Perlisten S5M

Perlisten S5m

Klanglupe

Perlisten S5m – Klanglupe

Perlisten will mit dem Mittelhochtonmodul der S5m die Schallenergie genau dort bündeln, wo sie gebraucht wird, und so den Blick des Hörers auf das Wesentliche in der Musik lenken.

Perlisten S5M

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In aller Kürze

Die Perlisten S5m musiziert ungemein agil, trocken und präzise und ist – gegebenenfalls mit Subwoofer – in verschiedensten Aufstellungsszenarien einsetzbar.

Perlisten S5M Navigator


Die Geschichte eines typischen HiFi-Newcomers kann in etwa so aussehen: Ein talentierter Enthusiast setzt sich mit einer Vision und einem Lötkolben in seinen Hobbyraum und knobelt an einem Lautsprecher. Der ist technisch vielleicht nicht in allen Belangen perfekt, bekommt mit seinem einzigartigen Design aber etwas hin, was andere so nicht können – und folglich kann sich daraus eine Erfolgsgeschichte entwickeln. Das funktioniert heutzutage, weil man für relativ kleines Geld vernünftige Messwerkzeuge erstehen kann, mit denen auch ein kompetenter Hobbyist einen technisch ordentlichen Schallwandler auf die Spikes stellen kann.

Perlisten S5M
Angesichts der THX Dominus-Zertifizierung verwundert das üppige Magnetsystem den Betrachter kaum.

Die Geschichte von Perlisten beginnt völlig anders. Talent und Enthusiasmus kann man Daniel Roemer und Lars Johansen, den beiden Köpfen hinter der noch jungen Marke, auf jeden Fall attestieren. Allerdings handelt es sich bei ihnen um Veteranen, deren jahrzehntelange Karrieren Stationen bei Acoustic Research, Mitek, Harman Kardon, Peerless oder Miller & Kreisel umfassen – Marken, die Kenner mit aufwendiger Grundlagenforschung in Verbindung bringen. Ihre technische Zielsetzung stellt sich entsprechend alles andere als exotisch dar: Die angestrebten Ergebnisse sind Linearität, Verzerrungsarmut, massive Dynamikreserven sowie perfekt kontrolliertes Abstrahlverhalten.

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Auffälliger ist da schon die Textreme-Membran mit ihrer markanten Schachbrettmusterung. Sie ist besonders steif und leicht und ermöglicht somit eine extrem schnelle Transientenwiedergabe.

Vor allem Letzteres erfordert den Einsatz hochkarätigen Mess- und Simulationsequipments und übersteigt damit klar die Möglichkeiten unseres hypothetischen Hinterhof-Visionärs. Roemer und Johansen wollen dabei nicht selbst die Schiedsrichter über ihren Erfolg sein und haben sich daher von Anfang an das ambitionierte Ziel gesteckt, als weltweit erster Hersteller eine Lautsprecherserie zu schaffen, die THX-Dominus-zertifiziert sind – der höchste Standard der Institution. Mit der S-Serie haben sie dieses Ziel nun erreicht, und die technischen Daten lesen sich in der Tat spektakulär: Die S5m erreicht einen maximalen Schalldruck von 117 Dezibel bei Verzerrungswerten von weniger als zwei Prozent. Perlistens Fokus auf messbare Performance zeigt sich im Übrigen auch im Marketing: Ich kenne nicht viele Hersteller, die so offen und bereitwillig die Labordaten ihrer Produkte teilen. Ausführliche Datenblätter, die neben den zentralen Eckdaten auch Druckkurven auf und abseits der Hörachse, Impedanzverläufe und Polar Maps der Richtcharakteristik enthalten, sind für jeden Interessierten auf der Homepage des Herstellers abrufbar.

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Das ungewöhnliche Dreiergespann zwischen den Tiefmitteltönern nennt sich DPC (Directivity Pattern Control). Die den Tweeter umgebenden Mitteltonkalotten überschneiden sich teilweise im Frequenzbereich mit dem Hochtöner. Die dadurch gezielt hervorgerufenen Auslöschungseffekte minimieren effektiv Boden- und Deckenreflexionen.

