Technics SL-1000R Plattenspieler

Technics SL-1000R Plattenspieler

Uneingeschränkter Genuss – scheibenweise

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Technics SL-1000R – Uneingeschränkter Genuss – scheibenweise

Konnte sich Technics bei den neu aufgelegten 1200er-Drehern noch auf den Kult-Bonus verlassen, geht es jetzt ans Eingemachte: SP-10R und SL-1000R müssen Profis überzeugen.

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In aller Kürze

Man muss den SL-1000R als uneigennütziges Geschenk an die audiophile Weltgemeinde betrachten. Wir sollten uns alle bei Technics bedanken.

Technics SL-1000R Navigator


Die analoge Welt wirkt bisweilen schon grotesk: Nur weil Technics sich dazu entschlossen hat, ein Rundfunklaufwerk, das seine Premiere im Jahr 1970 feierte, mit identischen, rückwärtskompatiblen Abmessungen und prinzipiell gleicher Technik neu aufzulegen, steht 2018 die gesamte Fachwelt Kopf. Sensationell, finden Sie doch auch, oder? Wenn Opel von dieser Strategie Wind bekommt, dürfen wir uns bald auf einen neuen alten Manta mit serienmäßigem Fuchsschwanz freuen. (Ernsthaft: Sooo abwegig ist diese Idee nicht. Mokka oder Manta? Mir fiele die Entscheidung leicht.)

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So, genug gespottet, denn natürlich steckt hinter dem Analogrevival des Technics-Mutterkonzerns Panasonic mehr als der Versuch, auf der Retrowelle mitzusurfen. In Zeiten, in denen junge Hipster lieber in einen Plattenspieler investieren als in einen Elektrorasierer, ließen sich mit von Sekundenkleber zusammengehaltenen Plastikdrehern größere Gewinnmargen erzielen als mit teuren Edellaufwerken vom Schlage eines SL-1000R. So lautet zumindest das Ergebnis meiner persönlich auf vagen Daten errechneten Bilanz. Außerdem wissen wir alle, die jenseits der vierzig angelangt sind, dass Technics auch wirklich billige Plattenspieler bauen kann. Mit solcherlei betriebswirtschaftlichen Fragen im Kopf traf ich auf der Münchener Messe auf Herrn Testuya Itani, den Technischen Direktor des Technics-Analogprogramms und erfahrenen Entwickler, der bereits an den ersten CD-Playern zu Beginn der achtziger Jahre beteiligt war. Sie haben den Fehler sicher gleich entdeckt: Auch Testuya Itani musste sich analoges Spezialwissen zunächst aneignen. Wenn ich mir ein wenig poetische Freiheit erlauben darf, könnte man es so formulieren, dass er in den Meistern, die er damals in mehr als nur personeller Art ablöste, erneut seine Lehrer fand.

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Zu besagtem Interview war auch ein junger Entwickler namens Tadayoshi Okuda anwesend, der mir sehr überzeugend den neuen Wireless-Lautsprecher Ottava SC-C50 nahebrachte. Ein unglaublich kompaktes technisches Wunderwerk, das Musikhören zum in jeder Hinsicht unkomplizierten und uneingeschränkten Vergnügen macht. Auch wenn ich in diesem Rahmen nicht viel Raum dafür finde, möchte ich mich aufrichtig für die sehr professionelle Einführung bedanken. Aber eben auch lieber wieder ins analoge Metier und zu den beiden Laufwerken SP-10R und seiner integrierten Variante, dem Testobjekt SL-1000R zurückkehren. Nicht nur das Wissen um analoge Wiedergabetechnik war verblasst, lässt Testuya Itani durchscheinen, auch die alten Gussformen waren verschlissen und Werkzeuge unbrauchbar oder entsorgt worden. Das Comeback musste, wenn auch auf finanziell wohl relativ uneingeschränkter Basis, von ganz unten beginnen. Der Technics-CTO stellt mir die exakte Kompatibilität mit den legendären Vorgängern eher als komplexe Herausforderung und weniger als kostengünstige glückliche Fügung dar. Denn das aktuelle Statement zur Schallplattenwiedergabe von Technics kann selbstverständlich nicht nur die Kopie eines Klassikers sein. Trotzdem spielt der weltweite Engpass an Ersatzteilen für den SP-10, der zumeist als Mk2-Variante auftritt, eine gewichtige Rolle in der Kalkulation, gibt Itani unumwunden zu. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich die glatte Oberflächenstruktur der Motorsteuereinheit von der gebürsteten des eigentlichen Laufwerks unterscheidet, so wie auch die Höhe um etwa einen Zentimeter abweicht. Ein kleiner charmanter Ausbruch aus dem ansonsten äußerst strengen geometrischen Design des SL-1000R.

