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50 Jahre Album-Klassiker: Led Zeppelin - The Song Remains the Same

Led Zeppelin – The Song Remains The Same

Forever Young – 50 Jahre Album-Klassiker

Led Zeppelin – The Song Remains The Same

Led Zeppelin waren eine legendäre Live-Band, weil sie bei jedem Auftritt etwas Neues, etwas Unerwartetes ablieferten. „Sobald ein Song aufgenommen war und Teil unseres Live-Sets wurde, begann er sich zu verändern“, sagt Jimmy Page.

Die Stücke wurden dann länger und länger, die Improvisationen immer einfallsreicher. Daher kursierten von Led Zeppelin etliche illegale Konzertmitschnitte, sogenannte Bootlegs. Wollte die Band das noch toppen, musste sie schon ein ganz besonderes Live-Dokument anbieten. So entstand die Idee, einen Konzertfilm zu machen. Im Sommer 1973 – Led Zeppelin galten damals als „die größte Band der Welt“ – wurde die Film-Idee innerhalb einer Woche plötzlich aktuell. Zum Abschluss der US-Tournee der Band kontaktierte man spontan einen befreundeten Regisseur. Der flog mit seinem Filmteam rasch mal von England nach New York, um die drei letzten Auftritte der Tour mitzuschneiden.

Jimmy Page erinnert sich: „In Amerika waren wir immer wie entfesselt. US-Touren waren die Crème de la Crème.“ Als dann auch noch das Filmteam seine Vorbereitungen traf, strebte alles einem Höhepunkt zu. „Es war eine so große Sache geworden, dass sich ein enormes Freiheitsgefühl entwickelte“, sagt Robert Plant, der Sänger. „Wir waren Eroberer, bereit, alles auszuprobieren.“ Der Film wurde weit mehr als ein Konzertdokument. Er beginnt mit der Anreise der Band, zeigt Szenen hinter der Bühne und auch einige Inszenierungen, in denen die Musiker Fantasien ausleben: Jimmy Page als Bergsteiger, John Paul Jones als nächtlicher Reiter. Und dann kam es noch zu einem Diebstahl im Hotel und einem Auftritt der New Yorker Polizei … und die Kamera lief immer mit.

Fertig wurde der Film erst 1976. Nach Robert Plants schwerem Verkehrsunfall konnte die Band monatelang keine Konzerte geben, fand dafür aber die Zeit, den Film abzuschließen … und dazu das grandiose Soundtrack-Album, das zeitgleich erschien, aber nicht identisch war mit der Musikauswahl im Film. „Celebration Day“ gibt es nur auf dem Album, andere Songs gibt es nur im Film. Zum Teil verwenden Film und Platte auch unterschiedliche Mitschnitte der Songs. „Für mich waren die Madison-Garden-Auftritte ein entscheidender Moment“, sagt Robert Plant. „Bis dahin hätte ich mir gar nicht vorstellen können, dass so viel Energie zwischen uns und dem Publikum fließt.“

50 Jahre Album-Klassiker: Led Zeppelin - The Song Remains the Same

Fakten

Aufnahme: August 1973
Veröffentlichung: Oktober 1976
Label: Swan Song
Produktion: Jimmy Page

Titel

Seite A

  1. Rock And Roll 4:03
  2. Celebration Day 3:43
  3. The Song Remains The Same 6:00
  4. The Rain Song 6:24

Seite B

  1. Dazed And Confused 26:53

Seite C

  1. No Quarter 12:30
  2. Stairway To Heaven 10:58

Seite D

  1. Moby Dick 12:47
  2. Whole Lotta Love 14:24

Musiker

Robert Plant – Gesang
Jimmy Page – Gitarren u. a.
John Paul Jones – Bass, Keyboards
John Bonham – Schlagzeug


  • Die Auftritte im Madison Square Garden werden mit einem mobilen Tonstudio mitgeschnitten. Es handelt sich um den legendären Studio-Lkw des Toningenieurs Wally Heider (1922–1989), den er ursprünglich für Bigband-Aufnahmen eingerichtet hat.
  • Auf dem Soundtrack-Album finden sich Live-Versionen von Stücken aus allen fünf vorherigen Studioplatten. Allein drei Titel stammen vom jüngsten Album Houses Of The Holy.
  • Einige der Live-Fassungen – besonders der frühen Stücke – haben kaum noch Ähnlichkeit mit den Studioversionen. „Whole Lotta Love“ (mit Theremin-Einlage) und „Moby Dick“ (mit Schlagzeugsolo) geraten live fast dreimal so lang. „Dazed And Confused“ – „der 30-Minuten-Wahnsinn“ (Rolling Stone) – schießt dabei den Vogel ab.
  • Robert Plant über Led Zeppelins rauschhaften Flow von 1973: „Eine absolute Mischung aus Adrenalin, Drogen, Euphorie … und es gab keine Bremsen. Wir hatten keine Ahnung, was eigentlich passierte. Wir machten einfach immer weiter, preschten voran, in jeder Show.“
  • Das Plattencover des Doppelalbums zeigt ein altes Kino in London. Dort probte die Band vor ihrer US-Tournee 1973.
  • Das Filmprojekt verläuft ziemlich chaotisch. Sogar der verantwortliche Regisseur wird noch ausgetauscht. Einige Konzertszenen werden später in London nachgestellt – zum Teil mit Perücke, weil John Paul Jones eine neue Frisur hat.
  • Zusätzliche Action entwickelt der Film, als die Band im New Yorker Hotel bestohlen wird (fast 200 000 US-Dollar). Der Manager legt sich mit einem Reporter an und wird verhaftet. „Ich werde noch immer gefragt, ob der Diebstahl inszeniert war, um etwas Drama in den Film zu kriegen“ (Jimmy Page).
  • Ende 1976 ist kein idealer Zeitpunkt für die Veröffentlichung. In England tobt der Punk, Led Zeppelin gelten als „Dinosaurier“ und Steuerflüchtlinge. Der etwas bemühte Kinofilm fällt durch. Das kraftvolle Livealbum aber erreicht Platz eins der UK-Charts. Vierfaches Platin in den USA, Gold in Deutschland und Frankreich.
  • Das klanglich verbesserte CD-Reissue von 2007 enthält alle 15 Songs des Live-Programms und begeistert die Kritiker. Die DVD-Edition des Films ist im Bildschnitt zwar unverändert – die aufgefrischte Musikspur aber ist besser mit den Bildern synchronisiert.

www.ledzeppelin.com

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