus dem Röhrenkolben nach außen geführt. In ihrer einfachsten Form als Diode enthält eine Elektronenröhre eine beheizte Kathode (Glühkathode) und eine Anode. Elektronenröhren dienen zur Erzeugung, Gleichrichtung, Verstärkung oder Modulation elektrischer Signale. Aus der Glühkathode treten negativ geladene Elementarteilchen als freie Elektronen aus und werden durch die Wirkung eines elektrischen Feldes zur Anode bewegt. Dieser Elektronenstrom lässt sich durch ein Steuergitter zwischen Kathode und Anode beeinflussen, denn durch unterschiedliche Gitterspannungen bzw. elektrische Felder wird der Elektronenfluss stärker oder geringer gehemmt. Darauf beruht die Verwendung der Elektronenröhre als Verstärker oder Oszillator.“

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Soweit die lexikalische Weisheit. Obwohl der Transistor nach seiner Erfindung 1925 einen weltweiten Siegeszug antrat, hat sich die Röhre aus dem Verstärkergeschäft nie ganz verabschiedet. Weil ihr Klang grundsätzlich ein anderer ist und weil ihre Verzerrungen vom Gehör offensichtlich als „harmonischer“, stimmiger, näher an der Wirklichkeit eingeordnet werden. Manche Entwickler geben sich alle Mühe, Transistorschaltungen „nach Röhre“ klingen zu lassen, was bisweilen allerdings auch in eine trügerische „Lieblichkeit“ münden kann, die mit High Fidelity nicht mehr viel zu tun hat.

Der Vollverstärker MastersounD Evolution 300B, der im norditalienischen Vicenza entsteht, ist allerdings frei von dem Verdacht, auf detailarmen Schönklang getrimmt worden zu sein. Für knapp 8600 Euro bekommt der Röhrenverstärkerfan ein geradliniges Konzept – „Single Ended Class A“ –, das mit der klassischen Triode 300B arbeitet und pro Kanal stets ausreichende 24 Watt mobilisiert. Zu den Eckpunkten des Lastenhefts gehört der Verzicht auf jegliche Rückkopplung im Signalweg, was einerseits röhrentypische Verzerrungen zu minimieren hilft – auch die 300B ist davon beileibe nicht frei –, andererseits aber die Schwingneigung des Verstärkers an manchen Lautsprechern begünstigen könnte. Dann „verzerrt es wie Sau“, wie ein befreundeter fränkischer HiFi-Händler in solchen Fällen zu schimpfen pflegte.

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Der MastersounD prunkt außerdem mit äußerst großzügig dimensionierten, gefühlt tonnenschweren Netzteilen, sorgsam gefiltert, sowie sehr breitbandigen Ausgangsübertragern, die im eigenen Haus gewickelt werden. Jene haben ihren Anteil an der auffallend hohen Auflösung des MastersounD. Es ist kein Stilbruch, diesem Verstärker hochauflösende Quellen vom HiRes-Streamer bis zum SACD-Spieler hinzuzugesellen.

Die namensgebende 300B ist freilich das zentrale Bauteil, der kultisch verehrte, in ungezählten Nach- und Neubauten zu findende Triodenkolben, der von Western Electric letztmalig in den Achtzigern des lange verblichenen 20. Jahrhunderts produziert wurde – nachdem er zuvor fast 70 Jahre im Programm gewesen war. Gute, verlässliche, paarweise abgeglichene Ware bekommt man heutzutage unter anderem aus Russland, wo sich auch die Macher von MastersounD bedienten. An dieser Stelle sei die Bemerkung erlaubt, dass ein solide aufgebautes Gerät wie der italienische Verstärker mit seiner komfortablen automatischen Ruhestromeinstellung natürlich auch das Experimentieren erlaubt. Wer also „seine“ 300B hat, auf die er oder sie schwört, eine Superröhre, die aus dunklen Quellen über steinige Bergpfade aus dem Nachbartal von Shangri-la den Weg in den heimischen Hörraum gefunden hat, kann sie gerne in den MastersounD 300B verpflanzen.