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Der Direktantrieb, mit dem Technics ab 1970 insbesondere das Arbeitsleben von Discjockeys, ob beim Rundfunk, auf der Bühne oder im Club, begleitete, war in die Jahre gekommen. Seine minimalen Unzulänglichkeiten wie Polruckeln und … Na gut: Seine minimale Unzulänglichkeit des Polruckelns, das man damals zähneknirschend akzeptieren musste, sollte sich mit heutigen Mitteln restlos beseitigen lassen, war Itani überzeugt. Für den 2016 eingeführten SL-1200GAE (Test hier) entwarf sein Team einen Motor mit eisenkernlosem Doppelspulen-Stator, um den sich ein Zwillingsrotor dreht. Die beidseitigen Statorspulen sind dabei um 60 Grad versetzt, sodass sie fast wie Kettenglieder ineinanderzugreifen scheinen und so den gesamten Stator stabilisieren, der über das Tellerlager aus Spezialkunststoffen immerhin einen Teller von fast acht Kilo stemmen muss. Edelstahlgewichte am Boden des Motors sowie des Chassis sorgen für einen möglichst tiefen Schwerpunkt, unterdrücken Mikrovibrationen und helfen dem SL-1000R, auf seine eindrucksvollen 40 Kilo zu kommen.

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2016 stellte Technics den neuen, eisenkernlosen Direktantriebsmotor vor, der für die Modelle SL-1000R und SP-10R noch einmal aufwendig überarbeitet wurde. Die beidseitig jeweils neun Spulen des Zwillingsrotors sind um 60 Grad versetzt, was die Stabilität des gesamten Stators erheblich verbessert. Die Gleichlaufwerte des SL-1000R liegen an der Messbarkeitsgrenze.

7,9 Kilo, die man ihm nicht ansieht, gibt Technics als exaktes Gewicht des Tellers an. Das ist für einen direktgetriebenen Dreher ungewöhnlich schwer – solcherart massive Teller finden sich sonst eher auf Masselaufwerken. Er besteht aus einer dreilagigen Sandwichkonstruktion: dämpfender Gummi auf der Unterseite, darüber Aluminium und, damit fest verbunden, massives Messing mit einer Stärke von einem Zentimeter. Zusätzliche Masseträgheit erhält er durch zwölf nahe des Außenradius eingelassene Wolfram-Gewichte. Die Ingenieure um Testuya Itani müssen großes Vertrauen in ihre Motoreinheit haben, denn sie wird durch das Tellergewicht nicht nur mechanisch höher belastet, sondern muss auch deutlich mehr Drehmoment liefern, um die Hochlaufzeit und Gleichlaufwerte des alten SP-10 zu erreichen.

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Der Plattenteller des SL-1000R ist ein feingewuchtetes Kunstwerk aus Kautschuk, Aluminium und Messing. Wolframgewichte am Rand garantieren höchste Laufruhe. Im Vergleich zum Klassiker SP-10 oder dem neu aufgelegten SL-1200GAE konnte das Nachschwingen, das sich früher in einem etwas harten, metallischen Ton bemerkbar machte, um beträchtliche Dimensionen verringert werden.

