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iFi iDSD Phantom

iFi iDSD Phantom

Wohlklangmaschine

iFi iDSD Phantom

Der iDSD Phantom führt seit neuestem das iFi-Portfolio an. Er kann sehr viel, ist aber vor allem klanglich ungemein flexibel.

iFi iDSD Phantom

In aller Kürze: iFi iDSD Phantom

iFi iDSD Phantom

 

iFi Audio ist vielen HiFi-Fans noch immer als kostengünstiger Ableger des britischen High-End-Herstellers Abbington Music Research (AMR) bekannt – dabei hat es in jüngerer Zeit auch vergleichsweise hochpreisige Geräte für gehobene Ansprüche gegeben. Beispielsweise den Top-Kopfhörerverstärker iCan Phantom für rund 3800 Euro, den der werte Kollege Stefan Gawlick 2024 ausführlich besprochen hat. Namensähnlich und noch einen knappen Tausender teurer ist der iDSD Phantom, unser heutiger Prüfling. Er führt das Portfolio nicht nur preislich an, auch technisch-funktional hat der Neue richtig viel zu bieten: Er ist nach dem Willen seiner Schöpfer ein Netzwerkspieler, hochauflösender DAC und High-End-Kopfhörerverstärker in einem. Außerdem will er, obschon fest im Digitalen verwurzelt, klanglich die goldenen Analogzeiten beschwören. Denn neben einer analogen Ausgangsstufe auf Halbleiterbasis gibt es bei ihm auch eine Röhren-Ausgangsstufe, beide mit eigenem Fingerabdruck. Hinzu kommen einige ausgesprochen raffinierte Digitalschmankerln, die es in dieser Form noch in keinem Consumergerät gab. Na, wenn das mal nicht spannend klingt.

iFi iDSD Phantom
Der iDSD Phantom lässt sich über den großen Dreh-/Druckgeber (links) und die Direkttasten mit Unterstützung des farbigen OLED-Displays grundsätzlich komfortabel bedienen. Allerdings muss nach jeder Anwahl ein, zwei Sekunden gewartet werden. Währenddessen darf schlichtweg kein Knöpfchen gedrückt werden – sonst erfolgt eine unerwünschte Umschaltung.

DSD-Remastering für jedermann

Sehen wir uns direkt die spezielle Wandlerarchitektur an: Im iDSD Phantom werkeln gleich vier DSD1793-Chips von Burr-Brown, wobei die Entwickler auf ihre AMR-Expertise zurückgreifen konnten. Ohne ins Detail zu gehen sei lediglich hervorgehoben, dass diese Architektur 256 Wandlerelemente pro Kanal nutzt. DSD-Signale werden ohne digitale Filterung direkt an den DAC geleitet, PCM-Streams indes durch wählbare Filter mit unterschiedlichen Charakteristika. Es bleibt dem Hörer überlassen, was ihm am besten gefällt. Richtig üppig wird es im DSD-Betrieb: Grundsätzlich verarbeitet der DAC DSD512 nativ, kann aber noch viel mehr: Denn im iDSD Phantom wurde unter dem Schlagwort DSD2048 eine in japanischen Tonstudios verwendete Remastering-Technik implementiert. Damit lässt sich jede beliebige Audiodatei in DSD512, DSD1024 oder, kaum zu glauben, DSD 2048 konvertieren, wobei wir es mit nativem Decoding zu tun haben. Das alles ermöglicht der neue Chrysopoeia-FPGA, der die Befähigung der Burr-Browns, DSD1024 zu verarbeiten, ausschöpft. Im Falle einer Konvertierung in DSD2048 soll die extrem hohe Abtastrate für eine faktische Eliminierung des Quantisierungsrauschens sorgen – es liege dann besonders weit außerhalb des Hörbaren, so der Hersteller. Wichtig auch: Das Remastering ist kein schlichtes Oversampling – der Chrysopoeia-FPGA wende noch vor der Wandlung proprietäre Jitter-Reduktionsalgorithmen für ein stabiles, zitterfreies Signal am Wandler-Eingang an.

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Im Lieferumfang: das Netzteil Silent Power iPower Elite, das auch separat für rund 320 Euro erhältlich ist und eine besonders saubere und stabile Stromversorgung leistet.

Die Briten schätzen anscheinend die japanische Ingenieurskunst, denn auch im iDSD Phantom ist die K2HD-Technologie von JVCKENWOOD integriert, die der japanische Elektronikhersteller in Zusammenarbeit mit den Toningenieuren der Victor Studios entwickelte. Den Tonschaffenden war beim Transfer von Analogbändern ins CD-Format aufgefallen, dass die Digitaldateien einen eigentümlichen Präsenzverlust aufwiesen. Der K2HD-Algorithmus besorgt nun eine Rekonstruktion von Obertönen und Transienten oberhalb von 22 Kilohertz, also über der formatbedingten Wiedergabegrenze. Es gibt zwei Betriebsarten: K2 behält die Auflösung der Audiodatei bei, K2HD gestattet das optionale Hochrechnen auf maximal 24 Bit/192 Kilohertz.

