FIDELITY – Der HiFi-Podcast, Folge 26
Hach, der Frühling – die Vögel zwitschern, Knospen blühen und Häslein hoppeln. FIDELITY begrüßt die sonnige Seite von 2026 mit einer erstaunlich analogen Ausgabe.
Das beste Mittel gegen Stau
Wie uns immer wieder zugetragen wird, lauschen viele unserer Zuhörer dem FIDELITY-Podcast besonders gern auf langen Autofahrten. Das mag daran liegen, dass wir regelmäßig (auch diesmal) die angepeilten 60 Minuten reißen – für eine Mittagspause sind wir damit etwas zu lang. Den thematischen Auftakt macht ein erschwinglicher Kopfhörer mit außergewöhnlichem Konzept: Grell bringt mit dem AOE2 eine Neuauflage seines ohrumschließenden Zweiweg-Konzepts, dass ein lautsprecherartiges „der Sound kommt von Vorn“ ermöglicht. Etwas Zeit muss man diesem hervorragend verarbeiteten Ohrwärmer schon geben, da das Erlebnis sich merklich von dem unterscheidet, was wir von Kopfhörern gewohnt sind.
„Optisch sehr schick ist eine Super-Überleitung“
In der aktuellen Ausgabe von FIDELITY stellen wir den neuen (und wirklich bildschönen) Streaming-Receiver „Symphonia“ von T+A vor, der die Redaktion in Begleitung der passenden Talis R 330 Kompaktlautsprecher erreichte. Sicher handelt es sich nicht um den günstigsten Vertreter seiner Zunft, doch wird das Schmuckkästchen Maschine von A bis Z in Herford gefertigt. Zudem sind die meisten Zutaten (Verstärker, DAC, Streamer und Phono-Pre) ohne größere Kompromisse von seinen herausragenden Geschwistern der R-Familie abgeleitet. Und wer die kennt, weiß, wir sprechen hier über HiFi fürs Leben – und alles in einem Gehäuse, was man sich heute wünschen kann.
Zwei Monos in einem Gehäuse
Im Vergleich zum Symphonia ist der Valvet i4 ein ausgewachsener Purist. Der handliche Vollverstärker bietet vier Eingänge, Quellenwahl und einen (übrigens exzellenten) Pegelsteller – das war’s. Dass er trotzdem – oder gerade deshalb – nicht von schlechten Eltern ist, verdankt er seinem reduzierten, bis auf die letzte Komponente handverlesenen Innereien. Prinzipiell schnürte der Hersteller zwei seien prämierten 4.5-Monos in ein gemeinsames Gehäuse, garnierte das Ganze mit einem nicht zu kompromissbehafteten Netzteil und einer passenden Leichtgewicht-Vorstufe. Fertig ist eine Rezeptur, die trotz überschaubarer Class-A-Leistung von 40/70 Watt jeden Lautsprecher in unserem Hörraum zum Strahlen brachte.
Wie ist die Quellenlage?
Clearaudio stellte mit dem Compass jüngst ein verführerisches Komplettpaket der ambitionierten Einsteigerklasse vor. Für knapp 1300 Euro erhält man einen ausgewogenen „Brett-Dreher“ mit eigens entwickeltem Tonarm und einem umwerfenden MM-Abtaster, der für sich gesehen keine 100 Euro kostet. Kurz gesagt, ein rundum gelungenes Paket, das die Bezeichnung „No-Brainer“ wirklich verdient.
An der Entzerrer-Front glänzen in dieser Ausgabe gleich zwei Premium-Vorverstärker. Der erste kommt von Gold Note, kann bis zu vier Abtaster „verwalten“ und besitzt 18 digitale Entzerr-Kurven, die sich feinfühlig anpassen, programmieren und in Presets speichern lassen. Für analogen Schmelz sorgen ein optionales Booster-Netzteil und zwei alternative Ausgangsstufen mit wahlweise sechs oder zwölf Röhren. Dem gegenüber stehen der PH-Amp und das SUT-1L von MK Analogue. Die insgesamt drei Komponenten (MM/MC-Verstärker und Netzteil) bringen Purismus und genau DIE Bauteile, die an den jeweiligen Positionen für exzellenten Klang erforderlich sind.