Zum Tonarm möchte ich hier nicht viele Worte verlieren, es handelt sich um denselben S-förmigen Magnesiumarm, der auch den 1200GAE zierte. Und von dem ich innerhalb des damaligen Tests in höchsten Tönen schwärmte. Leider muss sich der geneigte Käufer immer noch selbst auf dem Zubehörmarkt nach einer Headshell mit SME-Anschluss umsehen. Die früheren Headshells mit Technics-Aufdruck befinden sich nicht mehr im Lieferprogramm. Auf meine Frage, warum man auf dieses ikonografische Detail verzichtet, antwortet Testuya Itani mit einem höflichen, gleichwohl ausweichenden Lächeln. Wenn ich eine persönliche Vermutung äußern darf: Technics hat noch keine neue Gussform dafür produziert. Diese kleine Unvollständigkeit setzt sich übrigens auf der anderen Seite des Laufwerks, dem Ausgang, fort: Auch hier kann Technics nicht mit einem passenden Tonarmkabel dienen. Überdies sollte man tunlichst darauf achten, eines mit geradem fünfpoligem Stecker zu erwerben, gewinkelte passen nicht in den engen Schacht auf der Unterseite des Chassis.

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Traditionell setzt Technics auf S-förmige Drehtonarme, wie auch der SL-1000R einen trägt. Im Vergleich zu früher aber sind die kardanischen Lager wesentlich verbessert mit deutlich engeren Toleranzen. Das Armrohr besteht aus leichtem, aber extrem steifen Magnesium. Seine Justage-Optionen zeigen sich umfassend und mit exakter Kompromisslosigkeit. Technics bietet zusätzliche Basen für Ortofon- und SME-Arme, insgesamt kann der SL1000R drei Tonarme tragen.

Glücklicherweise passte das Kabel meines Mørch-Arms perfekt, und den Tonarm konnte ich mit den Stability-Headshells in Alu und Titan von Clearaudio, die nach dem Test noch in der Redaktion weilten, vervollständigen. Die Justage des Technics-Arms mit skaliertem Gegengewicht und ebenso stabiler wie feinfühliger Höhenverstellung durch einen Gewindering an der Armbasis ist ohnehin ein Kinderspiel und auch von Laien einfach durchzuführen, was ich schon deshalb nicht uneingeschränkt gutheißen kann. Aber es befördert die Neigung, häufig Tonabnehmer zu wechseln, zumal mir ja auch zwei relativ gleichwertige Headshells zur Verfügung standen. Die Auflagekraft anzupassen reichte in den meisten Fällen vollkommen aus.

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Frühere Technics-Direkttriebler liefen mit MM- oder MI-Systemen zu Hochform auf, zeigten allerdings vor allem bei Low-Output-MCs eine gewisse Unruhe. Weshalb ich den Apologeten der unbedingten Überlegenheit des Direktantriebs häufig widersprechen musste. Aber dieses Argument der eingeschränkten dynamischen Fähigkeiten war schon mit der neuen 1200er-Serie weitgehend obsolet geworden und hat sich mit dem SL-1000R restlos erledigt. Selbst leise MCs wie etwa ein Lyra Kleos SL kann ich vorbehaltlos empfehlen, der neue Technics-Motor scheint auf die Wiedergabe keinerlei negativen Einfluss mehr auszuüben. Gerade das extrem hochauflösende Lyra zeigt die volle Dynamikbandbreite des SL-1000R zur Gänze auf, obgleich es nicht einmal mein bevorzugter Abnehmer während des Tests war. In Kombination mit dem SL-1000R ergab sich zwar ein wundervoll transparentes Klangbild mit herrlich lebendigen Mitten, das mir aber doch eine Spur zu dünn vorkam. Ähnlich wie das AT50ANV liefert das Lyra im Feickert Firebird einen markanteren Auftritt.

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Besser gefielen mir Systeme, die ein wenig mehr Farbe und Griffigkeit schon mitbringen, allen voran Clearaudios DaVinci und – außer Konkurrenz – das Sumile, das jedoch im Rigid-Float-Arm verblieb und so etwas wie eine externe Referenz setzte. Aber auch die günstigen Vertreter in Form der beiden Ortofons – 2M Black und MC Quintet Bronze – konnten sich bestens in Szene setzen, weil sie von den grundlegenden Qualitäten des Laufwerks profitierten. Sie liegen ganz klar im Timing und der Durchzugskraft. Diese Tugenden lassen sich auch mit weniger hoch auflösenden Tonabnehmern quasi intuitiv erfassen.