Halbleiterpräzision oder Röhrenschmelz

Verlassen wir die Klangmacher der Digitaldomäne und befassen uns nun mit den analogen Ausgangsstufen. Der iDSD Phantom wartet mit drei – tatsächlich – in Echtzeit umschaltbaren Ausgangstopologien auf, die auf zwei separaten Verstärkerstufen aufgebaut sind. Der „Solid State“-Modus verwendet diskrete JFETs in Dual-Mono-Konfiguration. Daneben gibt es eine veritable Röhrenschaltung mit zwei selektierten NOS-Röhren vom Typ GE5670, für die es wiederum zwei Betriebsarten gibt. „Tube“ ist gewissermaßen die technisch perfekte Röhrenschaltung, mit ihr werden die Glaskolben unter Idealbedingungen angefahren und deren Eigentümlichkeit bestmöglich ausgenutzt, „Tube+“ reduziert hingegen die Gegenkopplung, um die zweite Harmonische/K2 um +6 Dezibel zu betonen. Klare Sache, es darf auf audiophile Weise zerren.

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Class-A-HPA, eine veritable Röhren-Ausgangsstufe – das erzeugt Wärme und macht Kühlkörper unerlässlich. Während die fünf Kopfhöreranschlüsse sinnvollerweise auf der Front versammelt sind, finden sich fast alle übrigen Ein- und Ausgänge auf der Rückseite.

Wie eingangs erwähnt, haben wir es auch mit einem Kopfhörerverstärker für gehobene Ansprüche zu tun. Folgerichtig finden sich satte fünf verschiedene Anschlüsse auf der Front. Es lassen sich – wie es sich gehört – symmetrische und unsymmetrische Kopfhörer anschließen, die Power des HPA genügt, um auch Magnetostaten anzutreiben. Hinter dem Miniklinken-Anschluss „S-BAL“ steckt eine iFi-Spezialität, damit soll sich der streng symmetrische Aufbau des HPA auch für ordinäre unsymmetrische Hörer nutzen lassen. Mangels Vergleichbarkeit ist ein Klangvorteil aber kaum zu beschreiben.

Jedenfalls ist die Klangabstimmung das Sternchenthema des übrigens wie alle iFis in China gefertigten Geräts. Rein analog arbeiten deswegen auch XBass Pro und XSpace Pro. Ersterer umfasst drei Shelving-Filter, die den Bass ab 10, 20 oder 40 Hertz anheben. Puristen nehmen vor solcherlei Klangstellerei Reißaus, wer sein Quantum Mehrbass braucht, wird gut bedient. XSpace Pro ist eine Crossfeed-Schaltung, die für die Kopfhörerwiedergabe ein Tiefengefühl ähnlich der Lautsprecherwiedergabe erzeugen will. Ja, das gelingt recht gut, wenngleich es raffiniertere Schaltungen gibt.

iFi iDSD Phantom
Im Inneren herrscht Ordnung, die Komponenten sind säuberlich voneinander getrennt. Die Digitalsektion befindet sich in der oberen Etage des Gehäuses, die voneinander getrennten analogen Ausgangsstufen sind im Basement.

Mächtige Streaming-Engine

Als böte der iDSD Phantom mit all dem nicht schon genug, verfügt er auch über eine komplett neu konzipierte Streaming-Engine, mit der er alles, was derzeit angesagt ist, bedient: Er unterstützt die Streamingdienste von Qobuz, Tidal und Spotify sowie AirPlay 2, alle mit nativer Unterstützung von PCM 768 kHz und DSD512. Auf NAS-Server oder externe Laufwerke im heimischen Netzwerk gestattet iFis gute Nexis-App Zugriff. Zur Wahrung der Signalintegrität sind die Ethernet-, SPDIF- und AES-Eingänge galvanisch isoliert, außerdem sorgen „Exclusive Modi“ zur Reduktion etwaiger Störungen für eine Abschaltung nicht benötigter Systemprozesse.

Und noch etwas zur Verarbeitung des iFi-Stars: Die ist ausgezeichnet, wobei vor allem die einfach zu entfernende Deckplatte aus Rauchglas gefällt – sie gestattet etwas Einblick ins sehr sauber aufgebaute Innenleben und macht vor allem einen Röhrenwechsel zur ganz leichten Übung.

iFi iDSD Phantom
Das iDSD Phantom IOT Module V1.3 gehört zu den vielen Custom-Bauteilen, die in dem Vielkönner werkeln.