Die Zertifizierung ist eine bemerkenswerte technische Leistung, doch die wirkliche Besonderheit der S-Serie liegt in der Mittelhochtoneinheit, die für die Kontrolle der Abstrahlcharakteristik verantwortlich ist. Auf den ersten Blick könnte man die S5m für ein ganz konventionelles Zweiwege-MTM-Design halten. Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf, dass der Beryllium-Tweeter oben und unten von jeweils einer 28-Millimeter-Mitteltonkalotte eingefasst wird, die dem Hochtöner so dicht auf die Pelle rückt, dass sie sich halb in dessen Waveguide lehnt. Sie haben übrigens richtig gelesen: Bei der Angabe „28-Millimeter-Mitteltöner“ habe auch ich zunächst ungläubig den Kopf zur Seite geneigt, vor allem wenn man bedenkt, dass unbändige Dynamik ganz oben im Lastenheft stand. Des Rätsels Lösung ist, dass die beiden Kalotten nur recht schmalbandig arbeiten und bereits von 900 Hertz abwärts an die 18-Zentimeter-Textreme-Koni übergeben.

Bildergalerie
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In einem Format, das sich ohne Weiteres als Zweiwege-System realisieren ließe, mit einem dritten Frequenzzweig den Woofern nur gut eine zusätzliche Oktave abzunehmen, klingt erstmal etwas verschwenderisch; tatsächlich erreichen die Perlisten-Entwickler damit aber noch einiges mehr. Zum einen liegt die Trennfrequenz weit unter dem Punkt, an dem die Tiefmitteltöner anfangen würden zu bündeln, wodurch der Lautsprecher über praktisch den gesamten Übertragungsbereich einheitlich breit abstrahlt. Wichtiger scheint jedoch zu sein, dass die beiden Mitteltöner die vertikale Richtcharakteristik des Hochtöners kontrollieren: Durch gezielte Auslöschungen sorgen sie dafür, dass oberhalb von 900 Hertz die nach oben und unten gerichteten Schallanteile kontrolliert abfallen, wodurch störende Boden- und Deckenreflexionen minimiert werden, die ansonsten die klare und definierte Wiedergabe von Stimmen beeinträchtigen könnten. Die Frequenzbänder der Mittel- und Hochtöner überschneiden sich zudem in einem relativ schmalen Frequenzfenster, um im kritischen Präsenzbereich dank ausreichender Membranfläche die Auslenkung in Grenzen halten zu können und so Verzerrungen zu vermeiden.

Perlisten S5M
Bi-Wiring ist selbstverständlichh auch an Bord.

Genug gefachsimpelt, jetzt spielt mal was

So weit die Technik, doch können die Dinger auch Musik? Die Erwartungshaltung an kontrollierte Dynamik ist geweckt, also fange ich gleich mal mit etwas Beherztem und Komplexem an: Yoko Kanno hat eigens für den Soundtrack der Anime-Serie Cowboy Bebop die Band The Seatbelts ins Leben gerufen. Das Hauptthema „Tank!“ ist eine ziemlich wilde Bigband-Nummer, bei der so mancher Lautsprecher schon mal den Überblick über das Gewusel auf der Bühne verlieren kann. Nicht so die S5m: Sie agiert beeindruckend aufgeräumt und separiert mit geschmeidiger Lässigkeit die einzelnen Instrumente. Dabei bringt sie mühelos die nötige Schnelligkeit mit, um den Drive und den Spielwitz des Stückes rüberzubringen. Das Saxofonsolo zeichnet die S5m so präzise nach und stellt das Instrument dabei so plastisch in den Raum, dass ich mir fast einbilde, die Luftsäule im Korpus schwingen zu sehen. Mit Sufjan Stevens’ „For The Widows In Paradise, For The Fatherless In Ypsilanti“ vom Album Michigan klopfe ich die Raumdarstellung mal anhand eines ruhigeren Stückes ab. Direkt wird klar, dass die Perlisten S5m keine Effekthascher sind. Sie machen keinerlei Anstalten, das akustische Geschehen auf ein „Larger-than-life“-Format aufzublasen. Dafür präsentieren sie eine in Breite, Höhe und Tiefe bestens proportionierte Bühne, auf der die einzelnen Klangereignisse mit selten gehörter Präzision im Raum fixiert sind.

