Fleetwood Mac

Fleetwood Mac – der Blues des Anfangs

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Fleetwood Mac – der Blues des Anfangs

Ihre ersten Hits („Black Magic Woman“, „Need Your Love So Bad“, „Albatross“, „Man Of The World“, „Oh Well“) waren durchweg Single-Veröffentlichungen – man fand sie nicht auf den regulären LPs. Die frühen Alben von Fleetwood Mac kennt man heute kaum noch.

Die britische Rockmusik entsprang einst dem amerikanischen Blues. Als Willie Dixon und T-Bone Walker 1962 durch Europa tourten, saßen junge Gitarristen wie Eric Clapton, Jimmy Page und Keith Richards begeistert im Publikum. Sonny Boy Williamson machte im Folgejahr sogar Aufnahmen mit den Animals und Yardbirds. Einer der Pioniere des britischen Bluesrock war John Mayall – sein Vater besaß eine große Bluesplatten-Sammlung. Auf der ersten Platte seiner Band Bluesbreakers featurete Mayall den jungen Eric Clapton, auf der zweiten den noch jüngeren Peter Green. Clapton gründete danach Cream, Green gründete Fleetwood Mac. Dafür warb er Mayalls Rhythmusgruppe ab (Mick Fleetwood und John „Mac“ McVie) und benannte das Projekt nach ihnen. Außerdem wollte Green noch einen zweiten Gitarristen/Sänger, wie er es bei Mayall gewohnt war – zur Entlastung, Verdichtung und Abwechslung. Er fand: den Slide-Spezialisten Jeremy Spencer.

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Fleetwood Mac
Peter Green’s Fleetwood Mac

Das Problem war: Jeremy Spencer kollaborierte nicht. Auf dem Debütalbum Fleetwood Mac (Blue Horizon, 1968) hört man die Zwei-Gitarren-Band nur in den Stücken, die Spencer einbrachte und selbst auch einsang (drei Originals und zwei Covers, ein sechstes Stück spielt er solo). Am bekanntesten davon wurde „Shake Your Moneymaker“, eine frühe Single der Band, die aber die Charts verfehlte. Wenn dagegen Bandleader Peter Green mit einem Stück ankam, nahm Spencer Reißaus. In Songs wie „Long Grey Mare“ und „No Place To Go“ ist Green allein für Gesang, Gitarre und Bluesharp zuständig, ganz ohne Overdubs. Diese „sparsamen“ Peter-Green-Songs haben einen besonderen emotionalen Charakter, weniger direkt und rau als der schwarze Blues. Greens „I Loved Another Woman“ scheint im sphärischen Gitarrensound schon „Albatross“ anzukündigen, im Latin-Rhythmus „Black Magic Woman“ zu beschwören. Dank seiner Bandbreite gehört das Fleetwood-Mac-Debüt zu den zwei, drei besten britischen Bluesrock-Alben der Sechziger.

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Fleetwood Mac – Mr. Wonderful

Es wurde aber nicht besser mit Jeremy Spencer. Auf dem Nachfolgealbum Mr. Wonderful (Blue Horizon, 1968) kam die Band härter und lauter zur Sache, doch die beiden Gitarristen sind in keinem einzigen Stück mehr zusammen zu hören – als gäbe es zwei verschiedene Versionen der Band. Spencer rockt seine Bluesnummern herunter (drei Originals, drei Covers), darunter auch erstmals einen Instrumental („Evenin’ Boogie“). Der Bandleader andererseits versucht sich an sechs neuen Songs, teils Blues-Balladen, melancholisch und anrührend: „Love That Burns“ oder „Trying So Hard“ (mit Duster Bennett an der Bluesharp). Bei Peter Green wird die Bluesform visionär und persönlich: „Ich singe nicht den Blues, um eine alte Tradition zu bewahren“ – ein Seitenhieb auf Spencers Vorliebe für Elmore-James-Klassiker. Um den Klang etwas zu verdicken, ist in vielen Stücken eine Bläsergruppe mit dabei – sowohl bei Spencer wie bei Green. (Allerdings bevorzugen sie unterschiedliche Saxofonisten.) In Greens Stücken wirkt außerdem die Pianistin Christine Perfect mit, die später als Christine McVie zum festen Bandmitglied werden sollte.

Fleetwood Mac
Fleetwood Mac – Then Play On

Der Riss zwischen Spencer und Green wurde noch tiefer. Auf Then Play On (Reprise, 1969), dem dritten Album, ist Spencer (obwohl noch Bandmitglied) gar nicht dabei – er bringt seine Aufnahmen mit Fleetwood und McVie stattdessen als Soloalbum heraus. Dafür hat Green endlich einen Gitarrenpartner gefunden, wie er ihn sich immer gewünscht hat: den blutjungen Danny Kirwan. (Dieser Kooperation entsprang auch der Nummer-eins-Hit „Albatross“.) Green lässt Kirwan viel freie Hand – sieben der 14 Stücke (am schönsten: „Coming Your Way“) stammen von dem Youngster. Daneben gibt es erstmals zwei zupackende Blues-Jams, einem weiblichen Fan gewidmet („Madge“). Kirwans Hang zu sanfteren Stimmungen harmoniert durchgängig gut mit Greens „visionären“ Vorlieben. Dass diese einen ernsten Kern hatten, ahnte man noch nicht. Doch nach diversen spirituellen und Drogen-Abenteuern verließ Peter Green seine eigene Band im Frühjahr 1970. Später wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert. Spencer und Kirwan gingen 1971 bzw. 1972 ebenfalls – und aus Fleetwood Mac wurde eine völlig andere Band.

Zu Fleetwood Mac bei jpc geht’s hier entlang.

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