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MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator

MK Analogue MM-PH-Amp und SUT-1L

Überragend übertragend!

MK Analogue MM-PH-Amp und SUT-1L

MK Analogue bietet mit dem MM-PH-AMP und dem SUT-1L zwei Komponenten an, die nicht nur zusammen, sondern auch jede für sich überzeugen können.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator

In aller Kürze: MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1L

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator

 

Der Titel dieses Berichts ist zugegebenermaßen irreführend. Es geht keineswegs nur um den Moving-Coil(MC)-Übertrager SUT-1L, sondern auch um den Phonovorverstärker für Moving-Magnet(MM)-Tonabnehmer MM-PH-AMP von MK Analogue. Hinter dieser Firma stehen zwei analoge Überzeugungstäter. Zum einen war es der Slowene Matej Kelc, der Ideengeber sowie für die Konstruktion und Fertigung verantwortlich Zeichnende, dessen Initialen auf dem PH-MM-AMP in orangeroten Leuchtbuchstaben prangen. Der andere ist Markus Wierl, der ab 2021 mit Kelc zusammenarbeitete und den Vertrieb übernahm. Matej Kelc ist bedauerlicherweise 2025 überraschend verstorben, sein deutscher Geschäftspartner hat sich aber entschlossen, die Produktlinie in seinem Geiste weiterzuführen, und so ist MK Analogue nun eine Marke der Markus Wierl GmbH. Spricht man mit Letztgenanntem, kann man die Begeisterung für seinen Kollegen und dessen Schaffen nicht überhören. Wie es zu dieser Zusammenarbeit kam, lässt sich ausführlich auf der Webseite von MK Analogue nachlesen.

Zum Produktportfolio gehören aber nicht nur der MM-Vorvorverstärker und zwei Varianten des Übertragers. Auch ein Denon DL-103, das in einem speziellen Tonkopf eingebaut wird, sowie diverse Phonokabel (siehe Kasten) findet man im Angebot.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Die bereits mit Mu-Metall geschützten Übertrager des SUT-1L stecken zusätzlich in schirmenden Messingkapseln.

Wenden wir uns zuerst dem MM-PH-AMP zu. Wie man auf den Bildern erahnen kann, handelt es sich im Vergleich zu anderen Phonovorverstärkern um ein recht voluminöses Gerät, das man auf den ersten Blick sogar für eine kleine Endstufe halten könnte. Schuld an diesem Eindruck sind nicht zuletzt die Lüftungsgitter auf der Oberseite des Gehäuses. Sehr hübsch ist die Front aus gebürstetem Aluminium, die von einem orangeroten MK-Logo verziert wird. Das vermittelt einen äußerst eleganten und puristischen Eindruck, der aber durch einen Blick auf die Rückseite Lügen gestraft wird. Dort findet man neben den qualitativ hochwertigen RCA-Anschlüssen von Neutrik für die Ein- und Ausgangssignale nebst einer soliden Kontaktstelle für die elektrische Masse nicht weniger als sechs große Drehschalter. Mit denen kann man für jeden Kanal einzeln den Verstärkungsfaktor (40 dB, 43 dB, 46 dB), die Kapazität (50 pF, 150 pF, 250 pF, 470 pF) und sogar die Eingangsimpedanz (33 kΩ, 47 kΩ, 66 kΩ und 100 kΩ) einstellen. Dabei ist zu beachten, dass die Knöpfe der beiden Kanäle spiegelbildlich angeordnet sind – mir ist einmal passiert, dass ich unbeabsichtigt den Verstärkungsfaktor von links und gleichzeitig die Impedanz rechts verändert habe. Selbstverständlich gibt es auch noch einen Anschluss für das externe Netzteil, das über ein erfreulich langes Kabel mit dem Vorverstärker Kontakt aufnimmt. Auch wenn alle Komponenten gut abgeschirmt sind, kann es nie schaden, wenn man das „Kraftwerk“ auf Distanz hält.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Das externe Netzteil des MM-PH-Amp kommt mit wenigen, aber hochwertigen Bauteilen aus.

