Looking for the English FIDELITY Magazine? Just click here!
Roberto Cotroneo: Die verlorene Partitur - Roman

Roberto Cotroneo – Die verlorene Partitur

Buchprüfung

Roberto Cotroneo – Die verlorene Partitur

Der legendäre Pianist Arturo Benedetti Michelangeli starb 1995.

Kurz danach erschien der Roman Die verlorene Partitur, dessen Ich-Erzähler deutlich erkennbare Züge des Meisters trägt – er ist ein Sonderling, lebt zurückgezogen, gibt keine Konzerte, liest nur stundenlang Partituren und macht ganz selten eine neue Aufnahme für die Deutsche Grammophon, meist mit Werken von Debussy („weil Debussy mich nicht berührt“).

Roberto Cotroneo: Die verlorene Partitur - Roman

Der innere Monolog dieser Hauptfigur enthält viele fachmännische Reflexionen über das Klavierspiel, einzelne Pianisten, einzelne Werke. „Ein Konzertpianist übt nicht, sondern befragt seinen Flügel“, sinniert der Meister. „Über die Musik kann ich mit niemandem mehr sprechen, weil niemand mehr in der Lage ist, mich zu begreifen … Arrau lebt nicht mehr, Magaloff lebt nicht mehr, auch Gould nicht. Ich bin, zusammen mit Richter, der letzte der großen Pianisten. Sie tolerieren, was sie meine Launen nennen …“ Das Lieblings- und Problemstück des Meisters ist die letzte Klavierballade von Chopin: „ein unbeschreibliches Stück, ein Schleier der Maya, ein fortwährendes Abdriften“. Nun aber taucht unversehens das verloren geglaubte Originalmanuskript dieser vierten Ballade auf, und es überrascht (ab Takt 211) mit einer ganz unbekannten Coda – virtuos, obsessiv, fingertechnisch fast unmöglich. Der Meister glaubt alles über Chopin zu wissen und taucht nun tief ins Geheimnis ein. Ein großartiger Klavierroman, nicht nur für Chopin-Fans.

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.