MastersounD Evolution 300B

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Natürlich erst dann, wenn die wirklich vorzügliche Russen-Röhrenbestückung ab Werk nach einigen Tausend Betriebsstunden das Zeitliche gesegnet hat. An dieser Stelle eine Bemerkung zur Lebensdauer: Dauerhaft angeschaltet lassen sollte man einen Röhrenverstärker nicht, andererseits brauchen gerade Trioden wie die 300B eine gewisse Zeit, um auf optimale Betriebstemperatur zu kommen. Wie weit der Spagat zwischen dem Zeitfenster für den Hörgenuss und der Haltbarkeit der Röhren sich spreizt, muss am Ende jeder Nutzer für sich entscheiden. Wenn ich höre und einen freien Tag habe, dann bleibt das Gerät auch in der „Mittagspause“ an. Gehe ich längere Zeit außer Haus, stelle ich den Röhrenverstärker aber schon aus Sicherheitsgründen ab, was mir auch die Stromrechnung und damit die Umwelt dankt.

Im FIDELITY-Hörraum durfte der MastersounD Evolution 300B jedenfalls unter optimalen Betriebsbedingungen aufspielen. Nachdem Röhrenverstärker selbst mit 300B-Bestückung in der Regel weder Wirkungsgradmonster noch Leistungswunder sind, sollte man ihnen Schallwandler gönnen, die auch mit vergleichsweise wenigen Watt „viel Krach“ machen können. In der Redaktion stand unter anderem die nagelneue Heco La Diva herum, deren Name Programm ist: Gut gelaunt und bestens disponiert hat sie das Potenzial zur Wohlfühl-Königin, die Musikfreunde mit gutem Klang umspült, wie es ein Wellenbad mit sprudelndem Wasser tut. Eine echte Diva ist dieser Lautsprecher aber auch, was die Ansprüche angeht: Mit einem Feld-Wald-und-Wiesen-Verstärker, womöglich aus japanischer Produktion, mag sich Madame gar nicht abgeben und tut dann gerne schrill und spitz ihr Missvergnügen über den ihr nicht genehmen Partner kund.

MastersounD Evolution 300B

Mit dem schicken Schönling aus Italien dagegen verstand La Diva sich sofort: Der MastersounD zeichnete ein vielfarbig schillerndes Klangspektrum, machte bei Orchesteraufnahmen ganz weite Räume auf und wies nicht nur auch bei großen Klangkörpern jedem Instrument einen genau bestimmten Platz zu, sondern machte zudem die dynamische Dramaturgie des jeweiligen Dirigenten nachvollziehbar. Mahlers ausufernd besetzte Achte Sinfonie ist bei mir in verschiedenen Aufnahmen mit europäischen sowie US-amerikanischen Orchestern vorhanden. Darunter Maßstäbe setzende Klassiker wie Eliahu Inbals Einspielung mit dem Radio-Sinfonie-Orchester (RSO) Frankfurt (heute: hr-Sinfonieorchester), die bei Denon als One-Point-Recording für die Nachwelt festgehalten wurde, oder die Version aus San Francisco mit Michael Tilson Thomas auf dem Pult des SFSO (übrigens eine blitzsaubere Mehrkanal-SACD-Produktion, aber darüber ein andermal mehr). MastersounD und La Diva lassen mich in den „Veni, creator spiritus“-Eingangschor samt großer Orgel tief eintauchen und ermöglichen es, den differenten intellektuellen Zugang verschiedener Taktstock-Schwinger zu Mahlers hoch komplexer Meta-Musik nachzuvollziehen.

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Auch mit zeitgenössischem Pop schlägt sich das deutsch-italienische Gespann achtbar, marschiert bei London Grammars (dank abgrundtiefer Computerbässe als Teststück berüchtigtem) Song „Hey Now“ verzerrungsfrei und unangestrengt voran, lässt aber das letzte Quäntchen Seele und auch eine gewisse Knackigkeit bei harten Impulsen vermissen. Kurzerhand wird umgestellt und umgestöpselt, muss die für sich betrachtet sehr feine Heco La Diva für ein anderes, deutlich kostspieligeres „Mädel“ weichen: Wilson Audios Sasha DAW. Die ist ein Monument, die auf den Punkt optimierte „Enkelin“ der zu Recht legendären Watt/Puppy aus dem Hause Wilson Audio. Sasha kostet mehr als das Viereinhalbfache der deutschen Diva – und der MastersounD Evolution 300B macht die Unterschiede der beiden Damen unmittelbar hör- und nachvollziehbar.