Viele Freunde von MM-Tonabnehmern werden die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten zu schätzen wissen. Dass MMs empfindlich auf die Kapazität reagieren, hat sich wohl herumgesprochen. (Nicht vergessen: Man muss noch die Kapazität des Tonarmkabels hinzuaddieren.) Weniger verbreitet ist aber die Erfahrung, dass manche MMs und MIs aufblühen, wenn sie an eine höhere Impedanz als die standardisierten 47 Kiloohm angeschlossen werden. Das trifft zum Beispiel auf manche Systeme von Grado oder Shure zu. Auf der anderen Seite quittieren es einige High-Output-MCs und ganz besonders die legendären Deccas mit Wohlklang, wenn sie mit weniger als 47 Kiloohm abgeschlossen werden. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, den Verstärkungsfaktor zu variieren und den Lautstärkepegel an seine anderen Quellen anzupassen. Wen wundert es da, dass der MM-PH-AMP mit meinen eher unspektakulären MMs (Linn Adikt, Ortofon Concorde R, Transrotor Uccello) keinerlei Probleme hat, sie zu Bestleistungen zu beflügeln. Auch sonst verhält sich der MM-PH-AMP nicht nur tadellos – er tut seine Arbeit geradezu vorbildlich. Rauschen oder andere Störgeräusche sind absolut kein Thema. Wenn man sie mit dem an der Hinterseite des Netzteils befindlichen Schalter aktiviert, hört man nicht das leiseste „Plopp“ aus den Lautsprechern. Auch die Einstellungen von Kapazität und Co. können vorgenommen werden, ohne den MK Analogue vorher auszuschalten. Das ist auch in der gehobenen Preisklasse keineswegs selbstverständlich.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Das Gehäuse des Phonoverstärkers bietet genügend Platz für erstaunlich große Kondensatoren und einen sauberen, räumlich getrennten Dual-Mono-Aufbau.

Wie eigentlich immer, wenn eine Komponente mit größter Sorgfalt konstruiert ist, wird sie in aller Regel auch klanglich überzeugen können. Und genau das tut der MK Analogue MM-PH-AMP. Schon beim allerersten Versuchsdurchlauf, bei dem „nur“ ein Technics SL-1200 MK2 samt Ortofon Concorde R als Quelle dient, entfährt mir unwillkürlich ein „Wow!“. Die eigentlich sehr sachliche, ja mitunter ziemlich nüchterne Darbietung des Technics bekommt einen gehörigen Schuss Lebendigkeit, die bei aller tonalen Neutralität musikalisch sofort mitreißt. Das kann man gut nachvollziehen bei Jacques Offenbachs Ouvertüren (Frémaux, Birmingham SO, EMI). Gleichwohl könnten kritische Hörer anmerken, dass bei der Raumdarstellung in Tiefe und Breite durchaus noch mehr möglich sein müsste. Deshalb kommt im Folgenden hauptsächlich der wunderschöne DFA Woodpecker mit einem Linn Ittok LV II zum Einsatz. Darin montiert ist das Transrotor Uccello, das mit der Ersatznadel eines Goldring 1012GX ausgestattet und somit technisch identisch mit dem Linn Adikt ist. Tatsächlich steigert sich der Eindruck von „Livehaftigkeit“ noch mehr, aber besonders auffallend ist die enorme Zunahme in den Raumdimensionen und dem Eindruck von Körperhaftigkeit, wie Beethovens „Ich liebe dich“ (Hermann Prey, Manger – Musik wie von einem anderen Stern) verdeutlicht. Die Wiedergabe gelingt derart gut, dass sie sogar einen Mithörer und überzeugten Moving-Coil-Verfechter zu dem Satz verleitet: „Wer braucht da eigentlich noch ein MC?“

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Die Ein- und Ausgänge des SUT-1L sind mit vollsymmetrischen XLR-Buchsen realisiert. Die Cinch-Anschlüsse kommen nur bei der Impedanzanpassung zum Einsatz.

