Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Hörsäle der Welt: Kammermusiksaal, Köln

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Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

In dieser Ausgabe kommen wir zu einem Saal, den Sie, sofern Sie klassische Musik hören, mit Sicherheit schon einmal gehört, wahrscheinlich aber noch nicht besucht haben. Es geht um den wunderbaren Kammermusiksaal des Deutschlandfunks im Kölner Funkhaus.

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Freilich, Konzerte finden hier auch statt, allerdings ist die Hauptfunktion dieses Saales das Aufnahmestudio. Dazu gehören auch die in der oberen Etage gelegen, erstaunlich wohnlichen Regieräume, die im Übrigen samt und sonders mit Geithain-Lautsprechern ausgestattet sind.

Dieser in den siebziger Jahren gebaute Saal, der für Konzerte bestuhlt immerhin 400 Zuschauer fasst, ist ein Kleinod unter den Aufnahmeräumen in Deutschland, da er in fast jeder Hinsicht ideale Bedingungen für grandiose Aufnahmen bietet.

Das beginnt ganz profan – und ist doch nicht zu unterschätzen – mit einem ausreichend großen Parkplatz genau vor der Tür und einer direkten Lademöglichkeit vom Vorplatz in den Saal. Was sich so simpel anhört, gewinnt enorm an Wert, wenn man mit Pauken, Cembali oder Orgeln anreist und sich nicht erst durch ein Geflecht von Gängen, Fahrstühlen und Treppenhäusern arbeiten muss. Hier fährt man rückwärts ran, die doppelte Schleuse wird geöffnet, und fünf Meter weiter wartet schon der Platz vor dem Mikrofon.

Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln
Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Es gibt große und dicht am Saal gelegene Garderoben, direkt vor der Tür eine Kaffeemaschine und – nach der Akustik der wichtigste Punkt – ein unschlagbar nettes und hilfsbereites Inspizienz-Team.

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Der Saal selbst bietet eine für Aufnahmeräume ungewöhnlich lebendige Akustik und erinnert damit eher an großartige Konzertsäle denn an trockene Studios. Ganze 1,9 Sekunden sind schon ein Wort, das allerdings auch nicht das letzte sein muss, da sich diese Hallfahne noch durch das Verstellen diverser Schallsegel modifizieren lässt. Was natürlich nicht ohne Folgen für das Spiel der Musiker bleibt: In einer trockenen Akustik klingt das Instrument meistens eher mager, brüchig, ungelenk. Natürlich weiß man, dass man später auf der CD besser dastehen wird, allerdings nimmt einem die ungeschminkte Wahrheit nicht selten das kleine bisschen Selbstsicherheit, das nötig ist, um aus einem guten ein herausragendes Spiel zu machen. Kurz, hier fühlt man sich als Musiker gut, weil man gut klingt. Und genauso spielt man dann auch.

Glücklicherweise bleibt das Geschehen an jedem Platz des Orchesters stets durchhörbar, man muss seine Antennen nicht allzu weit ausfahren, um alle für ein perfektes Zusammenspiel relevanten Informationen zu bekommen. Dazu trägt auch das Fehlen jeder künstlichen Wärme bei – der Saal reichert nur an, verschmiert jedoch nichts.

Selbst in diesen schwierigen Zeiten mit Abstandsregeln und sonstigen Auflagen lässt sich hier trefflich arbeiten, denn zum Abhören wird das Signal in mehrere neben dem Saal gelegene Studios geschickt, sodass alle Musiker problemlos abhören können.

 

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Wenn es jetzt noch eine bessere Kantine gäbe …

 

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