The Bad Plus, Inevitable Western
The Bad Plus

Jazzidelity Plattenbesprechung: The Bad Plus

The Bad Plus, Inevitable Western
The Bad Plus

The Bad Plus
Inevitable Western
Label: OKeh
Format: CD

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Nicht einmal ein halbes Jahr nach der fulminanten Strawinsky-Adaption „The Rite Of Spring“ legt das Trio aus Minneapolis schon sein nächstes Album vor. Diesmal sind es ausschließlich eigene Stücke – und sie unterstreichen wiederum eindrucksvoll, dass The Bad Plus das unberechenbarste Klaviertrio auf der Szene ist. Schon die Eingangs-Ballade „I Hear You“ taumelt wie betrunken durch wechselnde Stimmungen und Rhythmen und versetzt den Hörer in einen Zustand akuter psychischer Irritation. „Gold Prisms Incorporated“ fegt daraufhin mit poppigem Pathos widerstandslos durch unsere frisch verwundete Seele, um nach fast drei Minuten aber in gestisch freie, improvisierte Gefilde abzubiegen. Überhaupt: Man weiß bei diesen Stücken halt nie, wohin sie einen führen. Der Kontrast ist Programm, die Verwirrung permanent. Rock-Grooves münden in Free Jazz. Rhythmische Etüden enden in Balladen-Ruhe. Lärm-Orgien werden zu Pseudo-Klassik. Dass jedes Musikstück viele Gestalten und Phasen durchleben kann, das haben die Herren Iverson, Anderson und Reid vom progressiven Rock gelernt, der ihre Jugendjahre prägte. Wäre nicht jeder der Musiker auch in anderen Jazz-Zusammenhängen aktiv, könnte man sogar auf den Gedanken kommen, die Klaviertrio-Besetzung wäre nur die Maskerade einer besonders raffinierten experimentellen Rockband. „Inevitable Western“ – das ist Pop und Avantgarde zugleich. Und eine kräftige Portion Surrealismus.

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