Von „brauchen“ im engeren Sinne kann natürlich keine Rede sein. Aber der Übertrager SUT-1L ermöglicht es einem, diese Tonabnehmergattung in vollem Umfang zu genießen. Das macht er mit Hilfe von zwei in Mu-Metall gekapselten Transformatoren – nichts anderes sind Übertrager –, die zur zusätzlichen Schirmung in massiven Hüllen aus Messing gebaut werden. Eine von zwei Besonderheiten ist bemerkenswert. Erstens bestand Matej Kelc auf die Verwendung einer symmetrischen Verarbeitung des „von Natur aus“ symmetrischen Signals, das Moving-Coil-Tonabnehmer liefern können. Das ist nachvollziehbar, denn auch in der professionellen Studio- und Veranstaltungstechnik ist unstrittig, dass diese Art der Signalübertragung die am wenigsten störanfällige ist. Ähnlich wie beim MM-PH-AMP verblüfft einen auf den ersten Blick die Vielzahl der Anschlüsse und der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. So sind die beiden RCA-Buchsen nicht für den Anschluss eines Plattenspielers gedacht. Sie sind für die von MK Analogue speziell hergestellten RCA-Stecker, in denen Widerstände eingelötet sind und die in Parallelschaltung zu den Übertragern eine Feinabstimmung der Eingangsimpedanz ermöglichen.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Dank der Beschriftung ist eine Verwechslung der Anschlüsse fast ausgeschlossen.

Das ist eine Lösung, die mir bisher noch nicht bei Übertragern begegnet ist und durchaus sinnvoll sein kann. Zwei Paar XLR-Buchsen sind die Eingänge. Ein Paar führt zu einem Übertragungsverhältnis von 1:16 (+24 dB), das andere zu 1:32 (+30dB) Über zwei kleine Knebelschalter wird zwischen den Eingängen umgeschaltet. In der Bedienungsanleitung wird darauf hingewiesen, dass man nicht beide Eingänge gleichzeitig belegen sollte. Der obligatorische Masseanschluss ist natürlich auch vorhanden. Genau wie beim MM-Vorverstärker kann man an der Verarbeitung des SUT-1L auch mit dem Blick auf die unwesentlich erscheinenden Details nichts kritisieren. Die beiden Geräte stehen zum Beispiel auf dämpfenden Füßen aus Sorbothan und machen auch nebeneinander ein gutes Bild, wenngleich sie dann die Standardbreite von HiFi-Geräten von ungefähr 44 Zentimetern überschreiten. Davon einmal abgesehen, ist es trotz der Vorteile einer symmetrischen Signalübertragung eigentlich immer ratsam, Übertrager und Phonovorverstärker möglichst nah am Plattenspieler zu positionieren.

Für leise und niederohmige MCs ist der SUT-1L ideal, der für nieder- und mittelohmige Systeme (etwa 5 bis 15 Ω) optimiert ist. Kommt dagegen ein mittel- bis hochohmiger Tonabnehmer (typische Werte: 20 bis 50 Ω), sollte man eher zum SUT-1M greifen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung des vorhandenen Tonabnehmers gibt über diese entscheidenden Werte Aufschluss. Wo wir gerade bei den richtigen Abschlüssen sind: Die von Markus Wierl mitgelieferten Abschlussstecker (z. B. „Rot“ ergibt bei 24 dB Verstärkung 100 Ω, „Gelb“ bei 30 dB 11,5 Ω) zeigten bei mir keinen erwähnenswerten klanglichen Einfluss. Das kann aber natürlich mit anderen Tonabnehmern und in einem anderen Umfeld anders sein.

MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
MM-PH-Amp nebst Netzteil: Variable Verstärkungsfaktoren, Impedanzen und Kapazitäten lassen keine Wünsche offen.

Ich habe mich bei der Hörprobe auf mein anspruchsvollstes Ortofon „Spezial“ beschränkt, das auf einem Mitglied einer Sonderserie (auf Basis der ehemals nur in Deutschland vertriebenen Akzent-Serie) beruht und am ehesten von den technischen Daten her (0,2 mV Ausgangsspannung, 6 Ω Innenimpedanz) einem Ortofon Virgo ähnelt. Prinzipiell kann es enorm natürlich, lebendig und detailreich klingen. Sind die Rahmenbedingungen aus Tonarm und Phonovorverstärker aber nicht passend, schlägt seine Ehrlichkeit gerne mal in Pedanterie um. Im Zusammenspiel mit den Komponenten von MK Analogue ist das keineswegs der Fall. Ich muss zugeben, dass ich diesen sehr anspruchsvollen Tonabnehmer bisher noch nie so gut gehört habe.

