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Solidsteel 30th Anniversary Rack Silver Black

Solidsteel 30th Anniversary Rack

Kehrtwende

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Solidsteel 30th Anniversary Rack S5-3 – Kehrtwende

High End wird in der Wahrnehmung immer exklusiver und kostspieliger. Der italienische Hersteller Solidsteel liefert mit seinem neuen Racksystem den Beweis, dass es auch anders geht: Vorhang auf für das S5-3.

Solidsteel 30th Anniversary Rack Silver Black

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In aller Kürze

Dies ist ein unverschämt günstiges Ticket in die audiophile Oberklasse. Solidsteels S5-3 erhält unsere uneingeschränkte Empfehlung. Preis des S5-3 um 730 €.

Solidsteel 30th Anniversary Rack Navigator


Ein HiFi-Rack absolut zu bewerten grenzt ans Unmögliche. Ob man will oder nicht, betrachtet man so ein Geräteregal immer auch als Einrichtungsgegenstand. Da kommen geschmackliche Aspekte ins Spiel, die sich einfach nicht objektiv bewerten lassen. Hinzu kommt die Frage, wie genau man den Test eigentlich durchführen soll. Schließlich muss man das Möbelstück mit einem zweiten vergleichen, dass unter identischen Konditionen aufgestellt und betrieben werden sollte. Zudem muss der Umbau extrem schnell erfolgen. Schon nach wenigen Minuten kommt ein Vergleich „nach Gedächtnis“ einer vollständigen Blindfahrt gleich. Bei all diesen Argumenten kann man leicht nachvollziehen, dass man sich als Redakteur nicht eben um einen Rack-Test reißt.

Solidsteel 30th Anniversary Rack Silver Black
Perfekte Passgenauigkeit, wohin man schaut.

Solidsteels wundervolles S5-3 bildet für mich eine angenehme Ausnahme. Und das gleich aus mehreren Gründen: Die Firma aus dem schönen Ort Montesilvano an der italienischen Ostküste gehört mit den über 30 Jahren ihres Bestehens mittlerweile zum Urgestein der internationalen HiFi-Szene. Schon als ich noch in Berlin studierte und ständig die HiFi-Läden vor Ort aufsuchte, um den so innig gewünschten und gleichzeitig noch unbezahlbaren Geräten wenigstens zeitweise nahe zu sein, standen meine Objekte der Begierde immer wieder auf den edlen Racks aus Italien. Und so war es kein unvertrauter Anblick neulich im Hörraum, wo der S5-3 darauf wartete, dass ich mich mit ihm beschäftigte. Auch das „kleine“, sensationell bezahlbare S-Modell trägt unverkennbar die Gene der Italiener in sich.

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Vielleicht sollten wir zunächst ein paar erklärende Worte zur Nomenklatur des Herstellers verlieren: Das S5-3 gehört zur S-Serie der Italiener. Im Gegensatz zu den Hyperspike-Modellen sind alle Ebenen der S-Racks fest miteinander verschraubt. „S5“ kennzeichnet die größte Ausführung der Familie. Gewissermaßen als Luxus-Variante ausgelegt, parken die Komponenten hier nicht direkt auf den Ebenen, sondern auf zusätzlichen Stellflächen, die via Spike angekoppelt werden. Die „3“ hinter dem Strich kennzeichnet schließlich die Zahl der Ebenen. Unser Rack hat folglich drei Böden. Sie erhalten das S5 aber auch mit zwei (S5-2), vier (S5-4) oder fünf Ebenen (S5-5). Lobend sollte man außerdem betonen, dass Solidsteel sämtliche Parts des Racks in seinem Custom-Shop anbietet. Sollten Sie versehentlich etwas verkratzen oder nachträglich feststellen, dass die neue Riesen-Endstufe nicht hineinpasst, lassen sich Ersatzteile, weitere Böden, Top-Shelfs (die Auflageplatten) oder längere Stangen jederzeit nachbestellen.

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Italienisch für Anfänger: Erst der Serienname – S5 –, dahinter die Zahl der Böden. Das Bild zeigt also ein S5-5, unseren Testkandidaten war ein S5-3,. Die Abstände zwischen den Böden lassen sich beliebig variieren – dank Zubehör-Webshop auch im Nachhinein.

Alle Kleinteile der Hardware, also Verbindungsstücke, Spikes, Tellerchen sowie die mitgelieferten Basen, bestehen aus Edelstahl. Alles wird mit bemerkenswert hoher Qualität galvanisiert und pulverbeschichtet. Die Rohre zwischen den Ebenen werden aus dickwandigem Aluminiumrohr gefertigt und mit einem dämpfenden Material gefüllt, über das wir nicht mehr erfahren konnten, als dass es – Sie ahnen es schon – besonderes gut dämpft. Anteil daran trägt ein Schaum, mit dem die Rohre für ihre zusätzliche Beruhigung ausgespritzt werden.

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Die schwarze Auflageplatten sind äußerst verwindungssteif. Die vier Spikeaufnahmen müssen äußerst exakt justiert werden, damit hier nix wackelt und klappert.