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Perlisten S5M
Auf der Rückseite erkennt man die bereits vorgesehenen Montagepunkte für eine Wandmontage.

Der Bass, der das ganze Musikgeschehen trägt, ist richtig schön straff und präzise, wirkt in unserem Hörraum (ca. 40 m2) jedoch etwas leichtgewichtig. Blickt man auf den Messschrieb, sieht man auch sofort, warum: Die S5m ist bis hinab zu circa 80 Hertz linear, fällt darunter jedoch mit flacher Flanke ab; 35 Hertz reproduziert sie immerhin noch mit −10 Dezibel. Dieses Verhalten ist durchaus beabsichtigt. Die THX-Zertifizierung prädestiniert die S-Serie nicht zuletzt auch für Heimkinosysteme, bei denen ohnehin Subwoofer zum Einsatz kommen. Doch auch in einem Stereo-Setup in kleineren Räumen hat diese Abstimmung ihre Vorteile: Der sanfte Abfall der tiefen Register bietet die Möglichkeit, die S5m relativ wandnah aufzustellen. Ähnlich wie bei einem geschlossenen Lautsprecher addiert sich der Output der Tiefmitteltöner dann sinnvoll mit der Grenzflächenverstärkung zu einer ebenso tiefreichenden wie ausgewogenen und durchhörbaren Basswiedergabe. Bei größeren Räumen hingegen ist auf jeden Fall ein Subwoofer als musikalischer Steigbügelhalter zu empfehlen. Bei uns rundet ein Velodyne DB10 das Geschehen ab. Nachdem ich den Subwoofer so eingepegelt habe, dass ich ihn selbst nicht ausmachen kann, sorgt er nicht für mehr Gewicht im Bass, sondern tut exakt das, was ein Subwoofer tun soll: Das Klangbild öffnet sich merklich, breitet sich nun nicht mehr nur um die Lautsprecher herum, sondern im ganzen Raum aus und liefert zugleich auch erheblich mehr Bühnentiefe.

Ob mit oder ohne Subwoofer: Es mag beim Musikhören nicht unmittelbar auffallen, aber die beeindruckende Aufgeräumtheit im Klangbild der Perlisten S5m hängt definitiv auch mit der gezielten vertikalen Schallbündelung zusammen, die den Raum zumindest teilweise aus der Gleichung herausnimmt. Plötzlich ist es nichts Anstrengendes mehr, sich einfach auf die Musik zu fokussieren.

Info

Lautsprecher Perlisten S5m
Konzept: 3-Wege-Kompaktlautsprecher mit symmetrischer Treiberanordnung
Bestückung: 2 x 18-cm-Textreme-Tiefmitteltöner, 2 x 28-mm-Textreme-Mitteltöner, 28-mm-Beryllium-Hochtöner
Frequenzgang: 80 Hz bis 2 kHz (±1,5 dB); 35 Hz bis 37 Hz (−10 dB)
Nennimpedanz: 4 Ω
Empfindlichkeit: 89,6 dB
Besonderheiten: DPC(Directivity Pattern Control)-Array mit einer Hochton- und zwei Mitteltonkalotten, zertifiziert für THX Dominus
Ausführungen: Piano Black, Gloss White
Maße (B/H/T): 24/60/40 cm
Gewicht: 19 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Paarpreis: um 13 000 €

Kontakt

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Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
Telefon +49 40 53320359

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