Nubert nuBoxx B-60

Nubert nuBoxx B-60

Die sympathische Tiefstaplerin

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Nubert nuBoxx B-60 – Die sympathische Tiefstaplerin

Mehr sein als scheinen: Die kleine Standbox Nubert nuBoxx B-60 kommt optisch dezent daher. Klanglich erweist sie sich jedoch als faustdicke Überraschung – zum unverschämt günstigen Preis.

Nubert niBoxx B-60

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In aller Kürze

Die Nubert nuBoxx B-60 ist ein völlig problemloser Standlautsprecher der angenehmen Sorte. Anschließen, gerne auch an Röhrenverstärker, und jede Musik genießen. Tipp: Nicht angewinkelt klingt sie neutraler.

Nubert nuBoxx B60


Was so gerne mit dem Klischee von der „schwäbischen Wertarbeit“ umschrieben wird, es ist ein Phänomen, eine sympathische Arbeits- und Lebensphilosophie, die sich in Produkten manifestiert, die so solide wie clever konstruiert sind. Etwa in fahrbaren Untersätzen, die auf Bling-Bling verzichten, aber gefühlte Ewigkeiten ihren Job machen, komme, was wolle. Der Schreiber dieser Zeilen hat sich mittels schwäbischer Wertarbeit mehr als ein Jahrzehnt lang störungsfrei von A nach B bewegt, wobei A und B oft Tausende von Kilometern zwischen sich hatten. Viele Meilen, pardon, ganz viel Musik dürfte auch die nuBoxx B-60 bewältigen, ohne je an ihre Grenzen zu stoßen – schwäbische Wertarbeit eben.

Nubert niBoxx B-60

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Das Motto dahinter heißt: Mehr sein als scheinen. Stoßsicher in schlichten Pappkartons verpackt werden die Standboxen geliefert, etwas über 18 Kilo pro Stück, knapp über 88 Zentimeter hoch, weißer Schleiflack, graue Frontbespannung, beigelegte Fußplatten. Understatement pur mit überraschend hoher Anfassqualität: Da verwindet sich nichts, da ist keine Gehäusewand ab Werk krumm. Nächste Überraschung: Angesichts ihrer überschaubaren Größe gibt sich die Nubert nuBoxx B-60 deutlich massiver als vermutet, und wenn sie steht (bitte auf einer lotrechten Fläche), dann steht sie so fest wie eine Eiche. Die Gummirutschfüße bleiben bei mir arbeitslos, Cerabase-Füße von Finite Elemente sorgen besser für die Entkopplung vom Trittschall, auch wenn sie in Relation zum Preis der Lautsprecher eigentlich überdimensioniert sind.

Nicht, dass die Nubert nuBoxx B-60 Tuningbedarf hätte. In den schlicht aussehenden Säulen verbirgt sich gewaltiges musikalisches Potenzial, das wird nach den ersten Takten Musik über die noch uneingespielten Boxen deutlich. Auf der nur als USA-Import zu bekommenden Scheibe Bioluminescence der A-cappella-Popgruppe Arora dominiert satter Satzgesang, grundiert mit fetten Computerbässen und elektronischen Effekten. Nichts um die Räumlichkeit abzuchecken, aber tauglich, um herauszufinden, wie es mit den Registern eines Schallwandlers aussieht: Sind die Bässe präzise? Kommen Stimmen authentisch über die Rampe? Sind hohe Töne sauber?

Nubert niBoxx B-60

Wie sie das bei Nubert machen? Grundlage ist clevere Arbeitsteilung. Ein Zweieinhalbwege-Prinzip mit zwei 150-Millimeter-Ultralanghub-Tiefmitteltönern (in Nuberts eigener B2-Technologie) und einer Hochtonkalotte (ein 26-Millimeter-Hochtöner namens „nuOvaB“) arbeitet auf ein Bassreflexgehäuse. Einer der beiden Basstreiber mit Polypropylenmembran – die Schallwand ist zur Vermeidung stehender Wellen sehr schlank geraten – widmet sich nur dem Tieftonbereich. „Die Bässe sind mit breiten Sicken ausgelegt“, verrät mir Entwickler Thomas Bien. Die Magnete seien dazu besonders stark, die Polplatten durchbohrt. Die Belüftung sorgt dafür, dass die Strömungsverluste beherrschbar bleiben. „Dieser Tiefmitteltöner liefert trotz seiner herausragenden Tieftoneigenschaften sowie der langhubigen Bauweise eine tadellos lineare Mitteltonwiedergabe bis über drei Kilohertz“, erklärt Bien und fügt selbstbewusst hinzu: „Müsste ich eine Box in der Zehntausend-Euro-Klasse bauen, ich würde auch keine anderen Komponenten verwenden.“

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Die untere Grenzfrequenz beträgt bei minus drei Dezibel stolze 35 Kilohertz. Damit lässt sich nicht nur basslastiger Techno, sondern auch der Frequenzgang einer großen Kirchenorgel überzeugend abbilden. Bien arbeitete übrigens früher für einen – natürlich schwäbischen – Hersteller sakraler Heim-Pfeifenorgeln. Und schon sein Vater baute Lautsprecher der Sorte „heftig, aber herzlich“ selber.

