Ensemble Supremo

Test Ensemble Supremo Digitalkabel

Ensemble Supremo – Starker Verbinder

Transportiert ein Digitalkabel nicht nur Einsen und Nullen im Gleichschritt? Wollen wir nicht zuerst hören und dann staunen?

Es gibt nicht mehr viele von ihnen: HiFi-Hersteller mit einem expliziten Renommee als „Ketten-Spezialisten“. Ein Vertreter dieser seltenen Art – und nicht der unbekannteste – kommt aus dem nahe Basel gelegenen Örtchen Aesch: Ensemble.
Ensemble Supremo - Ein guter Stecker ist die halbe Miete. Bei Ensembles robustem Allino stimmen Griffigkeit und KabelfixierungAber warum sollten sie’s nicht auch solo können? Nehmen wir die kleinstmögliche Dosis Ensemble: ein Digitalkabel. Das neue Supremo ist ein klassischer 75-Ohm-Verbinder mit Cinch-Steckern für den Einsatz an der S/PDIF-Schnittstelle. Mit einem Verkaufspreis von 390 Euro ordnet sich der einen Meter lange Leiter in der gehobenen, aber nicht abgehobenen Klasse ein. Ensemble-Chef Urs Wagner postuliert im Gespräch sehr bestimmt eine dem realen Gegenwert angemessene Preisgestaltung. Dafür gibt es Lob, ebenso wie für die technische Beschreibung, die den sympathisch stabil in der Hand liegenden Verbinder nicht zum Produkt quantenmetallurgischer Parallelphysik verklärt, sondern lieber exquisite Messwerte sprechen lässt.
Das Leitermaterial des Koaxialkabels ist Kupfer, das Dielektrikum geschäumt und die Schirmung vierlagig – der transparente Mantel bietet freie Sicht auf die oberste Folienlage. Großer Wert wurde auf einen Körperschall dämpfenden mechanischen Aufbau gelegt. Als Folge all dessen gehört das Kabel nicht zu den biegsamsten seiner Zunft, es lässt sich aber gut handhaben und wird keinen leichtgewichtigen D/A-Wandler vom Regalbrett ziehen.
Die Stecker sind im Ensemble-Katalog als eigenes Modell unter dem Namen Allino gelistet, entgegen der Erwartung aber nicht separat erhältlich. Ihre überdurchschnittliche Länge ist eine Folge der großzügig bemessenen Kabelführung und eines äußerst Löter-freundlichen Innenlebens. Der Signalkontakt wird eigens aus Kupfer gefertigt und ist, wie auch der stabile Messingkorpus, dick vergoldet. Der Massekontakt lässt sich mittels einer griffigen Schraubhülse an der Buchse festklemmen – um nicht zu sagen: festbeißen.
Weil ein S/PDIF-Verbinder weder Bässe noch Höhen geschweige denn Dynamik transportiert, sondern nur einen hochfrequenten Datenstrom, kann ich auch nur das klangliche Gesamtbild beschreiben. Das besticht im Falle des Ensemble Supremo durch: Spannung.
Historische Klassik-Aufnahmen mit einer Violine in der Mono-Mitte waren das erste, was ich mit der Schweizer Datenleitung zwischen meinem CD-Player Meridian 508/24 und dem D/A-Wandler Rockna Wavedream (von dem in nicht allzu ferner Zukunft noch zu berichten sein wird) hörte. Noch ohne groß zu vergleichen entstand ein Gefühl großer Nähe zum emotionalen Kern des Spiels. Johanna Martzy konnte einem Orchester aber auch Beine machen (audite 23.424)!
Ensemble SupremoStarke Präsenz und beste Einsicht in komplexe Klänge sollten die prägenden Eindrücke bleiben. Das ist nicht wenig – da steckt sogar so gut wie alles drin! Beim Klavierspiel von Hans Lüdemann (Trio Ivoire, Enja ENJ-9424 2), der seinen Flügel extrem nah mikrofoniert, wird nicht nur jede Faser der Filzdämpfer beim Abheben erkennbar, auch das feine Interferenzschwingen einer nicht perfekt gestimmten Diskantsaite beginnt regelrecht zu schimmern und erhält damit Plastizität, um nicht zu sagen: ein eigenes Leben als Klangereignis. Der Klavierton ist mit dem Supremo einwandfrei ausgewogen, prägnant ohne insbesondere bei harten Anschlägen spitz zu wirken, aber auch ohne jegliche Anwärmung – einfach stimmig.
Oder der Kontrabass von Renaud Garcia-Fons: Was der Franzose in fast schon geigerischer Virtuosität aus seinem mächtigen Fünfsaiter herausholt, konnte mit weniger talentierten Digitalkabeln unübersichtlich und wirr scheinen. Mit dem Supremo in Aktion bleibt die Souveränität der Wiedergabekette gewahrt. Gleichzeitig hatte der gestrichene Bassklang eine herrlich harzige Struktur, die den Melodiebögen mühelos folgen ließ. Dem begleitenden perkussiven Instrumentarium setzte das Ensemble-Kabel keine Glanzlichter auf, was ich sehr schätze, sondern ließ es einfach wohlstrukturiert im Hintergrund tänzeln, wo es hingehört.
Fein! Und was jetzt? Steckt hinter dem souveränen Auftritt ein Plan? Ist das Supremo die fünfte Kolonne von Ensemble? Soll es den Boden bereiten für die großen Elektronik-Geschwister aus Aesch? Betrachten Sie mich als angefixt.

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Ensemble Supremo
S/PDIF-Digitalkabel

Konfektionierung: RCA-RCA oder BNC-BNC
Längen: 1 m oder 1,5 m
Garantiezeit: 2 Jahre
Preis: ab 390 €

 

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Ensemble AG, Urs Wagner
Postfach 215
4147 Aesch
Schweiz

Telefon +41 61 4619191

 

www.ensembleaudio.com

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