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Bauer Phono

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Bauer Audio Phono

Sie versprachen uns glorreiche digitale Dynamik. Sie verführten uns mit Zahlen und technischen Daten. Sie behaupteten, Analog könne nicht mit der CD mithalten. Ha! Was für ein Irrtum! Bauer zeigt das Gegenteil.

Wer noch nie Schallplatte über eine Weltklasse- Phonovorstufe gehört hat, der sollte das schleunigst nachholen. Warum? Weil dieses unscheinbare HiFi-Kettenglied einen weitaus größeren Einfluss auf das Endergebnis hat, als es der Anschein vermuten lässt.Das Gerät, dessen volle Bezeichnung „Entzerrer-Vorverstärker“ eher an eine orthopädische Apparatur als an ein Hilfsmittel zum Musikgenuss denken lässt, ist die erste aktive elektrische Instanz, auf die die nur wenige Millivolt schwachen, vom Tonabnehmer generierten Tonsignale treffen. Drei Aufgaben kommen ihm zu: den vorverzerrten Frequenzgang der analogen Rille wieder geradezubiegen; die geringe Signalspannung um das bis zu Tausendfache zu verstärken; drittens schließlich die elektrische Anpassung an den verwendeten Tonabnehmer.

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Die Phono-Vorstufe von Bauer Audio erledigt diese Aufgaben im Großen und Ganzen lehrbuchmäßig. Und im Detail eigenwillig. Kein Wunder: Willibald Bauer, ausgewiesener Analogtüftler und Betreiber des Münchner „HiFi-Laden Bauer“, hat schon seinem elegant gestalteten Analoglaufwerk dps mitsamt hauseigenem Carbonrohr-Tonarm so manche überraschende Designrafinesse mitgegeben.

Die Lehrmeinung sagt: Nur angepasst klingt’s

Nun also die erste Elektronikkomponente. Der Bauer Phono ist ein Gemeinschaftswerk von Bauer und dem Elektronik-Spezialisten Dan Nistor und gibt optisch die materialisierte Schlichtheit: zwei schwarz eloxierte Gehäuse, eins für das Schaltnetzteil, eins für die Audio-Schaltung, ein Pärchen Eingangsbuchsen, ein Pärchen Ausgangsbuchsen, eine Erdungsklemme. Keine Knöpfe, keine Schalter.

Keine Schalter? Weil Tonabnehmer individuelle Konstruktionen mit ebensolchen elektrischen Werten sind, ist es üblich, Phono-Vorstufen anpassbar zu bauen. So gut wie immer ist dabei der Eingangswiderstand (Fachterminus: Impedanz) variabel. Der Zweck der Übung: Der Generator des Tonabnehmers soll elektrisch optimal bedämpft werden. Doch eine kleine Fraktion von Analogspezialisten, zu denen auch Bauer gehört, widerspricht an dieser Stelle vehement. Wozu überhaupt Dämpfung, fragen sie, warum denn kostbare Millivolt verschwenden? Also ist der Bauer Phono intern fest auf 47 Kiloohm verdrahtet.

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Eine weitere Besonderheit verbirgt sich in zwei kleinen Chip-Gehäusen mit abgeschliffener Beschriftung. Im Bauer Phono stecken Operationsverstärker der ganz besonderen Art. Willibald Bauer ist stolz auf die Entdeckung, verrät aber nur so viel, dass es sich um Komponenten exotischer, da komplett unaudiophiler Provenienz handele, die außerordentlich störungsfrei ihren Dienst verrichteten und deshalb perfekt für Audio-Zwecke geeignet seien. Umgeben sind sie von einer Handvoll ausgesuchter diskreter Bauteile, die strikt nach klanglichen Aspekten gewählt wurden.

Ein Bassfundament, ultratief und felsenfest

Kurz gesagt: Innen wie außen eine minimalistische Angelegenheit. Anschließen, einschalten, fertig. Es folgt: eine Lehrstunde in Sachen Dynamik. Tatsächlich sortiert der Bauer Phono meine Maßstäbe für Schallplattenwiedergabe nachhaltig neu. Der kleine Münchner Phono-Pre langt im Bass zu wie Dr. Klitschko nach dem Gongschlag – zielgerichtet, durchschlagend, auf den Punkt. Wer schon immer wissen wollte, wo überall im Hörraum Schrauben nachgezogen werden sollten: Hören Sie fünf Minuten Großorchestrales von russischen Romantikern, und wenn danach noch eine Untertasse an derselben Stelle steht, dann sollten Sie sich vielleicht doch mal Lautsprecher mit mehr als handtellergroßen Tieftönern gönnen. So pfeilschnell und ansatzlos wie im Bass geht es im Rest des Frequenzspektrums weiter. Aber was heißt schon schnell? „Lebendigkeit“ drückt es vielleicht besser aus: als wären den Tönen bislang unentdeckte Gewichte abgenommen worden, als hätte der Pianist vor dem Konzert noch einen Espresso runtergekippt und der Dirigent gut sichtbar eine Peitsche aufs Notenpult gelegt. Musizieren auf der Stuhlkante.

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Was am Anfang verloren geht, ist für immer weg

Neben der schieren Spiellust ist auch das Auflösungsvermögen aller Ehren wert. Und das ist keine akademische Qualität! Gut zu erleben an Schlagzeugbecken, deren feines Sirren sich erst auf wirklich detaildurchlässigen Anlagen zu metallisch- akustischem Realismus formt. Oder bei Stimmen, die umso intensiver emotionalen Kontakt zum Hörer aufnehmen, je mehr allerfeinste Artikulationsgeräusche und Stimmklangfarben durch die Audiokette zu ihm durchdringen. Da gilt, wie eingangs angedeutet: Was am Anfang verloren geht, das rettet keine noch so gute nachgeschaltete Komponente. Die erste Verstärkungsstufe kann also gar nicht gut genug sein.

Ich hörte den Bauer Phono an meinem dps-Analoglaufwerk aus selbem Hause. Und das passte nicht nur optisch ausgezeichnet. An den betont objektiven, klangreinen Charakter des dps gewöhnt, erwartete ich eine nochmalige Steigerung von dessen akustischen Werkzeugqualitäten. Dass die glasklare Offenheit, immense Dynamik und ultratiefe Basswiedergabe der unscheinbaren Blackbox aber derart den Hörspaß befördert, war eine echte Überraschung. Saubere Arbeit, die Herren Bauer und Nistor.

 

www.bauer-audio.de

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