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Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer

Esoteric Grandioso N1

Der Klangtresor

Esoteric Grandioso N1

Esoterics Netzwerkplayer Grandioso N1 zeigt, was Luxus im digitalen Zeitalter bedeutet.

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer

In aller Kürze: Esoteric Grandioso N1

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer

 

Ja, so muss eine digitale High-End-Komponente aussehen! Keine Computer-Anmutung, kein Cupertino-Design, sondern ein tresorartiges Gebilde, das uns in Sicherheit wiegt, dass unsere digitalen Musikdateien in besten Händen sind. Mittlerweile haben wir uns ja daran gewöhnt, dass viele Streamer mehr nach Gadget als nach High End aussehen, farbenfrohe Signaturen auf dem Display haben und unter der Haube unzählige Untermenüs beherbergen. Wie wohltuend muten da die knapp 30 Kilogramm Lebendgewicht des Esoteric Grandioso N1 an, der uns mit seiner ganzen Wucht unerschütterlich zuraunt: Nur keine Aufregung, für eine hervorragende Musikwiedergabe genügt die Konzentration auf das Wesentliche. Und um uns schnell mit diesem Wesentlichen anzufreunden, bekommen wir hier etwas in die Hand, das mittlerweile so selten geworden ist, dass ich es tatsächlich für erwähnenswert halte: eine gedruckte, mehrseitig geheftete und vor allem nachvollziehbar formulierte Bedienungsanleitung. In Zeiten allgegenwärtiger QR-Codes und schlecht übersetzter Kurzanleitungen erscheint mir dies tatsächlich einen Satz wert zu sein.

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer
Aufgeräumte Anschlussvielfalt: Hier hat alles seinen definierten Platz mit viel Abstand, sodass unangenehme Kabelknoten ausgeschlossen sind. Rechts neben der LAN-Buchse ist übrigens der optische SFP-Netzwerkzugang zu erkennen – er entkoppelt die HiFi-Anlage automatisch vom Heimnetzwerk.

Konstruktion mit Köpfchen

Der Blick in den Konstruktionsplan des N1 zeigt keine wirklichen Überraschungen, sondern schlichtes State of the Art, das in dieser Ballung im schnelllebigen Streamersegment kaum mehr anzutreffen ist: Ein mehrschichtig aufgebautes Chassis schirmt die einzelnen Schaltungsbereiche ab. Die semi-freischwebende Deckplatte ergänzt die mechanische Architektur, speziell entwickelte Isolationsfüße sollen äußere Störeinflüsse minimieren. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf die Anschlussvielfalt im Einzelnen einzugehen, zudem sind wir ja vor allem an der Klangqualität des japanischen Kraftpakets interessiert, weshalb wir uns auf ein Minimalkonzept beschränken: Netzwerkkabel rein, analoges XLR-Kabel raus und hinein in die aktiven Lyravox Karlos. Fertig! Gesteuert wird der Player über Esoterics „Sound Stream“-App, die hier nicht genug gelobt werden kann, vor allem, wenn man als primären Datenpool das heimische NAS verwendet.

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Haptik und Gewicht zeigen an, dass es beim Esoteric Grandioso N1 um gewichtiges High End geht und kein Plastikspielzeug im Rack steht. So sehen echte Boliden aus!

Die Integration in das Netzwerk verläuft schnell und problemlos, die Benutzerfläche ist aufgeräumt und intuitiv nachvollziehbar, und der Zugriff auf einzelne Alben und Tracks geschieht schnell. Ich würde diese scheinbaren Selbstverständlichkeiten nicht aufzählen, wenn ich nicht schon etliche Apps zur Steuerung auf meinem Pad installiert hätte, die sich wesentlich zickiger und in Teilen gar dysfunktional verhalten hätten.

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer
Der Grandioso N1 gemeinsam mit einem PS1-Netzteil. Mit seinem internen Fünffach-Netzteil hat er es eigentlich gar nicht nötig, doch heben ihn die bis zu zwei Booster laut Hersteller nochmal auf ein anderes Niveau. Ist dann immer noch Platz im Rack, gäbe es mit der Grandioso G1X auch noch eine Master-Clock der Superlative.