MastersounD Evolution 300B

Der Grundeindruck ist ein aus ungezählten Einzelheiten gespeistes Gefühl deutlich gestiegener Souveränität, ein „So macht man das“, für das Sasha noch nicht einmal die Stimme erheben muss, ein klares Mehr von allem, das keinen angehobenen Pegel benötigt, um zu wirken. „Eine gute Kette klingt auch bei Zimmerlautstärke außergewöhnlich“ – was nach schwer umzusetzender Binsenweisheit klingt, wird hier greifbare Realität: Der MastersounD Evolution 300B treibt die amerikanische Ausnahmebox völlig unangestrengt zu klanglichen Höhen; er erscheint auch als idealer Spielpartner, um die Sasha-typische Fülle an inhaltlich bedeutenden Einzelheiten abzurufen, und er schöpft das feindynamische Potenzial der Wilson voll aus. Nicht schlecht für eine Komponente ohne fünfstelliges Preisschild. Zumal der MastersounD Evolution 300B auch noch geeignet scheint, den Spieltrieb mancher Röhrenfans zu befriedigen. Zum Abschluss gönne ich mir was Feines, Stilles: Der Südiroler Manuel Randi hat mithilfe des Bluesmusikers Herbert Pixner ein hörenswertes Akustik-Gitarrenalbum eingespielt, das schlicht seinen Namen trägt. Filigrane Klänge, hautnah und wohlbalanciert aufgenommen, mit jener klanglichen Präsenz, die man sofort mit dem Begriff „High End“ verbindet. Dank MastersounD Evolution 300B und Wilson Audio Sasha DAW sitzt Signor Randi vor mir und spielt nur für mich. Überwältigend.

Gute Qualität kommt nie aus der Mode

Antonio Ferro, Chef der italienischen Röhrenschmiede MastersounD, zum Vollverstärker Evolution 300B

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Die Produkte des italienischen Verstärkerherstellers MastersounD, der in Arcugnano nahe Vicenza beheimatet ist, spielen in der High-End-Königsklasse. Wer sich im 21. Jahrhundert für eine klassische 300B-Bestückung entscheidet, hat in der Regel gute Gründe. Auch bei MastersounD rennt man keinen kurzlebigen Moden hinterher, sondern stellt den Klang einer Komponente über alles andere, wie Firmenchef Antonio Ferro im Interview verrät.

FIDELITY: Signor Ferro, im neuen Vollverstärker MastersounD Evolution 300B kommen zwei der schon klassisch zu nennenden Verstärkertrioden vom Typ 300B zum Einsatz. Gibt es in Hinblick auf bestimmte Röhrentypen gewisse „Moden“? Nach meiner Erinnerung war die KT88 vor ein paar Jahren sehr angesagt – nun scheinen die Entwickler wieder die 300B zu bevorzugen. Was sind deren Vorteile?

MastersounD MastermindS

Antonio Ferro: Gute Qualität kommt nie aus der Mode. Für die Freunde hochwertiger Musikwiedergabe ist die 300B als Teil der Triodenfamilie eine zeitlose Institution. Ihr Klang ist absolut charakteristisch und von anderen Röhren unterscheidbar. Die 300B ist dafür berühmt, Stimmen und Instrumente besonders filigran wiederzugeben und dabei einen tiefen und weiten Raum aufzumachen. Sie zeichnet die harmonische Struktur der Musik vollständig und sehr befriedigend nach und bewahrt dabei ganz strikt das ursprüngliche Timbre des Klangs (ohne zu verfärben, Anm. d. Red.).