Für den Hörtest wähle ich ein Stück aus, um vor allem die zahlreichen Klangoptionen des iDSD Phantom abdecken zu können: das grandiose Akustikstück „The Romantic Warrior“ vom Return-To-Forever-Album Romantic Warrior, das es nur in 16-Bit/44,1-Kilohertz-Auflösung gibt. Zunächst höre ich über meinen ultralinearen Austrian Audio Hi-X65 das Stück im Solid-State-Modus ohne sonstige Klangbearbeitung. So liefert der HPA einen druckvoll-dynamischen und direkten Klang mit feiner Auflösung. Im Vergleich zu meinem Violectric V281, der via XLR die Musik vom iFi empfängt, erscheint der Klang allerdings etwas enger mit geringfügigen Präsenzverlusten. Das Umschalten in den Tube-Modus bringt einen offen-luftigen Klang zu Gehör, der interessanterweise auch über den Violectric kaum anders wirkt. Mit „Tube+“ wird es dichter und wärmer, wobei dieser Modus für meinen Geschmack besonders Gesangsstimmen veredeln kann: So klingt Helene Bokles Stimme auf dem wunderbaren Stück „Dronning Fjellrose“ vom Album Quiet Winter Night einschmeichelnd rauchig. Dieses Stück höre ich in der MQA-Ausgabe und freue mich, dass der iDSD Phantom über einen MQA-Decoder verfügt.

Doch zurück zum romantischen Krieger: Ich bleibe im Tube-Modus, aktiviere nun aber das DSD2048-Remastering sowie K2HD und bekomme einen Klang serviert, der auf eigentümliche Art noch offener, aber auch fülliger erscheint. Beispielsweise wirkt der virtuelle Raum, in dem die Band spielt, lebendiger. Stanley Clarkes supervirtuoser Kontrabass glänzt jetzt vollständig im audiophilen Scheinwerferlicht. Damit hat mich der iDSD Phantom eigentlich schon.

Der mächtigen Klangmaschine vollends verfallen bin ich aber, sobald Al Di Meola in sein Solo einsteigt und die Saiten seiner Ovation zum Glühen bringt. Dem Klang haftet definitiv nichts Unschön-Digitales mehr an, es klingt nach Master-Tonband – und ich verlängere die Hörsitzung um weitere 1970er-Alben. Weil’s so schön ist.

iFi iDSD Phantom

Info

Netzwerkplayer/DAC/Kopfhörerverstärker iFi iDSD Phantom

Konzept: Netzwerkplayer mit DAC, Kopfhörerverstärker und mehreren Ausgangsstufen
Eingänge: 1 x AES/EBU, 1 x koaxial SPDIF, 1 x RJ45, 1 x M12, 1 x optisch SC, 1 x BNC (Sync In)
Ausgänge: 1 x symmetrisch XLR, 1 x unsymmetrisch RCA/Cinch, Kopfhörer: 1 x 3,5-mm-Stereoklinke, 1 x 4,4-mm-Pentaconn,
1 x 6,3-mm-Stereoklinke (positive Phase), 1 x 6,3-mm-Stereoklinke (invertierte Phase), 1 x symmetrisch 4-Pol-XLR, 2 x symmetrisch 3-Pol-XLR (links/rechts), 1 x USB B (unterstützt USB 3.2) für Hostrechner
Netzwerk: LAN, WLAN, Bluetooth
Ausgangsstufen: wahlweise Solid State/Halbleiter, Röhre (zwei Betriebsmodi)
Maximale Auflösung: 32 Bit/768 kHz (PCM), DSD512 (DSD2048 im Remastering-Modus)
Formate: alle gängigen einschließlich DSD256, MQA-Decoder
Streaming: AirPlay, Bluetooth, Roon, Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, DLNA/UPnP, USB-Medien
Besonderheiten: komplette Neuentwicklung, Quad-Wandlerarchitektur, Ausgangsstufen latenzfrei direkt wählbar, DSD-Remastering, K2/K2HD-Technology von JVCKENWOOD, DSD-Remastering ohne Filter, XBass Pro und XSpace-Pro-Funktion, galvanische Trennung von Ethernet-, AES- und SPDIF-Eingängen
Lieferumfang: 15-V-Netzteil iPower Elite, Infrarot-Fernbedienung, Optibox, RCA-Kabel, Adapterkabel USB 3.0 A auf B, WiFi-Antenne, SC-SC Fibre Optic Kabel, Schnellstartanleitung
Ausführung: Aluminium silber/schwarz
Maße (B/H/T): 19/26/12 cm
Gewicht: 3,6 kg
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: um 4700 €

Kontakt

WOD Audio

Westendstraße 1a
61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
info@wodaudio.de

www.wodaudio.com

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