Alltagskost für Genießer

Da ich der festen Überzeugung bin, dass digitale Quellgeräte auch aus dem Stand heraus in der Normalkonfiguration ohne Filterexperimente, Up- und Oversampling-Varianten oder Konvertierungsspielchen ihre Klangqualität beweisen müssen, habe ich nach einer kurzen Aufwärmphase einige schnöde, wenn auch mit Bedacht gewählte 16/44-Files zugespielt. Black Saint und Soul Note sind zwei italienische Jazzlabels, die besonders für Avantgarde-Jazz, Free und Modern Jazz wichtig waren. Black Saint wurde 1975 gegründet und stand eher für experimentelle, radikale Formen des Jazz, während Soul Note ab 1979 als Schwesterlabel etwas breiter und teils zugänglicher ausgerichtet war. Gemein ist beiden Labels, dass die LPs aufgrund ihrer ausgeprägten Dynamik und ihrer Klangfülle bis heute begehrte Sammlerstücke sind. Auf bandcamp.com findet man den gesamten Backkatalog nun digitalisiert vor, wenn auch nur im 16/44-Format. Was der N1 hier ohne jedes Upsampling aus den Dateien herauszaubert, das macht die Suche nach alten Original-LPs schlichtweg überflüssig. Egal, ob man von Billy Harpers wüstem Tenorsaxofon beinahe erdrückt wird oder Don Pullens Tastenkaskaden daran erinnern, dass ein Klavier irgendwie auch ein Schlaginstrument ist – die sich hier aus Einsen und Nullen materialisierende Musik erklingt in einem vollkommen natürlichen Duktus, ohne auch nur den Anschein kleinster störender digitaler Artefakte. Der Esoteric N1 belegt hier wunderbar, dass sich die Qualität eines Streamers nicht in der Wiedergabe hochgezüchteter HiRes-Files, sondern in der Umsetzung wenig bearbeiteter Alltagskost zeigt.

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Aufgeräumte Platinen, stabile Netzteile – in Sachen Verarbeitung und Bauteilqualität wird hier auch im Inneren des superben Netzwerkplayers nichts dem Zufall überlassen.

Was aber sorgt nun technisch für dieses involvierende Ergebnis out oft he box? Beim Vertrieb verweist man gerne auf das komplette Inhouse-Design der Grandioso-Serie mit der damit verbundenen Eigenentwicklung aller technischen Details, die auch hier wieder der Firmenphilosophie folgt: Darf es ein wenig mehr sein? Im Zentrum der „Maschine“ arbeitet die Esoteric Network Engine G4, eine Netzwerkplattform der vierten Generation aus eigener Entwicklung. Sie unterstützt natives DSD bis 22,5 Megahertz und bietet neben LAN einen SFP-Port, einen optischen und somit galvanisch vom Hausnetz isolierten Datenzugang. Die Wandlung übernimmt der Master Sound Discrete DAC G2. Dessen FPGA-basierter Multilevel-Delta-Sigma-Wandler wird von Esoteric vollständig mit selektierten Bauteilen aufgebaut. Einen vergleichbaren Aufwand betreibt der Hersteller bei der Stromversorgung: Fünf unabhängige lineare Netzteile versorgen getrennt die Dual-Mono-DACs, das Netzwerkmodul, die digitale Audiosektion und den Mikrocomputer. Hinzu kommt ein diskret aufgebauter DC-Spannungsregler mit geringer Gegenkopplung.

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Massive Bestückung: Das technische Design des Esoteric hat sämtliche Funktionen souverän im Griff und agiert nach dem Motto „Viel hilft viel“. Die Bilder zeigen die geöffnete Ober- und Unterseite des N1. Zur optimalen Entstörung sind Signalverarbeitung und Netzteil in zwei isolierten Gehäusesegmenten untergebracht.

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer

Für einen weiteren Ausbau lässt sich der Grandioso N1 mit dem externen Netzteil Grandioso PS1 kombinieren. Auch beim Taktgeber setzt Esoteric traditionell auf eine eigene Lösung. Die interne Master Sound Discrete Clock übernimmt den Digitalplayer-Bereich, zusätzlich unterstützt der Grandioso N1 eine 10-MHz-Clock-Synchronisation und den Betrieb mit der Master-Clock Grandioso G1X. Da versteht es sich eigentlich von selbst, dass der N1 mit allem zu füttern ist, was der digitale Kosmos an Formaten der Plattformen bereithält: DSF, DSDIFF, FLAC, ALAC, WAV, AIFF, MQA, MP3 und AAC werden verarbeitet; dazu kommen Tidal, Tidal Connect, Qobuz, Qobuz Connect, Roon und Spotify.