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Andere Röhrentypen, die mehr Leistung abgeben, sind ernsthafte Konkurrenten für die 300B, wenn es darum geht, auch die schwierigsten Lautsprecher anzutreiben. Aber den besonders feinsinnigen Klang eines 300B-Röhrenverstärkers erreichen sie eben nicht. Dank unserer speziellen Ausgangsübertrager liefern MastersounD-Verstärker, die diese wunderbare Triode verwenden, genügend Leistung in Verbindung mit außergewöhnlicher Dynamik und Transparenz. Wir bei MastersounD mochten die KT88, die wir in der vorhergehenden Version des Vollverstärkers Duetrenta (der zwei 33-Watt-Pentoden besitzt, aber umschaltbar auf eine 16-Watt-Triode ist, Anm. d. Red.) verwendeten, nie besonders und nutzen heute lieber die hochwertigere KT120 – um ein paar Watt mehr zur Verfügung zu haben als beim Vollverstärker Dueventi. In dem ist die klassische EL34 verbaut, aber er hat sich nie so gut verkauft wie unsere Triodenmodelle, etwa der Compact 300B. Der liefert nur die Hälfte der Wattleistung, kostet aber viel mehr. Weil die KT88 im Klirrverhalten nicht die harmmonische Struktur einer 300B aufweist und tonal eher im Ungefähren bleibt, fehlt ihr die Eleganz der Wiedergabe, wie sie für Trioden à la 300B typisch ist. Diese Röhre hat dafür gesorgt, dass sich viele Menschen in die High Fidelity verliebt haben.“

MastersounD MastermindS

FIDELITY: Das grundsätzliche Schaltungsdesign von Röhrenverstärkern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht signifikant verändert. Dennoch klingt der MastersounD Evolution 300B außergewöhnlich, vor allem hinsichtlich der Auflösung und des virtuellen Raumes, den er schafft. Welche Tricks und Kniffe wendet ein Verstärkerentwickler an, um eine wohlbekannte und eigentlich ausgereizte Schaltung zu optimieren?

Antonio Ferro: Alle MastersounD-Verstärkerprojekte werden von Luciano Savanio entwickelt und betreut, der diese Kunst von seinem Vater Cesare erlernte. Über die Jahre hat Luciano das Design jedes einzelnen Details permanent optimiert und daran gearbeitet, die Parameter der Klangwiedergabe zu verbessern. Also zum Beispiel die Rauscharmut, das weite harmonische Spektrum, die Sprungantwort, die Kontrolle der tiefen Frequenzen und die Transparenz. Fast alle Komponenten der Schaltung werden entweder nach unseren Vorgaben von Zulieferern hergestellt oder direkt bei uns in der Firma von Hand gefertigt. Beispielsweise unsere Ausgangsübertrager, eine der Schlüsselkomponenten in einem Röhrenverstärker. Wenn man einen Triodenverstärker bauen will, muss man sich sehr genaue Gedanken darüber machen, welche Bauteile man verwendet und wie man diese im Gehäuse anordnet, etwa um das Rauschverhalten zu verbessern. Die perfekte Optimierung einer Schaltung erreicht man erst nach Jahren konstanter Arbeit daran – und diversen Verbesserungen, die diese Arbeit mit sich bringt. Dadurch hat man das Konzept „Röhrenverstärker“ auf ein Niveau gehoben, das noch vor ein paar Jahren unvorstellbar gewesen wäre. Die Grenzen des Röhrenverstärkers wurden stark ausgeweitet, die enorme Klangqualität noch einmal verbessert.

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FIDELITY: Im MastersounD-Portfolio gibt es einen „größeren Bruder“ des Evolution 300B, Evolution 845 genannt, in dem die ECC802-Röhre zum Einsatz kommt. Außerdem findet sich im Programm unter anderem auch der PF100-Monoblock mit 6SN7 und 845 in der Schaltung. Ist das schon das „Ende der Fahnenstange“, das „Highest End“? Oder, anders gefragt: Wie würde ein MastersounD-Verstärker bestückt sein, bei dem Geld erst einmal keine Rolle spielt?