Und wie wirkt sich der MK Analogue SUT-1L nun aus? Er hebt einfach nur das leise MC-Signal auf die Spannung eines typischen MM-Tonabnehmers an. Er fügt nichts hinzu, was nicht auf der Platte drauf ist, lässt aber vor allem auch nichts weg. Und genau das ist sein „Geheimnis“. Das liest sich erst mal etwas unspektakulär, bis man die Wirkung tatsächlich erlebt hat. Deshalb habe ich zum Vergleich den SUT-1L an den Phonoeingang meiner Bryston BPS-25MC angeschlossen, die in Stellung „MC“ einen Universal-Übertrager in den Signalweg schleift. Wenn auf „MM“ geschaltet ist und über den SUT-1L angesteuert wird, stellt man fest, dass die Frequenzenden präziser und detaillierter ausformuliert werden. Der interne Übertrager der Bryston unterschlägt also feinste musikalische Details. Das ist auch zu erwarten, denn ein Universal-Übertrager kann sozusagen von Haus aus nicht für alle Tonabnehmer passend sein. Immerhin zeigt sich auch, dass man den MK Analogue nicht zwangsläufig mit dem hauseigenen MM-Phonovorverstärker betreiben muss. Allerdings entgeht einem dann möglicherweise die anspringende Lebendigkeit und Räumlichkeit, zu der die Kombination aus beiden MK-Analogue-Komponenten in der Lage ist. Das klangliche Ergebnis ist mehr als die Summe der Einzelteile und gehört mit zum Besten, was ich je in Sachen Phonovorverstärkung gehört habe.

Kabelage
MK Analogue MM-PH-AMP und SUT-1 Phono-Vorstufe und Step-up-Transformator
Neben einem symmetrischen Phonokabel benötigt man bei MK Analogue das unverzichtbare Adapterkabel von XLR- auf RCA-Buchsen.

Damit der komplett symmetrische Übertrager von MK Analogue betrieben werden kann, bedarf es passender Kabel. Vor allem braucht man ein symmetrisches Phonokabel, das das Signal von der in vielen Tonarmen anzutreffenden 5-poligen Mini-DIN-Buchse auf XLR-Stecker weiterleitet. Hinzu kommt noch ein weiteres Kabel, das die XLR-Ausgänge des SUT-1L mit den RCA-Eingängen des MM-Phonovorverstärkers verbindet. Glücklicherweise hat MK Analogue nicht nur die von mir genannten Varianten, sondern auch noch weitere „Kabelspezialitäten“ im Portfolio.

Die Qualität der in Handarbeit von Markus Wierl angefertigten Kabel ist vortrefflich, sie zeichnen sich durch hervorragende Klangeigenschaften und durch ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Einziger Wermutstropfen: Das Phonokabel ist aufgrund seines Durchmessers nicht ideal für die Verwendung in Subchassis-Plattenspielern mit geschlossenem Gehäuse – das würde etwa auf meinen Linn Sondek LP12 zutreffen.

Preisbeispiele

5-polig DIN auf XLR (0,9 m) ab 239 €, XLR auf Cinch (0,9 m) ab 149 €


Info

Phonovorverstärker MK Analogue MM-PH-AMP

Konzept: transistorbasierter, voll einstellbarer MM-Phonovorverstärker
Besonderheiten: Doppelmono-Aufbau, Verstärkung, Kapazität und Impedanz anpassbar, externes Netzteil
Eingänge: 1 x RCA (Cinch)
Eingangskapazitäten: 50 pF, 150 pF, 250 pF, 470 pF
Eingangsimpedanzen: 33 kΩ, 47 kΩ, 68 kΩ, 100 kΩ
Verstärkungsfaktoren (Gain): 40 dB, 43 dB, 46 dB
Ausgang: 1 x RCA (Cinch)
Ausführung: Schwarz
Maße AMP (B/H/T) 34/9/27 cm
Gewicht AMP: 5 kg
Maße PSU (B/H/T): 12/9/21 cm
Gewicht PSU: 1,7 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: um 4990 €

Übertrager MK Analogue SUT-1L

Konzept: vollsymmetrischer Übertrager für MC-Tonabnehmer mit niedriger Impedanz
Besonderheiten: umschaltbare Verstärkung (24 dB, 30 dB), Impedanzanpassung mittels RCA-Stecker
Eingänge: 4 x XLR
Ausgänge: 2 x XLR
Ausführung: Silber oder Schwarz
Maße (B/H/T): 15/9/16 cm
Gewicht: 2,75 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: um 3290 €

Kontakt

Markus Wierl GmbH

Wacholderweg 10
86836 Klosterlechfeld
Telefon +49 8232 9589033

www.audio-freak.de

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.