Nubert niBoxx B-60

Einen besonderen Kunstgriff haben Thomas Bien und sein Entwicklerkollege Denis Djekic beim Frequenzgang der nuBoxx B-60 angewendet: Der hat bei ungefähr drei Kilohertz, gemessen auf der Hochtöner-Achse, eine leichte Senke, verursacht durch Reflexion des Schalls an den Seitenkanten der Schallwand. Misst man von der Seite, verschwindet diese Senke sehr schnell, die sogenannte destruktive Interferenz wird über einen weiten Bereich verteilt. Ohne die Senke habe sich das Klangbild in Richtung Überpräsenz und Lästigkeit verschoben, so Bien. Auch die Instrumente eines Sinfonieorchesters, vor allem die Blechbläser, hätten sich „nach vorne gedrängelt“, Stimmen zu Aufdringlichkeit und Näseln tendiert. Kein Klangcharakter, den die Nubert-Entwickler ihren an unaufdringliche Neutralität gewöhnten Kunden zumuten wollten.

Die Nubert nuBoxx B-60 ausschließlich mit spektakulär produziertem Pop und Rock zu füttern wäre verschenkt, denn sie ist auch für die Anforderungen der E-Musik-Fans bestens feinjustiert. Hochwertige Zulieferer vorausgesetzt – Veränderungen bei Quellgerät und Verstärker lassen sich glasklar nachvollziehen –, besticht sie mit weit gespannter Raumabbildung. Und das, ohne riesige Verstärker zu benötigen: „Speziell der Wirkungsgrad im Tiefsttonbereich wäre selbst mit deutlich teureren Chassis bezogen auf die Rahmenbedingungen (Gehäusegröße, Impedanzminimum, Gesamt-Wirkungsgrad) dank der bis ins letzte Detail optimierten Thiele-Small-Parameter nicht mehr zu überbieten“, meint Thomas Bien. Bei Kammermusik werden die Aufnahmeräume im richtigen Größenverhältnis wiedergegeben, die Maßstabsverkleinerung bei Orchestern geschieht behutsam, angemessen und klangfarbenrichtig.

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Wer den Lautsprecher aufschraubt, findet eine überaus stabile Konstruktion vor: Die 19 bis 38 Millimeter starken Gehäusewände bestehen zwar „nur“ aus mitteldichter Faserplatte (MDF), sind aber planvoll verstrebt, sodass vagabundierende Eigenresonanzen keine Chance haben. Ein für Nubert typisches Sahnestück ist die mit Folienkondensatoren der Sorte „gut und nicht ganz billig“ aufgebaute Frequenzweiche. „Auch bei der kleinsten Standbox unserer ,Einsteiger‘-Serie haben wir es uns nicht nehmen lassen, den Impedanzverlauf im Tiefsttonbereich mittels einer präzise auf die Tieftöner abgestimmten Kompensationsschaltung zu linearisieren. Diese Maßnahme verhilft der B-60 zu einem vollkommen dröhnfreien, für die Gehäusegröße unüblich tiefen Bassfundament (31 Hz bei −6 dB)“, beschreibt Bien seine Konstruktion und betont: „Solche relativ aufwendigen Frequenzweichenbeschaltungen sind selbst bei hochpreisigen Lautsprechern keine Selbstverständlichkeit.“

Mit jenen Produkten der 1000-Euro-Kategorie, die für schnelle Überzeugungsarbeit in der lärmenden Umgebung dicht bevölkerter Elektronikmärkte konzipiert sind und daheim schnell einen hohen Nervfaktor entwickeln können, hat die Nubert nuBoxx B-60 nichts zu tun. Eher spielt sie so, wie es der Tester – inzwischen zum begeistert Platten aller Couleur auflegenden Freak mutiert – von viel teureren Boxen kennt. Deren Klavierlack- oder Holzfurnier-Noblesse teilt die Nubert nuBoxx B-60 mit ihren in weißem Schleiflack oder dunkelgrau foliert daherkommenden Oberflächen zwar nicht, dafür macht sie kostspieligere Konkurrenz da platt, wo es zählt: beim Klang. Das ist einfach unverschämt. Unverschämt gut.

Nubert niBoxx B-60

Info

Lautsprecher Nubert nuBoxx B-60

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Konzept: 2,5-Wege-Standlautsprecher in Bassreflexbauweise
Bestückung: 1 x 26-mm-Hochtöner mit Seidengewebekalotte, 2 x 150-mm-Longstroke-Tiefmitteltöner mit Polypropylenmembran
Frequenzgang (−3 dB): 35 Hz bis 24 kHz
Wirkungsgrad: 85,5 dB
Nennbelastbarkeit: 220 W
Ausführungen: Schwarz/Graphit und Weiß/Eisgrau, weitere Varianten sollen folgen
Lieferumfang: deutsche Bedienungsanleitung, Frontabdeckung, 4 m Lautsprecherkabel (0,75 mm²), vier Elastikpuffer-Füße (Bumpons), Montageset (4 Schrauben, Inbusschlüssel)
Maße mit Sockel (B/H/T): 22/88/30 cm
Gewicht: 18 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Paarpreis: um 980 €

Nubert niBoxx B-60

Mitspieler

CD-Player: Mark Levinson No. 390S, Ayon CD 10 II Signature
SACD-Player: Sony SCD 333 ES
Plattenspieler: Artkustik Seismograph II
Tonabnehmer: Clearaudio Da Vinci und Jubilee MC, Denon DL-103R
Vollverstärker: Mark Levinson No. 5805, Aavik I-580
Vorverstärker: Cambridge Audio Edge NQ, Mark Levinson No. 38S
Endverstärker: Mark Levinson No. 27
Phonoverstärker: Musical Fidelity MX-VYNL
Lautsprecher: SoundSpace Systems Aidoni, Pirol
Kabel: u. a. von AudioQuest und Silnote Audio

Kontakt

Nubert electronic GmbH

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Goethestraße 69
73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon +49 717187120
info@nubert.de

www.nubert.de

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