MastersounD MastermindS

Antonio Ferro: Die 845 ist ebenfalls ein Teil der großen Triodenfamilie und wird als einer der besten Kompromisse angesehen, wenn es um die Filigranität des Klangs in Verbindung mit kraftvoller Wiedergabe geht. Allerdings ist die 845 sehr stromhungrig und braucht nicht nur einen entsprechend potenten Netztransformator, sondern auch viel Aufmerksamkeit bei Entwicklung und Konstruktion der Schaltung. Nur wenige Verstärkerhersteller weltweit sind in der Lage, diese Triode adäquat zu nutzen. Zudem sind bei Verstärkern, in denen die 845 eingesetzt wird, die Größe und das Gewicht entsprechend höher. Der Evolution 845 und vor allem der Monoblock PF100 sind überdimensioniert, wenn man sie mit herkömmlichen Verstärkern vergleicht. Mit dem Evolution 845, der 2013 von einer deutschen Fachzeitschrift als „Bester Vollverstärker der Welt“ ausgezeichnet wurde, sind wir an der Spitze angekommen, was schiere Verstärkerleistung und klangliche Verfeinerung angeht. Mit 55 Watt im Class-A-Betrieb kann er praktisch alle Lautsprecher des Weltmarktes antreiben, ohne dass jemals das Gefühl aufkommt, mit einer Vor-/Endstufenkombination klanglich besser zu fahren. Die ECC802-Röhre, eine besonders rauscharme Version der ECC82, kommt ebenfalls in allen unseren Vollverstärkern für die Vorverstärkerstufe und zum Teil auch in der Treiberstufe zum Einsatz. In den Triodenverstärkern benutzen wir die ECC802 anstelle der 6SN7 für die Treiberstufe. Was auch ganz wichtig ist: die korrekte Einstellung des Ruhestroms, die mit den entsprechenden Instrumenten einen perfekten Abgleich der beiden Stereokanäle ermöglicht.

Wir meinen

Der MastersounD Evolution 300B ist auch für Nicht-Röhrenfreaks ein unproblematischer Spielpartner: Mit wirkungsgradstarken Lautsprechern „verheiraten“, etwa eine Stunde warmlaufen lassen – und Musik jedweder Couleur genießen!

MastersounD Evolution 300B Navigator

 

Info

Röhren-Vollverstärker MastersounD Evolution 300B
Leistung: 2 x 24 W
Röhrenbestückung: 4 x 300B, 2 x ECC802, 2 x 6SN7
Eingänge XLR: 1 x Line, 1 x Direct
Eingänge Cinch: 3 x Line, 1 x Direct
Übertragungsbandbreite: 8 Hz bis 40 kHz, 0 db
Ausgangswiderstand: 4 bis 8 Ω
Gegenkopplung: 0 Dezibel
Besonderheiten: automatische Ruhestromeinstellung, Fernbedienung (nur laut/leise)
Maße (B/H/T): 46/28/42 cm
Gewicht: 34 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 8600 €

Kontakt

Barisic & Partner
Pradler Straße 3
6020 Innsbruck
Tel +43 676 5906026

www.audiovertrieb.com

www.mastersoundsas.it

 

Mitspieler

CD-Player: Mark Levinson 390s
SACD-Player: Marantz SA14 V1, Sony SCD 333 ES, Pioneer D6, Denon CX2
Plattenspieler: Clearaudio Innovation Compact, SoReal Audio Seismograph, Dr. Feickert Volare
Tonabnehmer: Clearaudio Da Vinci und Jubilee MC, Denon DL-103R
Vollverstärker: Marantz HD-AMP1, Mark Levinson 5805
Vorverstärker: Mark Levinson No. 38S, Trigon Snowwhite, Marantz SC-22
Endverstärker: Mark Levinson No. 27, Marantz MA-22, John Curl JC3, Trigon Dwarf II
Phonoverstärker: Musical Fidelity M-VNYL, Clearaudio Basic
Lautsprecher: Infinity Kappa 7.2 Series II, MuSiCa NoVa PlethorA

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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