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Der eigentlichen, der ganz großen Leistung der Technics-Ingenieure kommt man dann aber doch erst mit den edlen Systemen auf die Spur. Der SL-1000R verhält sich bis zur Selbstverleugnung neutral und glänzt mit wahrhaft selten zu hörender absoluter Ausgewogenheit. Schlanke Systeme wie das Lyra behalten ihre Sehnigkeit, vollmundige wie das DaVinci dürfen sich bis an ihre Grenzen austoben – aber eben nicht darüber hinaus. Sie reißen das Laufwerk nicht mit, sondern müssen sich letztlich unterordnen. Wie ein Dirigent lässt sich der SL-1000R zwar auf die Besonderheiten seines Orchesters, sprich Tonabnehmers, ein, behält den Taktstock aber fest in der Hand. Wie einen Dirigenten kann man den SL-1000R nicht hören – abgesehen vielleicht von Klassikexperten, die Dirigenten heraushören können (das könnte ich allerdings mit dem Technics auch) – weil er ins akustische Geschehen scheinbar gar nicht eingreift. Wie wichtig der Dirigent ist, merkt man erst, wenn man ihn durch einen Laien mit Kochlöffel in der Hand ersetzt.

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Die separate Steuereinheit des Technics.

Wenn ich von Ausgewogenheit spreche, bezieht sich das ausdrücklich auf die ganze Bandbreite. Der schwere Messingteller verleiht dem Technics Tieftonkompetenz, wie sie seine Vorgänger nicht bieten konnten. Bässe kommen wirklich rabenschwarz, erlauben sich aber kein Ausfransen an den Rändern oder gar plumpe Wummrigkeit. Tief, dunkel, körperhaft und präzise – dagegen erscheinen viele Masselaufwerke regelrecht schwerfällig. Andere Seite des Frequenzbandes, gleiches Bild: Hochtonauflösung hängt vom verwendeten Tonabnehmer ab (und natürlich dem Phonoentzerrer), aber ganz gleich, für welchen ich mich entscheide: Verzerrungen, schrille Überhöhungen oder nervöse Fahrigkeit kann ich dem SL-1000R auch bei hohen Pegeln nicht entlocken. Solche Störungen des Musikgenusses haben ihren Ursprung oft in mangelhafter Verarbeitung bzw. Präzision des Laufwerkschassis oder Tonarms – vorausgesetzt, alles ist korrekt justiert, versteht sich. Kein Wunder also, dass der Technics sauber durchzieht und auch bei diesbezüglich anspruchsvollen Arrangements wie mehrstimmigen Harmoniegesängen oder komplexen Streicherensembles jederzeit eine komplette und unmissverständliche Gesamtbilanz liefert.

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Sie als lediglich makellos zu bezeichnen wird der Verarbeitungsqualität des SL-1000R nicht gerecht. Vielmehr muss man von jener Perfektion sprechen, die so einfach aussieht, aber so schwer zu erreichen ist. Nur ein Beispiel: Die Starttaste der alten 1200/1210 wird wie auch bei den neuen 1200ern von einer rechteckigen Blende umrahmt, in der sie minimales Spiel hat. Bislang kam ich nie auf die Idee, dies als Mangel zu betrachten, immerhin trotzt diese Mechanik seit bald 40 Jahren dem harten DJ-Alltag. Die absolut exakt ins Chassis eingelassene Taste des SL-1000R mit dem definierten Druckpunkt einer Formel-Eins-Kupplung stammt dagegen aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der es erst dann passt, wenn kein Spiel mehr vorhanden ist.

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Technics SL-1000R Plattenspieler
Die Vertrauen erweckende Unterseite des 40-Kilo-Chassis mit dem leider sehr engen Schacht für das fünfpolige Tonarmkabel.

