AudioQuest DragonFly Cobalt

AudioQuest Dragonfly Cobalt

Anscheinend ruhen die Entwicklergeister bei AudioQuest nie.

AudioQuest Dragonfly Cobalt

Anscheinend ruhen die Entwicklergeister bei AudioQuest nie. Da habe ich gerade die putzigen Dragonfly-DACs im USB-Stick-Format kennengelernt und vor allem den Red richtig lieb gewonnen – schon haben die Kabel- und Digitalaudio-Experten eine neue Libelle auf der Startrampe:

Fotografie: Harald Wittig

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AudioQuest DragonFly Cobalt

„Cobalt“ nennt sich der neue USB-DAC mit integriertem Kopfhörer- sowie Vorverstärker und verweist die bisherige Top-Libelle Red – wie der günstige Black weiterhin im Angebot – auf den zweiten Platz. Der Cobalt schlägt dann auch direkt mit 100 Euro mehr zu Buche als der ältere Bruder und kostet rund 300 Euro. Dafür präsentiert sich der Cobalt auch sehr viel eleganter und ist mit jeder Menge Hightech ausgestattet: So verfügt er über einen neuen Mikroprozessor, den AudioQuest und der Computeraudio-Experte Gordon Rankin mit Microchip entwickelt haben. Dieser Chip, PIC32MX274 genannt, soll bei geringem Stromverbrauch eine im Vergleich zum Red um 33 Prozent höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit haben. Da freut sich der audiophile Mobilist, denn der Cobalt garantiert stundenlangen, netzunabhängigen Genuss von HiRes-Files.

Mit dem ES9028Q2M SABRE32 von ESS Technology hat die blaue Libelle einen DAC-Chip mit Referenzqualität spendiert bekommen: Dieser wartet mit einer Dynamik von +129 Dezibel auf und kann Dateien mit einer Maximalauflösung von 32 bit/384 kHz für PCM und 22,6 MHz-DSD verarbeiten. Im Cobalt ist er insoweit unterfordert, denn der ist wie gehabt nicht DSD-fähig und auf die Abtastrate von 96 Kilohertz begrenzt. Das ist keineswegs von Nachteil, arbeiten doch Wandler bei 96 kHz regelmäßig am besten. Außerdem ist so gewährleistet, dass der Cobalt wie schon seine Geschwister sofort einsetzbar ist, da er keine Treiber benötigt: „Einstöpseln und Hören“ bleibt das Dragonfly-Motto.

AudioQuest DragonFly Cobalt

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Der ESS-Chip gestattet die Programmierung des Hochpassfilters durch den Anwender, im Falle des Cobalts also des Herstellers. AudioQuest setzt weiterhin auf ein Minimalphasenfilter, wobei die Dämpfung nicht abrupt, sondern allmählich zunimmt. Es handelt sich also – anders als bei Black und Red – um ein „Slow Roll-off“-Filter, das im Idealfall eine sehr naturnahe Darstellung von impulshaften Schallereignissen ergibt. Bei der Taktung schließlich vertraut AudioQuest auf Gordon Rankins „monoClock“-Technologie: Sämtliche Funktionen des Mikroprozessors und des Wandler-Chips werden zugunsten einer höheren Transparenz und Auflösung von einem einzigen, „extrem jitterarmen“ Taktsignal, das der ES9028Q2M SABRE32 erzeugt, gesteuert.

In puncto Kopfhörerverstärker setzt AudioQuest auf Bewährtes: Im Cobalt werkelt wie im Red ein ESS Sabre 9601 HPA, die Lautstärkeregelung erfolgt rein digital mit 64-Bit-Präzision. Mit einer Ausgabespannung von 2,1 Volt treiben Red und Cobalt auch leise Kopfhörer an, die alternative Verbindung mit einer Endstufe oder rechern ist ebenfalls ohne Pegelnöte möglich.

AudioQuest DragonFly Cobalt

Wie die älteren Geschwister seit ihrem letzten Firmware-Update auch, kann der Cobalt als MQA-Renderer im Verbund mit entsprechender Player-Software MQA-Files wiedergeben. Ansonsten gestattet der Cobalt die Wiedergabe von Audiodaten mit einer Abtastrate von 44,1, 48, 88,2 und 96 Kilohertz, intelligente Softwareplayer schalten den Wandler im Falle einer 24-bit/192-kHz-Audiodatei auf 96-kHz-Wiedergabe um.

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Es ist höchste Zeit zu hören und den Cobalt mit meinem Red zu vergleichen. Meine Wahl fällt auf den Jahrhundertsong „A Day In The Life“ vom Beatles-Meisterwerk Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band in 24-bit/44,1-kHZ-Ausgabe, der mir bestens vertraut ist. Dachte ich. Doch der Cobalt belehrt mich eines Besseren und verschafft mir ein vollkommen neues Klangerlebnis. Mit einer solchen Räumlichkeit, Klarheit und Detailfülle habe ich dieses Opus noch nie gehört. Schon bei den ersten Takten bin ich hellwach: John Lennons Akustikgitarre schwingt sich sanft ein, und seine Stimme nimmt mich gefangen wie noch nie zuvor. Paul McCartneys grandiose melodische Basslinie in seinem eigentümlichen Höfner-Sound stützt und ergänzt den Lennon-Song, die Spannung steigt, das kakophone Zwischenspiel leitet zu McCartneys Beitrag über – und ich hänge aufs Weckerklingeln an den Lippen des zweiten Pop-Mozarts der besten Band aller Zeiten.

Doch es geht zu Lennons Song zurück, diesmal ertönt seine Stimme auf dem linken Kanal, entfernt sich, das Orchester drängt sich wieder in den Vordergrund, bis der finale, mächtige E-Dur-Akkord das Monumentalwerk beendet. Beim Ausschwingen des Schlussakkords weiß ich: Mein geliebter Red hat seinen Meister gefunden, ich muss den Cobalt haben. Aber ich will Red und Cobalt nochmal gegenhören und wähle „Here’s That Rainy Day“ aus In Tune, dem wunderbaren Album von Oscar Peterson & The Singers Unlimited. Einmal mehr lüftet der Cobalt alle Schleier, welche die anmutige Gestalt der Musik bislang verhüllt haben. Diese Detailtreue, die jede Einzelstimme greifbar macht, diese Räumlichkeit – der Cobalt ist ein Meister seines Faches. Er macht die Leib-und-Magen-Musik neu erlebbar, übertrifft seinen Bruder Red locker und nimmt deswegen einen Spitzenplatz bei den Mobil-DACs ein.

 

Info

USB-DAC mit Kopfhörer- und Vorverstärker AudioQuest Dragonfly Cobalt
Ausführung: blau
Preis: um 300 €

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Kontakt

AudioQuest Europe
Hoge Bergen 10, 4704 RH Roosendaal, Niederlande
Telefon +31 165 541404

 

www.audioquest.de

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