Wie auch immer, man hat sich bei der Entwicklung dieses Racks durchaus etwas gedacht. Die einzelnen Ebenen bestehen zunächst aus einer Trägerplatte, die in ihrer Mitte eine große Aussparung aufweist. So können Schwingungen innerhalb der Platte deutlich schlechter reflektiert werden. In jeder der drei Ebenen finden vier Schraubhülsen aus Edelstahl Platz, in denen die Spikes der darüber sitzenden Geräteplatten ruhen. Da diese Hülsen die Geräteebenen vollständig durchqueren, lassen sich die Spikes bequem von unten justieren – selbst wenn eine Komponente auf der Gerätebasis steht. Trotz dieser Zugänglichkeit kann es eine Weile dauern, ehe man alle drei Böden exakt in die Waage gebracht hat. Das ist allerdings ein einmaliges Problem, somit also zu verschmerzen. Die Gerätebasen, die auf diesen vier Spikes thronen, sind aus einem Material mit hoher innerer Dämpfung aufgebaut. Neben MDF kommt ein „Polymer Laminat“ zum Einsatz. Die Kombination dieser beiden Materialien soll für absolut ruhige Bedingungen in den Geräteebenen sorgen. Damit haben wir hier nicht ein simples, wenn auch schweres Regal, sondern ein durchdachtes Konzept. Die durch den Gerätetrafo erzeugten Vibrationen sollen in der Gerätebasis vernichtet werden, diese ist von der Basis darunter entkoppelt, die wiederum so designt ist, dass sie möglichst wenig Energie speichert und sich nur so wenig als möglich an dem allgemeinen Vibrieren beteiligt. Bleibt schlussendlich die Hoffnung, dass all diese Mühen auch Früchte tragen.

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Ein cleveres Detail: Die duch Spikes individuell entkoppelten Böden.

Wie startet man nun so einen Racktest? Wir haben die Geräte erst einmal eine Weile lang auf dem Referenzrack der FIDELITY-Redaktion laufen lassen und unterschiedliche LPs und CDs gehört, um uns in einen „Grundklang“ einhören zu können. Danach erfolgte der schnelle Umbau zum Solidsteel-Rack, der – da beide HiFi-Möbel auch von hinten gut zugänglich sind – sehr schnell vonstattenging. Augenblicklich tönt es minimal anders, vielleicht eine Spur zackiger sowie weniger aufgeräumt. Ich schreibe bewusst „vielleicht“, weil die Unterschiede tatsächlich sehr klein sind und die Präferenzen auch je nach Musik und Aufnahme wechseln. Nun könnte es ja auch sein, dass es den eingesetzten Geräten schlicht egal ist, wo und wie sie stehen. Ein schneller Check belegt, dass dies keineswegs der Fall ist. Schon die separate Platzierung eines Plattenspieler-Netzteils auf einer anderen Ebene, dem anderen Rack oder gar dem Fußboden ist jederzeit und immer wieder nachzuvollziehen. Es bahnt sich also eine kleine Sensation an, sollte es das Solidsteel schaffen, für weniger als ein Zehntel des Preises ein klangliches Patt zu erkämpfen.

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Weitere Experimente zeigen, dass es durchaus einen Unterschied macht, welches Gerät auf welcher Ebene seinen Platz findet. Beispielsweise fühlte sich das Netzteil für den Plattenspieler auf der obersten Ebene hörbar wohler als ganz unten, während es dem Vollverstärker recht egal blieb, wo wir ihn positionierten.

Vor zwanzig Jahren noch musste ein Rack noch möglichst technisch und zumindest nach aufwendiger Herstellung aussehen, damit man seinen klanglichen Anspruch jedem Besucher auf den ersten Blick demonstrieren kann. Das hat sich gewandelt. Natürlich geben die meisten Hifiisten zu, dass eine gute Aufstellung wichtig für den Klang ist, allerdings hat die gefällige Einrichtung in den allermeisten Fällen dann doch Vorrang. Die Zeiten haben sich geändert, viele Rackhersteller nicht, wie man auf dem Markt sehen kann: Eine erschreckende Anzahl bekannter Namen ist verschwunden. Solidsteel hat überlebt, was dieser äußerst gelungenen Mischung aus Design, Qualität und Preis geschuldet sein dürfte.

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Die Feinabstimmung geht zum Glück sehr einfach: Die Spikeaufnahmen werden von unten in ihre Fassung eingeschraubt und können mit einem Sechskant-Schrauber verstellt werden – selbst wenn das Gerät schon im Rack steht.

Um meine Ressentiments vom Anfang des Artikels noch einmal aufzugreifen: Solidsteels S5-3 ist ein Rack, das man trotz aller Umstände und Unwägbarkeiten wirklich gern testet. Es ist nicht nur sensationell günstig, sondern – gemessen am Preis – auch mehr als hervorragend verarbeitet. Und auch die Performance kann überzeugen. Möchte man seine Komponenten noch besser betten, muss man empfindlich tiefer in die Tasche greifen.

Info

HiFi-Rack Solidsteel S5-3
Aufbau/Material: Hardware Stahl und Aluminium, Ebenen aus MDF und Polymer-Laminat
Tragkraft pro Ebene: 60 kg
Gewicht 30 kg
Maße (B/H/T): 59/76/43 cm
Farben: Schwarz, Weiß, Silber/Schwarz, Silber/Weiß
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: um 730 €

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Kontakt

solidsteel
Via Meno n. 6
65015 Montesilvano (PE)
Telefon +39 85 4686068

www.solidsteel.it

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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