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Keine Spielchen – nur Musik

Hinzu kommt der Verzicht auf unnötige Spielereien, die ohnehin kaum kaschieren können, wenn bei der Grundentwicklung des technischen Designs unsauber gearbeitet wurde und die den echten Connaisseur ohnehin nur von seinem Genussstreben abhalten. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön: Filterst du noch oder hörst du schon Musik? So könnte man in Anlehnung an eine skandinavische Möbelkette fragen, wenn es um das Ach und Weh digitaler Filterung geht. Nicht selten sieht man Highender in völliger Verzweiflung ein halbes Dutzend Filter ausprobieren, deren Mehrwert sich ohnehin nicht im schnellen Vergleich, sondern eher im unbewussten Langhörerlebnis erschließt. Esoteric beschränkt sich hier sehr klug auf zwei Modi, einmal der für Esoteric patentierte RDOT-Filter, der sich tatsächlich bei der ein oder anderen Produktion als nützlich erwies, und ein weniger auffälliger FIR-Filter. Für mich persönlich war schnell klar, dass es bei RDOT im Dauerbetrieb bleiben musste. Nicht selten fallen die Frequenzenden bei digitaler Musikreproduktion prominent ins Ohr, insbesondere bei vielen Remasterings der letzten zehn bis fünfzehn Jahre. Mit der RDOT-Filterung bekommen die Files einen eher integrativen Charakter; vor allem der Bassbereich schmiegt sich mehr dem übrigen Klanggeschehen an, wirkt ein wenig smoother und fällt weniger blockhaft auf. Ein Kollege meinte dazu: „Klingt wie von LP.“ Vielleicht geht dieser Eindruck ein wenig zu weit, aber zumindest stellt sich in diesem Moment in keiner Weise die Frage, wie man denn nun eigentlich Musik hört – digital oder analog –, sondern man ist einfach im Hier und Jetzt der Musik gefangen.

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Wer in diesem Moment über die technischen Aspekte der Wiedergabe grübelt, dem ist musikalisch vermutlich nicht zu helfen. Wen es dennoch interessiert: Esoteric verweist bei diesem Filter auf eine weich abfallende Flanke und eine spezielle analoge Interpolationsmethode. Als durchaus zweckdienlich hat sich auch die Möglichkeit erwiesen, PCM-Signale nach DSD hin zu wandeln, wodurch sich im ein oder anderen Fall ein gewisses SACD-Feeling erzeugen lässt. Wie aber immer bei digitalen Konvertierungsprozessen, Filtereinsätzen oder sonstigen Eingriffen gilt auch hier zu beachten: Es sind keine Pauschalaussagen zu treffen, die Wirkungsweise hängt immer von den konkreten Files und vor allem auch von der Gesamtkette ab.

Wie auch schon beim Verstärker F-01 setzt Esoteric mit seinem Streamer aus der Grandioso-Serie ganz auf das „Prinzip Bolide“. Unerschütterlich in Haptik und Klang, technisch State of the Art, dabei aber einfach in der Bedienbarkeit und trotz schnittigen Designs relativ traditionell in der schwergewichtigen Gesamtanmutung. Und so stellen wir nach einigen Wochen des Probehörens mit dem N1 fest: Ja, es existiert noch – edles High End für den Genießer alter Schule.

Esoteric Grandioso N1 Netzwerkplayer

Info

Netzwerkplayer Esoteric Grandioso N1

Konzept: High-End-Netzwerkspieler mit kompromissloser Konstruktion und integriertem D/A-Wandler
Unterstützte Dateiformate: FLAC, ALAC, WAV, AIFF, MQA, DSF, DSDIFF (DFF), DoP, MP3, AAC
Abtastraten: 44,1 bis 768 kHz bei 16/24/32 Bit (PCM); DSD von 2,8 bis 22,5 MHz
Netzwerk: Ethernet, SFP
Eingänge digital: ES-Link, XLR (AES/EBU), RCA (S/PDIF), Optisch (Toslink), USB
Ausgänge analog: XLR, RCA
Leistungsaufnahme: 38 W (Standby 0,3 W)
Ausführung: Aluminium natur
Gewicht: 27,8 kg
Maße (B/H/T): 45/16/45 cm
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 43 000 €

Kontakt

Aqipa

Möslbichl 78
6250 Kundl
Österreich
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