Nimbus, Geschichte, Legende, perfekte Verarbeitung, gediegenes Design – alles schön und gut, aber es steht zu befürchten, dass Käufer insbesondere dieses Plattenspielers damit auch Musik hören möchten. Was erwartet sie dann? In knappen Worten: Nicht der beste Plattenspieler der Welt und vielleicht nicht einmal der schönste, aber der letzte, dessen Rechnung man archivieren muss. Die Langzeittauglichkeit von Technics-DDs muss nicht mehr bewiesen werden, und ich prophezeie, dass auch der SL-1000R keine Pflege benötigen wird außer einem Tropfen Öl – in circa zwanzig Jahren.

Technics SL-1000R Plattenspieler
Als Klassiker geboren: SL-1000R und SP-10R repräsentieren das den Technics-Ingenieuren derzeit Mögliche, resultierend im derzeit wahrscheinlich besten Direktantrieb. Schlechte Nachricht für alle Analog-Frickler: Der Technics läuft einfach, auch ohne dass man sich ausdauernd darum kümmern muss.

Es dreht sich Ella Fitzgerald mit „Night And Day“, leiser Schlagzeug-Beat und pointierte Stimme: „Like the drip, drip, drip of the raindrops“, dann Bigband-Einsatz mit wuchtiger Bläserattacke. Der SL-1000R geht diese Dynamik locker mit; wieder dieser unglaublich stabile, schlanke, körperlich spürbare Tiefton, der so behände wirkt, so substanziell und lebendig. „Like the tick, tick, tock of the stately clock“, der SL-1000R spielt mit dem exakten Timing eines Uhrwerks, kein Zögern, kein Einsatz zu spät, ohne Empathie oder Sentimentalität, wie ein Metronom. Er unterscheidet sich durch seine strenge Nüchternheit fundamental von als ausgesprochen emotional geltenden Drehern, Nottingham Analogue fällt mir auf die Schnelle als Beispiel ein, vermag es aber dennoch, oder vielleicht sogar deshalb, einen verdammt nahe an die Musik zu bringen. „My Favorite Picture Of You“ vom gleichnamigen Album des mittlerweile verstorbenen Songwriters Guy Clark: Da ist der oben angesprochene Harmoniegesang vor akustischer Gitarre mit Stahlsaiten, die ohne jeglichen Ballast frei und klar schwingend im Raum steht. Man hört das Rutschen der Griffhand und das Luftholen Guy Clarks, während sich genau hinter seiner rauen Whisky-Stimme, fast deckungsgleich, der engelsgleiche Gesang von Morgane Stapleton wie aus einer Umarmung löst. Falls irgendwo in diesem Test der Eindruck entstanden sein sollte, ein Technics SL-1000R hätte Defizite in der emotionalen Ansprache, möchte ich nun gerne meine Gänsehaut als Argument dagegenhalten.

Info

Plattenspieler Technics SL-1000R

Funktionsprinzip: Plattenspieler mit Direktantrieb
Motor: bürstenloser Gleichstrommotor
Umdrehungsgeschwindigkeiten: 33,3, 45, 78 U/min
Drehzahlfeinregulierung: ±16 %
Plattenteller: Aluminiumdruckguss und Messing, Gewicht 7,9 kg
Tonarm: kardanischer S-förmiger Drehtonarm, integrierte Höhenverstellung bis 15 mm
Audioausgang: 5-Pol-DIN-Buchse
Maße (B/H/T): 531/188/399 mm (Laufwerk), 110/84/350 mm (Steuereinheit)
Gewicht: 40,2 kg (Laufwerk), 2,1 kg (Steuereinheit)
Zubehör: Auflagematte, Single(EP)-Adapter, Gegengewicht, Hilfsgewichte (klein/mittel/groß), Überhangschablone, Schraubensatz für Plattenteller, Ringbolzen, Inbusschlüssel, Entkopplungsfüße, Staubschutzhaube, Netzkabel
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: 16 000 €

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Kontakt

Panasonic Marketing Europe GmbH
Winsbergring 15
22525 Hamburg
Telefon 040 85490

www.technics.com

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