Holborne Passion
Entwickler Meinrad Müller baut seit fast 40 Jahren HiFi-Komponenten, die mit maximalem Aufwand einen minimalen Ansatz verfolgen. So auch der Vollverstärker Holborne Passion: Hinter der Frontplatte mit ihrem „dreieckigen“ Pegelsteller verbirgt sich eine einzigartige Tube-/FET-Verstärkung. Zum technischen Zusammenspiel kann gesagt werden, dass die Verstärkung von Spannung (Anhebung der Signalspannung) und Strom (Anpassung an die Lautsprecher) völlig getrennt erfolgen. Die Tatsache, dass keinerlei Leistungsröhren gebraucht werden, macht sich in der Lebensdauer und Stabilität des Verstärkers bemerkbar. Gefüttert wird das Ganze von einem 275-VA-Ringkerntrafo und von Kondensatorbänken, die für 10 000 Mikrofarad pro Kanal sorgen. Vom Motorpoti über die Steuerplatine bis hin zu den Ausgangstransistoren ist die gesamte Topologie auf kürzestmögliche Signalwege ausgelegt. Optional kann ein Phonoteil (wahlweise MM oder MM/MC) eingebaut werden, der sich schon auf den ersten Blick als weit mehr als nur ein Anhängsel ausweist: Dessen Vorverstärkung obliegt ebenfalls einer PCC83-Röhre, die der Platine eine Klangqualität verleiht, die sich vor externen Entzerrern in keinster Weise verstecken muss.

Klanglich äußert sich die puristische Schaltungsauslegung in absolut ehrlicher und ungefilterter Durchlässigkeit – unser Autor fühlte sich über die gesamte Hörsession hinweg an den sprichwörtlichen „verstärkenden Draht“ erinnert. Damit der stets im optimalen Betriebszustand laufen kann, besitzt der Passion auf der Rückseite pro Kanal je einen Gain-Regler, der eine Regulierung der Gesamtverstärkung von +26 bis +40 Dezibel erlaubt – und sich nebenher auch als Balanceregler anbietet.
Hier geht’s zum Test des Holborne Passion.