Spurfehlwinkel haben keine Chance
Wenn Sie auf der Suche nach analogen Außergewöhnlichkeiten sind, werden Sie den Namen Thales kennen. Mit dem Simplicity II haben wir den „vereinfachten“ Ableger der ersten komplexen Tonarme der Schweizer im Test. Wie gewohnt sorgen zwei Tonarmrohre und eine zentrale Tragplatte dafür, dass Spurfehlwinkel gar nicht erst entstehen. Simple Geometrie, könnte man meinen, doch der Teufel steckt im Detail bzw. in der Konstruktion. Mit der Präzision eines Uhrenbauers fertigen die Schweizer ihren Tonarm so filigran und zugleich robust, dass geringe Masse und Haltbarkeit eine tragfähige Balance erreichen – nicht umsonst ins das Konzept auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch einzigartig.
Für ein japanisches Manufakturprodukt (und diesen Ausdrück dürfen Sie bei OTTAs Mandolin wirklich ernst nehmen) ist der durchaus große Tonabnehmer erstaunlich bezahlbar. Neben einem handgeschliffenen Gehäuse aus Sandelholz basiert das Konzept auf einem Rubin-Nadelträger und einer Diamant-Nadel, die gemeinsam unglaublich stimmungsvoll, detailversessen und samtig die Schwingungen aus den Rillen tasten.
Zubehör mit Sinn und Klang
Interessanterweise flattert uns aktuell viel Zubehör ins Haus. Stromtank etwa sendete uns seinen „panzerschrankig“ verarbeiteten Luxus-Netzverteiler SEQ-5, von lehmannaudio erhielten wir das kontaktlose Plattenauflagegewicht Floatweight und von bFly Audio durften wir die Gerätefüße Talis Elite ausprobieren. Außerdem beehrte uns WBT mit einem Satz seiner revolutionären 0120-Cu Cinch-Stecker. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Will Tremblett, der uns verriet, dass seine Firma Zavfino sich in erster Linie mit Kabeln beschäftigt. Eigens dafür schaffte der Kanadier sich wahre Ungetüme von Wickelmaschinen an, mit denen er die außergewöhnlich detailreichen Strippen der Silver Dart fertigt.
Wir packen rein, was geht!
Unsere Reportagereisen führten uns diesmal zu drei Konzepten der Extreme. Während Marten und Børresen uns Lautsprecher der absoluten Superlative vorstellten, ging es beim deutschen Hersteller definiteAudio uns seiner „The Final“-Anlage eher darum, mit DSP-Technologie das absolute Maximum aus einem zugespitzten Breitbandlautsprecher herauszukitzeln.
Nach dem gewohnten Ausflug in die Musiktipps der aktuellen FIDELITY-Ausgabe kommen wir abschließend auf eine kleine Ergänzung zu sprechen: Im vergangenen Podcast sprachen wir über die Ankündigung von Qobuz, keine KI-generierte Musik mehr hosten zu wollen. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Meldung waren wir nicht wirklich auf dieses Thema vorbereitet, was wir mit ein, zwei kleinen Ergänzungen nachholen wollen. Die Dokumentationen, auf die wir uns im Gespräch bezogen können Sie unter folgenden Links finden.
Bye Bye Spotify? – Wenn KI Bands erfindet und wir es nicht merken
Eine Dokumentation von ARTE Tracks, die Sie auf Youtube finden können.
Und der „KI verstehen“-Podcast des Deutschlandfunks mit der Folge
Künstliche Intelligenz und Pop: Wie KI-generierte Songs die Musikbranche verändern finden Sie unter diesem Link … oder überall, wo es Podcasts gibt.
… hier geht’s zu Ausgabe 26 unseres FIDELITY-Podcasts.









